Freitag, 14. November 2014

Under the Skin

























Regie: Jonathan Glazer

In der Maske der einsamen Verführerin...

Keine Sorge: "Under the skin" von Jonathan Glazer hat nicht deshalb so viele ablehnende Kritiken, weil der Film so schlecht ist. Ganz im Gegenteil, denn dieser ungewöhnliche Science-fiction Film hat das Zeug zum Kultfilm des Jahres. Für viele Kinofans dürfte er allerdings zu ungewöhnlich sein, um sich auf ihn einlassen zu können, denn er widersetzt sich allen gängigen Erfolgsformeln und Zugeständnissen an den Mainstream. Bereits Glazers Filmdebüt "Sexy Beast" aus dem Jahr 2000 mit Ray Winstone und Ben Kingsley, wurde mit zahlreichen Preisen ausgeszeichnet. Auch "Birth" mit Nicole Kidman war ein ungewöhnlicher Film - in "Under the Skin" lässt er eine männermordende? Scarlett Johannsson als geheimnisvolle Weltenwandlerin in einem Lieferwagen durch Schottland fahren...atttaktiv wie immer, allerdings mit schwarzen Haaren nimmt sie Anhalten mit, flirtet mit Ihnen, verführt sie und lässt sie verschwinden. Dabei werden sie nicht im klassischen Sinne ermordet, doch wenn sie der geheimnisvollen Frau folgen und Sex erwarten,ver lieren sie plötzlich den Boden unter den Füßen und tauchen plötzlich in eine Flüssigkeit, ähnlich wie pechschwarzer Teer - dort versinken sie im Gewässer und verschwinden. Der Film beginnt damit, dass ein Motorradfahrer eine Frauenleiche zu dem Lieferwagen trägt.  Ein Indiz dafür, dass die Frau mindestens einen Komplizen bei ihrer Tour hat, der ihr mit dem Motorrad folgt. Die Frau beginnt immer wieder Männer anzusprechen, sie hat bei vielen Typen gute Chancen und so steigen sie ahnungslos in den Wagen. Ein Anhalter (Joe Szula) besiegelt so sein Schicksal. Ebenso ein Tscheche (Krystof Hadek), den sie an einem Strand kennenlernt. In der Disco wird der junge Andrew (Paul Brannigan) zum Opfer, auch eine Mann mit Neurofibromatose (Adam Pearson) hätte sich seine ersten sexuellen Erfahrungen anders vorgestellt. Die Frau hat eine Mission, die ausserirdisch sein muss - und sie zweifelt dann in der Mitte des Films an ihrem Auftrag als sie einen Mann im Bus (Michael Moreland) kennenlernt. Im Wald kommt es zu einer Konfrontation mit einem aufdringlichen Waldarbeiter (Dave Acton) und der neugierige Zuschauer bekommt endlich zu Gesicht, was sich bei der geheimnisvollen Frau unter der Haut verbirgt...



es passiert nicht allzu viel in "Under the Skin" und der Zuschauer beobachtet einfach das mysteriöse Treiben einer Frau, die in ihrem Wagen vermeintlich Männer abschleppen will, aber er wird auch nach den 107 Minuten Laufzeit auch nicht schlauer sein, was dies alles zu bedeuten hat. Klar ist dann nur, dass Scarlett hier ein Alien spielt, das sich in einer menschlichen Hülle äusserst geschickt tarnt. Das Schicksal der Opfer wird kurz angedeutet - denn ein Mann,  der in dieser zähen Flüssigkeit gefangenen ist, zerplatzt dort nach kurzer Zeit, zurück bleibt eine dünne Hauthülle, die noch existiert.
Zugegeben ist dies keine leichte Kost, die Jonathan Glazer hier serviert - aber ich empfand den Film durchgehend faszinierend und in seiner Machart völlig unvorhersehbar und innovativ. Auch optisch ist der Film durch die spröden Kamerabilder von Dan Landin gut gelungen. Wer Film mag, bei denen Rätsel ungelöst bleiben, der wird hier sicherlich sehr angetan sein und vielleicht sogar neue bwz. eher in der heutigen Filmlandschaft verloren gegangene Seherfahrungen machen können. Kinofans, die gängige Kinogeschichten mögen, werden bei diesem eiskalten Experimental-Science-Fiction Film eher irritiert bis ablehnend reagieren.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Drachenkrieger

























Regie: Mikkel Braenne Sandmose

Am See des Ungeheuers...

