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Freitag, 3. April 2020

Scary Stories to tell in the Dark

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Andre Ovredal

Das Gruselbuch von Sarah Bellows...
 
Der norwegische Regisseur Andre Ovredal landete mit dem Found Footage Horrormovie "Trollhunter" im Jahr 2010 einen kleinen Genrehit. Es folgte "The Autopsie of Jane Doe" mit Brian Cox und Emile Hirsch, der bei Horrorfans ebenfalls sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Mit "Scary Stories to tell in the Dark" und einem viel größeren Budget landete er erstmalig einen echten Kinohit. Das Box Office Ergebnis dieses Old School Horrormovies fiel mit 105 Millionen Dollar richtig gut aus. Der Film basiert auf der gleichnamigen Kinderbuchreihe von Alvin Schwartz und ist eine kanadische-amerikanische Coproduktion. Einer der Produzenten des Films ist Guillermo del Toro, der die guten alten Horrorschinken der 80s wieder aufleben lässt. Nach "Summer of 84" erneut ein Film der diesen Klassikern seinen Tribut zollt.
Die Macher legten sehr viel Wert darauf, dass Horrorelemente, Charaktere stimmten. Auch die Genauigkeit der Originalillustrationen von Stephen Gammell wurden sehr gelobt. Obwohl man bei den Monstern nun doch nicht ganz auf CGI Effekte verzichtet hat.
"Scary Movies to tell in the Dark" spielt an Halloween des Jahres 1968 in der Kleinstadt Mill Valley in Pennsylvania. Damit wurde sicherlich nach den unverwüstlichen "Halloween" Movies von John Carpenter und "Trick´r Treat" von Michael Dougherty ein weiterer Klassiker fürs TV-Nacht-Programm vom 31. Oktober auf den 1. November gefunden.
In dieser besagten Nacht wollen sich die Verlierer Stella Nicholis (Zoe Coletti), Auggie Hildebrandt (Gabriel Rush) und Chuck Steinberg (Austin Zajur) bei dem ungehobelten Flegel Tommy Milner (Austin Abrams) für sein Mobben rächen. Tommy und seine Bande haben vorher noch auf dem Feld eine Vogelscheuche mit dem Baseballschläger bearbeitet. Die Rache gelingt als Tommy mit seiner Gang und seiner neuen Flamme Ruth (Natalie Ganzhorn) in seinem Wagen vorbeifährt. Doch dann muss das Trio vor Tommys Vergeltung fliehen. In einem Autokino verstecken sie sich im Wagen von Ramon Morales (Michael Garza). Den Neuen laden sie dann auch ein ein altes lokales Spukhaus zu besuchen, dass vor vielen vielen Jahren der wohlhabenden Familie Bellows gehörte. Dort soll der Geist von Sarah Bellows (Kathleen Pollard) nachts lebendig werden. Stella findet auch ein altes Buch von Sarah, in dem sie Geistergeschichten hineinschrieb. Sie nimmt das Buch mit...ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Denn nun werden von Geisterhand die noch leeren Seiten des Buches mit blutroter Farbe weitergeschrieben. Und diese Geschichten passieren auch. Als erster trifft es den Bösewicht Tommy, der von Vogelscheuche Harold (Mark Steger) mit der Heugabel traktiert wird. Doch das ist erst der Anfang von mehreren Geschichten, die Sarahs Geist schreibt...





Die Monster sind sehr gut gemacht. Schauspieler Mark Steger spielt auch die Pale Lady. Javier Botet ist als Big Toe Corpse zu sehen und bringt die Zuschauer zum Fürchten. Ausserdem kommt noch der Jangly Man (Troy James) zum Einsatz. Dabei halten sich Grusel und Horrospaß die Waage. Interessanterweise machte der Regisseur diesmal ein Mädchen - Stella - zur Chefin der Gruppe, die ansonsten nur noch aus Jungs besteht.






Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Mittwoch, 24. Juli 2019

The Unsaid

























Regie: Tom McLoughlin

Psychopathischer Teenager...

