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Samstag, 25. Dezember 2021

The Reckoning


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Neil Marshall
 
Hexenjagd...
 
Der britische Filmregisseur Neil Marshall debütierte aussichtsreich mit dem Werworf-Film "Dog Soldiers" und bereits sein zweiter Film bestätigte diese Hoffnungen. "The Descent", die klaustrophobische Reise einer Höhlenexpedion einiger Extremsportlerinnen, wurde sehr schnell zu einem Klassiker des neuen Horrorfilms. Auch seine Verbeugung an den Sandalenfilm "Centurion" war durchweg gelungen. Leider wurde es nach diesen Filmen sehr still um ihn, Marshall war aber nicht untätig, sondern arbeitete fürs Fernsehen. Erst 2019 meldete er sich mit "Hellboy - Call of Darkness" beim Kinopublikum zurück. Ein Jahr später entstand "The Reckoning" - eine Art Auferstehung des Hexenjägerfilms, der in den 60er und 70er Jahre sehr beliebt war. Filme wie "Hexen bis aufs Blut gequält" von Adrian Hoven, "Die Hexenjagd" von Otokar Vavra oder "In den Krallen des Hexenjägers" von Piers Haggard liefen damals in den Kinos. Die beste Arbeit dieser Gattung lieferte der Brite Michael Reeves mit "Der Hexenjäger" ab. In diesem Horrorklassiker aus dem Jahr 1971 brilliert Vincent Price als Inquisitor Matthew Hopkins, der tatsächlich (von 1620 bis 1647) lebte.
"Reckoning" erinnert an diese Filme. Die Geschichte spielt im Jahr 1965. England wird von der Pest heimgesucht und die Hexenverfolgungen sind in vollem Gange. Der junge Farmer Joe (Joe Anderson) lebt mit seiner Frau Grace (Charlotte Kirk) auf einer gepachteten Farm. Die beiden haben eine kleine Tochter und das Landleben erfüllt das Paar mit einer großen Zufriedenheit. Doch es ist sehr schwer in diesen Zeiten das Geld für die jährliche Pacht aufzubringen. Squire Pendleton (Steven Waddington) begeht die schöne Grace und er würde dem Paar auch finanziell entgegenkommen, wenn Grace ihm gewisse Wünsche erfüllt. Bei einem Ritt in die Stadt infiziert sich Joe im Wirtshaus bei einem Pestkranken. Die ersten Anzeichen der tödlichen Ansteckung machen sich bereits zuhause bemerkbar. Da Joe Frau und Tochter nicht anstecken möchte, wählt er den Freitot und erhängt sich. Grace findet ihren toten Mann und begräbt ihn auf der Farm. Sein Tod wird zum Tagesgespräch im Ort und Pendleton wittert nun seine Chance bei Grace zu landen. Doch diese gibt ihm nicht nur einen Korb, sondern verjagt ihm mit Waffengewalt von der Farm, als er versucht sie zu vergewaltigen. Doch Pendleton schwört Rache und schwärzt Grace als Hexe an. Es dauert nicht lange und der berüchtigte Hexenjäger Moorcroft (Sean Pertwee) und dessen Foltergehilfin Ursula (Suzanne Magowan) sind vor Ort...




In Visionen wird Grace von Lucifer, gespielt von Ian Whyte, versucht. Aber immerhin findet die Frau einige Gehilfen wie den jungen Edwin (Callum Golden) und auch ihre beste Freundin Kate (Sarah Lambie) hält fest zu ihr. Marshall zeigt drastische Folterszenen und einige unappetitliche Tote. Zum einen blutspuckende Pestopfer, aber auch zertrümmerte Menschenschädel nach einem Unfall mit der Kutsche. Insgesamt ist "Reckoning" ein pessimistischer Film, der seinen Vorbildern sehr nahe kommt.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Freitag, 23. November 2012

The Descent






















Regie: Neil Marshall

Extremsport mal anders...

