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Dienstag, 17. Februar 2026

Stephen King Stark - The Dark Half


























Regie: George A. Romero 

Der Zwillingsbruder...

Der "Castle Rock Zyklus" bezeichnet die Zusammenhänge mehrerer Romane und Kurzgeschichten von Stephen King, die allesamt in der fiktiven Kleinstadt Castle Rock spielen. Die im US-Bundesstaat Maine gelegene Stadt ersann der bekannte Horrorschriftsteller für sein ehrgeizigstes Projekt. Zu diesem Zyklus gehören Romane wie "Die Leiche" (Stand by me), "Dead Zone", "Cujo", "Stark", "Needful Things" und "Der Nebel".
"Stark" heißt im Original "The Dark Half" und wurde 1993 von "Zombie" Schöpfer George A. Romero verfilmt. Der Autor anspruchsvoller Romane, Thad Beaumont (Timothy Hutton), ist vor allem für seine Bestseller-Krimis unter dem Pseudonym „George Stark“ bekannt. Beaumont möchte den Namen Stark ablegen und bestattet ihn symbolisch in einem Scheingrab.
Doch Stark ist auf mysteriöse Weise wiedergeboren und terrorisiert Beaumonts Familie und Freunde, nachdem er aus dem Grab gestiegen ist. Er tötet den Fotografen Homer Gamache (Glenn Colerider) und stiehlt dessen Truck. Anschließend ermordet er Beaumonts Lektor, seinen Agenten und dessen Ex-Frau. Auch Fred Clawson (Robert Joy), der Beaumont erpressen wollte, weil er angeblich ein Betrüger sei und keine Bücher unter falschem Namen hätte schreiben dürfen, wird von ihm getötet. Stark tötet außerdem mindestens einen Hotelangestellten und mehrere Polizisten (zwei NYPD-Beamte, die eines seiner Opfer bewachten, zwei NYPD-Techniker, die bei einer Bombenattacke Starks ums Leben kommen, die einen weiteren Polizisten tötet und dessen Partner taub macht, sowie zwei Sheriffs-Deputies in Maine).
Als die Polizei Thad des Mordes an Gamache verdächtigt, versucht er Sheriff Alan Pangborn (Michael Rooker) aus Castle Rock, Maine, von seiner Unschuld zu überzeugen. Nachdem eine Fahndung nach Clawson, der des Mordes an Gamache beschuldigt wird, eingeleitet wurde, findet die New Yorker Polizei ihn kastriert und mit aufgeschlitzter Kehle vor. Sie finden eine mit Clawsons Blut geschriebene Nachricht an der Wand: „Die Spatzen fliegen wieder.“ Thad beginnt zu glauben, dass er eine telepathische Verbindung zum Mörder haben könnte.
In seinem Büro erhält Thad Nachrichten von Stark und macht sich Sorgen um das nächste Opfer. Er und seine Familie (seine Frau wird von Amy Madigan gespielt und das Paar hat zwei Kinder - Zwillinge)  bekommen Drohanrufe von Stark. Pangborn hält die Anrufe zunächst für einen Scherz von Thad, bis Stark beschreibt, wie er Thads Familie umbringen will, was Pangborn zutiefst beunruhigt.
Die Staatspolizei findet Homer Gamaches Truck, an dem sich Thads Fingerabdrücke befinden. Aus irgendeinem Grund will Stark in der realen Welt leben, nachdem er bisher nur in einer Reihe von Thads Bestsellern aufgetaucht ist. Thad schreibt weiter, doch er ist nicht der Einzige, der etwas Merkwürdiges vermutet: Sheriff Pangborn hegt denselben Verdacht und ermittelt weiter. Thad beginnt zu begreifen, dass Stark sein parasitärer Zwillingsbruder ist, der bei der „Geburt“ gestorben ist.
Thads Mutter hatte ihm nie von dem Zwilling erzählt, und er wusste nichts davon, bis ihm ein Arzt vor Ort mitteilte, dass Stark ein zweieiiger Zwilling war, der in Thads Gehirn lebte. (Eine Szene zu Beginn des Films zeigt einen sich entwickelnden Fötus in Beaumonts Gehirn.) Stark taucht auf, tötet den Arzt und schiebt Thad die Schuld in die Schuhe. Thads Lehrerkollegin Reggie (Julie Harris) erkennt, dass Stark eine von Thads Büchern kontrollierte Entität ist und dass Stark alles tun wird, um Thad aufzuhalten. Stark entführt Thads Frau Liz und seine Kinder und schlägt Thad einen Handel vor: Er soll ein Buch fertigstellen, das Stark in der realen Welt zeigt, oder er wird seine Familie töten.
Während des Schreibens bemerkt Thad, dass Stark sich durch seine Schriften heilt. Starks Zustand hatte sich verschlechtert, da Thad keine Bücher mehr schrieb und seine Krankheit absorbierte. Es kommt zum Kampf zwischen Thad und Stark, der damit endet, dass Thad Stark mit einem Bleistift in den Hals sticht. Sheriff Pangborn trifft ein und befreit Liz, die berichtet, dass Thad und Stark oben sind. Ein riesiger Schwarm Spatzen erscheint auf einen Vogelruf hin, den Thads Freund und Kollege Rawlie ihm beigebracht hat, und zerreißt Stark, um ihn ins Totenreich zu entführen. Die Spatzen sind Boten des Todes, die Seelen einsammeln und sie zu ihrem endgültigen Bestimmungsort bringen. Thad und Liz werden verschont und sehen zusammen mit Pangborn zu, wie die Spatzen in der Nacht verschwinden...








