Regie: Yorgos Lanthimos
Entstehung und Vernichtung von Bienenvölkern....
"Bugonia" bezeichnete in der Antike, besonders in Griechenland, die Vorstellung, dass aus einem verwesenden Körper ein Bienenvolk entstehen würde. Angesichts dieser vermutlich eher sagenhaften als realen Vorstellung passt es ausgesprochen gut, dass der gleichnamige Filme des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos mit Aufnahmen von Bienen beginnt, über ihre Bedeutung für die Landwirtschaft und nicht zuletzt für den Fortbestand der Menschheit. Der Film ist anstrengend, bis zum wirklichen Höhepunkte eher spröde, aber auch äusserst interessant. An der Kasse war das Ergebnis eher enttäuschend, denn die Einnahmen des Films mit rund 43 Millionen Dollar haben nicht die hohen Budgetkosten gedeckt. Dennoch waren die Kritiker voll des Lobes und so errang "Bugonia" bei der Vergabe des europäischen Filmpreises insgesamt 6 Nominierungen - eine davon (Torsten Witte für das beste Makeup) wurde als Sieger gefeiert. Großes Lob auch für die beiden Hauptdarsteller Jesse Plemons und Emma Stone, die beide eine Golden Globe Nominierungen bekamen sowie für Aidan Delbis, der den Danny, den zurückgebliebenen Cousin von Verschwörungstheoretiker Teddy (Plemons) spielt. Teddy und Danny sind beste Freunde und leben in einem abgelegenen Haus, wo sich vor allem Teddy seinen teilweise absurden Phantasien hingibt und ganz nebenbei noch als Imker tätig ist. Teddys Plan ist es die bekannte Michelle Fuller (Emma Stone) zu entführen, die Chefin des bedeutenden Pharmaunternehmens Auxolith ist. Teddy arbeitet auch in der Firma als Verpackungskraft und er macht seine Chefin für den Zustand seiner Mom verantwortlich, die aufgrund einer Medikamenteneinnahme einer klinischen Studie nun im Koma liegt. Teddy ist felsenfest davon überzeugt, dass Michelle Fuller nicht einfach nur eine verantwortungslose Unternehmerin ist, der das wirtschaftliche Wohl ihrer Aktionäre weit mehr bedeutet als die Gesundheit durchschnittlicher Mensche. Teddy ist sich sicher, dass Michelle Fuller einer bösartigen ausserirdischen Species angehört, er nennt diese Species Andromedaner, von denen er glaubt, dass sie das Ziel haben, die baldige Ausrottung der wichtigen Bienenvölker vorzunehmen. Dann wäre der Weg frei für die völlige Unterwerfung der Menschheit. Die Entführung gelingt schließlich und wer den koreanischen film "Save the Green Planet" kennt, der wird wissen auf welchen Plot die Geschichte bald zusteuert. "Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass Sie nicht hinter Dir her sind" hieß es schon in Mike Nichols Antikriegsfilm "Catch 22" und der Reiz des Film liegt darin, dass alles darauf hinausläuft, dass Teddy schwer krank und schwer traumatisiert ist und sich in seiner Psychose kaum eines besseren Belehren lässt. Aber....vielleicht...gibt es wirklich Aliens, die uns steuern ???? Fast wie ein Kammerspiel entwickelt sich im Keller ein Duell zwischen Teddy und Michelle, bei dem zwei auf den ersten Blick wenig sympathische Figuren aufeinandertreffen. Jemanden zu entführen, wirkt dabei ebenso wenig akzeptabel wie ein geldgieriges Unternehmen zu führen, der Glaube, es mit einem Alien, genauer gesagt einem Vertreter des Planeten Andromeda, zu tun zu haben, ebenso absurd wie zu denken, dass die Pharmaindustrie allein das Interesse der Patienten im Sinn hat. Natürlich wird die Situation bald eskalieren...
Der Regisseur erweist sich einmal mehr als zynischer Beobachter der menschlichen Natur und ihrer Abgründe. Die Auflösung ist logisch durchdacht und sollte zu denken geben, selbst wenn haarsträubende Absurdität das Thema der Geschichte darstellt. Vier Oscarnominierungen sollen auch nicht unerwähnt bleiben: Bester Film, Emma Stone als beste Darstellerin, Will Tracy für sein Drehbuch sowie kerskin Fendrix für die Filmmusik.
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.















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