Mittwoch, 22. Juli 2015

Der Frau in Schwarz 2 - Engel des Todes

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Tom Harper
 
Der Geist von  Jennet Humfrye....
 
Seit 2007 sind die Hammer Films wieder aktiv im Filmgeschäft und produzieren neue Filme für das Genre, mit dem sie berühmt geworden sind und unvergessene Klassiker wie "Dracula" (1958), "Frankensteins Fluch" (1957), "Ein Toter spielt Klavier" (1961) "Nächte des Grauens" (1965) oder "Gruft der Vampire" (1970) schufen. Die neuen Filme heißen "Wake Wood", "Let me in" oder "The Quiet Ones" und der bisher erfolgreichste Film der neuen Generation wurde überraschend "Die Frau in Schwarz" - ein mit  Daniel Ratcliffe in den Hauptrollen besetzer klassischer Geisterhaus-Grusler mit starker britischer Handschrift. Inszeniert wurde der Film von 2012 von James Watkins, er kostete 15 Millionen und spielte sagenhafte 127 Millionen Dollar ein. Natürlich lag es da nahe, dass ein Nachfolgefilm her musste - zumal ja die Hammer Films auch schon früher ihren erfolgreichen Filmen immer wieder auch starke Fortsetzungen folgen liessen. So sind Nachfolger von "Dracula" bei den Fans gleichermassen geschätzt - ob es sich nun um den genialen "Blut für Dracula" oder um den Blutsauger Ausflug "Dracula jagt Mini Mädchen" ins Swinging London handelt.
Auch der Nachfolger von "Die Frau in Schwarz" kann sich sehen lassen - auch wenn der Erfolg an der Kinokasse nicht ganz so üppig ausgefallen ist. Möglicherweise war da Harry Potter Darsteller Daniel Ratcliffe schon ein echtes Zugpferd, viele wollten mal sehen, was für eine Figur er in einem Horrorfilm macht.
Ausstattungstechnisch bewegt sich aber auch Teil 2 "Die Frau in Schwarz - Engel des Todes" auf hohem Niveau. Auch die Kameraarbeit von Georg Steel ist hervorragend. Leider hatte Regisseur Tom Harper nicht unbedingt das beste Drehbuch zur Verfügung. Man merkt leider, dass die Geschichte nicht allzu viele Höhepunkte bietet und das Interesse an der unheimlichen Gestalt der Jennet Humfrye (Leanne Best), die als richtige Mutter des 1889 tödlich verunglückten Nathaniel Drablow mitansehen musste wie der Junge im Marschland ums Leben kam, wird nie so richtig mit der neuen Story geweckt. Teil 1 spielte im Zeitalter von Eduard VII. Im Nachfolger sind wieder viele Jahre vergangen. Inzwischen schreiben wir das Jahr 1941 und dort, während der Zeit des Zweiten Weltkrieges, setzt die Filmhandlung auch in London ein, wo es nicht besonders guten Schutz gibt für die deutschen Bombenangriffe. Daher werden einige Schulkinder aufs Land evakuiert. Also auf zum abgelegenen Küstendorf Crythin Gifford, wo die der Frau in Schwarz, das leer stehende Eel Marsh House, steht. Die junge Eve Parkins (Phoebe Fox) ist Lehrerin und begleitet gemeinsam mit ihrer Vorgesetzten Jean Hogg (Helen McCrory) die Kinder. Besonderes Augenmerk legt sie auf den verwaisten Edward (Oakley Pendergas) , der stumm ist, seit seine Mom bei einem kürzlichen Bombenangriff ums Leben kam. Während der Zugfahrt lernt Eve natürlich auch noch den smarten Militärpiloten Harry Burnstow (Jeremy Irvine) kennen, der - welch ein Glück - in Crythin Gifford stationiert ist. Im alten Herrenhaus angekommen, wartet viel Arbeit auf die Lehrerinnen, denn das Gebäude ist in einem maroden Zustand. Und natürlich sind die vielen Kinder (u.a. Pip Pearce, Amelia Pidgeon, Jude Wright) auch bald wieder in Gefahr, denn Lehrer und Schüler sind nicht allein im Haus....



 Dieser Nachfolger wird häufig kritisiert weil er sich in uninspirerten Aneinanderreihungen von Horrorstandards ergibt - das sehe ich eher nicht so. Ich finde sogar, dass die einzelnen Szenen recht gut gelungen sind, aber es mangelt ein bisschen am roten Faden - zu sehr und viel zu schnell wird das Unheimliche des Hauses als Fakt angesehen "ja es gibt Geister" und daher fehlt leider eine gewisse Ambivalenz in der Story, die den Spannungsbogen viel fester hätte schnüren können. Die Geisterwelt ist zu sehr an der Oberfläche, als dass sie noch gruseln würde. schade, denn die Bilder, die der Film zeigt, können sich durchaus sehen lassen - aber nur selten ist ein faszinierendes Element zu spüren. Der Höhepunkt auf dem Flugplatz ist auch sehr dick aufgetragen. Am Ende wird dann Teil 3 angedeutet, entlässt den Zuschauer aber leider auch unbefriedigt. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Grusler viel schwächer, hat aber wie bereits erwähnt, optisch ansprechende Bilder, die den Film doch noch etwas aufwerten.



Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

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