Bis zu einem gewissen Punkt ist die Geschichte sehr interessant und spannend, am Ende bleibt sie aber zu verworren, eine realistische Erklärung bleibt aus. Wer wird nun am Ende für die vielen Morde verantwortlich gemacht ? Die wenig zufriedenstellende Existenz von Stark bleibt ein Rätsel.  Es ist kaum vorstellbar, dass die Ermittler der Mordfälle oder ein Richter diese übernatürliche Begebenheit glauben. Dieses Ende ist die Schwäche eines ansonsten gut gemachten Horrorfilms, in dem Timothy Hutton auch die Rolle der lebendig gewordenen Romanfigur George Stark verkörpert. 





Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Ich seh Ich seh

























Regie: Veronika Franz/Severin Fiala

Die fremde Mutter....

Österreich macht zwar wenige Horrorfilme. Aber viele dieser wenigen Filme sind sehr gut. So auch der Alpen-Slasher "In drei Tagen bist du tot" von Andreas Prochaska, der so erfolgreich war, dass er eine Fortsetzung bekam. Auch Jessica Hausners geheimnisvolles "Hotel" aus dem Jahr 2004 hat sehr beeindruckt. Mit dieser sehr subtilen Machart lässt sich auch "Ich seh Ich seh" von Veronika Franz und Severin Fiala vergleichen. Produziert wurde der eigenwillige Psychoschocker von Ulrich Seidl (Regisseur von "Import/Esport" oder "Hundstage").
"ich seh ich seh" setzt vor allem auf eine cichte Atmosphäre und auf seine bedrückende und meditative Machart. So sieht der Zuschauer auch zuerst eine Zeitlang nur idyllische Bilder. Die Zwilligen Elias (Elias Schwarz) und Lukas (Lukas Schwarz) spielen im Garten vor einem abgelegenen, idylischen Haus am Waldrand. Sie genießen das schöne Sommerwetter und ihre Freiheit. Gemeinsam durchstreifen sie den ganzen Wald, baden in einem See und laufen durchs meterhohe Maisfeld. Als sie vor dem Haus eine kleine Höhle betreten werden diese schönen Bilder von einer bedrohlich wirkenden Musik begleitet. Der Zuschauer spürt, dass da etwas gefährliches in dieser Idylle lauert. Aber was ist es ? Jedenfalls wird die Mutter (Susanne Wuest) als dritte Person dazukommen. Sie muss im Krankenhaus gewesen sein. Die Jungs können die Ankunft der geliebten Mama kaum erwarten. Als der Krankenwagen vor dem Haus hält, steigt eine Frau mit einbandagiertem Gesicht aus. Die ehemalige Fernsehmoderatorin verbirgt nach einem Unfall ihr Gesicht unter dicken Binden. Die Zwillinge erkennen ihre Mutter nicht wieder. Diese strenge Frau, die da im Haus die Kontrolle übernimmt, kann doch unmöglich die liebe Mutter sein. Oder doch ? Zumindest verhält sich die Frau seltsam. Sie versucht jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken. Die Jungen empfinden die Veränderung verstörend. Zumal die Mutter lieblos, gemein und auch bösartig agiert. Mit einem der Zwillinge spricht sie gar nicht, sie ignoriert ihn immer mehr. Und der Verdacht der beiden Buben erhärtet sich: Diese fremde Frau ist nicht unsere Mama...


