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Samstag, 28. März 2026

Donnie Darko










Regie: Richard Kelly

Mein Freund Frank...

2001 startete Richard Kellys Mysteryfilm "Donnie Darko" in den US-Kinos & floppte - zumindest war das Einspielergebnis von ca. 7,5 Millionen Dollar im Vergleich zum hohen Budget von über 4 Millionen Dollar sehr enttäuschend. Doch rasend schnell wurde „Donnie Darko“ als Klassiker gehandelt und dies völliig verdient. Jake Gyllenhaal war gerade mal 20 Jahre alt und feierte mit der Rolle des Donnie den ersten großen Erfolg. Dieser Junge ist in psychiatrischer Behandlung und nimmt Psychopharmaka. Im Verlaufe des Films erlebt er immer bizarrer und furchterregender werdende Wahrnehmungen. So taucht wiederholt ein unbekannter, sehr stiller "Freund" namens Frank auf, der ihm im Hasenkostüm und mit einer Art Totenkopfmaske zerstörerische Aufträge erteilt. Am 2. Oktober 1988 wandelt der verstörte Teenager Donald „Donnie“ Darko (Jake Gyllenhaal), von einer mysteriösen Stimme geleitet, im Schlaf nach draußen. Dort trifft er auf eine Gestalt namens Frank (James Duval)  in einem monströsen Hasenkostüm - da werden gleich Erinnerungen an Henry Kosters "Mein Freund Harvey" wach . aber dieser Frank ist viel düsterer als James Stewarts damaliger Riesenpookah . Frank prophezeit Donnie, dass die Welt in genau 28 Tagen untergehen wird. Am nächsten Morgen erwacht Donnie auf einem nahegelegenen Golfplatz und kehrt nach Hause zurück, wo er feststellt, dass ein Triebwerk eines Flugzeugs in sein Schlafzimmer gestürzt ist. Seine ältere Schwester Elizabeth (Maggie Gyllenhaal) teilt ihm mit, dass die FAA-Ermittler dessen Herkunft nicht kennen. In den folgenden Tagen hat Donnie immer wieder Visionen von Frank, und seine Eltern, Eddie (Holmes Osborne) und Rose (Mary McDonell) schicken ihn zu dem Psychotherapeuten Dr. Thurman (Katherine Ross). Thurman glaubt, Donnie sei von der Realität abgekoppelt und seine Visionen von Frank seien „Tageslichthalluzinationen“, Symptome einer paranoiden Schizophrenie. Frank fragt Donnie, ob er an Zeitreisen glaube, woraufhin Donnie seinen Physiklehrer, Dr. Kenneth Monnitoff (Noah Wyle) befragt. Monnitoff schenkt Donnie „Die Philosophie der Zeitreise“, ein Buch von Roberta Sparrow (Patience Cleveland), einer ehemaligen Naturwissenschaftslehrerin der Schule, die nun als scheinbar senile alte Frau außerhalb der Stadt lebt und von den Jugendlichen nur „Oma Tod“ genannt wird. Frank beginnt, Donnies Handlungen durch seine Schlafwandel-Episoden zu beeinflussen. So bringt er ihn beispielsweise dazu, seine Highschool zu überfluten, indem er eine Wasserleitung bricht – eine Tat, bei der Donnie beinahe erwischt wird. Später beginnt Donnie eine Beziehung mit Gretchen Ross (Jena Malone), die kürzlich mit ihrer Mutter unter neuer Identität in die Stadt gezogen ist, um ihrem gewalttätigen Stiefvater zu entkommen. Sportlehrerin Kitty Farmer (Beth Grant) beginnt, „Motivationslektionen“ nach dem Vorbild des lokalen Motivationstrainers Jim Cunningham (Patrick Swayzee) zu unterrichten. Donnie rebelliert dagegen, was zu Spannungen zwischen Kitty und Rose führt. Kitty organisiert einen Auftritt von Cunningham bei einer Schulversammlung, wo Donnie ihn beleidigt. Später findet er Cunninghams Brieftasche und Adresse. Gretchen und Donnie gehen ins Kino, wo Gretchen einschläft und Frank sich als Teenager mit einem blutenden, eingefallenen rechten Auge entpuppt. Frank überredet Donnie, Cunninghams Haus niederzubrennen, was dieser tut, während Gretchen im Theater ist. Die Feuerwehr entdeckt in den verkohlten Überresten eine große Menge Kinderpornografie. Cunningham wird verhaftet, und Kitty, die zu seinen Gunsten aussagen möchte, bittet Rose, sie als Begleitperson für die Tanzgruppe ihrer Töchter auf deren Reise nach Los Angeles zu vertreten. Während Rose in Los Angeles ist und Eddie geschäftlich unterwegs ist, veranstalten Donnie und Elizabeth eine Halloween-Kostümparty, um Elizabeths Zulassung zu Harvard zu feiern. Auf der Party taucht Gretchen auf, völlig aufgelöst, da ihre Mutter verschwunden ist. Sie und Donnie haben zum ersten Mal Sex. Als Donnie erkennt, dass Franks prophezeites Ende der Welt nur noch wenige Stunden entfernt ist, nimmt er Gretchen und zwei weitere Freunde mit zu der alten Frau Mrs. Sparrow...