"Drachenkrieger" ist ein Film des Norwegers Mikkel Braenne Sandmose aus dem Jahr 2013 und heißt im Original "Gäten Ragnarok". Der Titel spielt auf die nordische Mythologie an, denn "Ragnarök" bedeutet "Schicksal der Götter" und meint der Sage nach den Untergang der Götter. Die Macher des Films lassen dabei einen schlangenähnlichen Drachen als Monster auferstehen - keine schlechte Wahl, wenn nach den Trollen in "Trollhunter" weitere Fabelwesen in Norwegens Filmlandschaft auferstehen. Mikkel Braenne Sandmose ist kein Unbekannter mehr, er hat schon "Cold Prey 3" inszeniert und wandelt in seinem neuen Film gekonnt auf den Pfaden von Steven Spielberg. Hier wird eine wissenschaftliche Expedition zu einem gefährlichen Abenteuer. Schauplatz ist die Finnmark im Norden von Norwegen. Dort in dieses Niemandsland zwischen Russland und Norwegen haben nur noch wenige Menschen einen Fuß gesetzt. Man benötigt dazu auch reichlich Motiviation und die hat der junge Witwer und Archäologe Sigurd Svensen (Pal Sverre Valheim Hagen), der wie eine Mischung aus Indiana Jones und Dr. Alan Grant wirkt  und am historischen Museum für seine gewagten Theorien über den sagenumwobenenen Schatz der Wikinger inzwischen recht berüchtigt ist. Man nimmt ihn nicht sonderlich ernst und die Geldgeber drehen den Hahn zu, da sie solchen Forschungen die nötige Seriosität absprechen. Immerhin findet sein bester Freund Allan (Nicolai Cleve Broch) eine riesige Rune, die sich als Landkarte entpuppt und zu dem Ort führen soll, wo Königin Asa (Vera Rudi) vor vielen tausend Jahren sagenumwobene Wikingerschätze versteckt haben soll.  Um der alten Sage von Ragnarok um den Verbleib des Schatzes auf den Grund zu gehen, kehrt der alleinerziehende Vater daher seinem Arbeitsplatz den Rücken und begibt sich gemeinsam mit seinen beiden Kindern Ragnhild (Maria Anette Tanderod Berglyd) und Brage (Julian Podolski) als eine Art Ferienersatz für die Kids zu seiner Expedition. Mit dabei ist auch Allan,  die erfahrene Elisabeth (Sofia Helin) und der etwas sonderbare Reiseführer Leif (Björn Sundquist). Es wird für die sechs Menschen eine Reise in das totbringende Revier eines längst als ausgestorben geglaubten Fabelwesens..


.der Abenteuerfilm lässt sich sehr viel Zeit die Geschichte aufzubauen und mehr als einmal wird man an die Versatzstücke aus dem Spielberg-Kosmos erinnert. So klaut der Norweger charmant beim größten Märchenerzähler der Filmgeschichte und wenn die Crew ein kleines Tierbaby findet, dann lebt die Idee von "Jurassic Park" wieder auf.  Opfer müssen gebracht werden - und was taugt dazu besser als die Filmfiguren, die sich im Lauf der Handlung nicht ganz so nett und korrekt verhalten haben und für die das Geld oder der Ruhm an erster Stelle stehen. Die werden vielleicht als erste von Drachenhand bestraft. Insgesamt ist der Film, der keinen Deut innovativ ist, aber sehr unterhaltsam und man verfolgt die Expedition mit gutem Interesse, auch wenn vieles vorhersehbar ist. Die Darsteller wirken glaubwürdig und es gibt immer wieder nette zwischenmenschliche Sequenzen, die die Beziehung zwischen Vater und Kinder effektiv zeichnen. Auch die Konstellation zwischen den Kids mit der Frau im Team, die für den Vater Interesse haben könnte, wird gut dargestellt. Erst nach einer Stunde gibts die Tierhorror Action, wenn der Lindwurm auftaucht und zum Monster wird.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

Sonntag, 9. November 2014

Dracula 3 D

























Regie: Dario Argento

Der Schrecken der Walpurgismacht...

