Dienstag, 17. Februar 2026

Phantasm 2















Regie: Don Coscarelli

Der große Mann und seine Zwergsklaven...

Don Coscarellis "Das Böse" oder besser bekannt unter seinem Originaltitel "Phantasm" entstand 1979 und entwickelte sich im Zeitalter der Videocassette zu einem ultimativen Kultfilm des Genres. Der damals erst 29jährige Coscarelli war für Produktion, Buch, Kamera und Regie verantwortlich und präsentierte dem Publikum einen bizarren Horrorfilm der gehobeneren Klasse mit einer geheimnisvollen und düsteren Geschichte und gruseligen Momenten. Durch den Erfolg realsierte Coscarelli in den Jahren von 1988 bis 2016 vier Fortsetzungen, in der er in Teil 2 bis 4 ebenfalls Regie führte, im letzten Teil aus dem Jahr 2016 ließ er seinem Regiekollegen David Hartman den Vortritt bei der Inszenierung.  "Phantasm 2" kam 1988 in die Kinos und spielte bei einem Budget von 3 Millionen Dollar etwas mehr als 7 Millionen Dollar in den Kinos ein. Der zweite Teil ist weit weniger undurchschaubar, es herrscht ein wesentlich realistischer Ansatz vor. Der Surrealismus des ersten Films wurde etwas zurückgedrängt. Die Handlung ist etwas absurd, aber die Gefühle von Angst und Beklemmung, die die Protagonisten empfinden, lässt sich mühelos auf den Zuschauer übertragen. Wie viele Horrorfilm der 80er Jahre kommen größere, blutigere und feuerkraftstärkere Waffen zum Einsatz. So präsentiert Coscarelli eine vierfache Schrotflinte, die fiesen goldenen Kugeln mit noch besserer Schlag- und Schußkraft - ausserdem ein Kettensägenduell. Dennoch bleibt die Geschichte des jungen Mike Pearson, der den Verlust seiner Familie verarbeitet. Im ersten "Phantasm" Film überzeugte A. Michael Baldwin in dieser Rolle, in der Fortsetzung wird er von James LeGros gespielt. Er bekommt eine Seelenverwandte an seine Seite: Liz Reynolds (Paula Irvine) ist eine junge Frau, deren telepathische Verbindung zu Mike Pearson und dem Großen Mann (wird wieder von Angus Scrimm gespielt)  sich in Form prophetischer Albträume manifestiert. Durch diese Verbindung bittet Liz Mike inständig, sie zu finden, da sie befürchtet, dass der Große Mann ihren Großvater Alex Murphy (Rubin Kushner) nach dessen Tod entführen wird. Anknüpfend an die Ereignisse des ersten Films versuchen der Große Mann und seine Schergen, Mike zu entführen, doch Reggie (Reggie Bannister) kann ihn retten, indem er das Haus in die Luft sprengt. Sieben Jahre später, 1986, ist der inzwischen 19-jährige Mike (James LeGros) in einer Anstalt und täuscht seine Genesung vor, um entlassen zu werden. In dieser Nacht besucht er den Friedhof von Morningside und exhumiert die Gräber. Reggie taucht auf und versucht, ihn davon zu überzeugen, dass seine Begegnungen mit dem Großen Mann nicht real waren. Mike enthüllt jedoch, dass die Särge leer sind, und bittet Reggie um Hilfe bei der Jagd nach dem Großen Mann. Als Mike Reggies Haus erreicht, hat er eine Vorahnung: Der Große Mann löst Sekunden vor der Explosion eine Explosion aus, die Reggies Familie tötet. Nach der Beerdigung willigt der überzeugte Reggie ein, Mike zu begleiten. Sie sammeln Vorräte und Waffen und machen sich auf den Weg. Dabei entdecken sie verlassene Städte, geplünderte Friedhöfe, die der Große Mann hinterlassen hat, und sogar einige seiner Fallen, darunter die Erscheinung einer nackten Frau (Samantha Phillips). Eine grausame Begegnung mit einem Wesen, das Liz ähnelt, führt sie in die Stadt Périgord in Oregon. Liz' Großvater Alex stirbt, und ihre Schwester Jeri verschwindet während der Beerdigung. Auf der Suche nach Jeri entkommt Liz einer Begegnung mit dem Großen Mann und flieht. Der Priester, Pater Meyers, vor Angst außer sich, versucht mit einem Messer, Alex wiederzubeleben, doch die Leiche erhebt sich und entführt Liz' Großmutter. Liz findet eine Trauernadel im leeren Bett ihrer Großmutter, und der Große Mann fordert sie telepathisch auf, nachts zurückzukehren, wenn sie ihre Großmutter retten will. Unterdessen nimmt Reggie einen Anhalter namens Alchemy mit, der der nackten Erscheinung unheimlich ähnelt. Sie finden Périgord verlassen und verfallen vor. Liz erreicht das Leichenschauhaus, wo sie Pater Meyers (Kenneth Tigar) begegnet, der sie zur Flucht überreden will. Meyers wird von einer der Kugeln des Großen Mannes getötet, und Liz steht dem Großen Mann selbst gegenüber, der ihre Großmutter (Ruth C. Engel) in eine seiner Zwerge verwandelt hat. Liz kann fliehen und trifft schließlich auf dem Friedhof auf Mike. Gemeinsam geht es weiter im Kampf mit dem Bösen...







Natürlich folgt die Geschichte immer noch den Gesetzen eines bösen Traums, die Logik wird etwas in den Hintergrund gedrängt. Aber diese Eigenschaften haben Träume nun mal und die Handlung ist morbide und blutrünstig. Durch diese Atmosphäre eines zusammenhanglosen, etwas wirren Albtraums, den Coscarelli eingefangen hat, steht er der surrealistischen Filmbewegung der 20er Jahre sehr nahe. 





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

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