 Ein Film über die Abgründe einer Familie. Dieses Spielfilmdebüt ist sehr beeindruckend und gefällt durch die durchweg glaubwürdige Machart und der Film kann bis zum Schluß seine eigenartige wie faszinierende Atmosphäre beibehalten, ja teilweise sogar noch steigern. Dabei verzichten die Macher Fiala und Franz auf die üblichen Vergröberungen und Übersteigerungen. Der Horror ist ständiger Begleiter, die Effekte werden aber nie über Gebühr ausgespielt, sondern sie ergeben sich aus der ständig bedrückenden Stimmung zwischen Mutter und Kindern. Ein bisschen Manipulation darf auch sein. So lockt eine Szene im Wald, die die Mutter zeigt, den Zuschauer auf eine bestimmte Fährte. Aber man darf halt auch nicht allen Bildern trauen. Oder doch ? In der zweiten Hälfte wird der Übergang eingeleitet. Der Psychohorror entlädt sich in einer immensen Gewaltspirale. "Ich seh Ich seh" ist sicherlich kein Film für Jedermann, denn er verlangt vom Kinogänger einiges ab. Ein brutaler Film, der alles kühl und explizit zeigt, vom Körper herauskriechende Kakerlaken oder Sekundenkleber, mit dem der Mund zugeklebt wird. Er folgt der Logik eines Alptraums und bietet exzellentes, aber sehr verstörendes Kino. 


Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Samstag, 29. August 2015

The Second Coming


























Regie: Herman Yau

Der Zwilling...

Der asiatische Horrorfilm hatte seine große Zeit vor etwa 15 Jahren, damals entstanden Meisterwerke wie "The Ring" (Hideo Nakata), "Audiition" (Takashi Miike, 1999), "Dark Water" (Hideo Nakata, 2002), "The Grudge" (Takashi Shimizu, 2002), "The Eye" (Pang Brothers, 2002)  oder "A tale of two Sisters" (Kim Jee-Won, 2003). Diese Populärität brachte auch eine riesige Schwemme an weniger gelungenen Verwandten hervor - die Motive wiederholten sich zu oft und irgendwann war die Luft draußen. Heute werden die Asia-Schocker sehr oft mit den großen Vorbildern des Genres verglichen und man merkt, dass in den meisten Fällen einfach der innovative Charakter auf der Strecke geblieben ist. Es gibt aber nach wie vor interessante Horrorfilme aus dieser Region. Sehr aufregend empfand ich Juno Maks "Rigor Mortis", ein Geisterhausfilm aus dem Jahr 2013. Auch Altmeister Park Chan Wook operierte erfolgreich im Horrorfach und hatte ein paar neue Facetten zum Thema "Vampir" in seinem melancholischen "Durst" beizutragen. Auch "Nightmare Detektive" von Shinya Tsukamato, "Retribution" von Kyoshi Kurosawa oder "Noroi" von Koji Shiraisi waren gut gemachte Genre-Arbeiten.
Mit "The Second Coming" kehrte nun auch Regisseur Herman Yau (größter internationaler Erfolg: IP-Man - The Final Fight) zum Horrorgenre zurück. Bereits im Jahr 1993 sorgte er für Unbehagen mit seinem fiesen Horrorserienkillerfilm "The Untold Story". Sein neuer Film weist dabei auch wieder die für Yau sehr typischen provozierenden, kranken Szenen auf. Da wird die Abtreibung der verzweifelten Mutter Jen (Maggie Siu) in den ersten Szenen des Films gezeigt. Im Grunde wollte sie es gar nicht tun, aber ihr sehr aggressiver Ehemann (Tak Bun Wong) macht mit seinen Gesten klar, dass er das ungeborene Kind auf keine Fall will. Der kleine Sohn wird Zeuge, wie seine Mutter beinahe verblutet. Ein Krankenwagen soll die Frau ins Spital bringen, Vater und Sohn sind dabei, dann ereignet sich ein Autocrash. Dann Szenenwechsel, viele Jahre sind inzwischen vergangen. Die junge Lucy (Joey Leong) hat es nicht leicht in ihrer Familie. Sie spürt immer wieder die latente Ablehnung ihres Vaters. Die Mutter versucht ständig Lucy mit ihrem großen Bruder Sunny (Yat Long Don Li) zu vergleichen, der im entfernten Australien Medizin studiert und nun die Familie besuchen kommt. Zu ihrem 16jährigen Geburtstag bekommt das Mädchen einen süßen Hund (Kumi) geschenkt. Dieser buddelt einige Tage später im Garten neben einem Baum ein Glas mit einem merkwürdigen grünen Inhalt aus. Als sie diese seltsame Flasche öffnet, beginnt das Mädchen sehr bald zu halluzinieren. Sie sieht ein menschenähnliches Wesen plötzlich im Kühlschrank sitzen oder sie sieht in der harmlosen Geburtstagstorte plötzlich eine ganze Armada von Maden herauskriechen. Schreiend stellt sie fest, dass nur sie diese Bilder sieht....


