Mittwoch, 19. November 2025

Together


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Shanks

Das Wasser in der Höhle...

Gute 32 Millionen Dollar konnte Michael Shanks Bodyhorrorfilm "Together" aus dem Jahr 2025 an den Kinokassen einspielen. Der Film bietet eine originelle Variante zu anderen Genreverwandten, die in einer Kleinstadt spielen und wo sich eine unheimliche Macht auszubreiten scheint. So ist "Together" auch verwandt mit Genreklassikern wie "Die Dämonischen" oder "Die Frauen von Stepford".  Millie Wilson (Alison Brie) nimmt eine Stelle als Englischlehrerin an einer Grundschule an und zieht mit ihrem langjährigen Freund, dem angehenden Musiker Tim Brassington (Dave Franco), aufs Land. Tim ist seit dem Tod seiner Eltern emotional distanziert. Kurz vor dem Umzug macht Millie ihm auf einer Abschiedsparty ihrer Freunde einen Heiratsantrag, doch er zögert, was sie in Verlegenheit bringt. Bei einer Wanderung in der Nähe ihres neuen Zuhauses stürzen sie während eines Regensturms in eine unterirdische Höhle und beschließen, dort zu übernachten. Tim trinkt aus einer Wasserlache, Millie jedoch nicht. Dies ist der Auftakt einer massiven körperlichen Veränderung - der Zuschauer weiß dies schon, denn in der ersten Szene des Films haben zwei Hunde von diesem Wasser getrunken und als Veränderung sah man kurz das Bild eines Hundes, der irgendwie Gesicht und Gestalt des anderen Hundes aufgenommen hat. Tim erinnert sich an die traumatischen Details der Nacht, in der er seine Mutter im Bett neben der Leiche seines Vaters fand. Als Tim und Millie am nächsten Morgen aufwachen, stellen sie fest, dass ihre Beine teilweise zusammenkleben, schenken dem Vorfall aber keine weitere Beachtung, nachdem sie sich getrennt haben. Tim erlebt immer wieder Episoden, in denen er sich unerklärlicherweise körperlich zu Millie hingezogen fühlt, was beide verwirrt und frustriert. Er sucht einen Arzt auf, der seine Symptome als Panikattacken abtut und ihm Muskelrelaxantien verschreibt. Dabei erwähnt er, dass ein Paar aus der Gegend, Simon und Keri, kürzlich verschwunden ist. Millies Kollege Jamie McCabe (Damon Herriman) kommt vorbei, um sie in der Nachbarschaft willkommen zu heißen, und sie lädt ihn zum Abendessen ein. Das Paar erzählt von seinem Erlebnis in der Höhle, die, wie Jamie erklärt, vor ihrem Einsturz eine New-Age-Kirche war. Millie setzt Tim am Bahnhof für einen Auftritt ab, doch Tim erleidet einen weiteren Anfall und schleppt sich zu Millies Arbeitsplatz. Die empörte Millie stellt ihn in einer Toilettenkabine zur Rede, woraufhin sie miteinander schlafen. Anschließend bleiben ihre Geschlechtsteile zusammenkleben. Nachdem sie sich mühsam voneinander lösen müssen, entdeckt Jamie sie. Später besucht Millie Jamie, um sich zu entschuldigen. Jamie bietet ihr Wasser an, das sie trinkt. Sie spricht offen über die Probleme, die sie und Tim in ihrer Beziehung haben. Jamie erzählt ihr von Aristophanes' Theorie über Wesen und Ursprung des Eros und ermutigt sie, ihre "bessere Hälfte“ nicht aufzugeben. Dann erinnert er sich an seine Beziehung zu seinem scheinbar verstorbenen Ehemann. Millie verlässt abrupt das Haus, nachdem sie einen desorientierten Tim draußen gesehen hat. Anhand der Exif-Daten ihrer Social-Media-Fotos entdeckt Tim, dass Simon und Keri dieselbe Höhle besucht haben, in die er und Millie gefallen sind. Sie hatten die gleichen Symbole um die Höhle herum bemerkt. Tim versucht vergeblich, Millie davon zu überzeugen, dass ihnen beiden dasselbe Schicksal wie Simon und Keri bevorstehen könnte. In dieser Nacht werden Tim und Millie auf übernatürliche Weise angezogen, wodurch sich ihre Körper auf unnatürliche Weise verzerren, bis ihre Arme miteinander verschmelzen.... 






