Samstag, 8. August 2026

Die Mörderklinik















Regie: Elio Scardamaglia

Das Sanatorium im Wald...

Unter dem Pseudonym Michael Hamilton inszenierte der italienische Filmproduzent Elio Scardamaglia seinen einzigen Film "Die Mörderklinik", eine Mischung aus Giallo und Gothic-Thriller. Damals war es nicht unüblich, dass italienische Regisseure sich US-Künstlernamen zulegten. Vor allem im Genre des Spaghetti Western war die oft der Fall. "Die Mörderklinik" spielt im Jahr 1870 und kam 1966 in die Kinos. In Italien spielte der Film 96 Millionen Lire ein. Im Original heißt der Film "La lama nel corpo" (Wörtlich: Das Messer im Körper) und Scardamaglia teilte sich die Regiearbeit mit Lionello De Felice. Das Drehbuch basiert auf einer Geschichte von Luciano Martino und Ernesto Gastaldi. Dr. Robert Vance (William Berger) betreibt eine Heilanstalt, in der Patienten mit angeschlagener psychischer Konstitution betreut werden. Da die Einrichtung sehr abgeschieden liegt, sollen seine Schutzbefohlenen von der vorhandenen Ruhe profitieren, jedoch wird durch diese Voraussetzung auch ein unheimlicher Frauenmörder angelockt, der seine Opfer mit einem Rasiermesser tötet. Doch es scheinen sich noch weitere Geheimnisse in dem alten Gemäuer zu verbergen. Aus dem oberen Stockwerk sind sehr beunruhigende Geräusche zu vernehmen. Als man der Sache auf den Grund gehen will, kommt es zu einer schauerlichen Entdeckung. Derweil mordet das Phantom weiter und in der Klinik scheint es von Verdächtigen nur so zu wimmeln. Dann kommt es zum ersten Mord, der in Verbindung mit der morbiden Atmosphäre für Aufsehen sorgen könnte, doch dem Mediziner scheint die Publicity verhasst und so wird die junge Frau, eine Patientin, von ihm heimlich vergraben. Die offizielle Darstellung heißt, dass die junge Frau als geheilt entlassen wurde. Die neue Krankenschwester Mary Stuart (Barbara Wilson) bemerkt sehr schnell, dass etwas in dem abgelegenen Sanatorium nicht stimmt. Neben der entlassenen Patientin ist noch der aggressive schizophrene Fred (Massimo Righi) und eine alte senile Frau (Anna Maria Polani) dort untergebracht. Im oberen Stockwerk muss ebenfalls ein Mensch wohnen, man hört öfters ein aggressives Trampeln. Die Ehe des Doktors mit seiner Frau Lizabeth (Mary Young) scheint alles andere als glücklich. Es halten sich Gerüchte, dass der Doktor vor Jahren am Unglück von Lizabeths Schwester Laura (Delfi Mauro) schuld sein soll, die seit dieser Zeit entstellt ist. Die Chefkrankenschwester Sheena (Harriet Medin), eine weitere Krankenschwester (Rosella Bergamonti), der Hausmeister (Germano Longo) scheinen nichts von den unheimlichen Begebenheiten mitzubekommen. Dann taucht die hübsche Giselle de Brantome (Francoise Prevost) auf - eine Frau mit Geheimnissen und durch ihr kriminelles Verhalten könnte sie vielleicht das zweite Opfer des unbekannten Mörders sein... 