 Mag sein, dass "The Second Coming" einige Schwächen hat, aber insgesamt entpuppt sich die Geschichte um ein unerwünschtes Kind und um weitere gravierende Familiengeheimnisse, die sich mit dem Lauf der Handlung immer mehr offenbaren, als unterhaltsamer Mitternachtsgrusler. Dabei wird der Zuschauer mit einigen obskuren Einfällen konfrontiert: Da gibts mal Fötusblut im Einmachglas oder die Abtrennung eines Geschlechtsteils, das dann kurze Zeit später im Magen eines hungrigen Schäferhundes landet. Ja, man muss sich in "Second Coming" auf einige geschmackliche Entgleisungen einstellen. Ansonsten ist aber diese Verbindung von Geistern und Familientragödie sehr interessant gestaltet - im Lauf des Films fügen sich langsam die einzelnen Puzzleteile zusammen, am Ende wartet Lau sogar noch mit einem bizarren Plot auf. Was will man mehr ?

Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Seconds Apart


Regie: Antonio Negret

Eineiige Teufelsbrut...

Die Zwillingsbrüder Seth (Gary Entin) und Jonah (Edmund Entin) sind hochbegabt, aber vor allem Aussenseiter an ihrer Schule.
Die beiden Unzertrennlichen sind jedoch mit einer gefährlichen Fähigkeit ausgestattet, denn sie haben ausserordentliche telepathische Fähigkeiten, die vor allem dann ihre perfekte Wirkung entfalten, wenn sich die beiden Jungs gegenseitig an die Hand nehmen.
Leider nutzen sie diese Gabe vor allem auch für sehr böse Dinge. Sie sind in der Lage den Geist ihrer potentiellen Opfer zu manipulieren und diese in den Selbstmord zu reiben.
Als sich bei einer Pennälerparty die allseit beliebten Sportskanonen bei einem russischen Roulette gegenseitig die Schädel wegpusten, werden später die verstörten und traumatiierten Zeugen aussagen, dass man Seth und Jonah mit einer Kamera am Tatort gesehen haben will. 
Was allerdings gar nicht sein kann, denn die Aussenseiter waren ja nicht eingeladen. Detective Lampkin (Orlando Jones) soll diesen mysteriösen kollektiven "Selbstmord" aufklären, kommt aber sehr schnell dahinter, dass da was nicht stimmen kann.
Lampkin ist ebenfalls durch einen Brand traumatisiert, er vermutet sehr schnell, dass die hochbegabten eineiigen Zwillinge Geheimnisse haben.
Ein Besuch bei den strengen Eltern Trimble (Louis Herthum/Morgana Shaw) untermauert den Verdacht zusätzlich, böse Schwingungen breiten sich mehr und mehr auf.
Die neue Mitschülerin Eve (Samantha Droke) interessiert sich für den ruhigeren Jonah, was Seth eifersüchtig werden lässt....

Die Geschichte um die beiden eineiigen Brüder ist interessant und verstörend, die interessante Regiearbeit von Antonio Negret erinnert stellenweise an David Cronenbergs "Die Unzertrennlichen", aber auch an "Das Dorf der Verdammten" kommen Erinnerungen auf.
Großartig besetzt sind die Hauptrollen mit den Zwillingen Edmund und Gary Entin, die sehr glaubwürdig agieren.
Ein weiteres Plus des Films ist seine sehr gute Kameraarbeit durch Yaron Levy. Auf dem Höhepunkt des Films muss sich der Ermittler selbst gegen die Manipulation seines Geistes ankämpfen, er muss durch alptraumhafte Visionen hindurch auf dem Weg zur Wahrheit.
"Seconds Apart" ist einer der Beiträge der After Dark Reihe - sehr atmosphärisch und intelligent konzipiert.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Sonntag, 25. November 2012

The Basket Case



Regie: Frank Henenlotter

Mein Bruder...