Er ist einer der ganz Großen des europäischen Kinos: Dario Argento, der mit seinen Meisterwerken, "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe",  "Deep Red", "Suspiria", "Tenebrae", "Inferno", "Die neunschwänzige Katze", "Phenomena", "Opera", "Stendhal Syndrom" oder "Aura" Filmgeschichte schrieb. 
Unüberschaubare Räume, grelle Farben, schwarze Lederhandschuhe und blitzende Rasierklingen - der italienische Regisseur war  immer an einer filmischen Anatomie der Angst interessiert. Mit seinem ausgefeilten Inszenierungsstil setzte er Akzente im italienischen Giallo Thriller und auch im Genre des Gothic-Horror, zu dem er nun mit seiner Variante der allseits bekannten "Dracula" Geschichte zurückgekehrt ist.
Die meisten seiner Werke wurden zu Kultfillmen - sehr bedauerlich, dass seine Filme in Deutschland eher mit einer tragischen Zensurgeschichte in Verbindung stehen - nur wenige seiner bizarren und faszinierenden Thriller sind offiziell ungeschnitten erhältlich. Viele davon stehen nach wie vor auf dem Index.
Seine neueren Filmen sind zwar insgesamt immer sehr solide...die Enttäuschung seiner Fans ist aber chronisch sehr hoch, da man von einem Meister auch Meisterwerke erwartet und das waren Filme wie "The Card Player", "Do you like Hitchcock", "Giallo", "Sleepless", "Phantom der Oper" oder "Mother of Tears" natürlich nicht.
Auch "Dracula 3D" lässt sich leicht kritisieren, denn selten hat man im 2014er Kino mehr Trash gesehen. Argento schwelgt genüsslich in trivalen Gefilden und bereichert den klassischen Vampirstoff noch zusätzlich mit seinem beliebtem Tiermotiv. So ist der Blutsauger nicht nur Vampir und Wolf - sondern auch Eule, Riesenheuschrecke und eine ganze Armee von Fliegen.
Leider ist der von mir anonsten geschätzte Thomas Kretschmann, der bereits in "Stendhal Syndrom" als fieser Serienkiller überzeugte, kein optimaler Nosferatu. Stellenweise empfand ich ihn sogar als krasse Fehlbesetzung - aber gut, es gibt auch andere Vampirfilme, die keinen optimalen Obervampir haben, wenn ich da beispielsweise an den großartigen Hammer-Klassiker "Dracula und seine Bräute" denke. Obwohl David Peel als Obervampir Baron Meinster blass bleibt, ist der Film ein Juwel.
Dies kann man von "Dracula 3D" nicht ganz behaupten, aber er ist weit besser als seine schlechte Kritiken es vermuten lassen.
Der Film spielt während einer Walpurgismacht in dem Dorf Passburg, am Fuße der Karpaten. Die junge Tanja (Miriam Giovanelli) trifft sich in der Nachts heimlich mit dem verheirateten Milos (Christian Burruano) in einer Scheune. Nach dem hemmungslosen Sex läuft sie alleine ins Dorf. Das wird ihr jedoch zum Verhängnis, denn Graf Dracula (Thomas Kretschman) jagt sie in der Gestalt eines Vogels und saugt ihr das Blut aus. Auf Empfehlung von Lucy Kisslinger (Asia Argento) bekommt der junge Bibliothekar Jonathan Harker (Unax Ugalde) eine Anstellung im Schloß. Der soll die mehr als 400 Jahre alte Bibliothek des Grafen verwalten und ordnen. Seine hübsche Verlobte Mina Harker (Marta Gastini) reist einen Tag später an. Sie trifft aber ihren Verlobten nicht an, der im Schloß viel zu viel Arbeit hat. Zumindest sagt man so...im Wirklichkeit befindet sich der junge Mann schon in größter Gefahr, denn Tanja (inzwischen Vampirbraut) und auch der Graf wollen sein Blut. Im Dorf ereignen sich auch seltsame Dinge. Die Mutter von Tanja verschwindet plötzlich und auch Lucy sieht am anderen Tag leichenblass aus...