Mit dem 2001 gedrehten "The Unsaid" schuf Regisseur Tom McLoughlin einen Thriller, der leider nie besonders bekannt wurde. Obwohl er doch einige Vorzüge zu bieten hat.
Vor allem die Darstellerleistungen von Andy Garcia und Youngster Vincent Kartheiser sind sehr lobenswert, besonders letzter trägt diesen Film mühelos.
Sehr gut umgesetzt die Beziehung zwischen den Psychiater und seinem Patienten. Denn der Psychologe Michael Hunter (Andy Garcia) hat vor 3 Jahren seinen Sohn Kyle (Trevor Blumas) unter ganz tragischen Umständen verloren. Der Junge, der unter Depressionen litt, nutzte den Ausgang von Vater, Mutter (Chelsea Field) und Schwester Shelly (Linda Cardellini) um sich in der heimischen Garage zu suizidieren.
Die Mutter gab dem Vater die Schuld an Tod ihres Kindes, daher ging die Ehe auseinander. Die Tochter wohnt bei Mom, ist inzwischen flügge und hat auch nicht mehr so viel Zeit für ihren etwas runtergekommenen Dad.
Immerhin schreibt der inzwischen vollbärtige Mann noch Bücher und gibt Vorlesungen, Patienten behandelt er keine mehr.
Bis seine ehemalige Studentin Barbara Wagner (Teri Polo) ihn bittet sich den Jugendlichen Thomas Caffey (Vincent Kartheiser) anzuschauen, der hofft beim Erreichen seiner Volljährigkeit endlich die psychiatrischen Einrichtung, in der er lebt, verlassen zu können. Der Teeanger gilt immer noch als traumatsiert, denn er musste vor Jahren mitansehen, wie der Vater seine geliebte Mutter ermordet hat.
Schon beim ersten Treffen erinnert der freundliche, sensible Jugendlichen den Psychologen an den verstorbenen Sohn, die die Begegnungen sehr intensiv werden lassen. Schuldgefühle kommen in Michael Hunter hoch, dadurch bemerkt er nicht die subtile Manipulation, die in eine sehr gefährliche Richtung läuft...

 Ein guter Thriller, ein intensives Drama - lediglich der Schluß gleitet etwas zu arg in ein trügerisches HappyEnd ab. Hier wäre etwas weniger Dramatik besser gewesen und hätte den guten Film vielleicht noch zu einem kleinen Thriller-Highlight gemacht.
Trotzedem lohnt sich ein Blick auf "The Unsaid" und der interessanten Übertragung zwischen Arzt und Patient.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Dienstag, 25. Dezember 2018

Summer of 84

























Regie: Francois Simard, Anouk Whissell and Yoann Karl Whissell

Es war einmal vor langer Zeit im Sommer...

