Dienstag, 17. Februar 2026

Arachnophobia










Regie: Frank Marshall

Tödliche Spinnen...

Als Regisseur drehte Frank Marshall die Filme "Arachnophobia", "Überleben" und "Congo". Er feierte aber als Produzent, Produktions- oder Herstellungsleiter mit Blockbustern wie "Paper Moon", "Jäger des verlorenen Schatzes", "Poltergeist", "Farbe Lila", "Reich der Sonne", "Roger Rabbit", "Sixth Sense", "Bourne Trilogie" oder die "Jurassic World Filme" noch größere Erfolge.  "Arachnophobia" aus dem Jahr 1990 gilt jedoch bei vielen Horrorfans als einer der besten Spinennhorrorfilme überhaupt. Mit Budgetkosten von etwas mehr als 20 Millionen Dollar wurden auch ca. 53 Millionen Dollar eingespielt.  Auf einem venezolanischen Tepui fängt der britische Entomologe James Atherton (Julian Sands) zwei Exemplare einer aggressiven, neu entdeckten Spinnenart prähistorischen Ursprungs. Die Spinnen besitzen keine Geschlechtsorgane, was darauf hindeutet, dass sie als Arbeiter oder Soldaten in einem Nest leben (untypisch für Spinnen). Ein fortpflanzungsfähiges Männchen derselben Art beißt den bettlägerigen amerikanischen Naturfotografen Jerry Manley (Mark L. Taylor), der daraufhin einen schweren Krampfanfall erleidet und stirbt. Der Wissenschaftler schickt Manleys Leichnam zurück in seine Heimatstadt Canaima, Kalifornien, ohne zu ahnen, dass die Spinne in den Sarg gekrochen ist. Manleys ausgetrockneter Körper erreicht das Bestattungsinstitut des Bestatters Irv Kendall (Roy Brocksmith). Die Spinne entkommt dem Sarg, wird von einer Krähe aufgepickt und beißt den Vogel. Die Krähe fällt tot vor der Scheune von Ross Jennings (Jeff Daniels) zu Boden, einem Hausarzt, der von San Francisco hierhergezogen ist, um die Praxis des pensionierten Stadtarztes zu übernehmen. Ross und sein Sohn leiden beide unter Arachnophobie. Nachdem der betagte Stadtarzt Sam Metcalf (Henry Jones) mit dem Ruhestand zögert, hat Ross kaum noch Patienten. In der Scheune der Jennings paart sich eine Venezolanerinspinne mit einer Hausspinne. Die Hausspinne bringt mit dem tödlichen Biss ihres Vaters Hunderte unfruchtbarer Nachkommen zur Welt, die das Nest verlassen, nachdem sie ihre Mutter gefressen haben. Ross' erste Patientin, Margaret Hollins (Mary Carver), stirbt nach dem Biss einer der neuen Spinnen, und er zweifelt an Metcalfs Diagnose eines Herzinfarkts. Kurz nachdem Ross eine routinemäßige Mannschaftsuntersuchung durchgeführt hat, tötet ein anderes Spinnentier den Highschool-Footballspieler Todd Miller, was ihm den Spitznamen „Dr. Tod“ einbringt. Das nächste Opfer ist Metcalf selbst, der gebissen wird und vor den Augen seiner Frau stirbt. Nach Metcalfs Tod wird Ross Stadtarzt von Canaima. Da er weiß, dass Metcalf von einer Spinne gebissen wurde und Spuren eines unbekannten Giftstoffs in seinem Körper nachgewiesen wurden, vermutet er, dass die Stadt von tödlichen Spinnen heimgesucht wird. Aber nur seine Frau (Harley Jane Kozak) glaubt ihm zunächst...






Als Kammerjäger ist John Goodman zu sehen, Brian McNamara spielt den Assistenten v on Dr. Atherton. Es gibt einige Schockmomente, denn die Spinnen kommen immer überraschend - etweder in der Dusche oder von der Decke. In den besten Momenten erinnert der Tierhorrorfilm an Hollywoods klassische Monsterfilme, lediglich der Showdown wirkt dann zu aufgesetzt, denn plötzlich tauchen überall Spinnen auf und der Mediziner mit der Spinnenphobie hat alle Hände voll zu tun der Seuche Einhalt zu bieten. Für "Arachnophobie" gabs einen Saturn Award als bester Horrorfilm des Jahres.