Das Ende ist nicht nur furchterregend, sondern auch irgendwie witzig. Insgesamt pendelt der Film gekonnt zwischen kammerspielartigem Beziehungsdrama und Body Horror.  Ab dem Moment, in dem die beiden aus dem geheimnisvollen Höhlensee trinken, ist auch eine bildgewaltige Metapher auf Co-Abhängigkeit im Mittelpunkt, indem der Film die Illusion der unzertrennlichen körperlichen Verbindung wörtlich nimmt. Regie-Newcomer Michael Shanks gelingt mit seinem Debüt eine bildgewaltig-schaurige Metapher auf die Illusion der unzertrennlichen Verbindung zwischen zwei Menschen, dabei scheut er auch nicht vor einien Absurditäten zurück.




Bewertung: 7 von 10 Punkten.  

Sleep


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jason Yu

Schlafwandler... 

Der kammerspielartige Horrorfilm "Sleep" aus Südkorea wurde von Jason Yu inszeniert, der damit sein Spielfilmdebüt gab.  Der Film wurde am 21. Mai 2023 in der Semaine de la Critique der Filmfestspiele von Cannes gezeigt und kam am 6. September 2023 in Südkorea in die Kinos. Der Hauptdarsteler Lee Sun-kyun verstarb am 27. Dezember 2023; Sleep war einer seiner letzten Filme."Sleep" erzählt die Geschichte der Frischvermählten Hyun-su (Lee Sun-kyun) und Soo-jin (Jung Yu-mi), deren häusliches Glück jäh gestört wird, als Hyun-su im Schlaf zu sprechen beginnt und unheilvoll im Traum sagt "Da ist jemand drin.“ Von dieser Nacht an verwandelt sich Hyun-su jedes Mal, wenn er einschläft, in eine andere Person und kann sich an nichts erinnern, was geschehen ist. Zunächst ein seltsamer Fall von Schlafwandeln. Dennoch freut sich das Pärchen auf ihren Nachwuchs. Ein Nachbar, der im unteren Stockwerk gelebt hat, ist verstorben und seine Tochter (Kim Gook He) hat mit ihrem kleinen Jungen die Wohnung übernommen. Seit dieser Zeit fing das Problem von Hyun-su erst an, vorher hatte der Schauspieler keine Probleme mit seinem Schlaf. Sehr bald sucht das Paar medizinische Hilfe, da die Sache nicht besser sondern nur viel schlimmer wird. Nächtliche Ausflüge an den Kühlschrank und der Verzehr von rohem Fleisch wird von Soo-jin beobachtet. Der Mann ist nicht ansprechbar. Die Mutter der Frau (Lee Kyun jin) kommt dann mit der Idee, das es sich vielleicht um ein anderes Problem handeln könnte und zieht, als der Familienhund tot im Kühlschrank deponiert wurde, eine Schamanin (Kumsoon Kim) hinzu. Die will erkannt haben, dass der Geist eines anderen Mannes Besitz von Hyun-su ergriffen hat. Sie vermutet, dass es ein Verstorbener ist, der in seinem Leben in Soo-jin verliebt war und nun das Paar heimsucht. Nach der Geburt des Kindes verstärkt sich die Angst, dass der Schlafwandler ihr was antun könnte... 







Es gibt wenig Tricks oder gar CGI, dafür der Abstieg der ehemals sehr witzigen Ehefrau in die Psychose, oder eben nicht. Denn bald leidet auch deren Gesundheit. Der Ehemann ist völlig überfordert, sieht sich ja auf dem Weg der Gesundung. Der für beide wichtige Zusammenhalt in der Ehe bröckelt.  Das Drama kommt mit sparsamen aber sehr wirkungsvollen "Spuk"elementen aus, lebt vom Zusammenspiel des Ehepaares und die Spannungsschraube wird schon ganz gut angezogen. Das Ende ist  etwas enttäuschend.Am 27. Dezember 2023 um 10:30 Uhr wurde Lee im Alter von 48 Jahren tot in seinem Auto auf einem Parkplatz nahe des Waryong-Parks im Zentrum von Seoul aufgefunden. Auf dem Beifahrersitz lag ein Holzkohlebrikett, das in Südkorea häufig für Suizide durch Kohlenmonoxidvergiftung verwendet wird. Am 19. Dezember 2024 wurden zwei Frauen, eine Bardame namens Kim und eine ehemalige Schauspielerin namens Park, die Lee um 350 Millionen Won (268.063,15 US-Dollar) erpresst hatten, zu dreieinhalb bzw. vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Der Richter erklärte, die Erpressungsversuche hätten zu Lees Tod beigetragen.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.  

Ex-Huma


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie:  Jang Jae-hyun

Das Grab...

