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Sonntag, 12. Oktober 2025

Operation Overlord


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Julius Avery

D-Day Zombies..

Die Kritiken für den Zombiefilm "Operation Overlord" von Julius Avery waren recht gut. Aber leider spielte er bei einem Budget von 38 Millionen Dollar lediglich 42 Millionen Dollar weltweit ein. Das Drehbuch schrieben Billy Ray und Mark L. Smith. Die Handlung spielt in der entscheidenden Phase des 2. Welkrieges, am Tag vor dem D-Day. Amerikanische Soldaten werden hinter den feindlichen Linien abgesetzt und entdecken dort ein riesiges Labor für erschreckende Experimente der Nazis. Am Vorabend des D-Day in den 1940er Jahren, als 1944 die Executive Order 9981 unterzeichnet wurde, wird eine Fallschirmjägergruppe, die meisten von ihnen in einer integrierten Einheit, ausgesandt, um einen deutschen Funkstörturm in einer alten Kirche zu zerstören. Ihr Flugzeug wird abgeschossen, und die meisten Mitglieder der Gruppe, darunter auch Gruppenführer Sergeant Rensin (Bokeem Woodbine), sterben entweder beim Absturz oder durch Nazi-Soldaten und Landminen. Vier Überlebende bleiben übrig: der stellvertretende Kommandant Corporal Ford (Wyatt Russell), Private Boyce (Jovan Adepo), Private Tibbet (John Magaro) und Private Chase (Iain de Caestecker). Die Überlebenden treffen Chloe (Mathilde Ollivier), eine junge Frau aus dem Dorf der Kirche, und suchen Zuflucht in ihrem Haus. Chloe lebt mit ihrem 8-jährigen Bruder Paul (Gianny Taufer) und ihrer Tante (Meg Foster), die durch Nazi-Experimente entstellt wurde. Tibbet und Chase brechen zum geplanten Treffpunkt auf, und eine Nazi-Patrouille unter der Führung von SS-Hauptsturmführer Wafner (Pilou Asbaek) besucht Chloe. Wafner schickt seine Männer fort und überredet Chloe zum Sex. Er droht, ihren Bruder zur "Krankenkur“ zu schicken. Boyce und Ford unterbrechen Wafner und nehmen ihn gefangen. Boyce sucht nach Tibbet und Chase und wird Zeuge, wie Nazis entstellte Dorfbewohner verbrennen. Ein Hund zwingt ihn, in einen Lastwagen zu steigen, der Leichen zur Kirche transportiert. Boyce steigt aus und findet eine unterirdische Basis mit einem Funk-Operationsraum und einem Labor, in dem die Deutschen Experimente mit einem Serum und einer Grube aus schwarzem Teer durchführen. Boyce nimmt eine Spritze mit Serum und rettet Rosenfeld (Dominic Applewhite), ein weiteres Mitglied ihres Trupps, das gefangen genommen worden war. Sie fliehen durch die Kanalisation der Basis. Boyce, Rosenfeld, Tibbet und Chase kehren zu Chloes Haus zurück, wo Wafner sich weigert, das Serum zu erklären. Wafner tötet Chase bei seinem Fluchtversuch. Boyce injiziert Chase das Serum, wodurch er als gewalttätiger Mutant wiederbelebt wird, und Boyce erschlägt ihn. Doch so leicht sterben diese Mutanten nicht...  






Vor diesem Horrorbeitrag drehte Regisseur Julius Avery den recht gelungenen Heist-Fllm "Song of a Gun" mit Nachwuchsttalent Brenton Thwaites sowie Ewan McGregor und Alicia Vikander. Mit "Operation Overload" präsentiert er ein B-Movie, dass optisch wie ein A-Movie aussieht. Dieser Film-Hybrid ist einerseits Zombiethriller, allerdings erst im Lauf der Handlung wird das Kriegsfilm-Szenario merklich erweitert.  In seinen effektivsten Momenten wirkt die Geschichte wie eine Collage aus filmischen Alpträumen, die gelungen sind. Andererseits setzt Avery sehr früh und vielleicht zu oft auf wenig überraschende Schreckensmomente, denn jede Wendung wirkt eher vertraut. Hauptdarsteller Jovan Adeppo liefert eine solide Leistung. 








Bewertung: 7 von 10 Punkten.  
 
 

Sonntag, 7. Juli 2024

Animalia (Le regne animal)

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Thomas Cailley

Aussätzige Mutanten...

