Samstag, 20. Dezember 2014

Oculus

























Regie: Mike Flanagan

Geister und Psychosen....

"Oculus" stellt die Frage, ob man seinem eigenen Erleben oder seinen eigenen Augen trauen kann. Der Horrorfilm von Mike Flanagan lässt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen ablaufen, was einen zusätzlichen Reiz ausübt. Die Story erzählt vom Schicksal der beiden Geschwister Tim (Brenton Thwaites) und Kaylie Russell (Karen Gillan), die als Kinder im Alter von 10 und 12 Jahren den furchtbaren Mord des Vaters Alan Russell (Rory Cochrane) an der eigenen Mutter (Katee Sackhoff) erleben mussten. Während die starke Kaylie scheinbar die Ereignisse, die nun 11 Jahre zurückliegen, recht gut verarbeitet hat, musste ihr jüngerer Bruder, der den Vater in Notwehr erschießen musste,  seine daraus resultierende Psychose jahrelang in einer Psychiatrie behandeln lassen. Nun ist es soweit: Laut ärztlicher Einschätzung ist der inzwischen 21jährige junge Mann so gesund, dass er die schützende Einrichtung verlassen kann. Es wird aber sehr schnell klar, dass seine Schwester nun endlich das Kapitel auf ihre Weise beenden möchte - sie wirkt zwar stark, aber sie hat die Ereignisse von damals nie wirklich verarbeiten können. Denn sie ist immer noch felsenfest davon überzeugt, dass damals eine übernatürliche Macht die Ereignisse im Haus auslöste. Somit glaubt sie, dass auch der eigentlich einfühlsamen Vater so manipuliert worden ist, dass er immer aggressiver wurde, schliesslich auf Befehl seine eigene Frau zuerst im Schlafzimmer ankettete und bald darauf tötete. Die Kinder wären die nächsten gewesen, die der Vater meucheln wollte. Die junge ist davon überzeugt, dass der prunkvolle, schwarze antike Lasser Spiegel, den die Eltern kurz vor der Katastrophe kauften, ein Tor zu einer dämonischen Welt sein muss. Diese gewagte Theorie untermauert die junge Frau mit der recherchierten Geschichte dieses Spiegels, denn keiner seiner Besitzer wurde in der Vergangenheit vom Schicksal verschont. Es gab häufig viele Todesfälle und die Geschichten dazu haben erstaunliche Parallelen. Zum Beispiel war das erste Opfer des Dämons immer der Hund der Familie. Durch seine Schwester kommt auch in Tim wieder die Erinnerung an früher hoch und zunächst vermutet er, dass seine Schwester mgöicherweise auch psychiatrisch behandelt werden müsste. Hat doch sein Therapeut davor gewarnt, dass gerade die Schwester den Heilungserfolg wieder ins Wanken bringen könnte. Sie kann Tim aber dennoch überreden ins alte Haus zurückzukehren, dort hat sie auch den Spiegel bringen lassen, der inzwischen wieder die Besitzer wechselte. Nun heißt es auf die Dämonen von einst zu warten und die geisterhafte Gestalt, eine Frau (Marisol Siegel), die die Kinder damals im Büro ihres Vaters sahen, lässt auch nicht lange auf sich warten...


Seinem preisgekrönten Kurzfilm ließ Mike Flanagan sieben Jahre später einen Langfilm folgen. Sein Genrebeitrag ist zwar ein bisschen B-Picture, aber  dennoch mehr als nur ein Horrorfilm, in vielerlei Hinsicht ist ihm ganz nebenbei auch noch ein Drama geglückt.  Dabei hat der Film auch raffinierte Feinheiten zu bieten, etwa dann, wenn die neuen Ereignisse im Haus sich mit den Erinnerungen der Kinder szenisch abwechseln und stellenweise sogar überlappen. HIer entfaltet der Film eine gruselige und atmosphärisch dichte Stimmung, ohne offensichtlich zu sein. Der Regisseur hat die Gabe mit den Erwartungen des Zuschauers zu spielen, auch und gerade, weil er sich nicht festlegt, was er diesen nun wirklich vorsetzt. Ist es nun diese übernatürliche Präsenz - im Film tauchen immer wieder Gestalten mit geisterhaften Augen auf - oder ist es die eigene Besessenheit, die den Protagonisten einen derart tödlichen Streich spielen ? Jedenfalls kann Kaylie ihren Bruder irgendwann überzeugen, dass nicht er wahnsinnig war, sondern dass der Spiegel im Haus das Böse verbirgt. Im Zweifelsfalle leiden aber beide an einer gemeinsamen Psychose und dies ist der faszinierende Aspekt des Films "Oculus". Die Frage ist gestellt, ob Erinnerungen aus der Kindheit durch das Bewusstsein eines Erwachsenen so sehr gefiltert werden, dass sie nicht mehr mit der Realität konform gehen. Fest steht nur, egal welcher Auslöser, die beiden Geschwister sind traumatisch völlig aus der Bahn geworfen. Die Rückkehr ins Haus verdreht die Sinne und der Zuschauer ist gebannt von dem dämonischen Treiben, aber was wäre wenn dies nur alles Einbildung wäre.  Zuerst war der Film als Found Footage Beitrag geplant, aber man kann die Macher nur beglückwünschen es nicht getan zu haben. Sonst hätte man auf die große Stärke des Films (die Zusammenführung beider Zeitpunkte und Handlungsstränge) womöglich untergraben. Für mich ein sehr geglückter Geisterfilm, der durch seine hintergründige Art gefällt.
Film spielt in zwei verschiedenen Zeitpunkten: die Gegenwart und 11 Jahre zuvor. Die beiden Handlungsstränge parallel durch Rückblenden erzählt.


 Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

The Collection - The Collector 2

















Regie: Marcus Dunston

Dort,wo der Collector wohnt...

Bei "The Collector" von Marcus Dunston bot sich nicht nur durch den raffiniert konstruierten Schluß eine Fortsetzung an. Der Film wurde sehr schnell und spontan bei den Fans hoch gehandelt und dieser geheimnisvolle Fänger, der jedesmal sein fieses rotes Köfferchen dabei hat,  eignet sich sicherlich wie bereits vor ihm Freddy Krueger, Jason Vorhees, Michael Myers, Ghostface oder Jigsaw auch bestens für eine länger anhaltende Serie.
Dabei lässt sich sehr schnell die "Saw" Filmreihe als erste Inspiration für "The Collector" ausnachen. Der Stil weißt verblüffende Ähnlichkeiten aus - kein Wunder, denn die Macher von "Collector" haben auch die Teile 4 bis 6 des Vorbilds realisiert.
Die Story war zwar nicht sonderlich originell, aber die Umsetzung doch recht spannend gelungen, denn nur durch eine straffe und technisch makellose Inszenierung, kann so ein gut einstündiges Katz und Maus Spiel zwischen Einbrecher und Psychopathen mit Ledermaske gelingen. Leider ist die Fortsetzung mit dem Namen "The Collection" nur halb so gut gelungen und dies liegt eindeutig an dem lahmen Mittelteil. Wie im Erstling fühte auch Marcus Dunston Regie und tatsächlich gelingt ihm ein furioser Start mit dem Auftauchen des Collectors in einem Disco-Nachtclub. Dorthin hat es die junge Elle (Emma Fitzpatrick) mit ihren Feunden Missy (Johanna Braddy) und Josh (Michael Jardelli) verschlagen, nachdem ihr Boyfriend (Daniel Sharman) ihr mitteilte, dass er heute länger arbeiten muss. Doch auf der Tanzfläche des Underground Nightclubs sieht sie ihn knutschend mit einer Anderen. Leider ist für den eifersüchtigen Ausbruch keine Zeit mehr, denn der Collector (Randall Archer), inzwischen in der ganzen Stadt als schrecklichster Serienkiller aller Zeiten bekannt, hat hier gerade die letzten Vorkehrungen getroffen die meisten Discogäste mit seinen Folterinstrumenten und anderem tödlichem Schnickschnack ins Jenseits zu befördern. Die Disco versinkt im Blut der Leichen und Ella gelangt natürlich in den roten Koffer, aus dem ein paar Minuten vorher der darin gefangene Arkin O´Brian (Josh Stewart) entkommen konnte. Ellas Vater engagiert eine Elitegruppe, um seine Tochter aus den Händen des Folterers zu befreien, doch es fehlt natürlcih jede Spur. Wäre da nicht der entkommene Arkin, der die Truppe zum Dominzil des Killlers führen kann. Doch dieses alte Hotel, wo er sein Unwesen treibt, ist sehr verschachtelt und verwinkelt. Es gibt Räume, die in andere Räume führen, überall sind Fallen aufgestellt und ganz nebenbei gibt es sonderbare Körperwelten in den großen Glasbehältern zu bewundern. Den Zuschauer erwartet eine Location wie ein Mischung aus "Saw" Lagerhalle und "Cube" - nur ist das Vortasten von Raum zu Raum leider dramaturgisch überhaupt nicht spannend und so erweist sich der Nachfolger - trotz knackig kurzer 80 Minuten - als herbe Enttäuschung. Grund dafür ist dieser ausufernde und wenig interessante Mittelteil. 