"Summer of 84" ist ein kanadischer Film des Regie Kollektivs RKSS: Francois Simard, Anouk Whissell und Yoann Karl Whissell. Der Film ist ein naher Verwandter von Filmen wie "Disturbia" von D. J. Caruso, den 80er Horrorbeiträgen "Die rabenschwarze Nacht" von Tom Holland, seinem Nachfolger "Mein Nachbar, der Vampir" von Tommy Lee Wallace oder dem 2011er Remake "Fright Night" von Craig Gillespie. Es ist sicherlich fast unnötig darauf hinzuweisen, dass diese Filme mit der neugierigen Hauptfigur, die den Nachbarn ausspioniert, alle irgendwie inspiriert sind von Hitchcocks "Fenster zum Hof". Dort hat der Fotojournalist Jeff Jeffries aufgrund seines Gipsbeines gerade mal sehr viel Zeit von seinem Fenster aus in die anderen Fenster seiner Nachbarn zu schauen. Natürlich entdeckt er dabei etwas, was ihn bald in Lebensgefahr bringen wird - er hat einen Mörder entdeckt. Ob Mörder, Vampir, Serienkiller...immer wenn man seine Nase zu sehr in fremde Angelegenheiten steckt, kann sich dies mehr als verhängnisvoll auswirken.
So auch in "Summer of 84" - aber dort wird auch noch eine Liebeserklärung an die 80er Jahre Filme wie "Die Goonies", "Fright Night", "Explorers" oder "Stand by me" sichtbar.
Die Geschichte spielt im Sommer 1984 in der Kleinstadt Cape May in Oregon. Die Stadt ist in Angst wegen einem Serienmörder, den man den "Cape May Slayer"nennt, schon 13 Jungen sind in den letzten Jahren einfach verschwunden. Aber auch Erwachsene Todesopfer rechnet man dem fiesen Killer zu.
Dort lebt auch der fünfzehnjährige Davey Armstrong (Graham Verhere), der mitten in der Pubertät steckt und Sohn eines Journalisten (Jason Gray Stanford) ist. Seine Freunde könnten unterschiedlicher nicht sein und entstammen natürlich den beliebten Besetzungsklischees der damaligen Zeit. Tommy "Eats" Eaton (Judah Lewis) ist der Draufgänger, Dale "Woody" Woodworth (Caleb Emery) ist der gutmütige dicke Boy und natürlich darf auch nicht der bebrillte Schlaumeier fehlen. Diesen Part deckt Cory Cruter-Andrew in der Rolle des intelligenten Curtis Farraday ab. Ein perfekt harmonierendes Quartett und alle Jungs schwärmen irgendwie für die hübsche gleichaltrige Nikki Kaszuba (Tiera Skovbye). Im Lauf der Handlung hat aber Davey dann doch die besten Chancen bei dem Mädchen. Doch viel Zeit zum Flirten erlaubt die gefährliche Verbrecherjagd nicht, die die vier Jungs irgendwann starten. Urheber ist natürlich Davey, der die Freunde zuerst mal überzeugen muss, dass er diesmal nicht einer kruden Verschwörungstherorie anheim gefallen ist. Davey ist sich nämlich sicher, dass der Nachbar - der ledige Polizist Wayne Mackay (Rich Sommer) ein Doppelleben als Serienkiller führt. Die Indizien sind zwar am Anfang etwas dürftig und im Laufe der Ermittlungen der Jungen gibts zwar Rückschläge, aber irgendwie verdichtet sich der Verdacht dann doch. Und nicht nur deshalb, weil schon wieder ein Junge (Harrison Houde) veschwindet...




Das Regiegespann hat gut daran getan, dass es sich viel Zeit genommen hat bei der Vorstellung ihrer Figuren. Alles wirkt dabei echt und erzählerisch stimmungsvoll. Auch wenn die vier Freunde auf den ersten Blick die absoluten Stereotypen abdecken, schaffen es die vier Jungschauspieler dennoch den Eindruck zu erwecken, dass sie echt sind. Echte Freunde, die dann auch bis zum Schluß zusammenhalten werden. Allerdings mussten ein, zwei Widerhaken her, damit die Zuschauer dem Sommer von 84 im Gedächtnis behalten werden. Und so geht das Regietrio am Ende ungewohnte, aber unvermeidbare Wege und gehen das Risiko von waghalsigen Wendungen ein. Dies glückt - denn bis dahin haben die Macher bereits ihre Zuschauer mit einer perfekten 80er Inszenierung gemütlich eingelullt, doch der finale Akt schaufelt ein dunkles Loch frei.



Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Freitag, 19. Juni 2015

Quija - Spiel nicht mit dem Teufel

























Regie: Stiles White

Böses Brett...