Bei der 49. Vergabe des französischen Filmpreises Cesar war Thomas Cailleys Science Fiction Film "Animalia" (Originaltitel: La regne Animal) insgesamt zwölfmal nominiert. Fünf Siege (Kamera David Cailley, Schnitt, Ton, Visuelle Effekte, Soundtrack) wurden daraus, die anderen Nominierungen (Schnitt, Szenenbild, Drehbuch, Nachwuchsdarsteller Paul Kircher, Hauptdarsteller Romain Duris, Regie, Bester Film) führten nicht zu Sieg.
Während sich die Welt bereits an eine Epidemie von Mutationen gewöhnt hat, die Menschen in Tiere verwandeln, muss François (Romain Duris) nach Südfrankreich ziehen, um näher bei seiner Frau Lana (Florence Derez) zu sein, die von dieser mysteriösen Krankheit betroffen ist und in ein spezialisiertes Zentrum geschickt wird. Dort müssen er und sein Sohn Émile (Paul Kircher) sich in einer Welt neu einfinden, die von Kreaturen einer neuen Art bevölkert ist. In dieser nahen Zukunft führt eine Mutation dazu, dass sich bestimmte Individuen schrittweise in anthropomorphe Tiere verwandeln. Die Forscher stehen dieser Krankheit hilflos gegenüber, die jeden treffen kann, unabhängig von Alter oder Geschlecht, und jedes Land versucht, seine Monster, sogenannte "Kreaturen“ oder auch „"Lebewesen“ genannt, so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Deshalb sind François und Emile in den Süden gezogen, denn Mutter Lana soll dort mit anderen Mutanten in ein neu errichtetes Zentrum gebracht werden.  Émile hat es nie geschafft, sein Trauma zu überwinden, als seine Mutter ihn angegriffen und ihm im Gesicht gekratzt hat, und hält sich so weit wie möglich von den Kreaturen fern. Untergebracht auf einem Campingplatz erfahren die beiden Männer, dass der Lastwagen, der die Kreaturen ins Zentrum transportierte, einen Unfall hatte und dass Patienten entkommen waren. Obwohl Julia (Adele Exarchopoulos), eine Gendarmin, versucht, François zu beruhigen und ihm zu erklären, dass sie sie finden werden, beschließt dieser, sich selbst auf die Suche nach seiner Frau zu machen. Bei ihrer ersten Jagd stoßen er und Émile auf zwei Kreaturen, einer davon ist ein Vogelmensch (Tom Mercier), der Émile verletzt, und das andere auf einen Kinderfrosch. Trotz allem ist Lana nirgends zu finden. Während eines Sportunterrichts, bei dem Émile es schafft, allein im Tauziehen zu gewinnen, entdeckt er, dass er übermenschliche Kräfte besitzt und bemerkt später, dass Krallen unter seinen Nägeln hervorkommen und dass er beginnt, sich zu verwandeln. Voller Angst beschließt der Gymnasiast, dies vor seinem Vater zu verbergen, aus Angst, in ein Heim geschickt zu werden. Doch als die Tage vergehen, wirkt sich die Mutation nach und nach auf ihn aus und der tierische Instinkt übernimmt die Oberhand. Émile geht mit seinem Vater zu dem Ort, an dem er die beiden Kreaturen gefunden hat, um um Hilfe zu bitten. Zunächst zögerlich, vertraut Fix, der Vogelmensch ihm allmählich, als Émile ihm beim Fliegen hilft. Gleichzeitig kommt der Junge Nina (Billie Blain), einer seiner Klassenkameraden, näher.....






"Animalia" ist der zweite Kinofilm von Thomas Cailley, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb.
Der Film spielt zu einem großen Teil in sattgrünen, nebelverhangenen Wäldern Südfrankreichs, wo sich die Mutanten, versteckt in Erdlöchern oder in Baumkronen ihr Reich eingerichtet haben. Die europäische Handschrift ist stets präsent, da auch die Frage "Wie geht man mit Außenseitern und Randgruppen um ?" deutlich im Raum steht.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Montag, 18. März 2019

Auslöschung

























Regie: Alex Garland

Die Reise in die Area X...

