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Donnerstag, 14. August 2025

Die Rückkehr des Dr. Phibes


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Fuest

Das Elixir des ewigen Lebens..

Die britische Horror-Komödie "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes" wurde 1971 von Robert Fuest inszeniert und spielte bei einem Budget von 300.000 Dollar das Zehnfache weltweit ein. Durch diesen Erfolg wurde nur wenige Monate später eine Fortsetzung realisiert. Robert Fuest war erneut der Regisseur von "Die Rückkehr des Dr. Phibes" Der Film sollte ursprünglich „Viel Lärm um Mord“ heißen. Nachdem er Rache an den Ärzten genommen hat, die er im ersten Film für den Tod seiner Frau verantwortlich gemacht hat, kehrt Phibes zurück, um ewiges Leben in Ägypten zu suchen. Gleichzeitig verfolgt er einen jahrhundertealten Mann, der die alten Geheimnisse hütet, die Phibes braucht. Drei Jahre nach den Ereignissen des vorherigen Films erwacht Dr. Anton Phibes (Vincent Price) aus dem Tiefschlaf, als der Mond eine Konjunktion mit den Planeten einnimmt – das erste Mal seit 2.000 Jahren. Phibes bereitet sich darauf vor, Victorias (Caroline Munro) Leichnam zum Fluss des Lebens in Ägypten zu bringen, der ihm und Victoria ewiges Leben verspricht. Seine alte Papyruskarte des Flusses wurde jedoch von Darius Biederbeck (Robert Quarry) gestohlen, einem Mann, der seit Jahrhunderten durch die regelmäßige Einnahme eines besonderen Elixiers lebt. Nachdem er den Papyrus übersetzt hat, sucht Biederbeck den Fluss des Lebens für sich und seine Geliebte Diana (Fiona Lewis). Phibes und seine stumme Assistentin Vulnavia (Valli Kemp) dringen in Biederbecks Haus ein, töten seinen Diener und holen den Papyrus zurück. Sie brechen nach Southampton auf, um ein Schiff nach Ägypten zu besteigen. Biederbeck reist auf demselben Schiff mit Diana und seinem Assistenten Ambrose (Hugh Griffith). Als Ambrose Victorias Leiche im Laderaum entdeckt, tötet Phibes ihn. Sein Körper wird in eine riesige Flasche gestopft und über Bord geworfen. Inspektor Trout (Peter Jeffrey) entdeckt die Leiche, als die Flasche nahe Southampton an Land gespült wird. Er und Superintendent Waverley (John Cater) befragen den Schiffsagent Lombardo (Terry-Thomas). Als sie die Beschreibungen von Vulnavia, einer Orgel und einem Uhrwerk hören, die alle an Bord verladen werden, wird ihnen klar, dass Phibes dafür verantwortlich ist. Trout und Waverley verfolgen Phibes nach Ägypten und treffen Biederbecks Archäologengruppe in der Nähe des Berges, in dem sich der verborgene Tempel mit dem Fluss des Lebens befindet. Phibes, der sich im Tempel niedergelassen hat, versteckt Victorias Leiche in einem Geheimfach eines leeren Sarkophags. Er findet auch den silbernen Schlüssel, der die Tore zum Fluss des Lebens öffnet. Phibes beginnt, Biederbecks Männer einen nach dem anderen zu töten. Biederbecks Team bricht in den Tempel ein und nimmt den Sarkophag und den Schlüssel mit; Biederbeck nimmt den Schlüssel für sich. Phibes zerquetscht den Mann, der den Sarkophag bewacht, mit einer riesigen Spindelpresse und simuliert mit einem riesigen Ventilator einen Sturm, der seine Schreie dämpft. Und es bleibt nicht der letzte Mord von Dr. Phibes... 








Vincent Price kehrt als genialer Arzt zurück, der jetzt in Ägypten nach dem Lebenselixier sucht, aber weiterhin seine Feinde mit makabren Morden überlistet, von denen einer grausiger und lustiger ist als der andere. Obwohl er nicht so großartig ist wie Der Schrecken des Dr. Phibes, wurde diese Fortsetzung von Robert Fuest, dem Regisseur mehrerer klassischer Episoden von The Avengers, mit größter Sorgfalt inszeniert und punktet dank Prices perfektem Timing und seiner grandiosen Camp-Freude immer noch in den Bereichen Zappeln und Kichern.










