Mittwoch, 11. März 2026

Bugonia


Regie: Yorgos Lanthimos

Entstehung und Vernichtung von Bienenvölkern....

"Bugonia" bezeichnete in der Antike, besonders in Griechenland, die Vorstellung, dass aus einem verwesenden Körper ein Bienenvolk entstehen würde. Angesichts dieser vermutlich eher sagenhaften als realen Vorstellung passt es ausgesprochen gut, dass der gleichnamige Filme des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos mit Aufnahmen von Bienen beginnt, über ihre Bedeutung für die Landwirtschaft und nicht zuletzt für den Fortbestand der Menschheit. Der Film ist anstrengend, bis zum wirklichen Höhepunkte eher spröde, aber auch äusserst interessant. An der Kasse war das Ergebnis eher enttäuschend, denn die Einnahmen des Films mit rund 43 Millionen Dollar haben nicht die hohen Budgetkosten gedeckt. Dennoch waren die Kritiker voll des Lobes und so errang "Bugonia" bei der Vergabe des europäischen Filmpreises insgesamt 6 Nominierungen - eine davon (Torsten Witte für das beste Makeup) wurde als Sieger gefeiert. Großes Lob auch für die beiden Hauptdarsteller Jesse Plemons und Emma Stone, die beide eine Golden Globe Nominierungen bekamen sowie für Aidan Delbis, der den Danny, den zurückgebliebenen Cousin von Verschwörungstheoretiker Teddy (Plemons) spielt. Teddy und Danny sind beste Freunde und leben in einem abgelegenen Haus, wo sich vor allem Teddy seinen teilweise absurden Phantasien hingibt und ganz nebenbei noch als Imker tätig ist. Teddys Plan ist es die bekannte Michelle Fuller (Emma Stone) zu entführen, die Chefin des bedeutenden Pharmaunternehmens Auxolith ist. Teddy arbeitet auch in der Firma als Verpackungskraft und er macht seine Chefin für den Zustand seiner Mom verantwortlich, die aufgrund einer Medikamenteneinnahme einer klinischen Studie nun im Koma liegt. Teddy ist felsenfest davon überzeugt, dass Michelle Fuller nicht einfach nur eine verantwortungslose Unternehmerin ist, der das wirtschaftliche Wohl ihrer Aktionäre weit mehr bedeutet als die Gesundheit durchschnittlicher Mensche. Teddy ist sich sicher, dass Michelle Fuller einer bösartigen ausserirdischen Species angehört, er nennt diese Species Andromedaner, von denen er glaubt, dass sie das Ziel haben, die baldige Ausrottung der wichtigen Bienenvölker vorzunehmen. Dann wäre der Weg frei für die völlige Unterwerfung der Menschheit. Die Entführung gelingt schließlich und wer den koreanischen film "Save the Green Planet" kennt, der wird wissen auf welchen Plot die Geschichte bald zusteuert. "Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass Sie nicht hinter Dir her sind" hieß es schon in Mike Nichols Antikriegsfilm "Catch 22" und der Reiz des Film liegt darin, dass alles darauf hinausläuft, dass Teddy schwer krank und schwer traumatisiert ist und sich in seiner Psychose kaum eines besseren Belehren lässt. Aber....vielleicht...gibt es wirklich Aliens, die uns steuern ???? Fast wie ein Kammerspiel entwickelt sich im Keller ein Duell zwischen Teddy und Michelle, bei dem zwei auf den ersten Blick wenig sympathische Figuren aufeinandertreffen. Jemanden zu entführen, wirkt dabei ebenso wenig akzeptabel wie ein geldgieriges Unternehmen zu führen, der Glaube, es mit einem Alien, genauer gesagt einem Vertreter des Planeten Andromeda, zu tun zu haben, ebenso absurd wie zu denken, dass die Pharmaindustrie allein das Interesse der Patienten im Sinn hat. Natürlich wird die Situation bald eskalieren...