War Donnie schizophren? Ist er womöglich ein übernatürlich begabter Avatar, auserwählt von unbekannten Mächten? Haben die Ereignisse des Films überhaupt stattgefunden? Solche Fragen trieben die Leute in die Kneipe, um darüber zu diskutieren, was zum Teufel sich Regisseur Richard Kelly dabei gedacht hatte. Die Geschichte eines Teenagers, der von einem fast zwei Meter großen, sprechenden Kaninchen vor dem Weltuntergang gewarnt wird, nachdem ein Triebwerk auf sein Haus gestürzt ist. Teils übernatürlicher Grusel, teils Teenagerdrama der 80er und teils philosophische Betrachtung der Wurmlochtheorie und der Vergänglichkeit des menschlichen Daseins. „Donnie Darko“ lässt sich nicht einfach kategorisieren, und da der damals 27-jährige Autor und Regisseur Richard Kelly seine komplexe Vision nicht dem Geschmack der Studios opfern wollte, hätte er sein Debüt beinahe im Kabelfernsehen veröffentlichen müssen. Zum Glück wurde dieses exquisite Stück Science-Fiction-Surrealismus vor dem Untergang im Direct-to-Video-Bereich bewahrt und entwickelte sich zu einem Kultfilm, der Jake Gyllenhaal gleichzeitig den Weg zum Starruhm ebnete. Zweifellos eine bizarre Mischung, aber Donnie Darko setzte neue Maßstäbe für unabhängiges Denken und revolutionierte das Teenager-Genre für das neue Jahrtausend. Ein absolutes Meisterwerk, wie ich finde. Drew Barrymore, die ebenfalls als die moderne Lehrerin Miss Pomery mitspielt, war eine der Produzenten dieses Films. 









Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 24. Juli 2019

Zodiac

























Regie: David Fincher

Finchers nächster Serienkiller....

