Samstag, 22. August 2026

Die Mühle der Jungfrauen















Regie: Gianfranco Baldanello

Die Cousinen...

"Yellow: Le Cugine“ ist ein Film  von Gianfranco Baldanello wurde 1969 von der italienischen Produktionsfirma Cinematografica Associati finanziert, die auf viele Co-Produktionen mit Spanien und Deutschland zurückblicken konnte. Dieser Film wurde jedoch von CI.AS. alleinfinanziert und war der Letzte dieses Unternehmens. 1970 kam Baldanellos Regiearbeit unter dem reißerischen Titel „Die Mühle der Jungfrauen“ über Erwin C. Dietrich in unsere Kinos. Dietrich war der Produzent, der auf dem Höhepunkt der Edgar Wallace Welle in den 60er Jahren Epigonen wie "Die Nylonschlinge" oder "Der Mörder vom Tower" in die Kinos brachte. Von einigen Kritikern wird "Yellow: Le Cugine" als Giallo bezeichnet, aber die typischen Merkmale des Genres fehlen. Daher kann man wohl eher von einem sich steigernden atmosphärischen Thriller über Abhängigkeiten sprechen. Nach dem Tod ihres betagten Großvaters, der an diesem Tag beerdigt wird, trifft die blonde Valentina (Caterine Garbero) in Begleitung ihres Ehemanns Pierre Chéry (Maurizio Bonuglia), eines französischen Künstlers und Lebemannes, den sie erst kürzlich geheiratet hat, auf dem Familiensitz Villa Alba ein. Valentina ist das genaue Gegenteil ihrer steifen, jungfräulichen Cousine Marta (Lisa Seagram). Während Valentina aufgeschlossen und kontaktfreudig ist, hat die dunkelhaarige Marta, obwohl von schlichter Schönheit, eher konservative Moralvorstellungen bewahrt und deren bisher einzige sexuelle Gelegenheit als junges Mädchen mit einem Dorfburschen von ihrem Großvater mit der Peitsche verhindert wurde. Aufopfernd hat sich Marta aber um ihren Großvater gekümmert bis zu dessen Tod. Nach dem Tod ihres Großvaters zieht die skrupellose Valentina nun auch in dessen Haus, um ihren Erbteil zu kassieren. Ihr Mann Pierre ist ein Tunichtgut.  Das Paar bezieht dort seinen ständigen Wohnsitz bis zur Testamentseröffnung. Das Zusammenleben von Valentina, Pierre und Marta gestaltet sich schwierig. Marta hat Mühe, die unbeschwerte Art des jungen Paares zu tolerieren, vermutlich aus Neid darüber, ihre Cousine so glücklich verliebt zu sehen. Im Testament des Großvaters wird das gesamte Anwesen der Villa Valentina vermacht, während Marta das Nutzungsrecht erhält – eine Aufteilung, die sie zwingt, trotz der Entfernung, die sie seit ihrer Kindheit trennt, unter einem Dach zu leben. Am selben Abend veranstalten Valentina und Pierre eine Party und laden fünf Freunde ein, darunter einen indischen Sitarspieler. Die Atmosphäre, erfüllt von Opiumrauch und Alkohol, wird bald vom hypnotischen Rhythmus der Sitar erotisch aufgeladen. Marta, die als Pianistin selbst Ehrengast ist, kann die Sinnlichkeit der anwesenden Paare nicht lange ertragen und flieht panisch. Einer der jungen Männer versucht, sie zu belästigen, doch sie kann entkommen und rennt in ihr Zimmer, wo sie sich an eine schmerzhafte Episode eines traumatischen sexuellen Erlebnisses aus ihrer Jugend erinnert. Am nächsten Tag streifte Valentina mit der Kamera in der Hand über das Gelände und hielt idyllische Bilder des Bauernhofs fest, bis sie schließlich Marta und Pierre beim Küssen im Bild hatte. Pierre hatte derweil tatsächlich alles versucht, Marta zu verführen, in der Hoffnung, sich selbst davon zu überzeugen, dass seine schöne Cousine gar nicht so prüde war, wie sie vorgab, und dass sie sich vielleicht sogar zu ihm hingezogen fühlte. Doch dieses freizügige Spiel gefiel Valentina überhaupt nicht. Am Abend brach ein Anfall von Eifersucht los, Beleidigungen flogen hin und her, und Pierre, betrunken, flüchtete zu der kleinen Wassermühle am anderen Ende des Grundstücks – einem alten, verlassenen Gebäude mit einer morschen, gefährlichen Holztreppe, die er und Valentina einige Tage zuvor besucht hatten. Am Morgen wird die Tragödie entdeckt. Valentina liegt tot da....




Es war wohl ein Unfall, aber warum kommt der Kommissar (Renato di Carmine) immer wieder vorbei. Sehr gelungen ist die atmosphärische Machart des Films, die lange offen lässt, was in dieser Nacht tatsächlich passiert ist. Man ist nur sicher, dass aus Marta und Pierre ein Liebespaar wurde. Marta ist dem skrupellosen Schwager sogar verfallen. 



Bewertung: 7 von 10 Punkten., 

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