Montag, 7. Dezember 2015

Nachts, wenn das Skelett erwacht

























Regie: Freddie Francis

Ein Skelett spielt verrückt...

Freddie Francis war ein britischer Kameramann und Regisseur. Er gilt heute aufgrund seiner Arbeiten für "Schloß des Schreckens", "Der Elefantenmensch", "Der Weg nach oben", "Söhne und Liebhaber" oder "Glory" als einer der bedeutendsten Kameramänner der Filmgeschichte. Als Regisseur drehte er vor allem Horrorfilme für die Hammer-Studios und für Amicus Producition. "Haus des Grauens", "Der Satan mit den langen Wimpern" oder "Die Todeskarten des Dr. Schreck" gehen auf sein Konto. Im Jahre 1973 inszenierte er mit "Nachts, wenn das Skelett erwacht" (Original: Creeping Flesh) mit den beiden Hammer-Superstars Christopher Lee und Peter Cushing einen sehr stimmungsvollen Grusler der alten Schule und einer der besten Hammerfilme, die nicht von den Hammer Studios produziert wurden. Dabei wird auch in "Nachts, wenn das Skelett erwacht" sehr schnell klar, dass der Macher Freddie Francis vor allem auch hier ein gutes Auge für die visuelle Ausgestaltung des Old School Horrorfilms hatte. Der Film spielt im Jahr 1893, also im Viktorianischen Zeitalter in England. Dort forscht der Wissenschaftler Emmanuel Hildern (Peter Cushing) und unternimmt zu diesem Zweck immer wieder ausgedehnte Forschungsreisen. Gerade eben hat er einen bizarren Fund in Neuguinea entdeckt und kommt mit einem gut erhaltenen riesigen Skelett nach Hause. Dieses Skelett muss aller Wahrscheinlichkeit nach von einem menschenähnlichen Urzeitwesen stammen. Gemeinsam mit seinem treuen Assienten Waterlow (George Benson) soll die Species untersucht werden. Der Wissenschaftler lebt gemeinsam mit seiner bracen Tochter Penelope (Lorne Helbron), die er sehr behütet. Kein Wunder: Er hat Angst, dass die junge Frau das gleiche Schicksal erleiden muss wie seine Frau, die sich seit Jahren in der Psychiatrie seines Bruders James (Christopher Lee) aufhält. Der Tochter hat er gesagt, dass die Mutter verstorben ist und hielt den Aufenthalt in der Klinik für Geisteskranke geheim. Dort stirbt die Mutter auch, James informiert seinen Bruder von dem Ableben der Frau. Auch das obskure Skelett gibt Rätsel auf. Als ein Finger mit Wasser in Berührung kommt, bildet sich umgehend lebendes Gewebe. Kann es etwa sein, dass Wasser den Knochenmann zum Leben erwecken. Unter dem Mikrroskop macht Emmanuel die nächste senationelle Entdeckung: Das Blut des rätselhaften Gewebes offenbart unglaubliche Fahigkeiten. Aber auch das Zusammentreffen der beiden ungleichen Brüder sorgt für Ärger. Auch James hat wissenschaftliche Ambitionen und würde gerne seinen Bruder übertrumpfen...


Ein sehr stimmungsvoller Grusler, der mehrere Handlungsstränge miteinander verbindet und auch noch einen Geisteskranken (Kenneth J. Warren) präsentiert, der von der Irrenanstalt flüchtet und mit der gar nicht mehr so braven Penelope zusammentrifft, die von ihrem Vater mit dem Blut des Monsters behandelt wurde. Ein fataler Fehler, denn aus der gütigen wohlbehüteten Tochter wird eine mordende Bestie. Dies alles ist eher wenig gradlinig, dafür aber schön verschnörkelt und mysteriös. Peter Cushing spielt natürlich großartig und als Gegenpol tritt der großartige Christopher Lee als fieser und hinterlistiger Bruder auf, der sein Irrenhaus mit kühler und harter Hand im Griff hat.
Die schönen Kulissen - ganz im Hammer Stil - runden das britische Grusel Filmvergnüngen bestens ab.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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