Sonntag, 6. September 2015

Sleepwalker (Meng you 3 D)


























Regie: Oxide Pank Chung

Die Schlafwandlerin...

"Sleepwalker" heißt im Original "Meng you 3D" und ist ein 2011 inszenierter HongKong Thriller von Oxide Pang Chung. Bekannt wurde Oxide gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Danny Pang Phat und dem gemeinsam gedrehten Horror-Erfolgsfilm "The Eye"aus dem Jahr 2002, der es auf ein US-Remake brachte und den Brüdern den Sprung ins US-Filmgeschäft ermöglichte. Der bekannteste ihrer US-Filme dürfte "The Messengers" sein, der von Sam Raimi produziert wurde und in dem Kristen Stewart die Hauptrolle spielte. Im wieder drehen die Zwillinge aber auch getrennt voneinander Filme. "Sleepwalker" ist ein Ausflug ins Thrillerfach, der von Schema ein bisschen an den Klassiker "Es geschah am hellichten Tag" erinnert, aber mit reichlich viel Mystery angereichert wurde. Die Geschichte erzählt von der Schneiderin Yi (Angelica Lee), die nur scheinbar ein ganz normales Leben führt. Im Wirklichkeit ist die junge Frau schwer traumatisiert, seit ihre kleine Tochter verschwunden ist und bis heute nicht aufgetaucht ist. Über all diese Jahre hinweg hat sie auch immer wieder den selben wiederkehrenden Traum, in dem sie auf Brachland steht und sich fragt was darunter begraben ist. Sie versucht das Grab aufzubuddeln...vor kurzem machte die Frau Bekanntschaft mit einem Mann (Zonghan Li), der sie ein bisschen aus der Isolation befreien kann. Zur gleichen Zeit versucht die engagierte Polizistin Sergeant Au (Huo Si Yan) verzweifelt einen Kindesentführer und Mörder fassen zu können. Das neue, bislang verschwundene neue Opfer des Mörders ist sogar ihr eigener Neffe. Von ihrer Schwester Kee (Charlie Young) wird der Ermittlerin unterstellt nicht genug getan zu haben, um das Kind zu finden. Au fühlt sich schuldig und schwört den Verbrecher sehr schnell und effektiv zur Strecke zu bringen, sie kann aber nicht verhindert, dass ihre Schwester immer hysterischer agiert. Yis Träume werden in der Zwischenzeit immer bizarrer, ihr Exmann verschwindet  und daher wird auch Au auf die Frau aufmerksam. Sie erwischt diese auch beim Schlafwandeln...


Der Film spielt gekonnt mit dem Phänomen des Schlafwandelns, dabei leidet die junge Protagonistin immer mehr unter dieser unheimlichen Krankheit, die vergleichbar mit einem Filmriss unter enormen Alkoholeinfluss ist. Sie hat keine Erinnerungen, aber dennoch zeugen Blut und Dreck, dass im Traum etwas unangenehmes passiert sein muss. Die junge Frau denkt bald selbst daran, dass sie im Traum zum Morden fähig ist. Dabei kommt sie einem gefährlichen Mann (Kent Cheng) sehr nahe. Die verschiedenen Ebenen werden von Pang erst sehr spät zusammengeführt, vorher fühlt sich der Zuschauer ähnlich hilflos wie die Hauptfigur, die nicht weiß, was gerade mit ihr geschieht. Als optische Schmankerl lässt der Regisseur auch immer wieder surrealistische Bilder und Momente mit einfliessen, die das alptraumhafte Szenario noch verstärken soll.  Als Mitternachtsmovie ist "Sleepwalker" durchaus gelungen, was sicherlich auch ein Verdienst der beiden guten Hauptdarstellerinnen Angelica Lee und Huo Siyan ist.


Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers

























Regie: Dominique Othenin-Girard

Jagd auf Jamie Lloyd...