Bereits 1986 wurde mit "Witchbord - Die Hexenfalle" ein Horrorfilm produziert, bei dem ein Quija Brett die Handlung vorantrieb. Inzwischen scheinen diese Bretter, mit denen man Kontakte zu Geistern aufnehmen kann, wieder kinomässig hoch im Kurs.
Auch Erfolgsproduzent Michael Bay konnte da nicht Nein sagen. Seine Produktionsfirma Platinum Dunes, die er gemeinsam mit Andrew Form und Bradley Fuller führt, erwarb sich die Rechte an Hasbros Hexenbrettspiel Quija bereits im Mai 2008. Damals wollte man noch mit einem Megabudget zwischen 80 und 100 Millionen Dollar drehen, doch der exklusive Plan wurde auf Eis gelegt. Jahre später mit sparsam kalkulierten 5 Millionen konnte die Realisierung erfolgen. Das Ergebnis stimmt leider enttäuschend. Die Geschichte beginnt trotz altbekannter Zutaten und Zugeständnissen ans Teenie-Publikum doch recht vielversprechend, verliert sich aber am Ende etwas in kruden Drehbuchwendungen. Trotz einiger sehr gut gelungenen markanten Szenen kann das Gesamtergebnis bei "Quija - Spiel nicht mit dem Teufel" nicht begeistern.
Die Geschichte handelt von zwei besten Freundinnen, die bereits als kleine Mädels mit diesem Quija Brett spielten. Es gab drei Bedingungen, an die man sich zu halten hatte:
1. Niemals alleine spielen
2. Niemals auf einem Friedhof spielen
3. Das Spiel immer mit "Auf Wiedersehen beenden"
Jahre vergehen und nun sind aus Debbie (Shelley Henning) und Laine (Olivia Cooke) hübsche Teenager geworden, die natürlich auch schon beide einen Boyfriend haben. Debbie geht mit Pete (Douglas Smith) und Laine mit Trevor (Darren Kagasoff). Ausserdem gibts da noch eine dritte Freundin Isabelle (Bianca A. Santos) und Lains jüngere, etwas aufmümpfige Schwester Sarah (Ana Coto).
3 Wochen vor der Katastrophe fand Debbie im Elternhaus dieses Brett von damals wieder, sie spielte alleine damit und wird dann von einem Geist heimgesucht, der ihr befiehlt sich im Haus zu erhängen. Der Tod der besten Freundin löst beim Laine einen Schock aus und sie wil ergründen warum die lebenslustige Debbie diese Verzweiflungstat gemacht hat. Natürlich muss das Brett für eine Geisterbeschwörungssitzung herhalten. Und tatsächlich taucht ein Zeichen aus dem Jenseits auf. Ist es Debbie ?


Am Ende wird die Geschichte dann doch zu unlogisch und man merkt, dass die Macher einige Plots an den Mann bringen wollte. So wird eine Heiminsassin (Lyn Shaye) zur Schlüsselfigur, sie spielt die Schwester der kleinen Doris, die vermutlich von ihrer Mutter immer noch im Haus drangsaliiert wird. Doch Eile ist geboten. Die Kraft, die durch das Quija Spiel freigesetzt wurde, ist stark und...na klar, sie ist natürlich böse. Auf seinem Höhepunkt verschenkt der Film einiges an Atmosphäre, die kommt erst wieder mit dem genial gemachten Abspann. Hier deutet sich an wo Mangel herrschte: An Stimmung und Suspence. Zuviel wirkt wie schnell und lieblos heruntergekurbelt.


Bewertung: 5 von 10 Punkten.

Samstag, 25. April 2015

Found - Mein Bruder ist ein Serienkiller


























Regie: Scott Schirmer

Die Geschichte von Marty und Steve..

