Regie: Elio Scardamaglia
Das Sanatorium im Wald...
Unter dem Pseudonym Michael Hamilton inszenierte der italienische Filmproduzent Elio Scardamaglia seinen einzigen Film "Die Mörderklinik", eine Mischung aus Giallo und Gothic-Thriller. Damals war es nicht unüblich, dass italienische Regisseure sich US-Künstlernamen zulegten. Vor allem im Genre des Spaghetti Western war die oft der Fall. "Die Mörderklinik" spielt im Jahr 1870 und kam 1966 in die Kinos. In Italien spielte der Film 96 Millionen Lire ein. Im Original heißt der Film "La lama nel corpo" (Wörtlich: Das Messer im Körper) und Scardamaglia teilte sich die Regiearbeit mit Lionello De Felice. Das Drehbuch basiert auf einer Geschichte von Luciano Martino und Ernesto Gastaldi. Dr. Robert Vance (William Berger) betreibt eine Heilanstalt, in der Patienten mit angeschlagener psychischer Konstitution betreut werden. Da die Einrichtung sehr abgeschieden liegt, sollen seine Schutzbefohlenen von der vorhandenen Ruhe profitieren, jedoch wird durch diese Voraussetzung auch ein unheimlicher Frauenmörder angelockt, der seine Opfer mit einem Rasiermesser tötet. Doch es scheinen sich noch weitere Geheimnisse in dem alten Gemäuer zu verbergen. Aus dem oberen Stockwerk sind sehr beunruhigende Geräusche zu vernehmen. Als man der Sache auf den Grund gehen will, kommt es zu einer schauerlichen Entdeckung. Derweil mordet das Phantom weiter und in der Klinik scheint es von Verdächtigen nur so zu wimmeln. Dann kommt es zum ersten Mord, der in Verbindung mit der morbiden Atmosphäre für Aufsehen sorgen könnte, doch dem Mediziner scheint die Publicity verhasst und so wird die junge Frau, eine Patientin, von ihm heimlich vergraben. Die offizielle Darstellung heißt, dass die junge Frau als geheilt entlassen wurde. Die neue Krankenschwester Mary Stuart (Barbara Wilson) bemerkt sehr schnell, dass etwas in dem abgelegenen Sanatorium nicht stimmt. Neben der entlassenen Patientin ist noch der aggressive schizophrene Fred (Massimo Righi) und eine alte senile Frau (Anna Maria Polani) dort untergebracht. Im oberen Stockwerk muss ebenfalls ein Mensch wohnen, man hört öfters ein aggressives Trampeln. Die Ehe des Doktors mit seiner Frau Lizabeth (Mary Young) scheint alles andere als glücklich. Es halten sich Gerüchte, dass der Doktor vor Jahren am Unglück von Lizabeths Schwester Laura (Delfi Mauro) schuld sein soll, die seit dieser Zeit entstellt ist. Die Chefkrankenschwester Sheena (Harriet Medin), eine weitere Krankenschwester (Rosella Bergamonti), der Hausmeister (Germano Longo) scheinen nichts von den unheimlichen Begebenheiten mitzubekommen. Dann taucht die hübsche Giselle de Brantome (Francoise Prevost) auf - eine Frau mit Geheimnissen und durch ihr kriminelles Verhalten könnte sie vielleicht das zweite Opfer des unbekannten Mörders sein...
Es entstehen mitunter spannende Phasen, wenn beispielsweise die Zielscheiben des Mörders um ihr Leben rennen müssen. Generell fällt das gelungene Spiel mit Licht und Schatten auf, die entstehenden Kontraste sorgen für Stimmungen, meistens der unbehaglicheren Art. Nach einiger Zeit kristallisiert sich deutlich heraus, dass die Regie auf ein gedrosseltes Erzähltempo setzt, zugunsten einer Art Detail-Verliebtheit und dichten Zeichnung der beteiligten Charaktere, so dass die Kulturgäste des Hauses auch hinlänglich vorgestellt werden, um sie im weiteren Verlauf kritisch und empfindlich durchleuchten zu können. Die Figuren stiften generell Verwirrung, viele von ihnen wirken geheimnisvoll und unberechenbar, ja eigentlich agieren die meisten von ihnen so, als seien sie dem Wahnsinn nah, oder als hätte er sie bereits längst eingeholt. Es existiert eine obere Etage, für die der Zutritt strengstens untersagt ist. Man hört Geräusche, man nimmt Schritte wahr, doch wirken diese Hinweise lediglich wie Einbildungen der Patienten, bis sich der Verdacht bestätigt, dass sich dort ein Monster befindet. Die Karten werden mit jeder kruden Verhaltensweise der Personen neu gemischt, so dass der Verdacht auch mehr oder weniger auf jeden einzelnen gelenkt wird, doch die Hintergründe bleiben über lange Strecken nebulös. Die Stärken liegen vor allem in der Kameraarbeit und der visuellen Gestaltung. Neben den Giallo Elementen schwingt auch ein Hauch von Hammer Movie Horror mit. Ein Teil des Plots befasst sich mit Dr. Vances Schuld an der körperlichen Entstellung seiner Schwägerin und seinem Versuch mit Hilfe einer Haut-Transplantations-Technik deren frühere Schönheit wieder herzustellen. Dieser Handlungsstrang spielt im weitern Verlauf des Films nicht die Hauptrolle, erinnert aber daran, dass auch Franjus Klassiker "Augen ohne Gesicht" als Inspiration für die Story gedient haben könnte.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.























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