Es entstehen mitunter spannende Phasen, wenn beispielsweise die Zielscheiben des Mörders um ihr Leben rennen müssen. Generell fällt das gelungene Spiel mit Licht und Schatten auf, die entstehenden Kontraste sorgen für Stimmungen, meistens der unbehaglicheren Art. Nach einiger Zeit kristallisiert sich deutlich heraus, dass die Regie auf ein gedrosseltes Erzähltempo setzt, zugunsten einer Art Detail-Verliebtheit und dichten Zeichnung der beteiligten Charaktere, so dass die Kulturgäste des Hauses auch hinlänglich vorgestellt werden, um sie im weiteren Verlauf kritisch und empfindlich durchleuchten zu können. Die Figuren stiften generell Verwirrung, viele von ihnen wirken geheimnisvoll und unberechenbar, ja eigentlich agieren die meisten von ihnen so, als seien sie dem Wahnsinn nah, oder als hätte er sie bereits längst eingeholt. Es existiert eine obere Etage, für die der Zutritt strengstens untersagt ist. Man hört Geräusche, man nimmt Schritte wahr, doch wirken diese Hinweise lediglich wie Einbildungen der Patienten, bis sich der Verdacht bestätigt, dass sich dort ein Monster befindet. Die Karten werden mit jeder kruden Verhaltensweise der Personen neu gemischt, so dass der Verdacht auch mehr oder weniger auf jeden einzelnen gelenkt wird, doch die Hintergründe bleiben über lange Strecken nebulös. Die Stärken liegen vor allem in der Kameraarbeit und der visuellen Gestaltung. Neben den Giallo Elementen schwingt auch ein Hauch von Hammer Movie Horror mit. Ein Teil des Plots befasst sich mit Dr. Vances Schuld an der körperlichen Entstellung seiner Schwägerin und seinem Versuch mit Hilfe einer Haut-Transplantations-Technik deren frühere Schönheit wieder herzustellen. Dieser Handlungsstrang spielt im weitern Verlauf des Films nicht die Hauptrolle, erinnert aber daran, dass auch Franjus Klassiker "Augen ohne Gesicht" als Inspiration für die Story gedient haben könnte. 













Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 3. August 2026

Night Ripper - Das Monster von Florenz















Regie: Cesare Ferrario

In der Psyche des Killers..

Mit dem Schlagwort "Monster von Florenz" ist die von den italienischen Medien geprägte Bezeichnung für einen oder mehrere Täter, die für eine Serie von insgesamt 8 Doppelmorden in der Provinz Florenz zwischen 1968 und 1985 verantwortlich gemacht werden. Als Hauptverdächtiger der Serienmorde galt ein gewisser Pietro Pacciiani (1925  bis 1998). Er wurde zunächst für schuldig befunden, aber in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Der Oberste Gerichtshof Italien annullierte den umstrittenen Freispruch und forderte ein erneutes Verfahren, zu dem es jedoch nicht mehr kam, da Pacciani 1998 an einem Herzversagen verstarb. Im Jahr 2025 brachte Netflix eine Miniserie in vier Teilen von Leonardo Fasoli und Stefano Sollima heraus. Aber bereits 1986 bezog sich der italienische Giallo "Night Ripper - Monster von Florenz" von Cesare Ferrario auf diese Fälle. Allerdings war der Fall damals noch nicht vollständig aufgeklärt und heute noch hält sich die kollektive Meinung, dass einflussreiche Menschen von Teilen der Justiz geschützt wurden. Im Zusammenhang mit den Fahndungen kam es zu drei Suiziden und sieben weiteren Morden. Mögliche Spuren am Tatort waren durch Fahrlässigkeit der Polizei nicht gesichert oder verdorben worden; Akten verschwanden, die Justiz und die rivalisierenden Polizeiorgane lähmten sich gegenseitig.Toscana im Scopeti-Gebiet wird ein junges französisches Paar in seinem Zelt brutal ermordet. Ein mysteriöser Wahnsinniger, der zuvor bereits sieben andere Paare getötet und die gesamte Provinz Florenz seit fast zwanzig Jahren terrorisiert hat, wird von den Medien als das Monster von Florenz bezeichnet. Giulia (Bettina Giovanni), eine junge Journalistin, die seit vier Jahren für ihre Zeitung über diesen schrecklichen Fall berichtet, ist mit Andreas Ackermann (Leonard Mann) verlobt, einem Schriftsteller, der einen Roman über diesen makabren und mysteriösen Mörder schreibt und versucht, dessen Persönlichkeit und die Motive für seine grausamen Verbrechen zu rekonstruieren.  Für Andreas, der eines Tages auch die Mutter eines der Opfer des Serienmörders trifft, ist die Suche nach der Identität des Monsters zu einer solchen Obsession geworden, dass er, ausgehend von der Rekonstruktion des ersten Verbrechens (das sich 1968 in Signa ereignete), sein eigenes psychophysisches Profil des Mörders erstellt hat: ein ahnungsloser Mann aus wohlhabender Familie, überdurchschnittlich intelligent, getrieben vom Morden durch seine eigene sexuelle Impotenz, die mit einem Kindheitstrauma aufgrund der Perversionen seiner Eltern zusammenhängt. Was Andreas für bloße Fantasien hält, ein Produkt seiner schriftstellerischen Vorstellungskraft, scheint jedoch allmählich Realität zu werden: Er beginnt, den Mörder  (Federico Pacifici) und seine imaginäre Mutter (Lydia Mancinelli) in verschiedenen realen Situationen zu sehen: im Theater während einer Aufführung der Oper Othello, in einem Restaurant beim Abendessen mit Freunden und schließlich in einem Wald, dem Ort eines der Morde des Monsters. Der Autor malt sich den Tag aus, an dem der Mann vor Gericht gestellt wird, doch er weiß, dass man tief in seine Kindheit eintauchen muss, um zu verstehen, was ihn zum Monster von Florenz werden ließ.Andreas hat sich damit abgefunden, dass der Mörder wohl nie gefasst wird, und wird zunehmend von Halluzinationen geplagt, die auch er für solche hält. Doch als er seinen Mörder in einer Bar in Florenz entdeckt, verfolgt er ihn und stellt ihn. Angesichts des Mannes weiß Andreas weder, was er sagen noch wie er sich verhalten soll, und lässt ihn gehen. Der Mörder geht daraufhin davon und schlendert ruhig durch die Straßen der Altstadt....