Bewertung. 7 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 18. September 2014

Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes





















Regie: Robert Fuest

Vincent Price und die 10 Plagen...

Immer diese grausamen Wettrennen gegen die Zeit in den neuen Horrorfilmen: Das potentielle Opfer hat nur sechs Minuten zur Verfügung, um einen Schlüssel operativ aus dem Körper seines Jungen zu entfernen und damit den Schließmechanismus des Operationstisches zu lösen. Sechs Minuten: die ab sofort ablaufen, denn nach Ablauf dieser nur sehr kurzen Frist wird sich durch eine perfide Vorrichtung an der Decke Säure auf den Tisch ergießen und den Patienten bis zur Unkenntlichkeit verätzen. Hört sich sehr nach Jigsaws "Saw" Methoden an, ist aber schon viel früher gezeigt worden. In Robert Fuests optisch brillanten Brithorror-Classic "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes" aus dem Jahr 1971 mit dem unvergessenen Vincent Price in einer seiner besten Rollen als unerbittlichem Rächer.
Der fiese Vollstrecker sagt in dem Film kein einziges Wort direkt, sondern nur mittels Mikrophon und Lautsprechern. Wenn Phibes etwas zu sagen hatte, blieb sein Mund geschlossen,  die Bewegungen an der Halsmuskulatur suggerieren dem Zuschauer aber das Gefühl , als würde er sprechen. Völlig schweigsam, mit Ausnahme ihres Todesschreis, bleibt Phibes Assistentin Vulnavia (Virgina North), die die ominöse 10er Mord- und Racheorgie manchmal auf der Geige begleitet oder aber mit ihrem schönen Afghanen Windhund dem Szenario einfach nur als Zuschauerin beiwohnt. Sie fugiert aber in vielen Fällen als todbringede Helfeshelferin.
Dieser Anton Phibes (Vincent Price) , ein virtuoser Orgelspieler, ist seit einem Autounfall im Jahr 1921 grausam entstellt. Aber er lebt - obwohl er offiziell auf dem Friedhof in der Familiengruft seine letzte Ruhestätte beigesestzt sein sollte. Im Jahr 1921 war es als seine geliebte Frau (Caroline Munro) starb. Die Frau wurde ein Opfer von inkompetenten Ärzten und Schwestern, 10 an der Zahl, und nach seinem offiziellen Ableben beginnt der Rächer, der auch Theologie studiert hat, mit seinen detaillierten Pläne, alle 10 Verantwortlichen zu töten. Inspektor Trout (Peter Jeffrey) ist mit dem ersten Fall betraut - ein Mediziner wurde das Opfer eines nächtlichen Fledermausschwarms. 
Die phantasievollen Methoden, mit denen die Ärzteschaft zu Tode kommt, sorgt natürlich für Furore und sehr bald ist klar, dass der Mörder die 10 biblischen Plagen, die Ägypten im Alten Testament widerfuhr, als Inspiration für seine Rache ausgewählt hat.
Der Zuschauer darf sich also neben den Gesichter nagenden Fledermäusen auf Bienen, Froschmasken, Blutentleerung, Eismaschine und Hagel, Ratten im Flugzeug, Messinghörner, Heuschrecken, Finsternis und den Tod des Erstgeborenen freuen. Weniger erfreut ist Dr. Vesalius (Joseph Cotten), dessen Sohn Lem (Sean Bury) in große Gefahr gerät....
 