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Dracula - Die Auferstehung (Luc Besson)










Regie: Luc Besson

Der Fluch der Unsterblichkeit...

Das Boxoffice Ergebnis von "Dracula - Die Auferstehung" war mit etwas mehr als 35 Millionen Dollar eher ernüchternd, da das Budget für den Film deutlich höher war. Man erinnert sich bei Luc Bessons Version auch sehr an "Bram Stokers Dracula" von Francis Ford Coppola, der bei vielen Kritikern als beste Adaption des Romans von Bram Stoker angesehen wird. Überzeugend war die Vorstellung von Bela Lugosi in den 30er Jahren und Christopher Lee begeisterte mit seiner Interpretation des Obervampirs in seinen vielen Hammer Filmen bis heute die Filmfans aus aller Welt. Auch Frank Langella fand seine Anhänger, Gary Oldman in Coppolas Version war ebenfalls eine Bereicherung für die Freunde des Vampirfilms. Auch wenn Max Streck, Klaus Kinski und Bill Skarsgaard den Grafen Orlok spielten, so ist diese Figur doch enorm mit Dracula verwandt, da sich auch diese Verfilmungen stark an dem Dracula Roman von Bram Stoker orientierten. In Luc Bessons Film spielt Caleb Landry Jones den Prinz Vlad, der sich von der Kirche abwendet und er ist in dieser Rolle sehr überzeugend. Dieser Prinz Wladimir von der Walachei wendet sich nach dem Tod seiner Frau Elisabeta (Zoe Bleu Sidel, ebenfalls sehr überzeugend in ihrer Doppelrolle) in einer Schlacht gegen die Osmanen von Gott ab und wird zu Dracula. Jahrhundertelang versucht Dracula, die Reinkarnation seiner Frau zu finden. Er erschafft vampirische Gehilfen, die ihm bei der Suche helfen sollen, und entwickelt ein Parfüm, das Frauen anlocken soll. Vierhundert Jahre später, im Jahr 1889, entdeckt Dracula während der Verhandlungen über ein Immobiliengeschäft mit dem Pariser Anwalt Jonathan Harker (Ewens Abid) dass Harkers Verlobte Mina (Zoe Bleu Sidel) die gesuchte Reinkarnation ist. Nachdem er Harker mit seinen Gargoyles-Gefolgsleuten in seinem Schloss gefangen hält, stärkt sich Dracula mit dem Blut von Nonnen und reist rechtzeitig zum hundertjährigen Jubiläum der Französischen Revolution nach Paris. Mithilfe von Maria (einer seiner vampirischen Anhängerinnen, gespielt von Matilda de Angelis) spürt Dracula Mina auf. Er beschließt, das Parfüm zu zerstören, doch sein Versuch, Minas Erinnerungen an ihr früheres Leben als Elisabeta auf natürliche Weise zu erwecken, scheitert. Schließlich bringt er sie zurück in die Walachei, wo sie ihn anfleht, sie in einen Vampir zu verwandeln, damit sie ewig an seiner Seite leben kann. Harker entkommt und sucht einen okkulten Priester (Christoph Waltz), einen Arzt (Guillome de Tonqudec) und dessem jungen Gehilfen (Raphael Luce) auf, die eine Untersuchung durchführen, um Dracula zu finden und zu töten. Sie belagern Draculas Schloss. Während der Schlacht stellt sich der Priester Dracula entgegen und mahnt ihn zur Umkehr, da er Mina sonst der ewigen Verdammnis ausliefern würde. Dracula lässt sich vom Priester pfählen und zerfällt in Minas Armen, nachdem er ihr seine Liebe gestanden hat...