Jang-Jae-hyun ist der Regisseur des südkoreanischen Horrorfilms "Exhuma" aus dem Jahr 2024. Er schrieb auch das Drehbuch zum Film. Die Handlung selbst ist sehr originell, Die renommierte koreanische Schamanin Hwa-rim (Kim Go-eun) und ihr Schützling Bong-gil (Lee Do-hyun) werden von einer wohlhabenden koreanisch-amerikanischen Familie aus der Immobilienbranche beauftragt, die mysteriöse Krankheit ihres neugeborenen Sohnes aufzuklären. Hwa-rim entdeckt, dass es sich um einen "Grabruf“ handelt, den rachsüchtigen Geist eines Vorfahren, der die Familie heimsucht. Familienoberhaupt Park Ji-Yong (Kim Jae-cheol) vertraut ihnen die Verlegung des Grabes an, um den Geist seines Großvaters zu besänftigen. Hwa-rim rekrutiert Kollegen, den Feng-Shui-Meister und Geomanten Kim Sang-deok (Choi-Min-Sik) sowie den Bestatter Yeong-geun (Yoo Hae-jin), denen sie eine hohe Belohnung von 500.000 US-Dollar verspricht, insbesondere Sang-deok, der dringend Geld für die Hochzeit seiner Tochter benötigt. Sang-deok hat sich auf den Verkauf von Grabstätten für Wohlhabende spezialisiert, während Yeong-geun ein Bestattungsinstitut besitzt. Bei ihrer ersten Begegnung mit Ji-yong wird Sang-deok misstrauisch, als dieser darauf besteht, das Grab in einem abgelegenen Berggebiet nahe der nordkoreanischen Grenze einzuäschern. Sang-deok zögert, da er eine unheilvolle Energie spürt, doch Ji-yong überzeugt ihn, es sich noch einmal zu überlegen, indem er ihm die doppelte Bezahlung anbietet. Hwa-rim hingegen überzeugt sie, dass sie während der Ausgrabung ein Ritual durchführen kann, um den Fluch abzuwenden. Ji-yong erzählt ihnen von einem berühmten Mönch namens Gisune, der, um Grabräuber zu besänftigen, den Grabplatz seines Großvaters zur Verfügung stellte. Hwa-rim und Bong-gil führen das Ritual durch, und die Ausgrabung verläuft reibungslos. Doch beim Aufräumen trennt einer der Totengräber den Kopf einer Schlange mit Menschenkopf ab, was ein böses Omen und Regen auslöst. Yeong-geun besteht darauf, den Sarg nach dem Ende des Regens einzuäschern, und sie lagern ihn in einem nahegelegenen Krankenhaus ein. Der örtliche Friedhofswärter der Gerüchte über einen Schatz im Grab hört, öffnet gierig den Sarg und befreit so versehentlich das rachsüchtige Wesen darin – Ji-yongs Großvater. Das Wesen trachtet nach seiner Blutlinie und tötet Ji-yongs Eltern und Ji-yong selbst. Der Großvater, der während der Kolonialzeit mit dem kaiserlichen Japan kollaboriert hatte, wird durch seine unsachgemäße Bestattung gequält. Sang-deok verbrennt den Sarg, bevor das Wesen das Baby töten kann, und bricht so den Fluch. Monate später berichtet Yeong-geun Sang-deok von einem Totengräber, der nach dem Töten der Schlange verstört ist. Er kehrt zum Grab zurück und entdeckt den Kopf der "Schlange“ sowie eine zweite Grabstätte für einen über zwei Meter langen, stehenden Sarg. Er bittet Hwa-rim, Bong-gil und Yeong-geun um Hilfe, um den Sarg zu beseitigen. Die vier graben das Grab aus und rasten in einem Tempel, wo Hwa-rim von Gisune erfährt, der sich als mächtiger japanischer Schamane namens Murayama Junji (Kim Min-Yon) mit dem Beinamen „Der Fuchs“ entpuppt. Das Böse wurde freigesetzt...  







Der Film enthält Szenen, die die japanische Besatzung Koreas kritisieren. Die Aufdeckung des Fluchs wird mit der Aufarbeitung der koreanischen Vergangenheit verknüpft.Die Leistung der Darsteller sind sehr ansprechend, die vier Hauptdarsteller liefern eine starke Performance ab und tragen so zum immersiven Erlebnis bei.  Die Geschichte  besteht aus Jangs sorgfältigen Bemühungen, hyperrealistische, detaillierte Szenen des koreanischen Schamanismus darzustellen – wie etwa die traditionelle Exhumierung und die Eingeweiderituale zur Besänftigung ruheloser Geister. Jae-hyun Jang verbindet auf spannende Weise introspektive kulturelle und historische Themen mit gruseligen, blutigen und atmosphärischen Horror-Thrillern.







