Dienstag, 25. Dezember 2018

The Girl with all the Gifts

























Regie: Colm McCarthy

Das hybride Mädchen der zweiten Generation...

Allein schon wegen seinem überraschenden wie verstörendem Ende ist "The Girl with all the gifts" von Colm McCarthy einer der besten Zombiefilme, die nach den großen Klassikern von George A. Romero entstanden. Ein Horrorbeitrag aus dem Vereinigten Königreich, genauso wie Danny Boyles "28 Days later", dem vielleicht besten Zombiefilm der letzten Jahrzehnte.
Hauptfigur dieser düsteren, fast auswegslosen Dystopie in einer postapokalyptischen Welt ist das Mädchen Melanie, klasse gespielt von der jungen Sennia Annua, die unterstützt von einem sehr guten Ensemble, den Film beinahe mühelos allein trägt.
In einer nahen Zukunft wurde der große Teil der Menschheit von einer mysteriösen Pilzkrankheit (einer Mutation von Ophiocordyceps unilateralis) heimgesucht. Dabei verwandeln sich die Menschen in schnelle, geistlose Fleischfresser - Filmkenner wissen sofort, dass es sich um die good old Zomibies handelt - die von den letzten überlebenden Menschen als "Hungries" bezeichnet werden. Immerhin arbeitet aber die angesehene Wissenschaftlerin Dr. Caroline Caldwell (Glenn Glose) an einem wirksamen Impstoff und sie glaubt, dass sie nahe dran ist an einem Durchbruch. Auf einer Militärbasis betreibt sie ihre Forschungen, dort sind auch hybride Kinder der zweiten Generation untergebracht. Kinder, die ebenso süchtig nach Menschenfleisch sind, aber noch eine Fähigkeit zum Denken und Lernen haben. Eine Gruppe von Soldaten unter der Leitung von Sergeant Eddie Parks (Paddy Considine) sichert ab, dass die in Zellen eingesperrten Kinder nicht entkommen und auch am Rollstuhl angekettet, Sicherheitsvorrichtungen im Gesicht zum Unterricht der Lehrerin Helen Justineau (Gemma Atherton) gefahren werden. Interessanterweise hat diese Pilzinfektion das Gehirn der Kinder nicht zerstört, sondern es hat deren Intelligenz verstärkt. Sämtliche Kinder entstammen von schwangeren Frauen, die infiziert wurden - im Mutterleib mutierten sie und fraßen sich von innen nach außen. Für die Wissenschaft sind diese Kinder die einzige Möglichkeit die Menschheit zu retten. Denn man hat schon die nächste Entwicklungsstufe der Hungries entdeckt. Der Pilz hat sich inzwischen so weit ausgeprägt, dass sich der Wirt mit anderen Wirten kollektiv vereinigt in Form einer riesigen Pflanzen mit tausenden von Sporen. Sollte sich diese Art durch Luftübertragung entfalten können, was sehr wahrscheinlich ist, dann bedeutet dies das Ende der Spezies Mensch.
Für die Wissenschaftlerin ist die kleine Melanie (Senna Manua) das optimale Wesen für ihre Experimente. Doch in dem Moment als sie das kleine Mädchen für den Impfstoff opfern will, wird die Militärbasis von den Zombies überrannt. Die Assistenzärztin (Anamaria Marinca) wird gebissen und wird zum Zombie. Auch die Soldatin Devani (Dominique Tipper) wird Opfer der Invasion. Nur die Lehrerin, die Wissenschaftlerin, der Sergeant, Melanie (mit Beißschutzmaske) und Private Kieran (Fisayo Akinade) können entkommen. Sie müssen sich mit einem fast tankleeren Wagen nach London durchschlagen. Dort ist die Chance gegeben auf eine weitere Menschenfestung zu stossen. Aber dort gibt es auch tausende von Untoten...





Mit sehr viel Gespür für eine auswegslose Situation und für eine erdrückende Atmosphäre hat Regisseur Colm McCarthy seinen Film inszeniert, der auf dem gleichnamigen Roman von Mike Carey basiert, der auch das Drehbuch zum Film schrieb.
Auch die Filmmusik unterstützt die Stimmung des Films perfekt. Sie wurde von dem Chilenen Cristobal Tabia de Veer komponiert. Schon das geheimnisvolle Eröffnungslied des Soundtracks geht unter die Haut, es hört sich an wie der Obertongesang der Inuit.
Auch wenn die Action nicht zu kurz kommt und es einige megaspannende Szenen gibt, ist die Charakterzeichnung der Figuren sehr gelungen.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

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