Dabei fing alles ziemlich gut an und es endet auch wieder interessant. Soviel kann man schon sagen. Sollten die Finanzen stimmen, so erwartet uns vielleicht der dritte und vielleicht alles aufklärende Abschluß. So bleibt der Zuschauer weiterhin im Unklaren über den Collector und über seine Motive. Aber es gibt wie in "Saw" vielleicht auch hier einer, der die Amanda macht...

Bewertung: 4 von 10 Punkten. 

Planet der Affen - Revolution

























Regie: Matt Reeves

Caesar gegen Koba

Franklin J. Schaffner schuf im Jahr 1968 einen echten Klassiker im Science Fiction Genre - der Film war so erfolgreich, dass er in den Folgejahren  von 1970 bis 1973 insgesamt 4 Fortsetzungen nach sich zog. Es war Tim Burton, der 2001 eine Neuinterpretation des Films wagte - sein sehr freies Remake spielte im Erdenjahr 2029, extraterrestrisch Jahrhunderte in der Zukunft und wieder terrestrisch weiter in der Zukunft. Sein Beitrag gilt als interessant, aber er erhielt alles andere als enthusiastische Bewertungen. Umso überraschter war ich dann von dem 2011 von dem Briten Rupert Wyatt realisierten "Planet der Affen: Prevolution" (Im Original: Rise of the Planet of the Apes), der es auf ganzer Linie verstand sehr geschickt ein anrührendes Familiendrama, der Freundschaft zwischen einem kleinen Affen und seinem Besitzer, mit einer "Spartacus" ähnlichen Story zu verbinden. Am Ende wurde aus dem kleinen Affenkind Caesar ein Anführer (Andy Serkis) und führte unweigerlich zum Aufstand der unterdrückten Affen gegen die Menschheit, die wie immer Böses im Sinn hatten. Man hatte sich als menschlicher Zuschauer schon nach wenigen Minuten mit den Primaten identifiziert und verbündet und hoffte auf deren Sieg. Für mich ein vorzüglicher Genrefilm, einer der besten der letzten Jahre. Die Macher dieser Neuauflage hatten eine Trilogie im Sinn. Mit "Planet der Affen: Revolution", inszeniert von Matt Reeves, wird die Geschichte nun weitererzählt.
Dabei ist die Story fast schon zu simpel und sie orientiert sich meines Erachtens allzu sehr an den bekannten Geschichten aus dem Wild West Genre: Das Aufeinandertreffen zweier Völker. Das Mißtrauen gegeneinander. Der Versuch des Indianerhäuptlings Frieden mit dem in sein Territorium eingedrungenen weißen Mann zu schaffen. Der gute weiße Mann, der ähnlich fühlt wie der Anführer der Rothäute. Der böse weiße Mann, der hintertrieben agiert und die Friedensbemühungen beinahe zum Scheitern bringt. Der böse Indianer, der durch seine Vorgeschichte (Folter) seinen Hass nicht mehr ablegen kann und der einen verräterischen Plan gegen den guten Häuptling hegt.
Im Gegensatz zu den ersten fünf Filmen der Planet der Affen Filmreihe und der von diesen unabhängigen Burton-Variante wurden die Primaten in den neuen Filmen nicht von Schauspielern mit Masken dargestellt, sondern agieren im Performance Capture Verfahren. Bewegung und Mimik der Darsteller wurden am realen Drehort aufgenommen und später am Computer auf eine darüber gelegte "Affenhülle" übertragen. Ohne diese Hülle würden sie Andy Serkis als Caesar und Toby Kebell als sein Gegenspieler Koba sehen. Der hat im übrigen die besten Momente im Film: Einmal spielt er den "dummen" Affen und trickst dabei zwei Bewacher eines Waffenlagers aus und auf dem Höhepunkt seiner Macht, tut er dies was ein ungeschriebenes Gesetz der Affen verbietet "Töte niemals einen Artgenossen". Doch die Macht und der Hass hat ihn zu diesem Zeitpunkt schon zerfressen. Während in diesem 2. Teil der intelligente Caesar etwas zu klischee- und schablonenhaft wirkt, kommt die ambivalente Figur des Koda sehr gut rüber und ist das große Plus des Films, der leider für mich insgesamt nicht an den Vorgänger heranreicht.
Dabei sind die Anfangsszenen vielversprechend. Die Affen haben sich in die üppigen Wälder zurückgezogen. Caesar ist inzwischen verheiratet und hat einen Sohn Blue Eyes (Nick Thurston). Seine Frau (Judy Greer) hat ihm soeben einen zweiten Jungen geschenkt. Der Orang Utan Maurice (Karin Konoval) hat den Eindruck, dass die Menschen inzwischen ausgestorben sind "seit 10 Jahren hat man keinen mehr gesehen" - doch der Schein trügt. In dem zerstörten San Francisco hat sich eine Gruppe von Menschen angesammelt, die versucht das Wasserkraftwerk in den Wäldern (im Affenterritorium) wieder funktionsfähig zu machen und somit Elektrizität in die Geisterstadt zu bringen. Dazu läuft ein kleiner Erkundungstrupp in den Wäldern den Affen über den Weg. Aus Angst wird Blue Eyes bester Freund Ash (Doc Shaw) von einem Menschen angeschossen und schwer verletzt. Doch auf Caesars Geheiß werden die Männer laufen gelassen. Caesar entscheidet sich aber mit seiner Armee in die Stadt zu gehen und die Menschen zu warnen, das Gebiet der Affen nie wieder zu betreten. Der Führer der Gruppe (Gary Oldman) hat nun vor mit Waffengewalt alles zu regeln, doch sein fähiger Mitarbeiter Malcolm (Jason Clarke) ist eine Art John J. Dunbar (Der mit dem Wolf tanzt) oder Tom Jeffreys (Der gebrochene Pfeil), der nicht einsieht, dass zwischen den Menschen und Affen Krieg sein muss. Im Alleingang versucht er die Affen zu bewegen den Menschen in der Stadt zu helfen. Er fährt mit seiner Frau Ellie (Keri Russell) und Sohnemann Alexander (Kodi Smith McPhee) ins feindliche Gebiet - es wird der Beginn einer wunderbaren Männer(Männchen) freundschaft, die aber überschattet wird von den finsteren Gedanken des Affen Koba...