"Halloween 5" kam schon sehr zügig nach seinem Vorgänger in die Kinos. 1989 wurde der Film von dem schweizer Regisseur Dominique Othenin-Girard inszeniert. Teil 5 lag aber an der Kasse in den gehegten Erwartungen zurück. Während "Halloween 4" mit 17,8 Millionen Dollar Einspiel erfolgreich war, wollten viel weniger Zuschauer den nächsten Aufguß sehen. So kam der Film nur auf enttäuschende 11,6 Milllionen Kasseneinspielergebnis. Im Grunde bietet "Halloween 5" nichts Neues an, er macht da weiter, wo Teil 4 aufgehört hat. Und dieser ging ja mit einem Schrecken zuende und der Zuschauer stellte sich die Frage, ob die kleine Jamie (Danielle Harris) nun in die Fußstapfen ihres bösen Onkels tritt ? Obwohl sich Loomis (Donald Pleasence) doch am Ende des letzten Teils ziemlich sicher war das Böse ein für alle Male besiegt zu haben. Aber die kleine Jamie setzte sich dann im Schlußpart eine Maske auf und holte sich eine Schwere. Sie geht mit dem ähnlichen Halloween Köstüm wie seinerzeit auch der kleine Michael auf sein Opfer zu. Es ist die Stiefmutter (Karen Alston), die sich gerade ein Bad einlässt. Jamie sticht mehrere Male zu. Loomis, der noch unten ist, hört die lauten schreie und rennt verzweifelt die Treppe hinauf. Dort steht das kleine Kind mit einer blutigen Schere. Der Psychiater, vermutlich selbst schon wahnsinnig, versucht das weinende Mädchen zu erschließen und wird in letzte Sekunde von Sheriff Meeker (Beau Starr) davon abgehalten. MIchael selbst (Don Shanks) hat den Sturz in den Schacht und die nachfolgende Explosion überlebt, er konnte sich noch rechtzeitig aus dem Erdloch befreien. Er kommt an einen Fluß, wo ers sich stromabwärts treiben kann und schließlich ans Ufer gespült wird. Ganz in der Nähe wird er dann von einem Obdachlosen (Harper Roisman) gefunden, der in gesund pflegt. Zum Dank wird er später von Michael mit einem Schlachtermesser gemeuchelt. Dann nichts wie auf nach Haddonfiield, es ist inzwischen wieder ein Jahr vergangen (so lange muss er im Koma bei dem Obdachlosen verbracht haben) und natürlich will er seiner kleinen Nichte einen Besuch abstatten. Aber zuerst mordet er RAchel (Ellie Cornell), die sich eigentlich mit ihrer besten Freundin Tina (Wendy Kaplan) verabredet hat. Und die freut sich auf den kommenden Halloween Abend mit ihrem Macker Mikey (Jonathan Chapin) sowie ihrer Freundin Sam (Tamara Glynn) und Anhang Spitz (Matthew Walker). Jamie, die Nichte von Michael Myers, hat seine Attacken überlebt, seitdem aber kein Wort mehr gesprochen. Sie wird seit jener Nacht im Kinderkrankenhaus von Haddonfield behandelt. Auch Dr. Loomis ist an ihr interessiert, denn sie hat eine übersinnliche Verbindung zu Michael, die er sich zunutze machen möchte, um Myers zu finden. Dort hat das kleine Mädchen Freundschaft mit dem kleinen Billy (Jeffrey Landman) geschlossen. Neben Michael, der weitere Morde begeht, wird auch immer wieder ein dunkel gekleideter Mann mit einem großen Koffer eingeblendet. Er hat anscheinend ein großes Interesse an den Ereignissen von Haddonfield....


Auch dieser 5. Teil war jahrelang indiziert. Das harte Urteil wurde von der FSK revidiert und inzwischen ist der Film ungeschnitten auf DVD zu bekommen. Dabei fällt die unterschiedliche Machart zum Vorgänger auf, der eher langsam und etwas spannungsarm inszeniert war. Teil 5 fällt durch ständige Action auf, es ist immer etwas los - was teilweise dann auch recht hektisch und nervös wirkt.


Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.