Mit einem mysteriösen Korb unter dem Arm, einem roten Rucksack und einem Bündel Geldscheine kommt der junge Duane Bradley (Kevin van Hentenryck) nach Manhattan.
Er behütet diesen Korb um ein Vielfaches mehr als seine Geldscheine. Er hält sich dort in den dunklen Straßen des New Yorker Rotlichtmilieus auf und steigt im miesen, dreckigen Hotel Broslin ab.
Der 20 Jährige junge Mann ist aber nicht auf der Suche nach schnellem Sex oder billigen Drogen.
Sein Aufenthalt hier hat einen ganz anderen Grund: Vor 8 Jahren fand in der etwa 100 Meilen entfernten Kleinstadt Glenn Falls eine folgenreiche Operation statt, die damals von 3 skrupellosen Ärzten durchgeführt wurde. Damals wurden die siamesischen Zwillinge Duane (Sean McCabe) und der deformierte Zwillingsbruder Belial voneinander getrennt.
Während es das Bestreben der drei Ärzte Dr. Judith Kutter (Diana Browne), Dr. Harold Needleman (Lloyd Pace) und Dr. Julius Liffander (Bill Freeman) auf Drängen von Duanes Vater (Richard Pierce) war, nur Duane zu retten, wurde der noch lebende Belial in einer Mülltüte entsorgt.
Da die beiden Zwillinge telepathisch miteinander kommunizieren konnte, rettete der 12jährige Junge seinen Bruder.
Die Tante (Ruth Neuman) wird Komplizin der Brüder und zieht auch Belial heimlich groß und sorgt für dessen Überleben in einer ihm feindlich gesinnten Welt.
Dreimal darf man jetzt raten, wer da im Körbchen liegt ? Und natürlich soll eine Rache an den damaligen Peinigern vollzogen werden.
Duane lernt während des Aufenthalts die Arzthelferin Sharon (Terri Susan Smith) kennen, diese zarten Annäherungsversuche werden aber von Belial eifersüchtig erlebt.
Währenddessen steppt aber auch im Hotel Broslin der Bär, als ein Hotelgast die Geldscheine aus Duans Zimmer klauen will. Der Hotelbesitzer (Robert Vogel) hat ab diesem Zeitpunkt alle Hände voll zu tun....

Frank Henenlotters "Basket Case" wurde 1982 für 35.000 Dollar realisiert, in den Kinos floppte die low Budget Produktion. Erst beim Siegeszug der VHS-Cassetten half dem Film zur Bekanntheit und seinem heutigen Kultstatus in Fankreisen. Der dreckige, kleine Film - ein splatterscher Elefantenmensch und erinnert an "Die Wiege des Bösen" lebt durch die an sich einfache Geschichte und ihre kuriosen Figuren. Im Film werden Themen wie die Korruption der Gesellschaft, Ehrlichkeit und Offenheit und natürlich das Verhältnis der Gesellschaft zu behinderten Menschen angerissen. "Basket Case" ist übersetzt ein Ausdruck für einen hoffnungslos psychisch kranken Menschen.
Die Kritiken waren aber sehr schlecht - was sehr ungerechtfertigt ist. "Basket Case" ist von einer seltsamen Wärme für seine tragischen Hauptfiguren geprägt.  Inhaltlich am ehesten dem Horrorfilm zuordenbar, ist Henenlotters Film doch viel zu komisch, um wirklich zu erschrecken. Einige Gewaltexplosionen und Geschmacklosigkeiten verstärken nur noch die emotionale Sichtweise für das Monster und für dessen Bruder, dem ein wichtiger Teil genommen wurde.
Für mich ist "Basket Case" ein großartiges Meisterwerk des Genres. Es erinnerte mich auch an Romeros "Martin".

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Freitag, 23. November 2012

Dead Ringers

Regie: David Cronenberg

Zwillinge...