 Auf der Plussseite des Vampirtrashies steht die Kameraarbeit von Luciano Tovoli, dazu gute Kostüme und eine gelungene Art und Set Decoration, da waren kompetente Leute am Wer,. die mit ihrer Arbeit immer dezent im Hintergrund der knalligen Vampirsaga bleiben, aber dennoch optisch überzeugende Akzente setzen. Auch begleitet den Film ein naiver Charme, der heute selten geworden ist. Man hat stellenweise das Gefühl der Geist der alten Hammerfilme wäre auferstanden und hätte sich mit dem Mario Bava Klassiker "Die Stunde, wenn Dracula kommt" gekreuzt. Ich jedenfalls habe ich gut unterhalten, denn der Film schafft es immerhin, obwohl die Geschichte ja sattsam bekannt ist, mich bei guter Laune zu halten. Vielleicht hätte man mit einem besser passenden Vampirfürsten noch überzeugender sein können...aber auf der anderen Seite ist es natürlich schwer mit solchen heiligen Kühen wie Max Schreck, Bela Lugosi oder Christopher Lee wirklich konkurrieren zu können. Sie sind unvergessen.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

13 Sins

























Regie: Daniel Stamm

Das Multi-Millionenspiel....

Wollen wir ein Spiel spielen ? Nein, keine Angst...die "13 Sins", die in Daniel Stamms neuem gleichnamigen Film der Protagonist verüben muss sind nicht von "Jigsaw" ausgedacht. Aber wer steckt dann hinter diesem Gewinnspiel, dass den Mitspieler nach 13 Runden zum Multimillionär macht ? Der Streifen ist ein Remake des thailändischen Films "13 Beloved" und erinnert sehr stark an David Finchers "The Game" und vor allem an von Richard Kelly. Dort wird einer Familie von einem Frank Langella, der eines Tages an der Haustür klingelt, ein Spiel empfohlen, bei dem man per Knopfdruck auf eine Holzbox 1 Million Dollar gewinnen kann. Wenn man dies tut, wird aber ein Mensch sein Leben lassen müssen. Die "13 Sins" sind noch etwas perfider, denn die Mutproben steigern sich von Mal zu Mal. Und beginnen tut alles damit, dass ein unbekannter Anrufer auf dem Handy den sanftmütigen Verkäufer Elliot  Brindle (Mark Webber) das Angebot unterbreiten für 1000 Dollar eine Fliege, die sich im Wagen befindet, mit einer Zeitung ins Jenseits zu befördern. Fragen über Fragen: Wer ruft mich an ? Und warum weiß der Anrufer, dass in meinem Wagen eine Fliege ist ? Ich werde beobachtet !. Ein Kontoabruf zeigt aber den gutgeschriebenen Betrag von 1.000 Dollar auf dem Konto. Und das kann Brindle gut gebrauchen - denn er hat soeben seinen Job verloren, hat eine schwangere Freundin (Rutina Wesley), einen geistig behinderten Bruder (Devon Graye) und einen pflegebedürftigen, rassistischen Vater (Tom Bower), die alle versorgt werden wollen. Die nächste Herausforderung - Sin Nummer 2 - ist dann die tote Fliege zu essen. Ok - überwinden wir uns mal: Immerhin gibts ca. 3.500 Dollar für diese Mutprobe. Als Zuschauer stellt man sich hier schon die Frage, was für Steigerungen uns noch bei den verbleibenden 11 Runden erwartet. Es geht weiter mit "Kind zum Weinen bringen" oder "Weihnachtsgrippe der Kirche abfackeln". Der Weg zum Multimillionär ist kein leichter. Vor allem kommt man leichter mit dem Gesetz in Konflikt als man denkt. Brandstifter, Kinderschreck, Leichenschänder und Vandale...die Palette ist vielfältig...