Halloween 4

























Regie: Dwight H. Little

10 Jahre später...Michaels Erwachen...

1982 scheiterte das ehrgeizige Projekt mit "Halloween 3" eine Fortsetzung des Carpenter Erfolgsfilm  ohne den unverwüstlichen Killer Michael Myers zu wagen. Der Halloween Streifen von Tommy Lee Wallace um einen wahnsinnigen irischen Spielwarenhersteller floppte an der Kasse gewaltig und fiel leider auch bei den Fans durch. Dieser Misserfolg ließ weitere Pläne um die Filmreihe ruhen. 1988 war es dann aber wieder soweit. Producer Moustapha Akkad ließ den Haddonfield-Schlitzr wieder auferstehen und die Rechnung ging auf. "Halloween 4 - Michael Myers kehrt zurück" spielte mehr als das dreifache seines Budget (5 Millionen Dollar) wieder ein. Am Ende freuten sich die Macher über 17,8 Millionen Dollar Einnahmen. Regisseur war Dwight H. Little, da John Carpenter sich frühzeitig von dem Projekt distanzierte. So ist lediglich seine nervenaufreibende Musik zu hören.
10 Jahre sind seit den schrecklichen Ereignissen in Haddonfield vergangen. Michael Myers (George P. Wilbur) befindet sich hochgesichert in einer psychiatrischen Forensik und ist seit Jahren im Koma. Dort wird er immer wieder von Dr. Sam Loomis (Donald Pleasence) überwacht. Sein ehemaliger Psychiater sieht in Michael das personifizeirte Böse. Der Leiter der Klinik, Dr. Hofmann (Michael Pataki), hat allerdings entschlossen den unliebsamen Patienten zu verlegen. Als ungefährlicher Invalide soll der Patient auf Staatskosten zum Smith Grove Sanatorium verlegt werden. Während er in den Krankenwagen gebracht wird, hört er, dass er in Haddonfield noch eine Nichte hat. Diese Nachricht löst wahre Kräfte aus und natürlich wird der Krankenwagen seinen Bestimmungsort nie errreichen. Am Tag darauf findet man das Autowrack in einem See. Michael hat die beiden Sanitäter auf brutale Weise ermordet und ist natürlich auf dem Weg in die Heimatstadt Haddonfield. Dort lebt die kleine Jamie Lloyd (Danielle Harris) , die Tochter von Laurie Strode, bei den Pflegeeltern Richard und Darlene Carruthers (Jeff Olson/Karen Alston) und deren Tochter Rachel (Ellie Cornell). Es ist natürlich wieder Halloween und es kann nicht anders sein, dass die hübsche Rachel sturmfreie Bude hat. Leider muss sie aber babysitten und kann nicht mit Freund Brady (Sasha Jenson) abhängen, wie geplant. Während die Halloween Nacht langsam im Kommen ist, ist das Böse auch schon in der Stadt angekommen. Sheriff Meeker (Beau Starr) hat alle Hände voll zu tun, zumal sich auch noch eine schießwütige Bürgerwehr formiert hat, die Jagd auf den Killer machen will...


 Die Fortsetzung bietet dramaturgisch nicht viel Neues und orientiert sich an weitestgehend am Originalfilm. So kommen die Spannungsmomente generell etwas zu kurz. Man weiß bei jeder Szene schon irgendwie wohin sie letztlich führt. Erwähenswert ist aber die gelungene sehr suggestive Kameraarbeit von Peter Lyons Collister. Ebenfalls bringt der Einsatz von Michaels kleiner Nichte ein paar interessante neue Aspekte. Der Film war jahrelang indiziert. Erst im August 2013 wurde die Indizierung des Films aufgehoben. Aus heutiger Sicht ist kaum festzustellen, was die FSK damals dazu bewogen hat den Film zu verbieten. 




Bewertung. 6 von 10 Punkten.

Mittwoch, 2. September 2015

Jeepers Creepers 2




Regie: Victor Salva

Die gefährliche Reise im Schulbus durch das Kornfeld...

