Montag, 30. Juni 2025

late Night with the Devil


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Colin und Cameron Cairnes

Der Teufel im TV...

"Late Night with the Devil" ist ein gut inszenierter Independent Horrorfilm aus dem Jahr 2023. Geschrieben, inszeniert und geschnitten wurde der Film von Colin und Cameron Cairnes. Mit Elementen aus analogem Horror, Found Footage und Dokumentarfilm verfolgt der Film die Ereignisse einer Late-Night-Talkshow-Folge in der Halloween-Nacht 1977, in der der Moderator versucht, die Einschaltquoten zu steigern, indem er ein angeblich besessenes Mädchen in die Sendung einlädt. Es gab positive Kritiken und der weltweite Umsatz betrug 16 Millionen Dollar.  Der Prolog des Films ist als Dokumentation angelegt und untersucht ein ungeklärtes Ereignis, das sich in der Halloween-Nacht 1977 während der Live-Übertragung einer Folge der sechsten Staffel der erfolgreichen Late-Night-Talkshow "Night Owls with Jack Delroy“ ereignete, die mit „The Tonight Show Starring Johnny Carson“ um Einschaltquoten konkurriert. Durch seine prominenten Kontakte besucht der in New York lebende Moderator der „Night Owls“, Jack Delroy (David Dastmalchian), regelmäßig "The Grove“, ein kalifornisches Elite-Camp für reiche und mächtige Männer. Nach dem Krebstod seiner Frau Madeleine (Georgina Haig) stellt „Night Owls“ die Produktion ein. Jack kehrt schließlich zurück und produziert, um die niedrigen Einschaltquoten der Show aufzubessern, an Halloween eine Sonderfolge mit okkultem Thema. Zu den besonderen Gästen der Folge gehören der selbsternannte Hellseher und Medium Christou (Fayssal Bazzi), der Skeptiker und ehemalige Zauberer Carmichael Haig (Ian Bliss), die Parapsychologin und Autorin Dr. June Ross-Mitchell (Laura Gordon) und Junes neuestes Subjekt, die 13-jährige Lilly D'Abo (Ingrid Torelli), die angeblich von einem dämonischen Geist besessen ist. Carmicheal verspricht jedem einen großen Scheck, der beweisen kann, dass übernatürliche Ereignisse tatsächlich existieren. Während der Sendung hat Christou eine Vorahnung von jemandem namens 2Minnie“, was, wie Jack verrät, sein privater Spitzname für Madeleine war. Christou wird krank, erbricht eine schwarze Flüssigkeit und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Im nächsten Abschnitt stellt June Lilly vor, die einzige Überlebende eines Massenselbstmords einer satanischen Kirche und ihres Anführers Szandor D'Abo (Steve Mouzakis), die Abraxas verehrten. Jack überredet Lilly, mit dem Wesen zu kommunizieren, von dem sie behauptet, es sei von ihr besessen und das sie "Mr. Wriggles“ nennt. Während einer Werbepause informiert die Crew Jack, dass Christou im Krankenwagen an einer Verblutung gestorben ist. Doch es kommt noch viel schlimmer...






Rhys Auteri spielt Jacks Sidekick Gus. Das Produktionsdesign ist sehr originell, authentisch und im Retro Style. Es ist eine geschickte Umsetzung, diese Mischung aus klassischen TV-Late Night Show Kitsch und dämonischen Phänomenen im Stil von Friedkins "Der Exorzist". Das fast schon auseleierte Found Footage Format kommt durch diesen Film zu neuen Ehren und die Darsteller muss man lobend erwähnen, allen voran David Dastmalchian als erfolgsbesessenen Showman. Nicht nur als Halloween Event Film sehr empfehlenswert. Dieser Film gehört sicherlich zu den Höhepunkten im Horrorgenre dieses Jahres. 




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.  

Shock


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Mario Bava

Papas Geist im Haus...

