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Montag, 30. Juni 2025

Speak no Evil


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: James Watkins

Kurzurlaub auf dem Bauernhof... 

Der britische Drehbuchautor und Regisseur James Watkins lieferte mit dem Schocker "Eden Lake" einen brutalen und spannenden Survival-Thriller ab. Es folgte "Die Frau in Schwarz" für die Hammer Productions. Nach "Bastille Days" drehte er fürs Fernsehen die Serie "McMafia". Mit "Speak no Evil", dem Remake des gleichnamigen dänischen Thrillers von Christian Tafdrup meldete er sich 2024 eindrucksvoll zurück. Die Handlung dreht sich um eine amerikanische Familie, die für ein Wochenende auf dem abgelegenen Bauernhof eines britischen Paares eingeladen wird. Die Gastgeber bringen ihre Gäste bald an ihre Grenzen, als die Situation eskaliert. Jason Blum ist mit Blumhouse Productions als Produzent tätig. „Speak No Evil“ feierte am 9. September 2024 im DGA Theater in New York City Premiere und kam am 13. September von Universal Pictures in die US-amerikanischen Kinos. Der Film erhielt positive Kritiken und spielte weltweit 77 Millionen US-Dollar bei einem Budget von 15 Millionen US-Dollar ein.Während eines Urlaubs in Italien lernen das amerikanische Paar Louise (MacKenzie Davis) und Ben Dalton (Scoot McNairy) und ihre vorpubertierende Tochter Agnes (Alix West Lefler) das freigeistige britische Paar Paddy (James McAvoy und Ciara (Aisling Franciosi) und deren Sohn Ant  (Dan Hough) kennen und freunden sich mit ihnen an. Wieder zu Hause angekommen, streiten sich Louise und Ben über seine Arbeitslosigkeit und ihre Untreue. Paddy und Ciara laden die Daltons zu ihrem abgelegenen Bauernhof in Devon ein. Die Familie beschließt zu fahren, in der Hoffnung, dass der Tapetenwechsel ihnen und Agnes guttun wird, die unter Angstzuständen leidet und an einem Stoffhasen namens Hoppy hängt. Auf dem Bauernhof angekommen, werden Louise, Ben und Agnes herzlich willkommen geheißen. Doch je mehr Zeit sie dort verbringen, desto mehr verunsichern sie die seltsamen Vorfälle und das passiv-aggressive Verhalten ihrer Gastgeber, die Grenzen überschreiten. Louise ist auch beunruhigt über Paddys und Ciaras aggressive Behandlung von Ant. Wie sie erfahren, wurde Ant mit einer genetischen Erkrankung geboren, die sich in einer kleineren Zunge und Aphasie äußerte, wodurch er nicht mit seiner Familie kommunizieren konnte. Eines Abends gehen die Erwachsenen essen und lassen Agnes und Ant in der Obhut eines Babysitters namens Muhjid zurück, was die Daltons verunsichert. Beim Versteckspiel mit Muhjid zeigt Ant Agnes Paddys Uhrensammlung und eine auf Dänisch verfasste Nachricht; Agnes kann ihn nicht verstehen. Beim Abendessen stellt Paddy Louises Vegetarismus in Frage und simuliert scherzhaft einen Geschlechtsakt mit Ciara, was die Gäste schockiert. Als Louise zurückkehrt, stellt sie fest, dass Agnes gezwungen wurde, das Bett mit den betrunkenen Paddy und Ciara zu teilen. Entsetzt flieht Louise mit ihrer Familie, wird aber von Agnes, die Hoppy zurückgelassen hat, zur Rückkehr gezwungen. Nachdem sie Hoppy zurückgeholt haben, entschuldigen sich Paddy und Ciara für ihr Verhalten und werfen den Daltons unterschwellig vor, sie zu verurteilen. Die Daltons beschließen zu bleiben, um den Frieden zu wahren, doch das seltsame, beunruhigende Verhalten setzt sich fort.... 







Der Film strahlt sehr bald eine beklemmende Grundatmosphäre aus, die er bis zum Schluß perfekt halten kann. Es ist eine permanente Bedrohungssituation zu spüren, McAvoys furchteinflößende und psychopathische Darbietung ist sehr gut gelungen - sicherlich eine der beeindruckendsten und gleichzeitig abstoßendsten Schauspielleistungen des Jahres. Der kleine Dan Hough wurde als bester Nachwuchsdarsteller bei den London British Circle Film Awards nominiert. 










Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 20. Februar 2020

Es Chapter 2


























Regie: Andres Muschietti

A Candy coloured Clown they called the Sandman...