 so läuft alles auf den unvermeidlichen Kampf in den Ruinen der Stadt hinaus. Dabei hat der gute Mensch die gleiche Aufgabe wie der gute Affe. Er versucht - trotz fieser Antagonisten - die Völker für den Frieden zu gewinnen. Und dies mitten in den kriegerischen Kampfhandlungen. Wer sich jetzt nicht daran stört, dass der Film total voraussehbar ist, der wird sicherlich gut unterhalten mit einem soliden Blockbuster und sehr viel CGI Effekten.
Natürlich ist die technische Machart des Films genauso herausragend wie beim Erstling, die digitalen und fotografischen Anteile wie auch deren Repräsentanten agieren völlig ebenbürtig nebeneinander.
Haupdarsteller Andy Serkis hat schon "Gollum" oder "King Kong" seine Menschlichkeit verpasst und wurde dafür im Vorgängerfilm schon extrem gelobt. In dieser Film spielt ihm der Gegenspieler etwas die Schau - was eigentlich kein Nachteil sein müsste. Wenn man nur etwas mehr Spontanität in die Story gelegt hätte. So läuft alles etwas - zwar auf hohem Niveau - nach Schema F ab.
Nichtsdestotrotz übertrumpfte "Dawn of the Planet of the Apes" an den Kinokassen alle seine bisherigen Artverwandten im "Planet der Affen" Kosmos.  Das weltweite Einspielergebnis von 708 Millionen Dollar ist phänomenal und toppt den besseren Erstling mit seinem 481 Millionen Dollar bei weitem.




Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Saw 3





















Regie: Darren Lynn Bousman

Mit Hilfe von  Amanda...