Nach dem guten Erfolg des ersten "Jeepers Creepers" Film, der weltweit 58 Millionen Dollar einspielen konnte, musste unbedingt eine Fortsetzung her. Zwei Jahre später konnte Regisseur Victor Salva sein Vorhaben auch realisieren. Mit 63 Millionen Dollar Kasse konnte der Nachfolger den ersten Teil in Punkto Erfolg sogar toppen. Auch künstlerisch kann man von einem ansprechenden Sequel sprechen. Wie schon der erste Teil wurde auch Part Zwei als bester Horrorfilm für einen Saturn-Award nominiert. Er musste sich jedoch von Danny Boyles "28 Days later" geschlagen geben.
Der Film knüpft direkt beim Vorgänger an. Noch hat Creeper etwas Zeit menschliche Nahrung zu sich zu nehmen. Aber bald sind die 23 Tage dieses 23. Frühlings wieder vorbei und dann legt sich die fiese fleischfressende, menschenähnliche Gestalt mit ihren riesigen, fledermausähnlichen Flügeln wieder für 23 Jahre schlafen. Erst vor kurzem hat er sich den mutigen Darry Jenner (Justin Long) geschnappt, der gemeinsam mit seiner Schwester die riesige Leichenhalle in dem Gewölbe einer Kapelle entdeckten. Doch dann war es schon zu spät. Der Creeper (Jonathan Breck) hat den Geruch des Teenieboys geortet und flog mit ihm als Beute durch die Lüfte. Das nächste Opfer lässt auch nicht lange auf sich warten. Es ist einige Tage danach. Farmer Jack Taggart (Ray Wise) ist mit seinen Söhnen Jack jr (Luke Edwards) und Billy (Shaun Flemming) an diesem wunderschönen sonnigen Tag auf den Feldern. Der jüngere Billy soll dort einige Vogelscheuchen befestigen, sein Hund bellt als würde er eine drohende Gefahr spüren. Tatsächlich merkt Billy, dass sich eine der Vogelscheuchen bewegt. Dann ist es aber auch schon zu spät zur Fliucht. Denn es ist natürlich der Creeper auf Nahrungssuche und er braucht sich nicht mal groß beeilen, denn rennenden Jungen einzuholen, denn das Biest kann ja fliegen. Und so sehen Vater und Bruder nur noch schockiert zu, wie der Junge schreiend verschleppt wird. Doch das Monster hat noch nicht genug. Da kommt es gerade recht, dass eine Gruppe von High-School Basketspielern mit den Coaches und einigen Cheerleaderinnen mit ihrem gelben Schulbus auf dieser einsamen Landstraße unterwegs sind. Als Kanonenfutter fungieren Minxie Hayes (Nicki Aycox), die von dem Creeper träumt...ausserdem der unmögliche Angeber Scott Braddock (Eric Nenninger), Rhonda Truitt (Marieh Delfino), Bus Fahrer Betty (Diane Delano), Coach Charlie Hanna (Thom Gossom jr.), Bucky Buck (Billy Aaron Brown), Chelsea Farm (Lena Cardwell), Dante Belasco (Al Santos), Izzy Bohen (Travis Schiffner), Kimball Ward (Kasan Butcher), Jake Spencer (Josh Hammond) Coach Dwayne Barnes (Tom Tarantini) und Jonny Young (Drew Tyler Bell)....




Durch die Vielzahl der potentiellen Opfer ist ständig Action gegeben. Sehr schnell merken die Jugendlichen, dass sie in einer tödlichen Falle sitzen. Immerhin bekommen sie auf dem Höhepunkt des Films Unterstützung vom rachedurstigen Farmer, der den Mörder seines kleines Sohnes tot sehen möchte. Der Film hat eine Laufzeit von 99 Minuten und wirkt wie aus einem Guß. Salva bleibt nahe am Geschehen dran und zeigt das Szenario in wunderschönen Bildern (Kamera: Don E. FauntLeRoy). Schon alleine die Anfangssequenz in den riesigen Kornfeldern ist toll fotografiert. Dies sorgt gleich für eine tolle Atmosphäre und dies hilft ungemein die etwas ürftige Story völlig zu veredeln. Zwar bleiben die Teenies alle etwas blaß (ausser Scott, der aber so aus der Reihe tanzt, dass er sich als Opfer für den Creeper sehr empfielt und der Zuschauer auch nicht traurig ist, dass er in der Luft verschwindet), aber die Handlung hat keine Längen und bleibt bis zum Schluß sehr unterhaltsam. Aufgrund Salvas Vergangenheit (er saß 1989 wegen sexuellem Mißbrauch an seinem 12jährigen Darsteller Nathan Forrest Winter für 15 Monate im Gefängnis) wurde von einigen Kritikern in die Figur des Creepers auch die Metapher für eine zerstörerische Homosexualität hinein interpretiert.



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Chinese Ghost Story


Regie: Ching Siu Tung

Die Geister und Dämonen im Lan-Ro Tempel...