1964 drehte Mario Bava den Kriminalfilm "Blutige Seide" mit einer derart ausgeklügelten Kameraarbeit, dass er seinen Ruf als Kultregisseur weiter ausbaute. Er erfand mit diesem Film und dem Vorgänger "The Girl who knew too much" das in Italien lange Zeit sehr populäre Subgenre des "Giallo" - eine Spielart des Krimis, die ihren Namen den gelben Umschlägen der zugrunde liegenden reißerischen Groschenromane verdankte. Der Giallo bezieht seine Reize vor allem durch seine spekulativ inszenierten ordszenen und der psychopathologischen Tätercharateristika. Sie waren verwandt mit den deutschen Edgar Wallace Filmen, daher vermischten sich diese beiden beliebten Filmreihen ab Ende der 60er Jahre zunehmend. In den 70s änderte sich der Zeitgeschmack, so auch die Filme von Bava, der vor allem durch den Frühslasher "Im Blutrausch des Satans" Erfolge feierte. Dieser und seine nachfolgenden Filme entbehrten zusehends des visuellen Reizes, der Bavas frühere Arbeiten auszeichnete. "Shock" aus dem Jahr 1977 hat sicherlich seinen Reiz, aber er gehört sicherlich nicht zu den besten Filmen des Meisterregisseurs, der sich Ende der 70er Jahre gänzlich aus dem Filmbusiness zurückzog.  Dora Baldini (Daria Nicolodi), ihr siebenjähriger Sohn Marco (David Collin jr) und ihr neuer Ehemann Bruno Baldini (John Steiner) ziehen in Doras ehemaliges Haus, in dem sie während ihrer ersten Ehe mit einem Mann namens Carlo (Nicola Salerno) lebte. Während Doras Schwangerschaft mit Marco soll Carlo, ein heroinabhängiger Missbrauchstäter, auf See Selbstmord begangen haben, nachdem sein Boot treibend aufgefunden worden war. Der Vorfall führte zu Doras Nervenzusammenbruch und ihrer Einweisung in die Psychiatrie. Da Bruno als Pilot arbeitet, ist Dora ganz allein mit Marco und hat nur ihre brüchige Erinnerung an den Tod ihres Ex-Mannes, der durch die intensive Elektroschockbehandlung während ihrer Anstaltsunterbringung verursacht wurde. Marco erlebt verschiedene seltsame Vorkommnisse im Haus und wird unerklärlicherweise in den Keller des Hauses gezogen. Dora bemerkt bizarre Veränderungen in Marcos Persönlichkeit und ist bestürzt, als er ihre Unterwäsche zerfetzt. Verunsichert durch Marcos Verhalten und andere beängstigende Vorkommnisse fleht Dora Bruno an, aus dem Haus auszuziehen, doch er ignoriert sie. Während Bruno im Flugzeug sitzt, findet Dora einen Strauß Rosen mit einer Nachricht von Carlo an sie. Sie vermutet, Marco habe sie als schrägen Scherz geschrieben, stellt ihn zur Rede und verpasst ihm eine Ohrfeige, als er den Brief abstreitet. Dora bringt Marco zu ihrem Freund, dem Psychologen Aldo Spidini (Ivan Rassimov), zur Untersuchung. Aldo vermutet, Doras Trauma aus ihrer Ehe mit Carlo könnte sie dazu veranlassen, Gefühle der Bosheit oder Wut auf Marco zu projizieren, doch sie gesteht, dass sie das Gefühl hat, Marco sei von seinem verstorbenen Vater besessen. Eines Nachmittags findet Dora das Klavier von selbst spielend vor und wird Zeugin, wie Zeichnungen in Marcos Zimmer zu schweben beginnen, doch sie kann Marco nicht finden. Schließlich trifft sie ihn im Arbeitszimmer, und er fragt sie, warum sie seinen Vater getötet habe.... 








Während die erste Hälfte sehr mysteriös inszeniert wurde, dreht Bava im Hauptteil des Films immer mehr auf. Es ist öfters fast zuviel des Guten, was passiert. Immerhin bleibt die ödipale Implikation Hauptpart des Films, der die Effektehascherei auch immer wieder in die Schranken weist. Dennoch, Türen knarren vorhersehbar und Schreie gibts dort, wo man sie erwartet. Immerhin ist die Schlußeinstellung schön sarkastisch und geisterhaft und daher ist "Shock" trotz seiner Schwächen als Midnight Movie gut geeignet. 






Bewertung: 6 von 10 Punkten.  

Das erste Omen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Arkasha Stevenson

Die Mutter des Antichristen...