Wie auch schon in "Saw 2" spielt im Nachfolgefilm "Saw 3" nicht nur Tobin Bell den fiesen Spielmacher Jigsaw, auch saß der gleiche Mann erneut auf dem Regiestuhl: Darren Lynn Bousman wurde 2006 mit dieser Arbeit betraut und es blieb auch nicht seine letzte Teilnahme an der Serie, der vierte Teil ging auch auf sein Konto. Möglicherweise ist "Saw 3" aber vielleicht der schwächste Teil der insgesamt siebenteiligen Saga, denn die ständigen Rückblenden auf die ersten beiden Folgen überforderten den Regisseur doch sehr. So sind diese Flashbacks sehr hinderlich daran eine vernünftige Dramaturgie aufzubauen, auch das Tempo leidet sichtlich unter den vielen Erklärungen, Auflösungen und Verweisen auf die vorigen Filme. Dazwischen wird natürlich immer wieder gefoltert und geschlachtet. Natürlich bleibt Jigsaw (Tobin Bell) das Herzstück dieser Filme, denn der zynische Bösewicht behauptet ja eindrücklich kein Killer zu sein, sondern will mit Zwang seinen Spielern den allumfassenden moralischen Stempel dazu aufdrücken - eine total perfide Sichtweise, die das Szenario seiner Spiele noch widerwärtiger machen. "Hallo Kerry, ich möchte ein Spiel spielen. Bis heute haben sie ihr Leben unter den Toten verbracht, deren letzte Augenblicke Sie wie ien Puzzle zusammengesetzt haben. Sie sind gut darin, weil sie selbst genauso tot sind wie die. Sie sind innerlich bereits tot. Sie kommen besser mit einer kalten Leiche zurecht als mit einem lebendigen Menschen. Ich glaube sie suchen die Vereinigung mit ihrer wahren Familie" - und so ist auch Alison Kerrys (Dina Meyer) Schicksal besiegelt, denn gespielt werden Jigsaws Spiele immer auf dem Platz...und der ist verdammt vollgepflastert mit diversen Folterapparten, die nur eine ganz geringe Überlebenschance beinhalten. Während der Killer fieberhaft von der Polizei gesucht wird, ist er inzwischen vom Krebs so schwer gezeichnet, dass er am Bett gefesselt seine letzten Züge lebt. Und er hat nur den einen Gedanken: Seine Spiele sollen weiterleben, sein Plan ringt nach Vollendung. Immerhin hat mit der emotinal instabilen Amanda (Shawnee Smith) eine Nachfolgerin auserkoren, aber er braucht auch dringend ärztliche Versorgung. So wird die Medizinerin Lynn Denlon (Bahar Soomekh) im Krankenhaus entführt. Sie soll dafür sorgen, dass er Totkranke noch etwas länger unter den Lebenden bleibt, im Gegenzug wird sie nicht getötet. Zeitgleich laufen die Spiele für den Familienvater Jeff (Angus MacFadyen), der mehrere Prüfungen absolvieren muss und alle sind dazu gedacht, dass er den Menschen verzeiht, die sich im Zusammenhang mit dem Unfalltod seines kleinen Sohnes falsch verhalten haben: Eine Augenzeugin, die nicht die Wahrheit sagte, aber auch der Richter, der ein zu mildes Urteil fällte..gegen den Unfallverursacher selbst, der betrunken am Steuer saß. Er wird dabei stets vor die Wahl gestellt, ihnen zu vergeben und sie aus Jigsaws Apparaturen zu retten oder ihren Tod in Kauf zu nehmen. Jeff versucht jedes Mal, die Personen zu retten, entscheidet sich dafür aber meist zu spät. Am Ende ergibt das Spiel wieder diesen sonderbaren, tieferen Sinn und ein weiteres Puzzleteilchen zu Jigsaws Masterplan und viel, viel Splattereinlagen...


aber auch irgendwie eine gewisse Langeweile begleitet diesen 3. Teil, der an der Kinokasse seine beiden Vorgänger in der Zuschauergunst noch übertrumpfen konnte und mit einem weltweiten Kasseneinspielergebnis von 164 Millionen Dollar erfolgreichster Teil der ganzen Reihe wurde. Horrormässig gut gelungen ist natürlich das düstere und kalte Setting der Saw Filme, es sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die widerwärtige Gewalt Ersatz für die nicht vorhandene Dramaturgie ist.


Bewertung: 4 von 10 Punkten.

Montag, 1. Dezember 2014

Die Bestimmung - Divergent

























Regie: Neil Burger

Eine Welt in der Nähe von Panem...

