Sonntag, 19. März 2017

Dune - der Wüstenplanet

























Regie: David Lynch

Verschwörungen im Weltraum...

David Lynch gilt als Meister filmischer Albträume - seine Werke sind surreal, verstörend, surrealistisch und wenden sich an das Unbewusste im Zuschauer. Dieser typische Stil setzte sich vor allem ab "Blue Velvet" immer mehr durch. Seine vorherigen Filme waren noch nicht so einheitlich. Expermimentell war "Eraserhead" und der Nachfolgefilme "Der Elefantenmensch" etablierte ihn auch im Mainstream-Kino. Durch den Ausstieg von Ridley Scott kam David Lynch schließlich zu seinem nächsten Projekt. Dino de Laurentis kontaktierte ihn für die Adaption des Weltraum-Romans "Dune" von Frank Herbert. Lynch verfasste mehrere Drehbücher für dieses ambitionierte Projekt, aber erst seine 7. Drehbuchversion wurde dann auch akzeptiiert. Die Kosten waren sehr hoch und beliefen sich auf 52 Millionen Dollar. Es sollte ein Monumentalfilm mit langer Laufzeit werden, doch die Produzenten bestimmten, dass das Material auf 2 Stunden zusammengeschnitten werden musste. So gab Lynch auch einmal zu, dass er "Dune" nicht im Griff hatte. Er machte den Film für die Produzenten, aber nicht für sich selbst. Es war unvermeidbar, dass "Dune" bei der Kritik ein echter Mißerfolg wurde. Für den Zuschauer zu sehen ist das vielleicht, dass der Film je mehr er sich zu seinem Höhepunkt bewegt, desto mehr verzettelt sich auch die Handlung. Dabei ist besonders die erste Stunde dieser aussergewöhnlichen Science Fiction Oper atmosphärisch brillant gestaltet. Dies ist schon in der ersten sehr bekannten Szene des Films zu sehen. Da hat sich Lynch entschieden die Einleitung von Prinzessin Irulan (Virginia Madsen), der Tochter des Imperators Shaddam IV. (Jose Ferrer) erzählen zu lassen. Lynch setzt da auf die Mystik der Geschichte, der Zuschauer hört die inneren Monologe der Protagonisten und sieht wie diese Figuren von Träumen und Visionen geplagt werden. Mit dem jungen Paul Atrreides (Kyle McLachlan) kommt eine Art Messiasfigur ins Spiel. Es ist das Jahr 10191 - die Menschheit hat inzwischen das Weltall besiedelt. Vier Planeten stehen im Verdacht an einer Verschwörung beteiligt zu sein: Arrakis oder "Dune - der Wüstenplanet" ist der einzige Planet des Universums auf dem das "Spice" existiert. Das "Spice" ist eine bewusstseinserweiternde Droge, mit der es möglich ist, durch pure Gedankenkraft sofort in jeden Teil des Universums zu reisen. Das Spice wird mit riesigen Erntemaschinen abgebaut, doch es ist ein gefährliches Unterfangen. Es gibt riesige Sandwürmer in dieser Wüste. Aber das Spice muss fließen...die Navigatoren der Raumfahrergilde brauchen sie für diese interstellare Raumfahrt mit Überlichtgeschwindigkeit. Wer das Spice hat, der regiert das Universum - Bewohner dieses begehrten Planeten sind die Fremen. Zweiter Planet im Verschwörungsverdacht ist der Giedi Prime, auf dem der böse Herrscher Vladimir Harkonnen (Kenneth McMillan) mit seinen fiesen Verwandten Rabban (Paul L. Smith) und Feyd (Sting) herrscht. Der dritte Planet ist Kaitan, Sitz des Imperators - er hat mit Harkonnen eine Allianz gegen den beliebten Herzog Leto Atreides (Jürgen Prochnow) geschmiedet, dem Herrscher des Planeten Caladan. Wie die Vertraute des Imperators, die ehrwürdige Mutter Gaius Helen Mohiam (Sian Philipps) gehört auch Letos Konkubine Jessica (Francesca Annis) dem Orden der Bene Gesserit Schwestern an. Gemeinsam hat das Paar einen Sohn namens Paul geboren, obwohl es ihr streng verboten war - sie hätte nur Töchter gebären dürfen. Dieser Paul könnte tatsächlich der kommende "Kwisatz haderach" sein, vom dem die Prophezeiungen erzählen. Harkonnen gelingt es, Letos Leibarzt Dr. Wellington Yueh (Dean Stockwell) zum Verräter zu machen. Letos Tod ist damit besiegelt. Doch noch mehr wird auch Paul nach dem Leben getrachtet..




Geplant waren noch weitere Teile des ausufernden Romans, aber durch den finanziellen Mißerfolg kam es leider nicht mehr dazu. So ist "Dune" in seiner 80er Jahre genauso unfertig und gescheitert wie der erste Versuch Tolkiens "Herr der Ringe" zu verfilmen. Die Zeichentrickversion von Ralph Bakshi kam als unvollendete Geschichte in die Kinos. Kameramann Freddie Francis hat natürlich tolle Bilder dazu geschaffen, dies verleiht der etwas wirren Weltraumoper einiges an Faszination. Auch die Musik von Toto und Brian Eno ist opulent und unterstützt manch eine grandiose Szene. Besonders geheimnisvoll wirken die Mächte der Bene Gesserit Hexen. Viele bekannte Schauspieler wie Max von Sydow,  Everett McGill, Brad Dourif, Patrick Stewart, Linda Hunt, Silvana Mangano oder Sean Young sind in kleinen Nebenrollen zu sehen. Interessant auch Bezüge zur heutigen Welt. Spice als Treibstoff für das gesamte Transportsystem der Zukunft erinnert immer mal wieder an unser Erdöd aus den Wüstengebieten des Nahen Ostens.





Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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