Robert Fuest hat neben "Das Schreckenskabinett des  Dr. Phibes" noch einen weiteren tollen Klassiker des britischen Horrorfilsm hinterlassen. "And soon the Darkness" entstand 1970 kurz vor den beiden schwarzhumorigen Phibes Filmen und wurde erst vor kurzem durch ein gleichnamiges Remake mit Amber Heard von den Horrorfans wiederentdeckt und gefeiert. Ansonsten bemerkt man in "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes" auch den Einfluss der britischen Kultserie "Mit Schirm, Charme und Melone" - Fuest hat ind en 60ern einige Folgen dieser grandiosen Agentenserie um Emma Peel und John Steed inszeniert.  Nach den Phibes Filmen wurde es still um Fuest - kein Wunder, da auch sein US-Film "Nachts, wenn die Leichen schreien" damals verheerende bis vernichtende Kritiken erhielt. "Dr Phibes" allerdings ist visuell hervorragend gestaltet und schwelgt in seiner äusserst bemerkenswerten Ausstattung. Darüberhinaus ist das Werk sehr fies und schwarzhumorig. Unvergessene Szenen für mich sind die erdrückende Froschmaske und die Mordszene im Club, bei dem der britische Gentleman nur daran interessiert ist seine Zeitung zu lesen, während Scotland Yard gerade vor seinen Augen einen Toten in der Tür von einem riesigen Messinghorn befreit. Auch die Szene des erfrorenen Arztes in seiner Limousine ist umwerfend gut gestaltet. Für mich ein total empfehlenswerter Klassiker, der in den britschen Elstree Studios gedreht wurde und auch optisch eine klare Verwandtschaft zu den Hammermovies nicht leugnen kann.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Sonntag, 25. November 2012

And soon the Darkness



Regie: Robert Fuest

Radtour des Todes...

Die beiden Freundinnen Cathy (Michelle Dotrice) und Jane (Pamela Franklin), zwei junge Krankenschwestern aus Großbritannien unternehmen einen gemeinsamen Urlaub in Frankeich. Die beiden jungen Frauen sind dabei mit dem Rad unterwegs.
Tagsüber wird geradelt, nachts suchen sich die beiden Mädels dann immer eine Unterkunft zum Schlafen.
Der Sommer ist heiss, der Himmel ist blau. Die Gegend ist wunderschön, aber auch etwas langweilig.
In einem kleinen Städtchen essen sie ein Eis, bevor es weitergeht. Dabei flirtet Cathy recht offensichtlich mit einem Typ mit dunkler Brille (Sandor Eles), der am Tisch nebenan sitzt.
Offensichtlich ist auch der Fremde an einem Kennenlernen nicht abgeneigt, denn er verfolgt die beiden Radfahrerinnen immer mal wieder mit seinem Motorroller.
Doch es kommt nicht zu einem Gespräch. Der Mann macht einen Stopp in einer weiteren Gaststätte. Cathy und Jane bekommen ein bisschen Streit, denn beide haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie es heute weitergehen soll. Jane möchte möglichst weit mit dem Rad kommen, viel Natur sehen und vor Einbruch der Nacht irgendwo unterkommen. Cathy dagegen will etwas ausruhen, Sonne tanken und möglichst den Fremden wieder sehen.
Also ist erstmal Picknick in einem kleinen Wäldchen am Straßenrand angesagt und es kommt zu einem Streit über Sinn und Zweck des Urlaubs kommt.
Jane fährt wütend alleine weiter. Im nächsten Dorf bekommt sie Gewissensbisse, dass sie Cathy alleine liess und eine Frau (Hana Maria Pravda) warnt vor dieser "bösen Straße", die sie unbedingt meiden die Gegend schnellstens verlassen soll.
Als sie zurückfährt ist Cathy verschwunden, sie findet aber den Fotoapparat ihrer Freundin. Ein mulmiges Gefühl überfällt Jane. Ist Cathy etwas zugestoßen ?


Regisseur Robert Fuest drehte "And soon the Darkness" im Jahr 1970. Der Film ist eine Entdeckung wert, nicht nur wegen dem bekannteren Remake mit Amber Heard.
Der Aufbau des Films ist sehr gut. Er baut sehr langsam seine Spannung auf und lässt sich auch am Anfang genügend Zeit seine Figuren vorzustellen und gleichzeitig eine mysteriöse, unheimliche Atmosphäre aufzubauen...und zwar trotz der sonnigen Atmosphäre dieses Sommertags in den kleinen Nestern Nordfrankreichs. Es wirkt alles real, man meint, man wäre mittendrin in dieser Gegend aus Wiese und Acker.
Es gelingt dem Regisseur aber immer mehr einen unheilvollen Sog und sehr viel Suspence in das Geschehen zu bringen. Die Spannung hält sich bis zum Schluß und weisen "And soon the Darkness" als eine kleine leuchtende Perle des 70er Jahre Horrors aus.
Schade, dass der Film nicht sehr bekannt ist.

Bewertung: 10 von 10 Punkten.