Was ganz schnell auffällt ist, dass "Die Bestimmung - Divergent" von Neil Burger ein dreister Ableger von "Die Tribute von Panem" ist, allerdings ist diese etwas trashiger und weniger aufgemotzte Zukunftsvision vielleicht sogar der unterhaltsamere Film. Erzählt wird dabei von einer neuen Gesellschaftsform nach einem verheerenden Krieg. Inzwischen wurde die Gesellschaft in fünf für sich und untereinander funktionierende und unterstützende Fraktionen aufgeteilt, die gesamthaft als die perfekte Einheit verschmelzen sollen, weil jeder sich seiner speziellen Aufgabe widmet. Da wären einmal die Altruam, die Selbstlosigkeit als wichtigsten Wert erachten, das gemeinschaftliche wohl über ihre eigenen Bedürfnisse stellen und deshalb die politische Führung bilden. Die Candor sind die Freimütigen, die der Wahrheit verpflichtet sind. Die Gelehrten dieses Fünfersystems heißen Ken und stellen Wissen und Erkenntnis über allem. Die Amite sind die Friedfertigen, die die menschliche Aggression für die Ursache allen Übels halten und zuguterletzt die Ferox - fruchtlose mutige und tapfere Polizisten, die gerne aus fahrende Zügen springen und riesige Häuserfassaden hochklettern. Wie alle Sechzehnjährigen in diesem System steht auch die junge Beatrice Prior (Shailene Woodley) vor dem großen Tag der Entscheidung. Aufgewachsen ist sie mit ihrem Bruder Caleb (Ansel Elgort) behütet bei den Eltern (Tony Goldwyn/Ashley Judd) als Altruan. Aber am Ende dieses Schuljahrs steht das Ritual sich entscheiden zu müssen welche Art von Leben man zukünftig führen wird. Vor dem Entscheidungsritual, dass öffentlich zelebriert wird, kommt bei ihrem Eignungstest heraus, dass sie kein eindeutiges Ergebnis zeigt. Sie wäre damit "eine Unbestimmte" - etwas sehr seltenes, aber auch gefährliches. Die Testerin hat aber Mitleid mit dem weiteren Schicksal des Mädchens und fälscht die Testunterlagen, so dass in den Akten "Altruan" steht. Am Tag der Entscheidung wird aber aus Beatrice ein Ferox - kein Wunder, denn sie war schon immer von der wilden Truppe fasziniert. Doch die diversen Aufnahmeprüfung sind nun wahrlich kein Zuckerschlecken, es gibt Konkurrenz unter den "Neuen", denn die Schlechtesten werden ausgestoßen und sind damit fraktionslos. Was soviel heißt wie verloren. Und der harte Ausbilder Eric (Jay Courtney) benutzt auch jede Gelegenheit sie rauszuwerfen. Nur gut das der zweite Ausbilder Four (Theo James) Gefühle für Beatrice entwickelt und diese auch nicht aufhören, als er herausfindet, dass Beatrice eine Unbestimmte ist...


Natürlich darf ein angesagter Soundtrack (Ellie Goulding, Woodkid, M83, Tame Impala, Kendrick Lamar) nicht fehlen, um aus dem Stoff einen erfolgreichen Blockbuster für das extrem junge Zielpublikum zu zimmern. Dazu ist es immer hilfreich, wenn der Held oder in diesem Falle die Heldin - ein junges Mädchen - eine hohe Identifiktation bieten kann. So funktionierte es schon in der Twilight Saga mit Kristen Stewart und mit Jennifer Laurence mit den Tributen von Panem. Es braucht als zusätzlichen Verstärker natürlich noch den süßen Kerl, der dem Mädel auf dem Weg zum Glück und möglicherweise für Ruhm und Ehre gebührend beisteht. Das weltweite Einspielergebnis von 285 Millionen kam zwar nicht an die Vorbilder heran, kann sich aber dennoch sehr gut sehen lassen. Als Böse darf Kate Winslet die temporeich-kurzweilige Teenager-Dystopie aufmischen. Wer das Szenario nicht allzu ernst nimmt, der wird sich bei diesem Hochglanz-Jugendfilm Trashie sehr gut unterhalten fühlen.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Sonntag, 23. November 2014

Dark Water

























Regie: Walter Salles

Dunkle Wasser sind tief...