Der einzige Kritikpunkt, den man Scott Schirmers 2012 inszenierten "Found - Mein Bruder ist ein Serienkiller" machen könnte, ist vielleicht, dass man dem Horrorfilm in manchen Szenen das sehr geringe Budget ansieht, mit dem der Filmemacher zurecht kommen musste. Allerdings macht Scott Schirmer mit gutem Ideenreichtum und einer großen Eigenständigkeit diese kleine Schwäche wieder mehr als wett. So ist sein Film nicht nur ein sehr besondererer, bisweilen sehr sonderbarer Serienkillerfilm, sondern auch ein melancholischer Coming of Age Beitrag. Erzählt wird die Geschichte von Marty (Gavin Brown), der als Fünftklässler zwar immer gute Noten bekommt, aber bei seinen Mitschülern als "uncool" und zu schüchtern gilt. Durch sein Hobby "Comic" hat er immerhin mit David (Alex Konig) einen etwa gleichaltrigen Freund gefunden. Dieser will aber die Kameradschaft wieder lösen, da er nicht mit einem Mobbingopfer wie Marty zusammen sein will. Jungs wie Marcus (Edward Jackson) oder Trevor (Adrian Cox-Thurmond) attackieren den armen Marty nicht nur verbal, sondern auch körperlich. Um dem quälenden Alltag zu entgehen, flieht der gemobbte Junge in die Welt der Horrorfilme. Auch Mom (Phillis Munro) und Dad (Louie Lawless) haben wenig Verständnis für die Nöte des Teenagers. Bald wird aber sein Leben selbst in den reinsten Horrorfilm verwandelt: Marty findet im Zimmer seines großen Bruders Steve (Ethan Philbeck) einen Kopf. Dieser liegt in der Bowlingtasche und es wird nicht der einzige Kopf bleiben. Die abgetrennten Köpfe wechseln sich ab, meistens gehörten sie dunkelhäutigen Frauen - aber auch das Haupt eines weißen Mannes fand der kleine Marty. Keine Frage: Sein Bruder hat ein Doppelleben. Und es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis Steve merken wird, dass sein Doppelleben als fieser Killer entdeckt worden ist. Auch Marty selbst verändert sich in dieser Geschichte: Er wird den Platz des Opfers verlassen und versucht sich zur Wehr zu setzen. Als er tatsächlich schafft gegen einen Peiniger siegreich im Kampf zu sein, bekommt er Ärger mit der Mom und auch mit Pastor Don (Andy Alphonse). Auch Steve dreht auf. Er hat entschieden etwas dagegen, dass sein kleiner Bruder von seinen Mitschülern gequält wird...


"Found" zeigt auch in sehr gelungener Weise die emotionale Bindung der beiden Brüder.
Scott Schirmer dürfte selbst ein heißer Fan alter Horrorfilme aus dem VHS Fundus der 80er Jahre sein, denn die Familie leiht sich keine DVD aus, sondern die guten alten Cassetten für den Videoabend mit Freunden. Es ist nicht viel Blut zu sehen - ausser in der Sequenz dieses Videoabends, wo die beiden Freunde Marty und David die alte VHS-Cassette von "Headless" laufen lassen. Während David den richtigen Film sieht, läuft vor dem geistigen Auge Martys die gleiche Handlung - allerdings mit Hauptdarsteller Steve - ab. Dies alles wirkt in den besten Szenen verstörend und schockierend intensiv und spart auch nicht mit einer gewissen Gesellschaftskritik.
Ich fühlte mich etwas an "Henry - Portrait of a serial Killer" oder Romeros "Martin" erinnert. Schirmer inszenierte sehr stilsicher und ich war immer gut und vor allem nicht unintelligent unterhalten. Herznote von "Found" ist natürlich das Szenario eines in der Pubertät befindlichen Heranwachsenden. Man fühlt die Reize, die Marty durchlebt...das Verbotene und die Neugier. In dieser aufregenden Zeit ist es seine Aufgabe sich auch gegen seine Mitschüler zu behaupten. Doch er erfordert Mut sich den Rangeleien zu stellen. Marty ist zuerst mal introvertiert und flüchtet vor diesen Machtkämpfen. Die Newcomer Gavin Brown und Ethan Philbeck spielen sehr überzeugend.
Auch die blutige Titelsequenz im Comiclook weiß zu gefallen. Die größte Stärke des Films ist aber seine Loslösung von konventionellen Mustern und der Film, der auf einem Roman von Todd Rigney basiert, funktioniert sowohl als Jugenddrama als auch als Horrorbeitrag.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Donnerstag, 16. April 2015

All Cheerleaders die

























Regie: Lucky McKee und Chris Sivertson

Bitches and Dogs...