der Film zeigt eindringlich die Veränderung eines sehr sanften Mannes zu einem aggressiven, skrupellosen Machtmenschen. Dabei stellt sich nach der 11. Übung, die mehrere Todesopfer fordert, bei Brindle doch wieder das Gewissen ein. Doch die Umkehr ist nicht einfach, denn er wird von Ron Perlman gejagt, der hier einen Bullen spielt und ausserdem darf sich der Zuschauer noch an einigen Überraschungsplots erfreuen, wenn beim Spiel das "Kleingedruckte" zum Tragen kommt. Alles in allem ist dem deutschstämmigen Regisseur nach seinem 2010 entstandenen "Der letzte Exorzismus" ein weiterer solider und kurzweiliger Genrebeitrag gelungen. Derzeit plant der Hamburger ein Hollywood Remake des französischen Torture Thrillers "Martyrs".


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Freitag, 7. November 2014

Frankenstein Junior

























Regie: Mel Brooks

Der Frankenstein in mir...

Für mich ist "Frankenstein Junior" (Original: Young Frankenstein) aus dem Jahr 1974 der beste Film von Mel Brooks, der ja vorwiegend Parodien auf kommerziell erfolgreiche Filme machte. Sein erfolgreichster Kinohit war allerdings der zwei Jahr vorher entstandene "Der wilde, wilde Westen" - ein Streifen, wo der Wilde Westen genüsslich durch den Kakao gezogen wird. Gut gelungen finde ich auch "Höhenkoller" (eine Hitchcock Hommage) und "To be or not be" (sein Remake des geniale Ernst Lubitsch Klassikers). In "Frankenstein Junior" nimmt er liebevoll die alten Frankenstein Klassiker der Universal Studios aufs Korn und wartet mit tollen Filmfiguren auf: Eine Frau Blücher (Cloris Leachman) beispielsweise bringt Pferde zum Wiehern. Wer dann Polizeiinspektor Hans Wilhelm Friedrich Kemp noch nicht kennen sollte - die Performance von Kenneth Mars bleibt unvergessen. Als einsamer Mönch und Eremit im Wald ist sogar der große Gene Hackman zu sehen und auch Marty Feldman als buckliger Igor schaffte mit diesem Film seine leider viel zu kurze Karriere als kassenträchtiger Filmstar. In wunderschönen Schwarz-Weiß Bildern lässt Mel Brooks die Welt von Frankenstein wieder auferstehen und der Detailreichtum dieses Comedy-Klassikers ist hoch. Erzählt wird die Geschichte von Dr. Frederic Fronkenstien (Gene Wilder), einem Nachkommen des berühmt-berüchtigten Doktor Frankenstein, der einstmal in Transsilvanien totes Gewebe zum Leben erweckte. Mit den zweifelhaften Experimenten seines Großvaters will der Dozent auch keinesfalls in Verbindung gebracht werden. Doch er bekommt die Nachricht, dass er ins Land seiner Vorfahren - nach Transsilvanien - reisen soll, um das Vermächtnis als Erbe zu erhalten. Er verabschiedet sich am Bahnhof von seiner Verlobten Elisabeth (Madeline Kahn) und reist ins besagte Schluß nach Siebenbürgen, wo er am Bahnhof von Igor (Marty Feldman) und im Schloß selbst von Frau Blücher (Cloris Leachman) empfangen wird. Schnell findet er eine blonde Assistentin namens Inga (Teri Garr) und auch die Aufzeichnungen des Großvaters "Wie ich tat es" - danach erwacht das Frankenstein-Gen in ihm und er ist bereit den Körper eines Gehängten (Peter Boyle) zum Leben zu erwecken. In einer Gewitternacht trotzt er den Gesetzen und kann die Leiche zum Leben erwecken. Das Geschöpf hat aber einen abnormen, bösen Kern...



und so wandert es durch den Wald, das ihm zum Mönch führt und später auch zu dem kleinen Mädchen, dass wir natürlich auch aus dem Originalfilm mit Boris Karloff bestens kennen - Mel Brooks wandelt die Szenen aber sehr gelungen ab und statt Grusel gibt es jede Menge Spass und eine wunderschöne, liebevoll gestaltete Hommage an diese alten Horrorschinken der klassischen Schule. Das Total Magazine währlte die Komödie auch auf Platz 28 der besten 50 Comedy Movies aller Zeiten. Auch das American Film Institute sieht das ähnlich: Platz 13 in der Liste der 100 witzigsten amerikanischen Filme.