David Cronenbergs 1988 und somit gleich im Anschluss an sein Remake der Fliege entstandene "Dead Ringers - Die Unzertrennlichen" ist ein in jeder Hinsicht starker Stoff.
Einige Fans waren damals sicherlich sehr enttäuscht, dass nach dem sehr zugänglichen und publikumswirksamen "Die Fliege" ein so derart verstörender Film folgte, der zwischen stillen und subtilem Horror und Drama in Richtung Tragödie hin- und her pendelt.
Daher wurde "Dead Ringers" zwar bei seinem Erscheinen schon euphorisch von der Kritik gelobt, vor allem die grandiose Darstellung von Jeremy Irons, der Film sollte aber erst viel später zu Kultstatus kommen und heute gilt er völlig zu Recht als Cronenbergs Bester Film und als einer der grossen Highlights des 80er Jahre Kinos.
Aber Vorsicht: Der Film braucht Geduld, denn er lebt von einem sehr langsamen um nicht zu sagen schleichenden Erzählweise, genau wie der schleichende Prozess seiner beiden Protagonisten den eineiigen Zwillingen Beverly und Elliot Mantle aus Toronto.
Bereits als Kinder unzertrennlich, sind beide Gynäkologen von exzellentem Ruf geworden. Abnabeln konnten sich die Zwillinge nie, sie leben gemeinsam in einem fast schon klinisch wirkendem Appartment in blassen blau-grauen Tönen, dass optisch ihrer gemeinsamen Praxis gleicht.
Dabei gelingt es Jeremy Irons glaubwürdig und vor allem fesselnd nicht nur die beiden vordergründig verschiedenen Charaktere der Twins zu zeigen.
Er zeigt auch glaubwürdig die Entwicklung dieser fatalen Symbiose, die weit über das Zwillingsdasein hinausgeht. Denn irgendwann im Laufe des Prozesses aus Abhängigkeit, versuchter Abnabelung und tragischem Verfall kommt auch die viel tiefgreifendere Bindung von Siamesichen Zwillingen und nicht zuletzt die Frage nach der gleichen Identität (Spiegelverkehrt?) auf.
Jedenfalls ist Elliott der extrovertierte der Brüder, während der stille und unsichere Beverly sich hauptsächlich den Forschungsarbeiten widmet, ist Elliott ganz Narzist und suhlt sich im Publikumsverkehr und der Publicity.
So ist er auch der wesentlich erfolgreichere der Beiden bei den Frauen, aber der introvertierte Beverly kriegt dann auch falls sich bei Elliott Überdruss einstellt die abgelegten Frauen seines Bruders ab. Die Frauen bemerken den Unterschied ja nicht...


DBei der labilen Schauspielerin Claire (Genevieve Bujold), die die Praxis der beiden wegen ihrer Unfruchtbarkeit aufsucht und nicht ahnt, dass sie von Zwillingen untersucht wird, werden drei Uterus-Ausgänge diagnostiziert. Elliott schläft mit Claire, ist aber schnell gelangweilt und gibt sie an den Bruder weiter. Claire aber spürt die Verschiedenhaftigkeit (auch der Geruch des Mannes irritiert) und vermutet eine Persönlichkeit in Jeckyll/Hyde Dimensionen, bis sie die Wahrheit erfährt. Eine Gegenüberstellung lässt das fragile Arrangement der Zwillinge langsam aber unaufhaltsam kippen...
Keine Frage. "Dead Ringers" ist ein echtes Meisterwerk des leisen Horrors und ist dem Polanski Meisterwerk "Der Mieter" in seiner Radikalität nicht unähnlich, der ebenfalls den krankhaften Zustand der Titelfigur beschreibt, dieser selbst aber den Horror nicht von seinem Innern selbst, sondern von aussen kommend erlebt und so auch paranoide Erlebnisse folgen.
Diese sind in "Dead Ringers" die eigenwillig archaischen Operations- werkzeuge, die Folterinstrumenten gleichen und von Beverly während der versuchten Abnabelung konstruiert werden, weil er die Körper seiner Patientinnen plötzlich als "falsch" empfindet.



Bewertung. 10 von 10 Punkten.