Obwohl das Cover der DVD es suggeriert, so ist der 2013 entstandene  “All Cheerleaders Die” von Lucky McKee und Chris Sivertson kein typischer Teenie-Slasher, in dem ein meuchelnderSchülerkiller sein Jagdrevier in einer High School oder einem College aufgeschlagen hat. Vielmehr ist es eine Art Hochglanz Remake des eigenen Films aus dem Jahr 2001, der damals mit ungleich niedrigerem Budget auskommen musste. Beide Regisseure sind inzwischen schon im Filmgeschäft etabliert - von Lucky McKee stammen sie sehr respektablen Horrorbeiiträge "May" (2002) und "The Woman" (2011). Chris Sivertson wurde bekannt durch "Jack Ketchums The Lost - Teenage Serial Killer", der inzwischen ein bisschen Kultstatus erlangt hat, kam aber auch schon in den zweifelhaften Ruf durch seine Auszeichnung als schlechtester Regisseur für "Ich weiß, wer mich getötet hat".   Die beiden Filmemacher haben einen recht mystischen Unterton gewählt, denn eine der Hauptfiguren ist eine Wicca-Hexe, die mittels eines Steinzaubers dafür sorgt, dass die fantasievolle Geschichte am Laufen gehalten wird. Leider ist der Film deutlich überzeichnet und dies wirkt auf die Dauer störend.
Die kühle Maddy Kilian (Caitlin Stasey) wird in einer Videoaufnahme gezeigt, die sie selbst gemacht hat. Sie will unbedingt ins Cheerleaderteam. Die suchen auch tatsächlich eine neue Bitch, denn ein Teammitglied kam uns Leben. Diese Alexis war die frühere Sandkastenfreundin von Alexis. Heute hängt sie viel mit ihrer hellsichtigen Freundin Leena Miller (Sianoa Smit-McPhee) ab, die von sich selbst behauptet eine Wicca Hexe zu sein. Zudem wird den beiden Mädchen eine lesbische Beziehung nachgesagt. Dieses Gerücht, in dem zwar viel Wahrheit steckt, wird von den "Bitches" (die Cheerleaders) und den "Dogs" (die Footballmannschaft) gestreut. Bei den Mädels hat die blonde Tracy Bingham (Brooke Butler) das Sagen, auch die Schwestern Hanna (Amanda Grace Cooper) und Martha Popkin (Reanin Johannink) sind beliebte Teammitglieder. Anführer der Jungs ist der attraktive Terry Stankus (Tom Williamson), in seiner Funktion als Chef des Footballteams hat er nicht nur seine Jungs (Chris Petrovski; Leigh Parker, Nicholas S. Morrison, Jordan Wilson) im Griff...er geht auch mit dem angesagtesten Mädchen...das ist natürlich Tracy. Keiner ahnt was vom perfiden Plan Maddys, die sich in die Clique einschleicht und böse Lügen über das Fremdgehen von Terry verbreitet. Tracy glaubt ihr und beginnt bei einer nächtlichen Party im Wald eine lesbische Affäre mit Maddy. In dieser Nacht kommt es zum großen Krach zwischen Jungs und Mädels mit dem Ergebnis, dass die wilde Autojagd in einer Katastrophe endet. Der Wagen der Cheerleaders rast die Böschung runter in den Fluß. Vier Mädchen ertrinken. Doch dank Wicca erweckt Leena das Leben der Girls, die plötzlich Blutdurst haben und bei hoher Erregung grün zu leuchten beginnen...