Regisseur Tsui Hark (Peking Opera Blues, Once upon a time in China) gründete bereits 1984 seine eigenen Produktionsfirma "Film Workshop" mit einer eigenen Special Effects Abteilung. Seit dieser Zeit ist er auch als Produzent tätig und förderte mit seinem Knowhow das neue Hong Kong Kino. Er hat die Angewohnheit sich sehr stark in die Gestalung der von ihm produzierten Filme einzumischen. Häufig verlangte er schon Änderungen am Set und ließ es sich nicht nehmen bei manchen Szenen seiner Produktionen selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Deshalb weisen seine prouzierten Filme auch sehr oft diesen typischen "Tsui Hark Stil" auf. Ein Beispiel ist die "Chinese Ghost Story" Triloge, bei allen drei Teilen führte zwar Ching Siu Tung ( Die Krieger des Kaisers) Regie, aber der Einfluss des Produzenten lässt sich nicht übersehen
Viele Kollegen halten deshalb die Zusammenarbeit mit ihm für schwierig.
Der erste Teil entstand 1987 und war so erfolgreich, dass man 1990 und 1991 für Nachschub sorgte - dennoch ist Teil 1 gleichzeitig auch der beste dieser Wuxia-Trilogie.Erzählt wird die Geschichte des Schuldeneintreibers Ling Choi Sing (Leslie Cheung), der in seinem jugendlichen Leichtsinn und seiner Naivität auf der Wanderschaft die Schuldbriefe verliert und nun kein Geld mehr auftreiben kann. Mittellos sucht er vor einem aufkommenden Sturm im verlassenen Lan-Ro Tempel ein Nachtquartier. Dort herrscht allerdings reges Leben. Auch der einsame taostische Mönch Yin Chek Hsia (Ma Wu) hält sich in den alten Gemäuern auf. liefert sich dort mit dem rivalisierenden Schwertkrieger Hah Hau (Lam Wai) nächtliche Kämpfe und jagt dort auch Geister. An die glaubt unser junger Held natürlich nicht, auch wenn die Leute im Dorf ihm schon erzählt haben, dass es dort im Tempel spukt. Leider sind die Schönheiten wie Nip Siu Yin (Joey Wang) oder Siu-Ching (Xue Zhilun) keine Menschen, sondern Geister, die vom mächtigen Baumdämon (Lau Siu-ming) als Lockvögel benutzt werden um für den das hungrige, blutsaugende Monster menschliche Opfer, vor allem junge Männer, anzulocken. Auch Ling Choi Sing erliegt den Reizen der schönen Nip Siu Yin, zuerst ohne zu ahnen, dass sie eine Untote ist. Und die Liebe hat natürlich die Macht Geistwesen und Mensch aneinander zu fesseln....



Der Film erzählt vom gemeinsamen Kampf des jugendliche Helden mit dem taoistischen Mönch gegen die böse Welt der Dämonen. Ein Kampf gegen die Zeit, denn die Schönheit, die es zu retten gilt, soll mit dem schwarzen Fürsten der Hölle vermählt werden. Die Grundstruktur von "Chinese Ghost Story" ist der chinesischen Folklore entlehnt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts, in der frühen Qing Dynastie verfasste Pu Songling eine chinesische Geschichtensammlung, die später zahlreiche Hongkong Filme inspirieren sollte. Darunter auch der große Klassiker "Ein Hauch von Zen" von King Hu. "Chinese Ghost Story" ist vor allem durch seine originelle Art und Weise bemerkenswert, denn dem Film gelingt der Balanceakt Horror mit asiatischer Kampfkunst zu verbinden und dem Ganzen noch als dritte dominierende Komponente Humor und Slapstick beizumischen. Das Verschmelzen dieser verschiedenen Genres spiegelt auch die gattungsübergreifende Synthese wider, die auch die chinesische Folklore charakterisiert.Imposant auch der Baumdämon, dessen Geschlecht hier nicht eindeutig festgelegt scheint. Ein Mischwesen aus Mann und Frau und von Lau Siu Ming,  dem großen Meister der asiatischen Kampfkunst, toll gespielt. In weiteren wunderbaren Szenen sieht man wie Skelette zum Leben erwachen oder wie Geisterfrauen und Schwertkämpfer mit wehenden Gewändern durch die Luft fliegen und der Schwerkraft trotzen. Regisseur Ching Siu-Tung choreografierte später auch die Meisterwerke "Hero", "House of the Flying Daggers" und "Der Fluch der goldenen Blume". Die Nachtszenen im Wald sind sehr unheimlich gestaltet und erinnern ein biisschen an Sam Raimis "Tanz der Teufel". Höhepunkt der Teufelei ist eine riesengrße Zunge, die auf der Suche nach Menschenfleisch ist.
Hauptdarsteller Leslie Cheung war einer der beliebtesten Filmstars in Hongkong. Sein Leben endete tragisch. 2003 verübte er im Alter von 46 Jahren Selbstmord, indem er aus einem Fenster des Hongkonger Hotels Mandarin Oriental sprang. Er hinterliess einen Abschiedsbrief, in dem er schwere Depressionen offenbarte.




Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Ringu 2

























Regie: Hideo Nakata

Sadako Yamamura lebt weiter....

Durch den Riesenerfolg von "Ringu" im Jahr 1998 wurde schon ein Jahr später mit "Ringu 2" die Fortsetzung in die Kinos gebracht. Auch hier führte wieder Hideo Nakata Regie. Er drehte in den Folgejahren auch den 2. Teil der US-Augabe von "Ring" (den ersten Teil drehte Gore Verbinski) und schrieb das Drehbuch des amerikanischen Remake seines Erfolgs "Dark Water". 
Darüberhinaus finden sich in seiner Filmografie weitere gute Genrearbeiten wie "Kaidan", "Incite Mill", "Chatroom" und "The Complex".
Für den zweiten Ring Film braucht man natürlich ein bisschen Wissen vom ersten Teil, ansonsten hat man etwas Mühe mit der verschachtelten, alptraumhaften Handlung, in der Leute sterben, andere Leute flüchten und auch einige Menschen weiter recherchieren. Die Geschichte setzte dort ein, wo Teil 1 endete. Bei der Untersuchung der Leiche von Sadako Yamamura finden die forensischen Experten erstaunliches heraus: Obwohl sie vor fast 30 Jahren in einen verschlossenen Brunnen lebendig eingesperrt wurde, starb die Frau erst vor 1 oder 2 Jahren. Der einzige Überlebende von Sadakos Familie ist der betagte Onkel Takaishi Yamamura (Yoichi Numata).
Ryuji Takayama kam ja im ersten Teil zu Tode, dessen Ex-Frau Reiko Asakawa (Nanako Matsushima) ist mit ihrem kleinen Sohn Yoichi (Rikiya Otaka) untergetaucht. Die junge Mai Takano (Miki Nakatani) war Takayamas Assistentin und sucht weiterhin nach Fragen über dessen plötzliche Tod. Und wieder tauchen diese verdammten Videobänder auf, auch dem Reporter Okazaki (Yürei Yangi) wird von der jungen Kanae Sawaguchi (Kyoko Fukada) eines dieser bösen VHS-Tapes angeboten, er muss ihr aber versprechen das Band innert von einer Woche anzuschauen und es dann in Kopie weiterzugeben. Ansonsten wartet der Tod, der das schöne Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt und verzerrt. Antworten gibts vielleicht in der Psychiatrie. Denn dort hält sich seit einiger Zeit die junge Masami Kurahashi (Hitomi Sato) auf, die mitansehen musste, wie ihre Freunde durch das Band zu Tode kamen und die seitdem stumm ist und sich weigert aus Angst das Zimmer zu verlassen....


 Insgesamt betrachtet kommt "Ringu 2"nicht an seinen Vorgänger heran, obwohl er auch ein paar nette Gruselszenen zu bieten hat. "Ringu" punktete vor allem durch seinen mystischen Touch, der um das Tape und den Fluch webte. Die Gefahr, die davon ausging, blieb durchgehend undefinierbar und genau dies machten den japanischen Horror Film so interessant. Diese Zutaten wurden nun in Teil 2 zugunsten einer wissenschaftlicheren Herangehensweise fallengelassen, was dem Thema viel von seiner mysteriösen Ader raubt. Nakato  versucht das Phänomen mit der weißgekleideten schwarzhaarigen Frau aus dem Brunnen mit wissenschaftlichen Theorien und Experimenten zu begründen, was bewirkt, dass zwar mehr Licht ins Dunkel kommt - andererseits mininiert dies einfach den unheimlichen Faktor. Das Tape bzw. der Fluch sind keine Gefahr des Übernatürlichen mehr, sondern ein Produkt von übermenschlichen, wenn auch außergewöhnlichen Kräften.


Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

Cheap Thrills

























Regie: E.L. Katz

Für Geld machen wir alles...