Donnerstag, 22. November 2012

Sisters




Regie: Brian de Palma

Siamesische Zwillinge

Noch vor seinem Durchbruch mit "Schwarzer Engel" und "Carrie" drehte Hitchcock-Bewunderer Brian de Palma 1973 einen kleinen fiesen Horrorfilm, trotz relativ wohlwollender Kritiker blieb "Sisters" aber bis heute weitgehend unbekannt - ein Art Geheimtipp.
Immerhin war die Wertschätzung aber dann doch so hoch, dass 2006 von Douglas Buck ein Remake mit dem Titel "Sisters - Tödliche Schwestern" gedreht wurde.
Eine wahrscheinlich für den Erfolg des Films enorm wichtige Komponente ist der Filmscore von Bernard Herrmann, der bereits für Alfred Hitchcock faszinierende Filmmusik ablieferte. Seine musikalische Untermalung für "Sisters" erinnert an "Psycho" oder "Vertigo", ist aber insgesamt noch etwas aggressiver und hektischer angelegt - es ertönen Holz- und Blechinstrumente in hoher Dominanz.
Der Vorspann ist eine Verbeugung für "Vertigo" - und für sich alleine betrachtet schon ein eigenständiges kleines Kunstwerk: Unheilvolle Musik und die Bilder eines kleinen Fötus, der den Zuschauer durch ein schwarzes Auge beobachtet. Am Schluss sind aus dem Fötüs zwei Föten geworden. "Sisters" ist die Geschichte der eineiigen siameschischen Zwillinge Daniele und Dominique Blanchion.
Die Story selbst fängt allerdings in einer Umkleidekabine für Männer an, eine hübsche blinde Frau (Margot Kidder) mit Stock verirrt sich in diesem Raum, fängt an, sich nichtsahend auszuziehen - sie wird aber beobachtet von dem jungen Philipp Woode (William Finlay), der selbst irritiert am Überlegen ist, ob er a) heimlich weiter zuschaut b) leise einen Abgang machen soll oder c) sich bemerkbar machen soll....eh wir wissen wie es weitergeht, bemerken wir, dass wir in einer Fernsehsendung sind, es läuft die Show "Am Schlüsselloch - Peeping Tom"....Philipp wird ohne es zu wissen vom Fernsehteam beobachtet und die blinde Frau ist der Lockvogel. Philipp verhält sich aber als Gentleman und nicht wie vermutet als unverbesserlicher Voyeur, er bekommt einen Preis für ein Dinner for Two im berühmten "African Room" in New York. Daniele, der Lockvogel erhält ein Messerbesteck. Bei den beiden stimmt irgendwie die Chemie, so lädt Philipp Daniele ins angesagte Restaurant ein, sie werden allerdings von Daniels aufdringlichem Mann Emil (William Finlay) gestört. Alles sieht nach Stalking aus, denn Emil folgt den beiden auch weiter bis hin zu Danieles Wohnung.
Dann kommt es aber doch noch zur Liebesnacht, am anderen Morgen ist Philip verliebt. Er bekommt aber im Badezimmer einen Dialog mit, den Daniele mit ihrer plötzlich aufgetauchten aggressiv agierenden Zwillingsschwester Dominique führt...

Die Journalistin Grace Collier (Jennifer Salt) beobachtet rein zufällig von ihrem Fenster aus, was bei den Nachbarn dann passiert. Nichtsahnend in welche Horrorstory sie schliddert...
Dieses Frühwerk von de Palma war mir bislang unbekannt und die Entdeckung hat jetzt regelrecht Begeisterung ausgelöst wie vor kurzer Zeit die Entdeckung eines weiteren 70er Jahre Horrorfilm "The Wicker Man".
"Sisters" ist ein grandioser Film, der von vielen geilen Regieeinfällen lebt: de Palma zitiert "Rear Window", der ganz besondere Knaller ist aber eine Alptraumsequenz, die im surrealen Stil von "Spellbound" gefilmt wurde und dem ganzen Horrorszenario vorher eine wunderbar beklemmende Auflösung hinhält. Obwohl der Zuschauer immer was ahnt und die Auflösung der Geschichte gar nicht so überraschend kommt, gelingt es de Palma mit seiner grandiosen Inszenierung vor allem mit dem Einsetzen von Splitscreens, um Ereignisse aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu zeigen, mit weiteren ungewöhnlichen Kameraeinstellungen oder mit makabren Szenen die Story bis zum Ende faszinierend zu vermitteln.
Ein klasse Film, eine grandiose Neuentdeckung einer 70er Jahre Perle, man hat das Gefühl einen verschollenen Film von Hitchcock zu sehen.



Bewertung: 10 von 10 Punkten