Für das Drehbuch seines von ihm auch inszenierten Films "Ex Machina" bekam Alex Garland 2016 eine Oscar-Nominierung. Diese Wertschätzung ermöglichte ihm ein höheres Budget für seinen nachfolgenden Film. Doch "Annihilation" (Deutscher Titel: Auslöschung) wurde im letzten Jahr zu einem echten Filmflop. Bei Produktionskosten von ca. 50 Millionen Dollar wurden lediglich 43 Millionen Dollar an der Kasse wieder eingespielt. Die deutschsprachige Premiere gabs nicht im Kino, sondern beim Streaming Anbieter Neflix.
Der Film basiert auf einem Roman von Jeff VanderMeer und handelt von einer geheimnisvollen Quarantänezone aus Pflanzen und Tieren. Gekonnt hält Alex Garland bis zum Schluß eine sehr düstere, pessimistische Stimmung aufrecht - ein zentrales Thema der Geschichte ist der Hang des Menschen zur Selbstzerstörung. Der Zuschauer darf sich anhand eines Himmelfahrtskommandos für die Wissenschaft und den Träumen der Protagonisen ein gewisses Puzzle zusammenbasteln - der ehemalige US-Präsident nannte "Annihilation" als einen seiner Lieblingsfilme des letzten Jahres.
Lena (Natalie Portman) ist eine Molekularbiologin mit einer tragischen Geschichte. Denn ihr Mann Kane (Oscar Isaac) , ein Soldat, der gelegentlich geheime Aufträge erhält, ist seit einem Jahr verschwunden. Und Lena hat auch keine Anlaufstelle, wo sie sich erkundigen könnte - denn es war alles Top Secret. So muss sie wohl oder übel damit leben, dass ihr Mann einfach weg ist. Lenas Kollege Daniel (Davied Gyasi) versucht die Frau durch eine Einladung zum Grllen wieder aufzubauen, doch er bekommt von ihr eine Absage. Dann taucht eines Abends wie aus dem Nichts ihr Mann wieder auf, er ist aber merkwürdig verändert und scheint schwer krank zu sein. Sie ruft den Notarzt, doch auf dem Weg ins Hospital wird der Krankenwagen vom Militär gestoppt. Später wacht Lena wieder auf...sie bekam eine Betäubung und befindet sich in einem Forschungszentrum, die der geheimen Organisation "Southern Reach" gehört. Dort wird die "Area X" untersucht - seit 3 Jahren überwuchert in einem größeren Gebiet ein "Schimmer" ähnliches Schild das gesamte Gebiet. Diese fremde Natur verändert alles und schafft Mutationen. Sie breitet sich auch ständig aus. Kane - so erfährt Lena - war der erste Überlebende von insgesamt 11 Expeditionsteams, die sich in diese Area X wagten. Nun steht das 12. Team in den Startlöchern und diesmal sind es ausschließlich Frauen, die alle aus ganz unterschiedlichen Gründen, dieses lebensgefährliche Wagnis auf sich nehmen.
Die Psychologin Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh) leitet die Crew. Mit dabei die Rettungssanitäterin Anya (Gina Rodriguez(, die Geomorphologin Cassie (Tuva Novotny) und die Physikerin Josie (Tessa Thompson). Weil Lena Antworten haben will, warum ihr Mann auf der Intensivstation liegt und wahrscheinlich sterben wird, entscheidet sie sich mitzugehen....




Die Mission wird natürlich zum gefährlichen Abenteuer und die fünf Frauen werden nicht nur fiesen Tiermutationen begegnen, sondern sie haben das Gefühl, dass sie sich verändern. Sie verlieren das Zeitgefühl und bald haben sie den Eindruck, dass sich eine fremde Macht ihres Körpers und Geistes bemächtigt hat. Für das Zentrum von Area X haben die Macher einen Leuchtturm an der Küste gewählt. Dort werden vielleicht die Fragen, die man hat, beantwortet. Aber zu welchem Preis wird dies passieren ? "Annihilation" erweist sich als starker Science Fiction Beitrag mit vielen interessanten Konstellation, die dieser Schimmer bietet und "Doppelgänger" und "Krebszellen" hervorbringt.





Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Dienstag, 23. August 2016

Formicula




















Regie: Gordon Douglas

Fiese Bugs...