Andres Muschiettis Fortsetzung von "Es" ist leider etwas enttäuschend, wenn man "Chapter 2" mit dem ersten Teil vergleicht. Möglicherweise liegt dies auch ein bisschen an der berühmten literarischen Vorlage von Stephen King begründet, in der auch die Sequenzen der Kindheit gruseliger ausfallen als der Endkampf 27 Jahre später nach dem ersten Ereignissen, mit denen der Club der Verlierer konfrontiert wird.
Die Kinderdarsteller waren Sophia Ellis, Jaeden Martell, Finn Wolfhard, Jeremy Ray Taylor, Jack Dylan Grazer, Wyatt Olef und Chosen Jacobs. Die sieben Kids machten ihre Sache super und "Es Teil 1" wurde so zum Erfolg. Ein phänomenales Einspielergebnis von ca. 700 Millionen Dollar wurde erreicht. Das beste Kassenergebnis eines Horrorfilms überhaupt. Diese Summe wurde mit der Fortsetzung nicht erreicht, aber immerhin spielte man 473 Millionen Dollar ein. Unter den Darstellern des Loser Clubs, die nun 27 Jahre älter geworden sind (also so um die 40 Jahre sind) konnte immerhin Jessica Chastain als Beverly Marsh verpflichtet werden. Sie spielte schon in Andre Muschiettis 2013er Horrorhit "Mama" mit. James McAvony ist Bill Denbrough, der damalige entschlossene Anführer der sieben Freunde. Bill verlor im Schicksalsjahr 1989 seinen kleinen Bruder Georgie an den bösen Clown Pennywise (Bill Skarsgard). Bill Hader spielt Richie Tozier, der vom Jungen mit der Brille zum erfolgreichen StandupComedian wurde und in Chicago wohnt. Alle - ausser Mike Hanlon (Isaiah Mustafa) haben dem unheimlichen Ort ihrer Kindheit den Rücken gekehrt und haben interessanterweise die damaligen Ereignisse verdrängt oder vergessen. Mike hat sich als einziger mit diesem Phänomen beschäftigt, dass seine Heimatstadt Derry immer wieder - alle 27 Jahre - heimsucht. Die Menschen werden böse und es verschwinden Kinder im Ort. Der als Kind dicke Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor) ist kaum wiederzuerkennen, er hat tüchtig abgespeckt und sieht attraktiv aus. Er lebt in New York als Architekt. Eddie Kaspbrak (James Ransoe) ist der Hypochonder von einst geblieben. Er ist inzwischen verheiratet und betätigt sich erfolgreich als Risikobewerter einer Versicherungsgesellschaft in New York. Fehlt nur noch Stanley Uris (Wyatt Oleff), doch der fehlt als Einziger nach der Einladung von Mike, der alle Anderen informierte mit "Kommt zurück". Denn damals gaben sich die Freunde das Versprechen wieder nach Derry zu kommen, falls "Es" wieder sein Unwesen treibt, denn an einer grässlichen Gewalttat von einigen homophoben Schlägern an einem jungen Schwulen war auch der böse Clown wieder beteiligt. So treffen sich die Freunde in Derry und nachdem sie von Mike von den Ereignissen informiert wurden, erfahren sie auch vom Tod von Stanley, der sich am Vortag in der Badewanne suizidierte. Sofort löst dies bei allen wieder die Angst von damals aus. Und aus der Angst der Mensch ernährt sich "Es"...



Das Buch gehört natürlich inzwischen zu den klassikern der Horrorliteratur und ist vielleicht das bekannteste Buch von Stephen King. Dementsprechend schwierig ist auch eine Verfilmung des üppigen, tausendseitigen Stoffes. Im Jahr 1990 wagte sich Regisseur Tommy Lee Wallace daran und sein Fernsehzweiteiler hatte eine Laufzeit von 192 Minuten. Muschiettis Zweiteiliger Kinohit toppt dies natürlich mit 305 Minuten Gesamtlaufzeit. Wobei Teil 2 in der Mitte des Films zu ausführlich und zu lange mit seinen Special Effects protzt, so dass für meine Begriffe die Atmosphäre darunter leidet. Wobei "Es 2" nun kein schlechter Film ist. Aber den Zauber des 1. Teils kann er nicht vermitteln. So war Teil 1 nicht nur Horror, sondern ein Stück weit Coming of Age mit der Botschaft, dass Aussenseiter und Verlierer dann stark sind, wenn sie gemeinsam agieren. Teil 2 liefert m.E. zu wenige gruslige Szenen, wobei zwei Szenen des Films extrem gut gelungen sind: Die eine Szene als Beverly die alte Mrs. Kersh (Joan Gregson) besucht und die andere findet in einem Spiegelsaal statt, wo sich Pennywise im Beisein von Bill ein Kind schnappt. 





Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Donnerstag, 12. September 2019

Glass

























Regie:  M. Night Shyamalan

Drei Superhelden in der Klapse...