Der Regisseur erweist sich einmal mehr als zynischer Beobachter der menschlichen Natur und ihrer Abgründe. Die Auflösung ist logisch durchdacht und sollte zu denken geben, selbst wenn haarsträubende Absurdität das Thema der Geschichte darstellt. Vier Oscarnominierungen sollen auch nicht unerwähnt bleiben: Bester Film, Emma Stone als beste Darstellerin, Will Tracy für sein Drehbuch sowie kerskin Fendrix für die Filmmusik. 








Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Die Herrschaft des Feuers












Regie: Rob Bowman

Die Auferstehung der Drachen...

Bob Bowman ist der Regisseur der Kinoversion von "Akte X" mit Gillian Anderson und David Duchovny und drehte danach den ambitionierten Drachen Apokalypse Film "Reign of Fire" (deutscher Filmtitel: Die Herrschaft des Feuers) mit den beiden Kinostars Matthew McConaughey und Christian Bale. Auch Gerard Butler ist in einer Nebenrolle zu sehen. Der Film spielte zwar 82 Millionen Dollar ein, blieb aber aufgrund seines hohen Budget von ca. 60 Millionen Dollar hinter den Erwartungen zurück.  Der Film aus dem Jahr 2002 spielt im England des Jahres 2020, achtzehn Jahre nachdem ein U-Bahn-Projekt in London versehentlich Drachen aus ihrem jahrhundertelangen Schlaf erweckt hat. Diese Kreaturen haben die Menschen daraufhin als dominante Spezies auf der Erde abgelöst. Angesichts des drohenden Untergangs der Menschheit erkennen zwei Überlebende, angeführt von Quinn Abercromby (Bale) und Denton Van Zan (McConaughey), dass sie zusammenarbeiten müssen, um die Bestien zu jagen und zu vernichten und so in einem verzweifelten Versuch die Welt zurückzuerobern. Im Jahr 2002 besucht der junge Quinn Abercromby (Ben Thornton) eine Baustelle der Londoner U-Bahn. Bauarbeiter dringen in eine Höhle ein, und ein Drache erwacht aus dem Winterschlaf und verbrennt die Arbeiter mit seinem Feueratem. Der einzige Überlebende ist Quinn, dessen Mutter Karen (Alice Krige), die Projektingenieurin, stirbt, als sie ihn beschützt. Der Drache fliegt aus der U-Bahn, und bald tauchen weitere Drachen auf. Die Militärs der Welt scheitern daran, die Ausbreitung der Drachenpopulation zu stoppen und greifen große, dicht besiedelte Gebiete mit Atomwaffen an, was die Menschheit beinahe ausrottet. 18 Jahre später, im Jahr 2020, sterben die Drachen zwar aus, sind aber auf der Suche nach Nahrung immer aggressiver geworden. Quinn (Christian Bale) führt zusammen mit seinem besten Freund Creedy (Gerard Butler) eine Überlebendengemeinschaft auf Schloss Bamburgh in Northumberland an. Dort plant er, die Drachen zu überdauern, bis diese wieder in den Winterschlaf fallen. Zur Sicherheit teilt er seine Aufzeichnungen und Pläne mit Jared (Scott Moutter), einem Waisenjungen, den er gerettet hat und der ihn zum Nachfolger als Anführer der Gemeinschaft ausbildet - Quinn betrachtet den Jungen als seinen Ziehsohn. Die Gemeinde leidet unter Versorgungsengpässen, was zu Unruhen führt, solange die karge Ernte noch aussteht. Eddie und einige seiner Anhänger stehlen einen LKW, um die Ernte einzubringen, werden aber von einem Drachen angegriffen. Quinn, Creedy und Jared wehren den Drachen ab, der den Großteil der Ernte verbrennt und die Gemeinde ohne Nahrung zurücklässt. Eine Gruppe schwer bewaffneter Amerikaner unter der Führung von Denton Van Zan (Matthew McConaughy)  trifft in einem gepanzerten Konvoi ein. Quinn ist zunächst skeptisch und vermutet, dass es sich um Plünderer handelt, doch Van Zan überzeugt ihn, sie bleiben zu lassen, indem er die größte Schwäche der Drachen offenbart: ihre schlechte Sicht in der Dämmerung. Mit Quinns Hilfe erlegen Van Zan und sein Team den Drachen, der die Ernte vernichtet hat. Van Zan stellt Quinn Alex Jensen (Izabella Scorupco) vor, die Hubschrauberpilotin seines Teams, und unterrichtet ihn über ihre Mission. Nachdem sie Hunderte von Drachen getötet haben, stellt Alex fest, dass es sich ausschließlich um Weibchen handelt. Sie vermutet, dass sie sich so schnell vermehren, weil die Art auf ein einziges Männchen angewiesen ist, das alle Eier gleichzeitig befruchtet. Nachdem sie die Ausbreitung der Drachen verfolgt haben, glauben sie, dass sich das Männchen in London aufhält und dass die Drachen sich nicht mehr fortpflanzen können, wenn sie es töten – was die Art ausrotten würde. Quinn, der vermutet, dass der männliche Drache derselbe ist, der seine Mutter getötet hat, weigert sich zunächst zu helfen, da er weiß, dass London von Drachen verseucht ist und dass diese sie im Falle eines Scheiterns zu ihrem Unterschlupf verfolgen werden...