Der beste Science Fiction Film der 50er Jahre ist sicherlich Don Siegels "Die Dämonischen". Aber gleich danach gibt es fünf gleichwertige Verfolger: "Die Zeitmaschine" (George Pal, 1959), Das Ding (Christian Nyby, 1951), Der Tag, an dem die Erde stillstand (Robert Wise, 1951), Die unglaubiche Geschichte des Mr. C. (Jack Arnold, 1954) und "Formicula" - der erste der Nuklear-Monster Filme und der erste Big Bug Kinohit. Der Film heißt im Original "Them" und wurde von Gordon Douglas im Jahr 1954 inszeniert. Ein Regisseur, der verlässliche Qualitätsarbeiten ablieferte und in beachtlicher Weise auch tolle Genrefilme ablieferte. Vor allem seine Western "Im Höllentempo nach Fort Dobbs", "Man nannte ihn Kelly", "Rio Conchos", "Chuka" oder "Barquero" sind Klassiker geworden. Darüberhinaus drehte er mit "Den Morgen wirst du nicht erleben" einen guten Noir mit James Cagney und mit "Auf hoher See" einen Evergreen mit dem grandiosen Komikerduo Stan Laurel und Oliver Hardy. In seiner späteren Schaffensphase drehte er oft mit Frank Sinatra (Sieben gegen Chicago, Der Schnüffler, Der Detektiv, Die Lady in Zement).
Dennoch halte ich "Formicula" für seinen besten Film überhaupt. 1955 wurde er sogar in der Kategorie "Beste visuelle Effekte" für den Oscar vorgeschlagen. Im Vorspann erscheint "Them", der Titel des schwarz-weiß Films, im grellen Rot. Diese Farbe steht für die fiesen Bugs, aber man könnte auch an die Kommunisten denken, denn zu dieser Zeit musste das freie Amerika ja seine Bürger auf den kalten Krieg und dessen kommende Konflikte einstimmen. Die erste Szene ist sogar eine der besten des ganzen Films. Ein kleines Mädchen (Sandy Descher) irrt gedankenverloren, sichtlich unter Schock, durch die Wüste von New Mexiko. In der Hand hält sie noch ihre kleine Puppe fest. Als die beiden Polizisten Sergeant Ben Peterson (James Whitmore) und Ed Blackburn (Chris Drake) die Kleine in der Nähe von Alamogordo finden, müssen sie weiter rätseln. Denn das Mädchen kann nicht reden. In der Nähe finden die beiden den Wohnwagen der Eltern, die Familie ist verschwunden und alles sieht verwüstet aus. Ein großer Fußabdruck lässt einen Berglöwen vermuten, während im Wüstenwind ein seltsam pulsierendes, schrilles Geräusch zu hören ist, das dem Mädchen Angst macht. Kurze Zeit später finden die beiden Polizisten in dem Gemischtwarenladen in der Nähe  die Leiche des Besitzers. Die Zuckervorräte sind verschwunden und es riecht nach Ameisensäure. Petersen fährt in die Stadt um Verstärkung zu holen, während Blackburn am Tatort wartet. Man hört wieder diese surrenden Geräusche, als der Mann den Laden verlässt hört man die Schüsse, die er abfeuert und seinen Todesschrei. Das FBI wird eingeschaltet, aber auch Agent Robert Graham (James Arness) kann sich keinen Reim darauf machen. Nur gut, dass es Wissenschaftler wie die Biologen Dr. Harold Medford (Edmund Gwenn) und seine Tochter Dr. Patricia Medford (Joan Weldon) gibt, die wissen das in dieser Gegend vor einigen Jahren Atomtests durchgeführt wurden und möglicherweise monströse Mutationen von kleinen Insekten hervorgebracht haben. Und tatsächlich haben die beiden Wissenschaftler recht. Ein Nest mit hunderten von Ameisen wird in der Wüste gefunden. Die Bugs haben die stattliche Größe bis zu 3 1/2 Metern und werfen die Skelette ihrer menschlichen Nahrung vor den Bau. Da hilft nur ausräuchern. Doch zwei Ameisenköniginnen entkommen und fliegen davon. Der ulitmative Showdown findet dann auf dem Ozean und in der Kanalisation von Los Angeles statt...



"Die Fühler, Schieß auf die Fühler" und Dr. Medford als Experte weiß das genau. In Formicula tun sich Polizei, FBI und die Wissenschaft zusammen, um gemeinsam gegen die tödliche Gefahr zu kämpfen. Sehr schnell wird das Kriegsrecht ausgerufen und der Ausnahmezsutand verhängt. Gordon Douglas inszenierte sehr straff und äusserst spannend und spielt geschickt mit den Ängsten des Zuschauers. Dabei sind die Riesenameisen recht gut gelungen, auch wenn der Film seine Spannung auch aus den szenen bezieht, wo die Monsterviecher gar nicht zu sehen sind. Etwa dann wenn das Geräusch in der Wüste ihr Kommen ankündigt oder in der erwähnten ersten Szene, wenn man den Schrecken im Gesicht des Kindes sieht. Am Ende sind wieder zwei kleine Jungs in Gefahr. Nur gut, dass es todesmutige Männer gibt, die einen Rettungsversuch in der Kanalisation starten. Sehr gelungen auch die gefahrvolle Reise in den ausgeräuchteten Bau in der Wüste. Schauen, ob keines der Tiere überlebt hat. Und an der Seite der beiden Männer die starke Frau. Am Ende deutet sich auch an, dass sie und der FBI Agent starke Sympathien füreinander hegen. Jack Arnold fand den Film so toll, dass er ein Jahr später Spinnen in Monstergröße in die Kinos brachte, seine "Tarantula" wurde auch ein riesiger Hit.





Bewertung: 9 von 10 Punkten.