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

Wer

























Regie: William Brent Bell

Böser Wolf...

 Es gibt eine ganze Reihe sehr guter Werwolf-Filme: In jüngerer Zeit imponierten mir Neil Marshalls "Dog Soldiers", aber auch der erste Teil von "Ginger Snaps" und "Underworld" konnte sich noch sehen lassen. In den 80ern entstanden mit "The Howling", "Wolfen" und "American Werwolf" vielleicht die drei besten Vertreter des Genres überhaupt. In den 60ern fürchteten sich die Leute vom "Fluch von Siniestro" aus der Hammerschmiede, auch der 1941 entstandene Universal Klassiker "Der Wolfsmensch" zählt zur Elite seiner Gattung. Mit "Wer - Das Biest in Dir" schickt Regisseur William Brent Bell (Stay Alive, The Devil Inside) eine leicht "Found Footage" angehauchte Variante ins Rennen und fungiert sogar ein bisschen als Gegenstück zu den soften Varianten wie sie dem Kinozuschauer mit der "Twilight" Reihe oder "Blood and Chocolate" angeboten wurde. Der Film beginnt mit der Einspielung der Nachrichten-News. Es wird von einem bestialischen Mord in einem kleinen französischen Dorf berichtet. Die amerikanische Familie Porter (Stephanie Lemelin, Oakley Pendergast, Brian Johnson) wird während ihres Campingurlaubs von einem behaarten Monster angegriffen. Dabei sterben Vater und Sohn, die grauenvoll abgeschlachtet und gefressen werden. Die Mutter überlebt schwerverletzt und kann auf der Intensivstation noch befragt werden, bevor auch sie an den Folgen der Attacke stirbt. Er ermittelnde Kripobeamten Klaus Pistor (Sebastian Roche) kann auch schnell mit der Festnahme des geistig zurückgebliebenen und kranken Rumänen Talan Gwynek (Brian Scott O'Connor) einen Verdächtigen präsentieren. Der Mann Leidet an einer seltenen Erbkrankheit, ist hochgewachsen und hat einen starken, abnormen Haarwuchs. Dabei weisen die Opfer Bisswunden auf und große Teile ihrer Körper wurden abgerissen. Da dies unmöglich ein Mensch getan haben kann, holt Talans Pflichtverteidigerin Kate Moore (A.J. Cook) ihren früheren Partner, den Tierexperten Gavin Flemying (Simon Quarterman) ins Team,zu dem auch Eric Sarin (Vic Sahay) gehört. Die drei wollen die Unschuld des Mandanten beweisen. Dann kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall im Krankenhaus..


Seit dem Siegeszug von "Blair Witch Project" hat der Found Footage Film seinen festen Platz im Horrorfach und daher schien es wohl unvermeidlich zu sein, dass auch irgendwann der Werwolfstoff mit der Wackelkamera-Optik eingefangen wird. Aber keine Angst: Es gibt keinen Protagonisten, der die ganze Zeit munter filmt und selbst in tödlicher Gefahr die Kamera nicht aus der Hand gibt. Regisseur William Brent Bell kokettiert lediglich mit diesem Stil, ohne ihn total konsequenz durchzuziehen. In die Geschichte werden aber im wieder die Daily News eingeflochten, die im TV über die Ereignisse in der französischen Provinz berichtet. Dabei ist auch die Optik nie auf Hochglanz getrimmt - die Szenen im Krankenhaus, auf dem Polizeirevier oder in dem Haus der Gwyneks wirken eher karg und der Kamerastil von Alejandro Martinez verstärken den Eindruck einer Doku. Der Mix funktioniert und nimmt den Zuseher gefangen, wenn auch anfangs eher ungewöhnlich für einen ausgewiesenen Horrorfilm. Denn bis über die Mitte des Streifens hinaus wähnt man sich eher in einem Krimi. Der Film ist unterhaltsam und hat auch gute Momente, auch wenn er gegen Ende mit einem Zweikampf etwas übertrieben gesteigert wird. Den Status ein großer Klassiker des Genres zu werden wird er wahrscheinlich nicht erreichen. Aber "Wer" weiß das schon...