Natürlich wird er seine Meinung ändern und auf dem Höhepunkt der Story machen sich drei Menschen auf den riesigen Drachen zu besiegen. Die Drachen sind sehr gut gemacht und die Atmosphäre ist extrem düster. Meiner Meinung nach stört die übertriebene Performance von McConaughey den Film den Rhythmus der Geschichte. Ansonsten ist jedoch diese Mischung aus mittelalterlicher Fantasy und Militäraction recht gelungen. 







Bewertung:7 von 10 Punkten. 
 

Mad Max 3 - jenseits der Donnerkuppel










Regie: George Miller 

Bartertown...

Das Szenario im dritten Mad Max Abenteuer "Beyond Thunderdome" (deutscher Titel: Jenseits der Donnerkuppel) aus dem Jahr 1985 ist niederschmetternd: Motorisierte Fahrzeuge gibt es kaum noch. Benzin und wasser sind mehr denn je zu einer Mangelware geworden, das Land ist verödet. Und der ehemalige Cop Max Rockatansky, der ja im ersten Teil seine Familie verlor und seitdem auf Rachefeldzug ist, betritt bei der Verfolgung eines Diebes die Stadt Bartertown.  Der australiische postapokalyptische Actionfilm bei dem George Miller und George Ogilvie Regie fürhten und Terry Hayes und Miller das Drehbuch schrieben, hat neben Mel Gibson ein weiteres Zugpferd verpflichten können: Tina Turner in einer ihrer wenigen Filmrollen. Die US-Rockn Soul Röhre steuerte auch zwei Songs für den Film bei. Als Intro ist "One of the living" zu hören, das in Deutschland bis Platz 6 in den Charts war. Der Schlußsong "We dont need another hero" wurde sogar Tina Turners einzige Nr. 1 Single in Deutschland, also noch besser platziert als "Nutbush City Limits", das bis auf Platz 2 kam. Billboard listete Turners Leistung in dem Film später als die 68. beste Performance eines Musikers in einem Kinofilm - er spielte insgeamt 36 Millionen Dollar ein.  Die Welt ist eine postapokalyptische Ödnis, verursacht durch Ökozid und einen Atomkrieg um Ressourcen. Auf dem australischen Festland durchquert Max Rockatansky (Mel Gibson) die Wüste in einer von Kamelen gezogenen Kutsche. Der Lufträuber Jedediah (Bruce Spence) und sein junger Sohn (Adam Cockburn) greifen ihn an und stehlen ihm Kutsche und Tiere. Max folgt Jedediahs Spur zu einem Handelsposten namens „Bartertown“. Da er zunächst nichts zum Tauschen hat, wird ihm der Zutritt verweigert. Doch er beeindruckt die lokalen Beamten mit seiner Zähigkeit, und die Gründerin und Herrscherin der Stadt, Aunty Entity (Tina Turner), bietet ihm Nachschub an, wenn er eine Aufgabe erfüllt.  