Der brasilianische Regisseur Walter Salles wurde bekannt durch seine preisgekrönten Filme "Central Station" und "Die Reisen des jungen Che". Für sein US-Debüt nahm er sich die Neuverfilmung des japanischen Gruselfilms "Dark Water" von Hideo Nakato. Für sein Remake konnte er für die Hauptrolle sogar Jennifer Conelly gewinnen, die wie gewohnt eine gute Darstellerleistung absolviert. Sehr gut gelungen ist die Location - der Film spielt meistens bei Regenwetter. Ort der Handlung ist ein Hochhaus mitten in einer hässlichen Massensiedlung in Roosevelt Island. Diese 60 Hektar große Insel im East River in New York City. liegt zwischen den Stadtteilen Manhattan und Queens und gehört zum Stadtbezirkt von Manhattan.
Seit den 50er Jahren besteht über eine Hebebrücke nach Queens eine halbfeste Verbindung mit dem Festland und seit 1976 ist die Insel mit einer Luftseilbahn an Manhattan verbunden. Erst seit 1989 gibts eine U-Bahn Verbindung, allerdings wurde die Fahrt mit "The Tram" zu einer wahren Touristenattraktion. Auf diesem Weg kommt auch die frisch geschiedene Dahlia (Jennifer Connelly) mit ihrer kleinen Tochter Celia (Ariel Gade) zur Besichtigung einer günstigen Wohnung auf die Insel. Dort soll es auch eine sehr gute Schule geben. Der Wohnkomplex, wo sich das neue Zuhause befinden soll, ist allerdings weniger einladend. Celia ist wenig begeistert, ändert aber ihre Meinung ab dem Zeitpunkt, wo sie beim Besichtigungstermim mit dem Makler Mr. Murray (John C. Reiley) einen dieser begehrten "Hello Kitty" Kinderrucksäcke findet, den wohl ein anderes Mädchen dort verloren hat. Veeck (Pete Postlethwaite), der etwas sonderbare Hausmeister, nimmt den Fund in Gewahrsam, aber wenn der Besitzer nicht innert einer Woche auftaucht, dann geht der Rucksack an die Finderin. Dahlia entscheidet sich die Wohnung zu nehmen - die labile Frau steht auch durch den Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann (Dougray Scott) etwas unter Zugzwang und die neue Arbeitsstelle in einem Krankenhaus wäre schnell erreichbar. Wenig später macht man sich in Celias neuer Schule Sorgen, da sich herausstellt, dass das Mädchen mit einer imaginären Freundin spricht. Zu ihrer Mom sagt sie kein Wort - diese hat auch ganz andere Sorgen, denn in der neuen Wohnung wird eine undichte Stelle, wo Wasser heraustropft immer mehr zu einem hässlichen Loch. Jemand im Appartment in der Wohnung oben dreht vermutlich das Wasser immer wieder auf, so dass es sich den Weg durch die Decke in Dahlias Wohnung findet. Schliesslich findet Dahlia heraus, dass die Wohnung oben leersteht und möglicherweise zwei Teenieboys, die im Haus wohnen, öfters für Streiche bekannt sind. Möglicherweise drehen sie in den leerstehenden Wohnungen das Wasser auf. Sie erfährt etwas über die Vormieter und interessanterweise heißt das kleine Mädchen, dass dort oben in der Wohnung F 10 mit seinen Eltern wohnte "Natasha" - genauso wie Celias neue imaginäre Freundin...

 Extrem gut getroffen wie gesagt die Atmosphäre in einer überaus hässlichen Wohnung. Da bietet das Remake sogar noch Vorzüge gegenüber dem Original. Trotzdem fand ich die japanische Variante besser - es hat mich damals mehr gegruselt. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass mir die Geschichte natürlich zu bekannt war - man kennt ja das Schicksal des Mädchens, dass da möglicherweise durch das Haus geistert und keine Ruhe findet. Trotz allem wird man horrormässig hier ganz gut unterhalten - als Anwalt ohne Büro, der ausschliesslich in seinem Auto arbeitet, ist Tim Roth zu sehen.


Bewertung: 6 von 10 Piunkten.

Montag, 17. November 2014

Blutiger Valentinstag

























Regie: George Mihalka

Tanzen verboten...