Luc Besson wählt eindringliche Bilder, die Optik und die Ausstattung sind gut gelungen. Für die Kameraarbeit war Colin Wandersman zuständig. Es herrscht ein ähnlich markanter Stil vor wie auch bei Robert Eggers Neuverfilmung von "Nosferatu". Die besten Szenen hat tatsächlich Caleb Landry Jones, der unter der verrunzelten Maske und einer dicken Make Up Schicht Schmerz und Trauer sichtbar macht. Eher übertrieben sind die extremen sexuellen Gelüste, die eine Vampir-Adeptin an den Tag legt - das ist schon sexualisiertes Overacting und sehr unpassend. Das wirkt aufgesetzt und dies trifft für manch andere Szene zu. Immerhin bereichert Luc Besson durch eigene Ideen, wie beispielsweise den fast schon putzigen Mini-Gargoyles, seine Version und entfernt sich manchmal vom Vorbild, das Coppola jahrzehnte zuvor schuf. Der stellenweise uneinheitliche Tonfall hindert den Film vielleicht daran, genreprägende Größe zu erreichen. Christoph Waltz von vielen Kritikern gelobt, halte ich jedoch für eine echte Fehlbesetzung. Er wirkt mir zu wenig echt mit seiner Ironie und dem offensichtlichen Augenzwinkern, die seine Figur inne hat. 










Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Freitag, 13. Februar 2026

Cuckoo









Regie: Tilman Singer 

Grusel in den Alpen...

In der Zeit der Weimarer Republik waren deutsche Horrorfilme wie "Der Golem" (Paul Wegener und Carl Boese), "Das Cabinett des Dr. Caligari (Robert Wiene), "Nosferatu" (Friedrich Wilhelm Murnau) oder "Vampyr - Der Traum des Allan Gray"  (Carl Theodor Dreyer) das Maß aller Dinge. in der Zeit des Nationalsozialismus gab es einen Bruch dieser Tradition und auch der neue deutsche Film tat sich in den 60er und 70er Jahre schwer dieses Genrekino wieder erfolgreich zu beleben. Es gibt aber in neuerer Zeit viel Hoffnung, wenn man an sehr gelungene Filme wie  "Tatoo" (Robert Schwentke), "Hell" (Tim Fehlbaum), "Der Nachtmahr" (Akiz), "Der goldene Handschuh" (Fatih Akin), "Wir sind die Nacht" (Dennis Gansel), Anatomie (Stefan Ruzowski),  "Antikörper" (Christian Alvart), "Laurin"(Robert Sigl) oder "Heilstätten" (Michael David Pates) denkt. "Cuckoo" ist ein Film des deutschen Regisseurs Tilman Singer und ist eine Coproduktion mit den USA. Er spielte weltweit ca. 7 Millionen Dollar ein und ist - was die Geschichte und auch den Inszenierungsstil anbelangt - ein recht originelles und eigenständiges Werk.  Nach dem Tod ihrer Mutter zieht die trauernde Teenagerin Gretchen (Hunter Schafer, die sehr überzeugend ist und den Film trägt)  mit ihrem Vater Luis (Marton Csokas), ihrer Stiefmutter Beth (Jessica Henwick) und ihrer stummen Halbschwester Alma (Mila Lieu) in einen Ferienort in den bayerischen Alpen. Die Familie hilft dort beim Bau eines neuen Hotels auf dem Gelände einer heruntergekommenen Berghütte, die dem geheimnisvollen Herrn König (Dan Stevens) gehört. Dieser bietet Gretchen einen Job an der Rezeption an, um ihr die Eingewöhnung zu erleichtern. Schon bald nach ihrer Ankunft geschehen seltsame Dinge. Gretchen beobachtet mehrere weibliche Gäste, die sich übergeben, Alma erleidet Anfälle, ausgelöst durch einen mysteriösen, hallenden Schrei, und Gretchen hat eine furchterregende Begegnung mit einer vermummten Frau (Kalin Morrow), als sie eines Abends mit dem Fahrrad nach Hause fährt. Die Polizei tut den Vorfall jedoch als Streich ab....






Unter der einfallsreichen Regie von Tilman Singer und mit viel Charisma von Hunter Schafer und Dan Stevens in den Hauptrollen ist "Cuckoo" ein irrer Horrorfilm, der sich manchmal nicht mehr im positiven Bereich des Verrückten bewegt. In diesen Momenten ist die gesamte Handlung zu  verworren und die Geschichte gibt einem das Gefühl, dass man nun völlig den Faden verlieren könnte. Das größte Schwäche des ambitionierten Horrorfilms ist, dass er sich nicht zu einem B-Movie entwickelt, was ihm durchaus gelegen hätte. Er nimmt sich manchmal zu ernst.






Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Dangerous Animals










Regie: Greg Byrne

Das gefährlichste Raubtier von Allen...

Kritiker sahen in dem Überlebenshorrorfilm "Dangerous Animals" eine Mischung aus "The Shallows" von Jaume Collet Sera, in dem ein Hai Jagd auf eine Frau macht und "Wolf Creek" von Greg McLean, der den Überlebenskampf einer Frau mit einem fiesen Serienkiller zeigt. "Wolf Creek" war ein Film aus Australien und "Dangerous Animals" von Regisseur Greg Byrne kommt ebenfalls aus dem fünften Kontinent.  Die Touristen Greg (Liam Greinke) und Heather (Ella Newton) besuchen Tucker’s Experience, eine Haikäfigattraktion, die vom exzentrischen Bootskapitän Tucker (Jai Courtney) betrieben wird. Während einer Fahrt aufs Meer erzählt Tucker, wie er als Kind einen Haiangriff überlebt hat, der ihn traumatisierte und seine Sicht auf diese Tiere veränderte. Nachdem die beiden an einem Käfigtauchgang teilgenommen haben, tötet Tucker plötzlich Greg und entführt Heather. An der Gold Coast hilft die amerikanische Vagabundin Zephyr (Hassie Harrison) widerwillig dem Immobilienmakler Moses (Josh Heuston), sein Auto zu starten. Die beiden freunden sich aufgrund ihrer gemeinsamen Leidenschaft fürs Surfen an und verbringen eine Nacht miteinander. Obwohl Moses hofft, dass sich aus ihrer Beziehung etwas Romantisches entwickelt, fährt Zephyr noch in derselben Nacht ohne ihn zum Surfen. Dort trifft sie auf Tucker, der sie brutal entführt. Moses kommt am nächsten Morgen zum Surfspot, findet aber keine Spur von Zephyr. Am darauffolgenden Tag wird Zephyrs Van abgeschleppt, was Moses misstrauisch macht, und er beginnt, nach ihr zu suchen. Zephyr erwacht angekettet an ein Bett in einem Zimmer, in dem auch Heather gefangen gehalten wird. Oben angekommen, stellt sich heraus, dass Tucker sie auf seinem Boot gefangen hält. Zephyr entdeckt, dass er dasselbe mit anderen Frauen getan hat und scheitert bei ihrem Versuch, das Schloss ihrer Handschellen zu knacken. In der Nacht betäubt Tucker Zephyr und Heather, und die beiden erwachen an Deck. Zephyr ist an einen Stuhl gefesselt und muss hilflos mit ansehen, wie Heather an einem Gurtzeug in die Luft gehoben und über das Wasser gehalten wird, das von Haien bevölkert ist, die mit Ködern angelockt wurden. Tucker stellt eine alte VHS-Kamera auf, um zu filmen, wie Heather ins Wasser hinabgelassen und von Haien verschlungen wird. Es stellt sich heraus, dass Tucker ein Serienmörder ist, der dies bereits mehreren Touristinnen angetan hat...








Eine fast auswegslose Situation, wenn da nicht die Phantasie des Drehbuchschreibers Nick Lepard wäre, der immer wieder neue Überraschungsmomente beisteuert. Leider sind sie nicht immer logisch und sie schmälern ein bisschen an diesem an sich recht spannenden Film. Deutsche Fernsehzuschauer älteren Jahrgangs werden bei der Darstellung von Jai Courtney vielleicht an den "Seewolf" Raimund Harmsdorf erinnert werden. Er macht die Sache gut, aber gelegentlich geht seine Darstellung etwas zu sehr ins Overacting. Mit 9 Millionen Dollar Einspielergebnis war der 2 Millionen Dollar teure Tierhorrorschocker ein guter Erfolg. Zumal mit "Dangerous Animals" nicht unbedingt der riesige Hai gemeint ist, der um das potentielle Opfer im Wasser herumschwimmt. Gemeint ist natürlich der Mensch, das gefährlichste Raubtier von allen. 






Bewertung: 7 von 10 Punkten.