Bartertowns Energie stammt aus „Underworld“, einer unterirdischen Raffinerie, die Schweinekot in Methan umwandelt. Die Raffinerie wird von Master (Angelo Rossitto) betrieben, einem Zwerg, der auf Blaster (Paul Larsson), seinem riesigen Leibwächter, reitet. „Master Blaster“ hat begonnen, Auntie um die Herrschaft über Bartertown herauszufordern; Sie will, dass Max Blaster tötet, damit sie Master ihrem Willen unterwerfen kann. Max infiltriert Underworld, um Master Blaster auszuspionieren, und freundet sich mit Pig Killer (Robert Crubb) an, einem Sträfling, der wegen Schweineschlachtung für seine Kinder dort Zwangsarbeit leisten muss. Als Master Blaster erfährt, dass sein neu erworbenes Fahrzeug Max gehört, zwingt er ihn, die darin befindliche Falle zu entschärfen. Dabei löst Max den Alarm aus und entdeckt, dass Blaster überempfindlich auf hohe Töne reagiert. Laut Gesetz werden Konflikte in Bartertown in einem Kampf bis zum Tod in Thunderdome, einer Gladiatorenarena, beigelegt. Max beschuldigt Master öffentlich des Diebstahls seines Fahrzeugs, woraufhin ein Kampf gegen Blaster angesetzt wird. Blaster dominiert, bis Max pfeift, woraufhin Blaster sich schmerzerfüllt an den Kopf fasst. Max schlägt Blaster den Helm vom Kopf und will ihn töten, lässt aber davon ab, als er Blasters geistige Behinderung erkennt. Max enthüllt Aunties Plan, woraufhin Master droht, die Raffinerie stillzulegen. Daraufhin lässt Auntie Blaster noch in der Arena töten. Sie kann Master daraufhin terrorisieren, damit er die Raffinerie weiter betreibt. Weil Max einen Deal gebrochen hat, muss er an einem Glücksrad drehen und landet auf „Gulag“. Er wird gefesselt, mit einer Maske auf ein Pferd gesetzt und ins Ödland geschickt. Als das Pferd vor Erschöpfung zusammenbricht, befreit sich Max und marschiert zu Fuß weiter, bis auch er zusammenbricht. Die Kriegerin Savannah Nix (Helen Buday) findet Max im Sterben liegend und heilt ihn. Ihr Heimatplanet „Erf“ ist eine Oase, die von einem primitiven Stamm aus Teenagern und Kindern bewohnt wird. Die Kinder stammen von Überlebenden einer abgestürzten Qantas Boeing 747 ab, von denen einige aufbrachen, um Hilfe zu suchen und nie zurückkehrten. Sie glauben, Max sei der Pilot, „Captain Walker“, der gekommen sei, um das Flugzeug zu reparieren und sie ins sagenumwobene „Land von Morgen-Morgen“ zu fliegen....








"Beyond Thunderdome" bekam zwar gute Kritiken und Tina Turners Charthit wurde gar mit einer Golden Globe Nominierung bedacht. Aber insgesamt ist dieser dritte Mad Max Teil der schwächste der bislang fünfteiligen Reihe, die zwischen 1979 und 2024 gedreht wurde. Die wilden Autoverfolgungsjagden, die man vom furiosen Vorgänger gewohnt war, kommen leider erst sehr spät zum Einsatz. Die Geschichte von Max im Teenagerlager zieht sich ein bisschen. Wobei Tina Turner aber immer wieder gute ikonische Momente hat. Insgesamt ist "Jenseits der Donnerkuppel" aber viel familienfreundlicher als die anderen Teile.












Bewertung. 6,5 von 10 Punkten.