Bewertung: 6,5 v on 10 Punkten.

Beneath

























Regie: Ben Ketai

In der Tiefe...

Ben Ketais Film "Beneath" führt den Zuschauer nach ganz weit unten in die Dunkelheit unter der Erde. Es ist zwar nicht diese unheimliche Höhle aus dem großartigen Neu-Klassiker "The Descent", sondern ein altes Bergwerk und somit lässt "Blutiger Valentinstag" grüßen. Dunkle Höhlen, Kellerräume und unterirdische Tunnel sind ein beliebtes Setting im Horror-Film: Dunkelheit und labyrinthartige Gänge sorgen für Orientierungslosigkeit und Panik der Protagonisten. So wird die klaustrophobische Enge oft zum tödlichen Gefängnis.
In diesem Dunkel kann man natürlich guten Grusel erzeugen, aber nicht alle Bergwerk-Horrorfilme sind gut - ein schlechtes Beispiel war beispielsweise die niederländische "Schlachtnacht". Darüberhinaus gibt es eher mittelmässige Streifen wie "Hunger" von Steven Hentges. Im interessanten Science Fiction Beitrag "Eden Log" von Franck Vestiel erlebten wir die Geschichte von Tolbiac, der halbnackt und schlammverkrustet in einer düsteren, unterirdischen Höhle aufwacht. Ohne zu wissen, wo er ist und wie er hierher gekommen ist. Keiner kommt aber an "The Descent" heran, auch wenn in "Beneath" doch einige Parallelen auftauchen.
Erzählt wird die Geschichte der jungen Uni-Absolventin Sam (Kelly Noonan), die ihren Vater Georg (Jeff Fahey) an seinem letzten Arbeitstag im Bergwerk zu begleiten. Sie will sich endlich einen Eindruck davon verschaffen, welche Arbeit er und seine Kumpels als gestandende Bergmänner dort tagtäglich leisten. Die Kumpels sind aber skeptisch - eine Frau im Stollen soll Unglück bringen, wie sie sagen. Und tatsächlich stürzt dann unten trotz aller hoher Sicherheitsvorkehrungen ein Stollen ien und die kleine Truppe sitze in einer extra dazu geschaffenen Notunterkunft fest. Diese soll auf keinen Fall verlassen werden denn draussen in den Tunnels treten giftige Gase aus. Der Sauerstoff ist natürlich auch nicht im Überfluss vorhanden - es müsste aber reichen, denn die Rettung soll in den nächsten 72 Stunden erfolgen. Also durchaus nicht angenehm, aber ganz einfach: Die Verschütteten müssen bloß ausharren und warten bis die Retter eintreffen. Dann hören sie in der Ferne Schreie und Sam hat plötzlich erschreckende Visionen. Der verletzte Bergarbeiter, der mit ihr in der Notunterkunft sitzt, hat für einige Sekunden ein zombiehaftes Aussehen. Ist das nun Realität oder spielen bereits die Sinne etwas verrückt da unten ? Bald haben die Menschen dort unten das Gefühl, dass sie nicht alleine sind und sie agieren auch zunehmend feindlicher untereinander....


 Beneath" lässt es einige Zeit offen, ob hier übernatürliche Mächte am Werk sind oder ob der Sauerstoffmangel bei den Figuren Halluzinationen mit fatalen Folgen auslöst. Der Film ist recht unterhaltsam gestaltet und hat sogar vor allem in der Anfangszeit gute Momente und reichlich beklemmende Spannung. Leider wird es dann auf dem Höhepunkt des Films etwas überzogener und unglaubwürdiger, so dass die Spannungsschraube irgendwann darunter leidet. Ein Film vom Kaliber eines "Descent" ist "Beneath" nicht - in seiner Sparte reicht es aber zum guten Durchschnitt. In seinem besten Momenten bedient sich der Film recht effektiv bei den menschlichen Urängsten - der Film pendelt zwischen Paranoia Thriller und Geisterhorror hin- und her. Dieses nicht Festlegen wollen auf ein Motiv raubt dem Film vielleicht die erhoffte markante Note.

Bewertung: 6 von 10 Punkten