Die Dreharbeiten begannen am 19. November 1985 und endeten im Januar 1986. Die Außenaufnahmen entstanden in Florenz, die Innenaufnahmen in Rom] Der Brunnen im Wald, an dem sich das „Monster“ nach dem Mord an den französischen Liebenden wäscht, ist der Testa di Bove-Brunnen im Wald Macchia Grande in Manziana; das Haus, in dem das „Monster“ als Junge lebte, liegt an der Piazza della Rocca in Ostia Antica; das Kino, in dem sich die Mutter des „Monsters“ in der Nacht ihres Mordes durch ihren Mann aufhielt, ist der ehemalige Bischofspalast; die Treppe, auf der Andreas dem Kommissar, der die Fälle der dem „Monster“ zugeschriebenen mysteriösen Verbrechen untersucht, seine Eindrücke mitteilt, befindet sich in der Festung Forte Belvedere an der Via di San Leonardo.Der Film kam am 12. April 1986 in die italienischen Kinos, wenige Monate nach dem späteren letzten Mord an dem mysteriösen Serienmörder, der die Provinz Florenz fast zwanzig Jahre lang terrorisiert hatte. Man wollte die emotionale Wirkung des Verbrechens auf die Öffentlichkeit nutzen. In Deutschland lief der Film unter den Titeln „Night Killer“ und „Das Monster von Florenz“; in Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland unter dem Titel „The Monster of Florence“. Der von Goffredo Lombardos Titanus vertriebene Film war ein großer Kassenerfolg (Einspielergebnis über eine Milliarde Lire), obwohl er nach seiner Veröffentlichung auf einige Probleme stieß. Diese betrafen sowohl die Justiz aufgrund der Rekonstruktion der Geschichte und der Hypothesen zur Persönlichkeit des Monsters (die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden stagnierten zum Zeitpunkt der Filmveröffentlichung) als auch einige Angehörige der Opfer des Serienmörders, die Spekulationen über dieses tragische Ereignis ablehnten.Wenige Tage nach der Veröffentlichung ordnete die Justiz die Beschlagnahme des Films an und verbot seine Vorführung in allen italienischen Kinos. Nach einem Einspruch von Titanus wurde der Film veröffentlicht und erneut veröffentlicht, das Vorführungsverbot blieb jedoch bestehen, allerdings nur noch für Kinos in der Toskana. "Night Ripper" ist ein True Crime-Giallo, der natürlich spekulative Theorien über das "Monster von Florenz" aufstellt und der sehr verschachtelt - u.a. auch mit Zeitsprüngen und Visionen- erzählt wird, was ich allerdings nicht als einen Nachteil empfinde. Man hat stellenweise das Gefühl, dass der unbekannte Mörder immer mehr in die Psyche des Autors eindringt - manchmal entsteht sogar die Vermutung, dass Autor und Killer ein und dieselbe Person ist.









Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Montag, 22. Juni 2026

Scream 7










Regie: Kevin Williamson

Nichts Neues in Pine Grove..