Und plötzlich hat der in Indien geborene US-Regisseur M. Night Shyamalan eine Trilogie in seiner Filmographie. Seit seinem ersten Blockbuster "The Sixth Sense" mit einem der raffiniertesten Auflösung der jüngeren Filmgeschichte hat er sich einen Kultstatus erworben. Er konnte allerdings mit den wenigsten seiner Nachfolger die hohen Erwartungen erfüllen, die seine Fans an ihn stellten. Nach wie vor ist für mich persönlich "Unbreakable" sein eigentliches Meisterwerk und deshalb war ich auf die Fortsetzung "Glass" sehr gespannt. Vor allem darauf wie Shyamalan es schafft seinen 2017er Serienkillerfilm "Split" mit "Unbreakable" zu verbinden, damit daraus "Glass" wird.
Sofern man einen Zugang zu "Glass" findet und sich auf die etwas holprige Konstruktion einlässt, wird man aber gut unterhalten. Die weltweiten Einnahmen belaufen sich bisher auf 246,97 Millionen Dollar, in Deutschland kam der Film scheiterte der Film nur knapp an der 1-Millionen Zuschauergrenze im Kino und landete mit diesem sehr guten Ergebnis auf Platz 15 der Jahres Charts 2019.
Der Film zeigt natürlich wie es weitergeht mit dem gefährlichen Serienmörder Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) und seiner Horde. Der 27jährige ehemalige Angestellte des Zoologischen Gartens in Philadelphia hat 23 verschiedene Persönlichkeiten, deren Körperchemie sich mit jeder Persönlichkeit ändert und sich als Höhepunkt in einer 24. Person gipfelt: Einer Bestie, die besondere Fähigkeiten wie Kriechen an der Wand, stärkste Kraft, überaus hohe Geschwindkeit und Beweglichkeit sowie eine überdurchschnittliche Lebenserwartung. Alles in allem ist "Die Bestie" ein wilder Übermensch, der Menschen tötet und der mit diesen aussergewöhnlichen Fähigkeiten natürlich nicht nur Serienkiller ist, sondern auch als Superheld bezeichnet werden kann. Damit hat er einen ganz stark verwandtschaftlichen Bezug zu Superhirn Elijah Price (Samuel L. Jackson), dem Mr. Glass aus "Unbreakable". Der intelligente Massenmörder und Comicliebhaber hat mit seiner Osteogenesis Imperfecta Typ 1 (zu deutsch: Glasknochenkrankheit) zu tun und befindet sich derzeit in einer geschlossenen Einrichtung. Dort wird er von Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) betreut, die sich auf Größenwahn spezialisiert hat und Patienten behandelt, die davon überzeugt sind, dass sie übermenschliche Wesen sind. Auch sein Antagonist David Dunn (Bruce Willis) kommt in der Geschichte ins Spiel. Gemeinsam mit seinem Sohn Elijah (Spencer Treat Clark, der auch in "Unbreakable" dabei war), der seinen Dad nach wie vor als Superheld ansieht, ist er auf Verbrecherjagd und folglich auch hinter Crumb her, der wieder ein paar junge Mädchen entführt hat. Er kann ihn aufspüren, doch dann erfolgt auch schon der Zugriff eines Spezialkommandos und sowohl Killer Crumb als auch der Selbstjustiz ausübende Jäger Dunn werden gefangen genommen.
Damit sind alle drei am selben Ort. Zu dem illustren Kreis gesellt sich auch die 17jährige Casey Cooke (Anya Taylor-Joy), die in der Gewalt von Crumb war, aber von ihm laufengelassen wurde. Damit erfüllt sich alle Voraussetzungen eine sonderbare Beziehung zu ihm zu haben. Auch Mutter Price (Charlayne Woodard) darf nicht fehlen. Sie kümmerte sich immer schon um ihren Sohn und hat in ihm schon immer etwas ganz Besonderes gesehen. Klar, dass diese Zusammenkunft dieser drei "Superhelden" nicht gut gehen kann...



Der Film spielt 19 Jahre nach dem Zugunglück, das David Dunn als Einziger überleben konnte und drei Wochen nach dem Vorfall in "Spilt".  Und am Ende darf natürlich ein Überraschungsplot nicht fehlen. Dabei spielt auch eine Geheimorganisation eine Rolle, die seit 10.000 Jahren existiert und bisher erfolgreich verhindert hat, dass die Menschheit von der Existenz von "Superhelden" erfährt. Alles in Allem hört sich die Geschichte natürlich reichlich konstruiert hat, aber dies tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch. Vielleicht fehlt ein bisschen das "Herzstück" in "Glass. Bei "Unbreakable" war es die Vater-Sohn Beziehung der Dunns, die die Spannung zusätzlich mit Gefühl steigerte. Dieser emotionale Anker wird in dieser Fortsetzung etwas vernachlässigt, aber dafür darf sich Samuel L. Jackson wieder gehörig auftrumpfen. Er ist es auch, der am Ende der Magie und der Phantasie zum Sieg gegen die Realität verhilft.




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.