 Neil Marshall gilt seit seinen beiden Schockern "Dog Soldiers" und "The Descent" als DIE neue britische Hoffnung im Horrorgenre. Er schreibt auch die Drehbücher zu seinen Filmen.
Und mit "The Descent" ist ihm ein äussert spannendes Survival-Movie gelungen.
Der Film zeigt abenteuerlustige Freundinnen, die sich einmal im Jahr den ultimativen Kick in ihrer Leidenschaft für den adrenalinfördernden Extremsport gönnen. Auf der Rückfahrt von einer erfolgreichen und begeisterten Raftingtour kommt es zu einem Autounfall. Während Sarah (Shauna Macdonald) die Katastrophe überlebt, sterben sowohl ihr Ehemann als auch ihre kleine Tochter.
Ein Jahr später finden sie wieder zusammen, es sind inzwischen sechs Frauen. Unter der Leitung von Juno (Natalie Jackson Mendoza) treffen sie sich an einem abgelegenen Gebirgszug der amerikanischen Appachlachen, um dort ein verzweigtes Höhlensystem zu erforschen.
Die Höhle erweist sich als geheimnisvoll und spröde. Die unterirdischen Gänge und Tunnel sind eng, ein Vortasten ist nur langsam möglich - macht aber so lange Spaß, bis der bereits gegangene Weg durch einen herabstürzenden Felsen versperrt wird. Als sich auch noch herausstellt, dass Juno sich selbstherrlich und ohne Wissen der Anderen eine völlig unbekannte Höhle zum Wandern ausgesucht hat, geht es plötzlich ums nackte Überleben und um die Suche nach einem zweiten Ausgang. Es ist dunkel, weiterhin eng - Angst, Misstrauen und Klaustrophobie breitet sich aus.
Dies führt trotz Erschöpfung zu viel Geschrei unter den Frauen und als wenn sie nicht schon genug Probleme hätten, müssen sie bald feststellen, dass sie nicht alleine in dem Höhlensystem sind...
Sieht man von den etwas unnötigen Nebenhandlungen und der eher blassen Figurenzeichnung ab hat "The Descent" alle Zutaten für einen echten Gruselschocker-Klassiker, vor allem ab dem Zeitpunkt, wenn die Paranoia "Allein, allein" zum echten Horror "ich hab jemanden gesehen" wird und der Film in diesem Hauptteil alle Register zieht und wirklich alptraumahfte Schauwerte zeigt.
An zwei Stellen in diesem Hauptteil muss die FSK 16 Fassung wohl gekürzt sein, zumindest wirken diese beide Schnitte etwas abrupt.


Der Film ist aber in dieser wohl um 2 Minuten entschärften Fassung schon sehr heftig.
In Punkto Spannung eine echte Empfehlung...


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

Donnerstag, 22. November 2012

Doomsday

 


















Regie: Neil Marshall

Besuchen sie das jüngste Gericht im Schottlandpark

 Schottland wird von einem tödlichen neuen Virus, The Reaper, heimgesucht. Ein aggressiver Krankmacher, der in kurzer Zeit Hunderttausende von Menschen befällt und tötet. Die britische Regierung entscheidet in diesem Ausnahmezustand eine riesige Sperrzone, eine Mauer, zu errichten, um eine Pandemie zu verhindern. Das Ziel ist es, die eh schon verloren angesehene schottische Bevölkerung zu isolieren, dabei werden Infizierte und Nichtinfizierte, also ganz Schottland vom Rest der Welt abgetrennt. Eine vom Militär bewachte Sperrzone sichert das Gebiet, wer versucht das Gebiet zu verlassen, wird erschossen. Es komt auch keiner mehr rein. Der Film beginnt am Tag X, man schreibt 2008, und zeigt Bilder von der Trennung, die Revolte der Flüchtigen wird blutig niedergeschlagen.
Viele Jahre später scheint die Katastrophe und auch Schottland vergessen. Gibt es noch Überlebende jenseits der Mauern und Sicherheitsschleusen in Glasgow oder Edinburgh ? Wenn ja, dann will es keiner wissen. Im Jahr 2035 taucht aber unerwartet ein neuer Fall einer Infektion, mitten im dicht besiedelten London, auf. Die toughe Elitesoldatin Eden Sinclair (Rhona Mitra), die damals am Tag X von ihrer Mutter getrennt wurde und noch in die Sicherheit gelangte, wird von den höchsten Regierungskreisen beauftragt, heimlich mit einem Team aus Wissenschaftlern und Soldaten ins Sperrgebiet einzudringen und dort einen Dr. Kanes (Roddy McDowell) zu finden, bei dem ein Impfstoff vermutet wird. So erfährt die junge Frau, dass es Überlebende gibt, was aber der Restwelt verschwiegen wird.
Die Mission "Snake Plissken" beginnt und die Kämpfer haben wahlweise die Möglichkeit auf dem inzwischen zum Abenteuerspielplatz mutierten Schottland entweder "Mad Max Trilogie", "I am Legend" oder "King Arthur" Kampfplätze zu wählen...