 daraus hätte man sicherlich mehr machen können. Der Film ist zwar einigermaßen unterhaltsam, wenn man keine große Ansprüche vorher hatte. Aber er bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, denn trotz der Gefahr in die Klischeefalle zu tappen wegen der üblichen Protagonisten einer Highschool...so richtige Begeisterung kommt nie auf.
Immerhin darf sich der Zuschauer freuen, der attraktive, athletische junge Frauen erwartet. Von Klischees überschüttet sind sie immer wieder ein häufig verwendeter Typus im amerkanischen Jugendfilm und besonders im Horrorgenre setzt man sie als gern gesehene Opfer und als Kanonenfutter für den Meuchelmörder ein. Hier in "All the Cheeleaders die" sind sie aber irgendwann nicht mehr Opfer, sondern mutieren zu bösen Täterinnen. Eine gute Szene dabei ist beispielsweise als eine leichtbekleidete Tracy zu Leenas Nachbar rüberläuft und im Beisein des verdutzten Mannes den Kühlschrank öffnet um "Kuhmilch" zu trinken. Sie hat starken Durst, bald wird sie bemerken, dass sie keine Milch sondern Blut braucht. Dann folgt im Showdown der Schlagabtausch zwischen Jungs und Mädels und auch untereinander wird gefightet...spannend wird es nie. Die Charakterzeichnung ist bei enigen Figuren gar nicht mal so schlecht (Tracy oder Terry), aber auch das alberne Finale bringt nicht das erhoffte Kultpotenital.


Bewertung: 5 von 10 Punkten.

Sonntag, 15. Februar 2015

Hüter der Erinnerung

























Regie: Phillip Noyce

Der Geber...