Zumindest aus kommerzieller Sicht ist "Scream 7" mit einem Einspielergebnis von 214 Millionen Dollar ein gutes Ergebnis. Es ist sogar der beste Umsatz, den ein "Scream" Film bisher erzielte. Das Original von Wes Craven aus dem Jahr 1996 kam auf 173 Millionen Dollar Umsatz. Teil 2 und 3 erzielten ein ähnlich gutes Ergebnis. Der vierte Teil war mit 97 Millionen Dollar der umsatzschwächste der Filmreihe. "Scream 5" steigerte sich auf 138 Millionen, der Nachfolger toppte das Ergebnis mit 161 Millionen Dollar Umsatz. In Woodsboro besuchen Stab-Fan Scott (Jimmy Tadro) und seine Freundin Madison (Michelle Randolph) Stu Machers (Matthew Lillard) Haus, nachdem sie Gerüchte gehört haben, er habe möglicherweise überlebt, als ihm ein Fernseher auf den Kopf fiel. Sie werden von Ghostface getötet, der das Haus in Brand setzt. In Pine Grove, Indiana, hat sich Sidney Prescott (Neve Campbell) ein neues Leben aufgebaut. Sie ist mit Polizeichef Mark Evans (Joel McHale) verheiratet, betreibt ein Café und zieht ihre Kinder groß, darunter ihre Teenager-Tochter Tatum (Isabel May), benannt nach Sidneys verstorbener bester Freundin Tatum Riley. Sidney erhält einen Anruf von Ghostface, der einen Videoanruf verlangt und sich als der gealterte und vernarbte Stu zu erkennen gibt. Stu kündigt an, Tatum zu verfolgen und sich vor dem Theater aufzuhalten, in dem sie probt. Sidney trifft mit der Polizei ein, während Ghostface flieht, nachdem er Tatums Freunde Hannah (McKenna Grace) und Aaron (Cyle Winters) getötet hat.Später in der Nacht taucht Ghostface aus Sidneys Dachboden auf und schlägt Mark bewusstlos. Sidney bringt Tatum in einen sicheren Raum, um Ghostface zu entkommen, und benutzt den alternativen Ausgang des Raumes, um das Haus zu verlassen. Ghostface versucht, Sidney und Tatum durch die Wand zu erstechen, wird aber schließlich von Gale Weathers (Courtney Cox) und ihren Assistenten Mindy (Jasmin Savoy Brown) und Chad Meeks-Martin (Mason Gooding) überfahren. Nachdem Ghostface entlarvt wurde, erkennt Sidney den Mörder als Karl Gibbs (Kraig Dane), einen Mörder, der aus einer nahegelegenen psychiatrischen Klinik geflohen war und zuvor bei ihr Kaffee gekauft hatte. Sidney besucht die Klinik, wo der Leiter Marco Davis  (Ethan Embry) Stu als einen kürzlich entlassenen „John Doe“ wiedererkennt, der sich an nichts vor seiner Zeit in Woodsboro erinnern kann und im Zimmer neben Karl gewohnt hat.Während Sidney sich bereit erklärt, sich von Gale live im Fernsehen interviewen zu lassen, um Stu anzulocken, trifft Tatum ihren Freund Ben (Sam Rechner), ihre Freunde Chloe (Celeste O´Connor) und Lucas (Asa Germann) sowie die Meeks-Zwillinge Mindy und Chad in einer Kneipe. Unbemerkt von ihnen wird Mark zu Hause von Ghostface überfallen und mehrfach erstochen. Nach dem Interview ruft Stu Sidney an und warnt ihn, dass er vor der Kneipe ist. Tatum schöpft Verdacht gegen Ben, als sie in seinem Auto einen Laptop findet, auf dem ein Testlauf läuft, um sein Gesicht per Deepfake in Stus Gesicht einzufügen. Sie schlägt ihn bewusstlos und flieht. Ghostface verletzt die Meeks-Zwillinge und tötet Chloe und Lucas, bevor er Tatum durch die Straßen jagt. Ben findet sie, wird aber von Ghostface getötet, und Tatum flieht zu Sidneys Café. Sie folgt Sidneys Anweisungen, holt eine Pistole aus ihrem Büro und erschießt Ghostface hinter einer Wand, findet aber einen zweiten Ghostface an der Eingangstür vor....






Als Jessica Bowden ist Anna Camp zu sehen. Leider machen sich extreme Ermüdungserscheinungen bemerkbar, denn in der Regiearbeit von Kevin Williamson (Tötet Mrs. Tingle) gibt es ausschließlich aufgewärmte Handlungsmuster. Jeder Aspekt von Scream 7 wirkt etwas gehetzt und die Geschichte ist nur oberflächlich durchdacht. Er ist visuell vielleicht sogar der schwächste Teil der gesamten Reihe und leidet des öfteren unter der schlechten Beleuchtung, die so viele moderne Filme plagt, und er ist abgehackt und hölzern geschnitten.






Bewertung: 5 von 10 Punkten.