 So sehr Neil Marshall mich mit "The Descent", einer Mischung aus Klaustrophobie-Horror und Terrorkino auch überzeugte, im Falle von "Doomsday" enttäuscht er mich.
Der Film ist zwar irre knallig inszeniert - auf Hochgeschwindigkeitsniveau visualisierte Action und Wahnwitz, aber durch die Vielzahl der Stile, die anderen Filmen entnommen wurden und als Einheit funktionieren sollen, wirkt der Film einfach wie "zuviel des Guten". Zudem passen die Stile nicht wirklich zusammen, nach meiner Meinung.
Grundidee ist klasse und ich hab auch nichts gegen Hommagen an die alten Filme von Carpenter oder George Miller. Aber Marshall hat leider hier kein gutes Gespür für eine einheitliche Ästethik. Denn die Vielzahl der nicht zueinander passenden Sequenzen, dazu das Ignorieren von Logik, lassen den Film wirklich nur noch als "Disney FSK 18" durchgehen. Kindergeburtstag für Erwachsene...noch dazu sehen zumindest 2 Szenen aus, wie wenn sie stümperhaft geschnitten wären.

Bewertung: 5,5 von 10 Punkten

Dog Soldier



























Regie: Neil Marshall

In den  schottischen Wäldern

Private Cooper (Kevin McKidd) wollte eigentlich zur Spezialeinheit des Captain Ryan (Lyam Cunningham), aber als er den Befehl erhält einen Hund ohne Grund zu erschiessen, sagt er Nein. Er fällt durch.
Einige Zeit später: Ein historischer Tag im Vereinigten Königreich, weil das WM-Qualifikationsspiel zwischen England und Deutschland stattfindet.
Doch die Army ist unerbittlich: Die Militärübung im Hochland Schottlands hat Vorrang, die Sergeant Wells (Sean Pertwee) und seine Männer, zu denen auch Cooper gehört, absolvieren müssen. Abgesetzt per Helicopter in eine raue Wildnis, wo weit und breit keine Menschenseele haust. Ziel ist es die feindlichen Übungstruppen, die ebenfalls in der Wildnis rumschleichen, auszuschalten.
Am Lagerfeuer das übliche Jägerlatein, in dieser Gegend soll es immer wieder vorgekommen sein, dass Touristen oder Wanderer verschwanden und nie aufgefunden wurden. Höchstens Blutspuren waren auffindbar, die Behörden gehen von einem irren Killer aus, der hier sein Unwesen treibt.
Die lockere Stimmung am Lagerfeuer findet ein jähes Ende, als eine zerfleischte Kuh wie vom Himmel herunterfällt und wenig später Überreste der gegnerischen Einheit gefunden werden. Der einzhige Überlebende, ein schwerverletzter Captain Ryan.
Beim Verlassen des Lagers wird die Einheit von unbekannten wolfsähnlichen Kreaturen angegriffen. Sofort geht es um Leben und Tod. Der Gegner ist stark und die Soldaten stehen auf dem Speiseplan der dort hausenden Werwölfe...

"Dog Soldiers", der Horror aus den schottischen Highlands ist das äusserst erfolgreiche Filmdebüt des Briten Neil Marshall (The Descent, Doomsday). Mit einem sehr kleinen Budget kreierte er eine Mischung aus Survival/Splatter und wohltuend altmodischen Horrorzutaten. So sind seine Kreaturen nicht computeranimiert, was viele Genrefreude kritisiert haben, ich jedoch als grossen Vorteil des Films betrachte. Die Wölfe wirken dadurch menschlich, ohne an Schrecken zu verlieren.
Es geht auch recht blutig zu, viel Gedärm und durchbissene Hälse...also nichts für schwache Nerven. Das ist aber nicht die Hauptstärke des Films. Neil Marshall schafft es wie auch in seinem Nachfolgefilm "The Descent" eine bedrohliche Atmosphäre auf begrenzten Raum zu schaffen. Denn irgendwann verschanzen sich die Soldaten in dem einzigen Haus weit und breit. "Dog Soldiers" ist ein dreckiger, aber effektiver Werwolfschocker, der zwar stellenweise konventionell, aber durchweg spannend inszeniert wurde...eine Art Predator ohne Predator, dafür mit reichlich Werwölfen

Bewertung: 9 von 10 Punkten