Zwei Bergleute in voller Montur und mit unheimlich aussehenden Gesichtsmasken sind gemeinsam in einem tiefen Schacht. Sie erreichen eine Nische und einer der beiden enthüllt seine Maske: Darunter steckt eine Blondine - zu allem bereit. Vor allem zum hemmmungslosen Sex, es scheint die Frau nicht zu stören, dass ihr Gegenüber sich weigert seine Ausrüstung zu entfernen, geschweige denn seine Maske. Ok - die Spitzhacke wird in die Wand geschlagen und sie fängt auch schon zu strippen an. Sie streichelt liebevoll die Maske und die Atemschläuche des Mannes. Fetischismus könnte so schön sein...wenn...äh der Bergmann nicht so große Freude daran gehabt hätte die Blondine aufzuspießen. Wir befinden uns beim ersten Mord in der Kleinstadt Valentine Bluff, den keiner bemerkt hat. Denn die ganze Stadt ist aus dem Häuschen, weil die Vorbereitungen für den Valentinstag-Tanz laufen. Unsere Kleinstadt ist auch die Heimat von einem Kohlebergwerk, wo viele der einheimischen Männer arbeiten, jung und alt. Der ganze Ort ist voller Vorfreude. Obwohl vor zwei Jahrzehnten fünf Bergwerksleute durch eine Methangasexplosion in den Stollen verschüttet wurden. Die zwei wachhabenden Kollegen hätten vielleicht Hilfe holen können, aber sie hatten damals ihren Posten verlassen, um den Valentinstagball zu besuchen. Während also der ganze Ort das ultimative Vergnügen hatte, kämpften fünf Männer ums nackte Überleben. Nach einigen Wochen wurde durch die Grabungen doch noch ein Mann lebendig gefunden...Harry Warden, der sich von den Leichen der anderen ernähren musste und wahnsinnig wurde. Er wurde damals in die staatliche Nervenheilanstalt eingeliefert und brach genau ein Jahr später..am Valentinstag...dort aus, um die beiden Aufseher zu töten. Die Herzen der Männer packte er jeweils in eine Geschenkschachtel ein. Das blutige Geschenk enthielt die Warnung nie wieder in der Stadt eine Valentinsfeier abzuhalten. Doch dieses Jahr wollen sich die Bürger die Tanzveranstaltung nicht nehmen lassen. Sheriff Hanninger (Larry Reynolds) ist zwar bei dem Gedanken nicht ganz wohl, aber Mabel Osborne (Patricia Hamilton), die Waschsalonbesitzerin, ist eine versierte Organisatorin des Tanzspektakels für die jungen Leute.  Und die sind auch begeistert. Obwohl drei der Teenager in eine Dreiecksgeschichte verwickelt sind: TJ Hanniger (Paul Kelman), der Sohn des Bürgermeisters, hat vor einigen Monaten seine Freundin Sarah (Lori Hallier) verlassen, der junge Mann war über Nacht einfach verschwunden, ohne irgendjemandem eine Erklärung über sein Fortgehen zu geben. In der Zwischenzeit bandelte Sarah mit TJs Freund Axel (Neil Affleck) an. Nun ist TJ wieder in der Stadt und bereut es sehr, dass er damals Sarah verließ, denn er hat durch die Trennung bemerkt, wie sehr er sie doch liebt und braucht. Dann geschieht Mord Nr. 2: Mabel ist das Opfer, die Veranstaltung wird abgesagt. In der lokalen Bar erzählt der Barkeeper den Jugendlichen die Geschichte über Harry Warden und dessen Amoklauf und Rache. Doch die Geschichte erschreckt nicht so wie sie es sollte. Die Jugend beschliesst heimlich die Party laufen zu lassen. Als Location für die Feier wählen sie die Aufenthaltsräume der Kohleminen. Während im Nebenraum die Party in vollem Gange ist, landen spezielle Organe des jungen Dave (Carl Marotte) im Topf der dort kochenden Frankfurter Würstchen, Aber dies ist erst der Auftakt von vielen wüsten Morden...


mit "Blutiger Valentinstag" aus dem Jahr 1981 präsentiert sich ein Slasher der ersten Stunde. Also Filme, die alle im Anschluß des riesigen Welterfolgs von John Carpenters "Halloween" entstanden und ebenfalls gute Kasse machten. Der Film von George Mihalka wurde vom 22. September bis 9. November 1980 in den Sydney Mines, in der kanadischen Provinz Nova Scotia gedreht. Er spielt gleich beim Kinostart das Doppelte seiner Produktionskosten ein und wurde auch nach dem Siegeszug der Videotheken in den 80ern ein kleiner Klassiker, der immer wieder gerne ausgeliehen wurde. Wie viele Filme dieser ersten Slasher Welle wurde der Film immer wieder stark gekürzt und geschnitten. Die zeitgenössische Kritik fiel eher mau aus. Aus heutiger Sicht finde ich den Film sehr solide gemacht - er hat zwar inhaltlich nicht viel mehr zu bieten als das altbekannte Slasher Schema F, aber er punktet durch eine hübsche Location und die unbekannten jungen Darsteller verleihen dem Film auch eine gewisse stimmige Authentiziät. Der Showdown in der Mine wirkt spannend und atmosphärisch, teilweise sogar mit sehr gutem Suspence-Einlagen, wenn beispielsweise eines der Mädchen durch ganz viele herabfallende Bergwerks-Outfits aufs Extremste geängstigt wird. 2009 wurde ein solides Remake mit "My bloody Valentine 3D" ins Kinorennen geschickt, die Handlung wurde aber verändert.



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.