Eine deutliche Steigerung zum Vorgänger "Panic Room", der seltsamerweise trotz klaustrophobischer Ambiente und trotz Jodie Foster merkwürdig uninteressant blieb.
Mit "Zodiac" nimmt David Fincher wieder Kurs auf das Terrain der Serienkillerfilme, er hat ja einen den besten Serienkiller mit "Sieben" inszeniert.
Dennoch ist Zodiac" ganz anders als der düster und auswegslos angelegte "Sieben". Aber ist sachliche und beinahe dokumentarische Variante, die er diesmal wählt ist aber äusserst interessant und nähert sich wie Spike Lees "Summer of Sam" der Thematik ganz anders. Während Lee ein sehr stimmiges Porträit der 70s entwirft und die kriminelle Handlung nur zweitrangig ist, setzt Fincher auf die Spurensuche der Cops und die der Journalisten einer Tageszeitung. Bei ihm dominiert dieses sehr stimmige Puzzle detektivischer Kleinarbeit an zwei Schauplätzen. Der "Zodiac" - so nennt sich der Killer - versorgt die Zeitungsleute mit merkwürdigen Briefen, die codierte Zeichen und Symbole beinhalten.  Der gesuchte Mörder trat in den USA zwischen Dezember 1968 und Okotber 1969 in Erscheinung - er ermordete fünf Menschen, zwei seiner Opfer überlebten schwerverletzt. Zodiac hatte es besonders auf meist junge Paare abgesehen, die in der San Francisco Bay Area einsame Plätze aufsuchten.
Am 4. Juli 1969 schlug der Mörder bereits zum zweiten Mal zu.  Die 22-jährige Kellnerin Darlene Ferrin (Chiara Moritary) erlag ihren Schusswunden, ihr 19-jähriger Begleiter Michael Mageau (Lee Noris, später: Jimmy Simpson) überlebte schwer verletzt.Schon am 27. September 1969 suchte sich Zodiac neue Opfer, die er dann am Lake Berryessa fand. Als schwarz kostümierter Mann stach er auf das Liebespaar Cecelia Shepard (Pell James) und Bryan Hartnell (Patrick Scott Lewis) ein. Da Hartnell schwer verletzt überlebte, konnte er die Aufmachung des maskierten Mannes beschreiben. Ein paar Monate später verübt Zodiac einen für ihn ungewöhnlichen Mord: Statt einem Liebespaar wurde der Taxifahrer Paul Stine von ihm erschossen.
Zeitgleich zu seinen Taten nahm er auch in Form von verschlüsselten Briefen Kontakt mit diversen Zeitungen auf. Während beim San Francisco Police Departement Dave Toschi (Mark Ruffalo) und Bill Armstrong (Anthony Edwards) mit ihren jahrelangen Ermittlungen beginnen, ist das Interesse bei den Zeitungsleuten vom San Francisco Chronicle sofort sehr groß. Der charismatische Journalist Paul Avery (Robert Downey jr) und der Karikaturist Robert Graysmith (Jake Gyllenhal) beteiligen sich interessiert an der Entschlüsselung der bizarren Briefe und somit auch an der Enttarnung des unbekannten Killers. Doch selbst die Hinzuziehung von Staranwalt Melvin Bell (Brian Cox) führt nicht dazu, dass der Unbekannte einen Fehler macht und sich verrät. Die Taten bleiben unaufgeklärt. Obwohl im Laufe der Zeit mit dem seltsamen Arthur Leigh Allen (John Carrol Lynch) ein ganz heißer Verdächtiger ins Spiel kommt. Doch weder seine Handschrift noch die Fingerabdrücke des Täters stimmen mit ihm überein. So wird der Verdacht wieder fallengelassen. Graysmith selbst wird in Sachen "Zodiac" immer obsessiver. Es kommt dazu, dass ihn seine Frau Melanie (Chloe Sevigny) mit den drei Kindern irgendwann resigniert verlässt..





Der Film ist in der Tradition der 70s Doku-Movies wie "Die Unbestechlichen" oder "Der Dialog" gestaltet, deshalb wirkt er in der Machart zwar etwas spröde und braucht ein bisschen Zeit, um an Fahrt zu gewinnen, aber er ist von Anfang bis Ende ein sehr intensives und intelligentes Thrillervergnügen.
Der Film basiert natürlich auf Tatsachen. "Zodiac" ging in die amerikanische Kriminalgeschichte ein und bis heute gibt der Fall Rätsel auf. Der wahrscheinliche Mörder Arthur Lee Allen, wenn er es denn war, wurde nie schuldig gesprochen. Im Jahr 1992 starb Allen im frühen Alter von 58 Jahren. David Fincher hat in seinen Film auch eine Szene einer Filmvorführung von Eastwoods "Dirty Harry" eingebaut, denn der Klassiker von Don Siegel wurde auch von dem Fall inspiriert. Was Dirty Harry gelang, schafften die Ermittler im echten Leben leider nicht. Zodiac selbst war auch ein Fan des 30er Jahre Filmklassikers "Dr. Zaroff" (Original: The Most dangerous game), dies führt den Zeitungsmann, der nicht mehr loslassen kann, auf eine weitere Spur und für den Zuschauer zu einer der spannendsten Szenen des sehr gelungenen Serienkiller-Beitrags.
Man denkt sich, dass man noch lange nicht alle Facetten, die der Film mit ca. 150 Minuten bot, beim ersten Schauen exakt erfasst hat. 





Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Prisoners



















Regie: Denis Villeneuve

Labyrinth...

Der kanadische Filmemacher Denis Villeneuve wurde vor allem durch seinen weltweiten Erfolg des Nahostdramas "Die Frau, die singt" bekannt. Für mich einer der besten Filme der letzten Jahre. Und auch sein Ausflug ins Thriller und Serienkillergenre "Prisoners" ist ein echter Volltreffer. Endlich wieder einmal ein spannungsintensiver Topfilm gelungen, der sich qualitativ endlich mal wieder den großen Werken seiner Gattung wie "Das Schweigen der Lämmer" oder "Sieben" nähert. Dabei setzt der Regisseur vor allem auf den extrem düsteren Blick in seine Geschichte, in der sich sehr schnell menschliche Abgründe auftun. Blicke und einzelne Kameraeinstellung verfolgen den Zuschauer nachhaltig, als kleines Beispiel sei die Anfangssequenz genannt, in der die Kids vor einem geparkten Wohnmobil spielen und die Kamera das Innere des wohnzimmern und das Fenster zeigt. Man erahnt nur, dass die Kinder beobachtet werden - solche Szenen gibt es viele in diesem traumatischen Schocker, kleine Details - große Wirkung. Kein Wunder, wenn der große Roger Deakins (No country for old men; Jarhead, Die Verurteilten, Fargo, Barton Fink, Kundun, Skyfall) hinter der Kamera steht.
Die Geschichte spielt irgendwo in Pennsylvania. wo die Naturidylle zur Schreckenskulisse eines Alptraums wird.  Alles beginnt am Thanksgiving Day. Keller Dover (Hugh Jackman) geht zuerst noch mit seinem Sohn Ralph (Dylan Minette) auf die Jagd, der Junge muss ein Reh schießen, was er wohl vor allem deshalb tut, um seinem Dad zu imponieren. Dann gehts mit der ganzen Familie, Frau Grace (Maria Bello) und der kleinen Anna zu den Nachbarn. Mit Franklin Birch (Terence Young), dessen Frau Nancy (Viola Davis) und deren beiden Kids ist man schon lange befreundet. Während die Feier läuft, der Braten in der Küche zubereitet wird, gehen die beiden kleinen Mädchen Anna und Birchs Tochter Joy draussen zum Spielen. Dort steht ein Wohnmobil auf der Straße. Wenig später sind die Kinder verschwunden und die Polizei wird eingeschaltet. Detective Loki (Jake Gyllenhal) ermittelt und das wohnmobil kann sehr schnell gefunden werden. Der Fahrer heißt Alex Jones (Paul Dano), ist geistig behindert und begeht zuerst in verdächtiger Weise Fahrerflucht. Beim anschließenden Verhör gibts allerdings keine  Anhaltspunkte für seine Täterschaft. Doch Keller Dover sieht dies anders und beginnt verzweifelt eigenen Nachforschungen in Selbstjustiz-Manier...


 Spannende 153 Minuten kann der Zuschauer erwarten, dabei hat der Film keinen einzigen Durchhänger, er ist von Beginn bis Ende einfach rund. Sehr gute Darstelerleistungen von Hugh Jackman, der den verzweifelten Familienvater spielt, der sich immer tiefer in Gewalt verstrickt. Dazu ein undurchsichtiger Paul Dano, bei dem man als Zuschauer selbst in Zweifel kommt. Und natürlich Oscargewinnerin Melissa Leo, die hier wieder preiswürdig die Tante Holly Jones des jungen Alex spielt.
Die Umgebung wirkt genauso wie das traumatische Ereignisse wenig einladend, denn es regnet sehr oft in Strömen und irgendwann schneit es. Was natürlich zusätzlich den verstörenden Charakter der Geschichte offenbart. Villeneuve zeigt Menschen in einer ausserordentlichen Grenzerfahrung und ihre Bereitschaft sehr weit zu gehen in ihrem Schmerz und mit einer permanenten Verlustangst. 


Bewertung: 9 von 10 Punkten.