Freitag, 14. Dezember 2018

The First Purge

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie. Gerard McMurray
 
Beim ersten Mal tuts noch weh...
 
Der dystopische Horror, den die "Purge" Filme als Grundidee entwerfen ist eigentlich genial. Dennoch ist bislang keiner der vier Purge Movies ein echtes Meisterwerk geworden. Am ehesten hat sicherlich der 2013 gedrehte Erstling "The Purge - Die Säuberung" von James DelMonaco hohes Kultpotential und erweist sich vielleicht in der nahen Zukunft bereits als echter Klassiker des Genres, auch wenn vielleicht die Nachfolgefilme mehr Purge und mehr Action liefern. Aber an den ersten Film erinnert man sich vor allem durch die gutbetuchte Familie, die dann plötzlich ins Fadenkreuz ebenso wohlhabender junger Säuberer geraten. Der Grund befindet sich im Haus: Ein dunkelhäutiger Mann, auf den die Jagd eröffnet wurde. "Purge" hatte diesen gesellschaftskritischen Unterton und optisch wirkten die potentiellen Killer vor dem Haus wie die Auferstehung der Manson-Familie.
89 Millionen Dollar spielte der Film weltweit ein und ließ bis dato 3 Fortsetzungen folgen, die allesamt gute Kinoerfolge werden konnten.
Regisseur James DelMonaco drehte auch "The Purge - Anarchy" und "The Purge - Election Day". Für "The First Purge" schrieb er lediglich das Drehbuch, die Regie überließ er diesmal Gerard McMurray.
Die Geschichte spielt noch vor den Ereignissen des 1. Teils, der die erste landesweite Säuberung zum Thema hatte. In "The First Purge" wird der Probelauf gezeigt, der auf Staten Island ablaufen soll.
Also dort wo sehr viele dunkelhäutige Menschen leben. Dort will die neue amerikanische Regierung (weder Demokraten, noch Republikaner) beweisen, dass eine Säuberung diese reinigende Wirkung haben wird. Sozial Schwache werden beseitigt - die Wohlstandsbürger sollen möglichst in Vielzahl die Rolle der Vollstrecker übernehmen. Das wirkt zusätzlich noch wie ein kathartischer Effekt. Was will man mehr ?
Zumindest gibts aber im betreffenden Stadtbezirk Proteste. Auch die junge Nya (Lex Scott Davies) ergreift das Wort, aber die Sache ist natürlich schon beschlossen. Der von der Regierung ernannte Generalstabschef Arlo Sabian (Patch Darragh) berichtet bereits live im TV über die kommende Nacht. Als Stargast ist die Macherin des "Purge" Dr. Updale (Marisa Tomei) dabei, die ihre Idee mit vielen PRO  Argumenten für die Zuschauer verteidigt. Nya hat einen Bruder, der Isaiah (Joivan Wade) heißt und eine Wut auf den Psychopathen Skeletor (Rotimi Paul) hat. Entgegen der Anweisung seiner älteren Schwester geht er in der Purge Nacht nicht ins sichere Manhattan, sondern er bleibt vor Ort und wartet auf die Purge. Gangsterboss Dmitri (Y´lan Noel) wohnt auch auf Staten Island, er ist mit seiner Gang gut gerüstet auf dieses bescheuerte Event und lässt sich vorerst nicht davon beindrucken, dass dort bald zur Jagd beblasen wird. Tatsächlich hält sich die Lust am Säubern in Grenzen, doch die Regierenden haben für dieses Problem bereits mit Killerkommandos vorgesorgt...




Vielleicht sogar der politisch auffälligste Teil der Reihe, aber gerade deshalb vielleicht mehr gewollt statt gekonnt. Durch die black Gang wird das Ganze zu sehr in einen rassistischen Kontext gesetzt. So werden die Kriminellen der Gang zu den Guten, die Bösen haben allerdings wenig Profil, wenn man mal vom Psycho absieht, der immer wieder im Laufe der Geschichte auftaucht. Es fehlt das Gesicht des Mobs, auch der zynische Unterton ist reduziert. Mit 136 Millionen Dollar Einspiel liegt Teil 4 inzwischen auf Platz 1 im Purge Ranking - mir haben aber alle drei Vorgänger mehr imponiert. Ist etwa die Luft schon draußen ?




Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

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