 "Cheap Thrills" ist ein kammerspielartiger Thriller, den der Regieneuling E.L. Katz im Jahr 2013 inszenierte. Die Kritiken waren meistens sehr positiv, viele feierten sogar den Film als schwarzhumoriges Meisterwerk. Leider konnte ich keinen Humor in diesem Film entdecken, dazu fand ich das Szenario vielleicht viel zu bedrückend, denn in den 85 Minuten Laufzeit wird der Zuschauer mit einer ganz dunklen Seite des Menschseins konfrontiert. "Was Menschen so alles für Geld tun" ist das Motto von "Cheap Thrills" und man kann sich mit der Ausgangslage zuerst einmal ganz gut identifizerien, denn jeder hat ja schon Abende mit Freunden erlebt, die dann zu später Stunde und mit zuviel Alkohol auch mal mit obskuren Mutproben einhergingen. "Komm, zieh dich nackt aus, dann kriegst du 20 Euro"...dies ist der Grundsatz des Films.Konfrontiert wird der Zuschauer mit dem nicht sonderlich sympathischen Durchschnittstyp Craig (Pat Healy), der sich aber in den ersten Szenen als guter Ehemann und liebsorgender Vater zeigt. Doch dunkle Wolken bedrohen den Alltag der Durchschnittsfamilie. Ihm und seinen Lieben droht die Zwangsräumung. Er verdient als Automechaniker einfach zu wenig, um der monatlichen Tilgung nachzukommen, Inzwischen hat er 4.500 Dollar Schulden. Und der Tag ist noch nicht schwarz genug, denn er verliert gerade heute auch seinen Job, weil der Betrieb einsparen muss. Der Chef tröstet ihn damit, dass es nicht an seinen Fähigkeiten lag, sondern einfach an der wirtschaftlichen Lage, wo jeder einsparen muss. So ist der Weg nach Hause auch erschwert. Sein Bündel von unlösbaren, existenziellen Problemen nimmt er mit in diese Kneipe, wo er sich den Kummer mit ein Drinks ertränken will, doch zufällig trifft er auf seinen alten Schulfreund Vince (Ethan Embry). Die beiden haben sich etwa 5 Jahren nicht mehr gesehen und wie Craig erfährt hat es Vince zu nichts gebracht. Er war schon zu Schulzeiten einer der das Geld mit Drogen, Alkohol und Mädels verbrasste und im Grunde nichts auf die Reihe brachte. Doch Craig lässt sich auf einen Drink mit vince überreden und während sie über die schlechten alten Zeiten quatschen werden sie auch schon von einem scheinbar reichen Ehepaar eingeladen. Colin (David Koechner) seine hübsche blonde Frau Violet (Sara Paxton) wollen feiern, bei diesem ungleichen Duo sitzen die Geldscheine sehr locker. Und Colin outet sich als Zocker. So wettet er gerne mit Violet. 200 Dollar würde er locker machen, wenn sich einer der beiden Freunde traut, eine fremde Frau an der Theke so zur Weißglut zu treiben, dass sie ihm eine scheuert....und so startet langsam das Motto des Abends. Schnell verdiente Kohle sowohl für den mittellosen und abgebrannten Vince als auch für Craig, dessen ganze Existenz auf dem Spiel steht. Die Einsatze, die Colin anbietet, werden immer lukrativer - dafür werden die Aufgaben, die gemeistert werden sollen immer absurden und gefährlicher...

Am Ende des Abends wird sich der Wetteinsatz auf 250.000 Dollar einpendeln. Eine Summe, die dem Gewinner auch einiges abverlangen wird. Und mit den lukrativen Mutproben wird jedesmal ein weiteres unangenehmes Stück menschlichen Verhaltens offenbart. Ja, man kommt am Ende zum Schluß, dass es durchaus berechtige Gründe für Misantrophie gibt. Qualitativ finde ich den Film durchaus gut gemacht - es ist ein Kammerspiel und die vier Protagonisten spielen vor allem als Ensemble mit dem Ziel, dass die zynische Bestandsaufnahme bis zum Schluß auch fesselt. Allerdings sind solche Filme für mich schwerverdaulich...ich bereue am Ende ein bissel, dass ich mir das destruktive Spiel angesehen habe. Schwarzer Humor ist anders - aber als fieses Spiegelbild einer verkommenen Ausrichtung des Menschen, wo Egoismus und die Gier über allem steht, ist dieser dunkle Film durchaus gelungen.
Somit qualitativ sehr gut gemacht, dennoch kein Film, den ich nochmals sehe wollte.


Bewertung: 6 von 10 Punkten.