Nieder mit der Utopie, es leben die Dystopien...zumindest im Kino unseres Jahrzehnts. Eine Gesellschaft hat sich zum Negativen entwickelt. Die Autoren dieser Storys zeigen manchmal mit einem pessimistischen Zukunftsbild auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart. Dieser Staat der Zukunft ist dann höchstwahrscheinlich schon eine Diktatur geworden, geprägt durch den Untergang aus der Vergangenheit, den die Menschheit selbst verursacht hat. Die Regierung versucht diese neue Gesellschaft weitestgehend zu kontrollieren, sie am Denken zu hindert und verhindert die Freiheit von Informationen. Seit dem Megaerfolg von "Die Tribute von Panem" sprießen diese Filme wie Pilze aus der Erde und der Erfolg gibt Filmen wie "Die Bestimmung", "Maze Runner" oder "Hüter der Erinnerung" natürlich auch recht. Man nehme einfach ein paar attraktive Teenies und platziere sie in einen technisch und visuell stark gemachten Zukunfts-Themenpark.
Das Genre ist zwar schon uralt - wie Fritz Langs "Metropolis" aus dem Jahr 1925 beweist und brachte vor der Hinzunahme besonders jugendlicher Helden auch einige Meisterwerke hervor: Ich erinnere da an Truffaut "Fahrenheit 451", den düsteren George Lucas Film "THX 1138", Terry Giliams fiese Vision "Brazil" oder an "Battle Royale", dem bösartigen Vorbild der Panem-Storys aus Japan . Warum braucht die Science Fiction, der Dystopien Film nun diese Teenies ? Vermutlich weil seit dem Siegeszug mit "Twilight" und zwei jugendlichem Helden im Horrorgenre auch viel mehr Kohle gemacht wird als man vermutet hat.
Kritiker werden natürlich zu Recht bemerken, dass damit auch mit dem Genre eine gewisse Weichspülung einhergeht. Der Vampir verliert dadurch seine bissigen Zähne und erweist sich als blutleerer Sauger und schlapper Liebhaber. Übertragen heißt das auch für das Zukunftsszenario: Weniger Intensität, weniger Tiefgang - dafür aber eine gute Menge Mainstream mit dem ein eher düsteres Thema auch gewinnbringender verkauft werden kann.
Wie diese Filme in der Retrospektive eingeordnet werden wird die Zukunft zeigen. Haben sie gar auch das Zeug zu Klassikern ? Möglich wäre es natürlich. Denn in einigen Jahren sind sie selbst Kinogeschichte und repräsentieren mit ihrer Machart auch einen Zeitgeist, der dann Vergangenheit sein wird.
In "Hüter der Erinnerung" führte der Australier Philpp Noyce Regie, der bereits 1989 mit "Todesstille" auf sich aufmerksam machen konnte und sich in der Folge mit "Die Stunde der Patrioten" oder "Das Kartell" auch in den USA etablieren konnte. Jüngst inszenierte er Angelina Jolie als weibliche Bourne Ausgabe in "Salt". Die Form von "Hüter der Erinnerung" ist daher auch überzeugend und hat mit Brenton Thwaites einen der aufstrebenden Jungstars des zeitgenössischen Kinos an Bord. Der 26jährige Darsteller ist derzeit vollbeschäftigt mit "Oculus", "Maleficent" oder "The Signal". Bald startet auch "Son of a Gun".
In "Hüter der Erinnerung" spielt er den 16jährigen Jonas, der in einer scheinbar schönen neuen Welt lebt. Es gibt keine Kriege mehr, keine Armut und keine Gewalt. Aber um dieses zu halten sind die Menschen angehalten nach den Gesetzen der Ältesten (u.a. Meryl Streep) zu leben und dazu gehört die tägliche Einnahme von Medikamenten am Morgen, um den Tag zu bestreiten und vor allem um jedwede Gefühle zu ünterdrücken. Daher ist ein Begriff wie "Liebe" ebenso fremd wie "Hass". Ausserdem sehen die Menschen keine Farben. Daher ist diese Welt in schwarz-weiß. Alle tragen identische Kleidung, die Unterkünfte sind identisch. Kontrolle wird groß geschrieben. Jede Familie darf nur zwei Kinder haben.
Doch die Mütter und Väter sind nicht die leiblichen Eltern. Söhne und Töchter werden von Leihmüttern ausgetragen und einem Paar auf Antrag zugewiesen. Sobald sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, wird die Familie aufgelöst und die jungen Menschen erhalten eine vorgegebene Aufgabe in der Gesellschaft. Jonas ist befreundet mit Fiona (Odeya Rush) und Asher (Cameron Monagham). In einer Zeremonie wird bestimmt, dass Jonas aufgrund seiner Intelligenz, Rechtschaffenheit die aussergewöhnlichste Aufgabe zugeteilt bekommt. Denn als Hüter der Erinnerung ist er einzigartig und die Aufgabe ist es das gesamte Wissen der Menschheit stellvertretend zu verwalten. Nur dieser Hüter der Erinnerung hat Einblick in alles verloren Geglaubte und wird auch die Welt kennenlernen, die vor der Einführung der Gleichheit existent war.  Der noch amtierende Hüter (Jeff Bridges) wird zu seinem Geber, der die Aufgabe hat, sein Wissen an die nächste Generation - also an Jonas - weiterzugeben. Jonas ist fasziniert von dieser ihm unbekannten, aber auch gefährlichen Welt voller Liebe und auch Hass. Er lernt Schmerz und Freude kennen. Und dabei lässt er auch das morgendliche Medikament weg...


 Je mehr Jonas Erkenntnis gewinnt, desto mehr tauchen die Farben im Film auf. Ein einfacher, aber auch effektiver Kunstgriff in diesem optisch gut gemachten Science Fiction Film, der mit seinen 97 Minuten knackig kurz geraten ist und daher der Gefahr entgeht eine gewisse Trägheit zu erlangen, wie man sie bereits im 2. Teil der Panem Trilogie bemerkte. Natürlich ist die Message entwaffend einfach, aber Noyce hat das alles in überzeugende Bilder getaucht. Die Flucht mit einem kleinen Säugling, der vom System "getötet" werden soll" ist dann auch gleichzeitig Höhepunkt des Films und fügt Traum und Wirklichkeit zusammen. Denn Jonas hat von dieser Schlittenfahrt im Schnee schon einmal geträumt und das Haus, aus dem man ein Weihnachtslied hört, steht sinnbildlich für das wieder gefundene Zuhause.


 Bewertung: 7 von 10 Punkten.