Bewertung:7,5 von 10 Punkten.  

 

The Gift


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sam Raimi

Die Gabe... 

Im Mittelpunkt von Sam Raimis Horrorthriller "The Gift" aus dem Jahr 2000 steht eine alleinerziehende Mutter im ländlichen Georgia, die nach einer übersinnlichen Vision in einen Vermisstenfall verwickelt wird. Das Drehbuch schrieb Billy Bob Thornton gemeinsam mit Tom Epperson. Thornton wurde inspiriert durch die übersinnliche Gabe seiner Mutter.  In Brixton, Georgia, lebt die Witwe Annie Wilson (Cate Blanchett), eine Wahrsagerin, die Visionen ihrer verstorbenen Großmutter (Rosemary Harris) hat. Um sich und ihre drei Söhne zu ernähren, bietet Annie den Einheimischen ihre Gaben der Wahrsagerei an. Zu ihren Klienten zählen unter anderem Buddy Cole (Giovanni Ribisi), ein emotional labiler junger Mann, der in einer Autowerkstatt arbeitet, und Valerie Barksdale (Hilary Swank), die in einer gewalttätigen Ehe lebt. Valeries Ehemann Donnie (Keanu Reeves) hat Annie und ihre drei Kinder wiederholt bedroht, weil Annie ihr geraten hatte, ihn aufgrund seiner Misshandlungen zu verlassen. Jessica King (Katie Holmes), die Verlobte des Schuldirektors Wayne Collins (Greg Kinnear), verschwindet. Als Annie eine Vision hat, in der Jessica getötet und ihre Leiche in einen Teich geworfen wird, informiert sie den örtlichen Sheriff Pearl Johnson (J. K. Simmons). Trotz seiner Skepsis durchsucht Johnson den Teich am Haus von Donnie und Valerie Barksdale. Die Polizei findet Jessicas Leiche im Teich, und Donnie wird wegen Mordes verhaftet. Als Buddy Annie nach Hause fährt, bricht er in Tränen aus. Sie gibt ihm einen Waschlappen, der ihrem Mann gehörte. Buddy wischt sich damit das Gesicht ab und gibt ihn nicht zurück. Buddy hasst seinen Vater und versucht später, Annie den Grund dafür zu erklären, doch Annie ist mit dem Fund von Jessicas Leiche beschäftigt und hört ihm nicht zu. Am Abend ruft Buddys Mutter Annie um Hilfe, da Buddy seinen Vater an einen Stuhl gefesselt hat. Buddy zündet seinen Vater an, und es kommt ans Licht, dass sein Vater ihn als Kind sexuell missbraucht hat. Buddy wird verhaftet und in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. In Donnies Prozess kommt heraus, dass er eine Affäre mit Jessica hatte. Er wird wegen Jessicas Mordes verurteilt und ins Gefängnis geschickt. Später hat Annie weitere Visionen, die ihr zeigen, dass Donnie unschuldig ist und jemand anderes sie töten will. Sie bittet Staatsanwalt David Duncan (Gary Cole), den Fall wieder aufzunehmen. Nachdem Duncan ablehnt, droht Annie, seine Affäre mit Jessica, die sie selbst miterlebt hat, öffentlich zu machen. Duncan versucht, Annie mit Geld zum Schweigen zu bringen, doch sie lehnt ab. Annie erzählt Wayne, dass Donnie nicht der Mörder ist, Duncan die Ermittlungen aber nicht wieder aufnehmen wird. Auf Waynes Vorschlag hin fahren die beiden nachts zum Teich....  










Mit einem kolportierten Budget von rund 10 Millionen US-Dollar ist „The Gift“ sicherlich ein Herzensprojekt der Beteiligten. Die hochkarätige Besetzung zieht alle Register ihres Könnens. So übernatürich die Handlung auch ist, sie ist genial ausgearbeitet, in seinen Charakteren ist "The Gift" farbenfroh, in seiner Regie straff und mit Cate Blanchett in der Hauptrolle ein Glücksfall. Raimis Gespür für dichte Atmosphäre – meisterhaft unterstützt von Kameramann Jamie Anderson („Grosse Pointe Blank“) und Komponist Christopher Young („Wonder Boys)  fesseln den Zuschauer. Mit 44 Millionen Dollar war "The Gift" auch ein guter Kassenerfolg. 











Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.