Bei einem Budget von 30 Millionen Dollar spielte "The First Omen" aus dem Jahr 2024 ca. 55 Millionen Dollar ein. In Deutschland wurden etwas über 100.000 Kinozuschauer gezählt. Der Film von Arkasha Stevenson ist ein Prequel zum Klassiker "Das Omen" von Richard Donner aus dem Jahr 1976 und damit der sechste Teil der Omen Reihe. Vorausgegangen sind "Damien - Das Omen II" von Don Taylor. Es folgte 1981 "Barbaras Baby" sowie 1991 der Fernsehfilm "Omen IV - Das Erwachen" sowie mit "666" eine nahezu identische Neuverfilmung des ersten Teils von 1976. Nicht zu vergessen eine TV-Serie mit dem Titel "Damien" und dem Hauptdarsteller Bradley James. Die Handlung von "Das erste Omen", der insgesamt recht gute Kritiken bekam, dreht sich um eine amerikanische Nonne, die in einem katholischen Waisenhaus in Rom arbeitet und dort eine finstere Verschwörung aufdeckt, die die Geburt des Antichristen herbeiführen soll.Da der Antichrist Damien erst noch geboren werden muss, fängt die Geschichte in Rom, 1971 an. Hier, bedrängt Pater Brennan (Ralph Ineson) Pater Harris (Charles Dance) wegen einer okkulten Verschwörung. Harris gibt ihm ein Foto eines Babys mit dem Namen "Scianna“. Harris kommt ums Leben, als ein Rohr von einem Kirchengerüst fällt und seinen Kopf spaltet. Inmitten politischer Proteste kommt die amerikanische Novizin Margaret Daino (Nell Tiger Free) im Vizzardeli-Waisenhaus an. Sie trifft Kardinal Lawrence (Bill Nighy), Pater Gabriel (Tawfeek Barhom), Äbtissin Silva (Sonia Braga), Schwester Anjelica (Ishtar Currie-Wilson) und ihre Zimmergenossin und Mitnovizin Luz (Maria Caballero). Luz lädt Margaret in eine Disco ein, wo sie zwei Männer kennenlernen. Margaret tanzt mit dem Mann namens Paolo (Andrea Arcangeli), bevor sie ohnmächtig wird. Am nächsten Tag erwacht sie ohne Erinnerung an das Geschehene. Margaret freundet sich mit der misshandelten Waise Carlita (Nicole Sorace) an, die von verstörenden Visionen geplagt wird. Pater Brennan warnt sie vor Carlita und sagt, dass "böse Dinge“ geschehen werden. Sie sieht, wie Carlita Schwester Anjelica eine Zeichnung einer gefesselten Schwangeren zeigt. Augenblicke später erhängt sich Schwester Anjelica. Brennan erklärt, dass Radikale innerhalb der Kirche, die verzweifelt versuchen, die Macht gegen den zunehmenden Säkularismus zurückzugewinnen, die Geburt des Antichristen herbeiführen wollen, um Angst zu verbreiten und die Menschen zurück zur Kirche zu treiben. Carlita soll seine Mutter sein. Während eines Ausflugs bricht ein Aufstand aus, und Margaret erlebt eine dämonische Halluzination. Äbtissin Silva verschiebt Margarets Gelübde und befiehlt ihr, sich von Carlita zu distanzieren....








Dieses Prequel ist oft beängstigend, obwohl es im Rahmen einer fast 50 Jahre alten Filmreihe spielt. Es ist das erste Omen für eine glänzende Zukunft, denn wirklich akzeptabel war nur der Erstling und die Fortsetzung aus dem Jahr 1978. Die Inszenierung ist nicht reißerisch, die Regisseurin lässt sich Zeit für die Entwicklung der Geschichte und optisch ist vieles kunstvoll und auch eindrucksvoll gestaltet.  Tiger Free ist eine eine überzeugend instabile und auch ambivalente Heldin, und Bill Nighy, Sonia Braga und Charles Dance tauchen als hochrangige Kirchenmenschen auf  und sind sehr überzeugend. 








Bewertung. 7,5 von 10 Punkten.  
 

Mephisto Walzer


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Paul Wendkos

Die Musik des Satans...

Der US-Regisseur Paul Wendkos arbeitete ab 1971 vornehmlich fürs Fernsehen. Für das Kino drehte er den angesehenen B-Western "Auf heißer Fährte" mit Fred McMurray und der unterschätzte Horrorfilm "Der Mephisto Walzer" im Jahr 1971, der allerdings einige Jahre später in Deutschland ins Kino kam. Myles Clarkson (Alan Alda), dessen Hoffnung auf eine Karriere als Konzertpianist lange Zeit enttäuscht war, ist heute Musikjournalist und interviewt Duncan Ely (Curd Jürgens), den vielleicht größten Klaviervirtuosen der Welt. Duncan ist zunächst von Myles' Anwesenheit genervt, bemerkt aber, dass Myles' Hände perfekt für das Klavier zu sein scheinen. Von diesem Zeitpunkt an streben Duncan und seine erwachsene Tochter Roxanne (Barbara Parkins) intensiv eine Freundschaft mit Myles und seiner Frau Paula (Jacqueline Bisset) an. Paula mag Duncan nicht besonders und Roxanne noch weniger, da Myles von Elys Tochter irgendwie fasziniert ist. Während Paula die Aufmerksamkeit, die ihnen beiden zuteil wird, beunruhigt, fühlt sich Myles geehrt, von Duncan, der bald darauf an Leukämie stirbt, als Freund angesehen zu werden. Keiner weiß, dass Duncan und Roxanne Satanisten sind. Als Duncans physischer Körper seinem Ende entgegengeht, führen Vater und Tochter ein okkultes Ritual durch, das Duncans Bewusstsein in Myles' Körper überträgt, während Myles' Bewusstsein in Duncans Körper übergeht, während dieser stirbt. Paula bemerkt Myles' Persönlichkeitsveränderung, die ihn nun genauso gut Klavier spielen lässt wie Duncan, doch zunächst ahnt sie nichts von der Ursache. Obwohl sie die Veränderung ihres Mannes verwirrt, findet sie seine neue Persönlichkeit aufregend und anziehend, vor allem auch im erotischen Bereich. Myles strebt bald eine Karriere als Pianist an und ist so erfolgreich, dass er Duncans Konzertplan übernehmen kann. Paula hat einen Albtraum, in dem sie sich Duncan vorstellt, der ihr sagt, er müsse Abby (Pamelyn Ferdin), ihre und Myles' kleine Tochter, töten. Duncan erklärt ihr, dass er dem Mädchen nichts antun wolle, sein Meister aber darauf bestehe, weil es "Teil der Abmachung, des Paktes“ sei. Unmittelbar nach dem Traum, in dem eine blaue Substanz auf Abbys Stirn aufgetragen wird, findet Paula die blaue Substanz tatsächlich auf der Haut ihrer Tochter. Abby erkrankt und stirbt. Abbys Tod weckt in Paula weiteren Verdacht gegen Roxanne. Als Myles sich in seiner neuen Karriere von ihr zu entfernen scheint, erforscht Paula Roxannes Vergangenheit. Sie besucht unter anderem Roxannes Ex-Mann Bill (Bradford Dillmanl, und zwischen den beiden entwickelt sich eine romantische Beziehung. Paula ist schließlich überzeugt, dass Duncan und Roxanne einen Pakt mit Satan geschlossen haben, um eine inzestuöse Beziehung zu ermöglichen, Duncans Bewusstsein in den Körper ihres Mannes übertragen und für Abbys Tod verantwortlich sind. Paula schläft ein, und Bill stirbt offenbar bei einem Unfall und  auch er hat die blaue Substanz auf der Stirn...







Die Geschichte ist zwar reichlich seltsam, doch ein mulmiges Gefühl des Untergangs schleicht sich ein und hält den interessierten Zuschauer gut bei Laune. Die Musik von Jerry Goldsmith ist gut gelungen und der Film überrascht mit einer unkonventionellen Kameraführung und einigen schockierenden Szenen, die gut in die Handlung integriert wurden. Der Name des Films ist dem gleichnamigen Klavierwerk von Franz Liszt entnommen. Die Aufführung dieses im Film zu hörenden Werks stammt von Jakob Gimpel, obwohl das Stück bei seiner Veröffentlichung 1997 weder in dieser noch in einer anderen Aufführung auf dem Soundtrack-Album erschien. Ben Maddow adaptierte sein Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Fred Mustard Stewart. 







Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.