Samstag, 17. Oktober 2015

Das Kabinett des Professor Bondi


























Regie: Andre de Toth

Das unheimliche Wachsfigurenhaus...


Ticketpreise fürs Kino stiegen in den letzten Jahren rasant nach oben. Der 2015 durchschnittliche Preis an den Kassen der deutschen Lichtspielhäuser betrug 8,05 Euro. Vor 13 Jahren lag der Preis bei 5,86 Euro. Das sind riesige Preiserhöhungen, die natürlich den ganz neuen Blockbustern immer zugute kommen und daher landen sie mit viel weniger Zuschauern als früher viel schneller auf den Topplätzen der umsatzstärksten Filme aller Zeiten. Je weiter wir in die Vergangenheit schauen, desto günstiger war ein Ticket fürs Kino zu bekommen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass in der inflationsbereingten Hitliste des US-Kinos eben nicht "Avatar" auf Platz 1 steht, sondern der unverwünstliche Südstaaten-Klassiker "Vom Winde verweht", den Victor Fleming nach dem Roman von Margaret Mitchell im Jahr 1939 fertigstellte. "Avatar" kommt immerhin auf Platz 14 in dieser aussagekräftigeren Liste. Und interessanterweise taucht in diesem Top 100 Ranking auch der 3D-Horrorklassiker von Vincent Price "House of Wax" auf Platz 98 auf.  Damit liegt der Film des Regisseurs Andre de Toth aus dem Jahr 1953 in Sachen Erfolg ungefähr gleichauf mit neueren Megablockbustern wie "The Hunger Games 1 + 2" (2012/2013), "Pirates of Carribean 1" (2003) oder "Lost World Jurassic Park 2" (1997).
Sicherlich klingelten damals vor allem auch wegen der 3D-Technik die Kinokassen, aber auch ohne diese Effekte macht dieser nostalgiche Horrorhappen auch heute noch immer eine gute Figur. Furios inszeniert wurde der Band des Wachsfigurenkabinetts, dabei sieht man die wunderbar verarbeiteten Figuren immer mehr schmelzen und langsam in sich zusammenfallen. Auch die nächtliche Verfolgung eines Opfers durch den geheimnisvollen Killer durch die Straßen von New York des Jahres 1910 wartet mit wunderschönen, expressionistischen und schattenreichen Bildern auf.
In Deutschland wurde "House of Wax" umgetauft in "Das Kabinett des Professor Bondi" - sonderbar auch heute noch, da im Original der Professor und leidenschaftliche Schöpfer der Wachsfiguren Professor Henry Jarrod heißt und ein "Bondi" mit keinem Wort erwähnt wird. In der deutschen Synchronfassung wird beim erneuten Zusammentreffen des totgeglaubten Professors mit dem Kunstmäzen Sindey Wallace im Dialog erwähnt, dass Jarrod sich von nun an "Bondi" nennt. Wobei diese Umtaufung für den Film völlig unerheblich ist und die Erwähnung lediglich die deutsche Namensgebung rechtfertigt.
"Das Kabinett des Professor Bondi" ist selbst ein Remake des 1933 erschienen "Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts" von Michael Curtiz. 2005 versuchte sich der spanische Regisseur Jaume Collet Sera an einem losen Remake, doch dessen Handlung weißt kaum Gemeinsamkeiten mit dem 53er Klassiker auf. Lediglich die Wachsfiguren selbst spielen in beiden Filmen eine tragende Rolle.
Zur Handlung selbst: Der begnadete Bildhauer Henry Jarrod (Vincent Price) arbeitet in seinem Atelier mit großer Begeisterung an seinem Wachsfiguren. Dabei macht er nur wenig Konzessionen an den Kommerz - sehr zum Leidwesen seines Geschäftspartners Matthew Burke (Roy Roberts), der viel Geld in Jarrods Wachsfigurenkabinett gesteckt hat, aber zuwenig Gewinn erwirtschaftet. Mit Neid blickt er auf die Zuschauerzahlen von Londons Madame Tussaud. Doch mehr Sensationen, mehr Zugeständnisse an Grusel und Greueltaten lehnt der Künstler ab. Er setzt zu 100 % auf seine Könnerschaft, die man an seinen perfekten Wachs Figuren wie Johanna von Orleans, Cleopatra und Marc Anton, Marie Antoinette oder dem Lincoln Attentäter John Wilkes Booth erkennen kann. Letzerer übrigens das Einzige Zugeständnis an das Massenpublikum. Burke will den Geschäftsvertag gerne lösen, da kommt ein anderer Finanzier wie Sidney Wallace (Paul Kavanagh) gerade Recht. Dieser hat auch Interesse in Jarrod zu investieren, doch er bittet um eine 3 monatige Wartezeit, da er zuerst nach Ägypten zu Ausgrabungen fährt. Diese Zeitspanne ist Burke zu lang und so steckt der gierige Geschäftsmann das Museum kurzerhand in Brand. Alles nur um die Versicherungssumme von 25.000 Dollar zu bekommen. Natürlich versucht ihn Jarrod daran zu hindern, dabei kommt es zum Kampf auf Leben und Tod. Jarrod bleibt in den Flammen liegen. Zuerst gilt er als tot und Burke kassiert das Geld. Doch er hat mit schwersten Verletzungen überlebt und macht sich auf ein neues Wachsmuseum aufzubauen. Dabei ist er aber die Hilfe des taubstummen Igor (Charles Bronson) angewiesen. Zur selben Zeit wird Burke in seiner Wohnung ermordet, die Tat wird von dem Killer als Selbstmord fingiert. Auch Burkes Freundin Cathy Gray (Carolyn Jones) wird Opfer des wahnsinnigen Mörders. Augenzeugin wird die junge Sue Allen (Phyllis Kirk), die optisch Jarrods Wachsfigur Marie Antoinette ähnlich sieht. Die junge Frau wird von dem im Gesicht völlig entstellten Mörder durch die nächtlichen Straßen gejagt. Die Polizei jagt mit Hochdruck nach dem Killer. In der Zwischenzeit wird aber Jarrods Wachsfigurenkabinett glanzvoll eröffnet. Auch Sue Allen ist unter den Zuschauern. Schockiert blickt sie auf die Figur der Jeanne D´Arc - sie sieht ihrer toten Freundin, deren Leichnam im Leichenschauhaus entwendet wurde, verblüffend ähnlich...



 Schaurig schön, kann man da nur sagen. Der Film dauert zwar nur 85 Minuten, aber es gibt sogar eine "Intermisson" nach etwa 50 Minuten Laufzeit. Grandios sind die äusserst atmosphärischen Bilder, die immer ein wohliges Grusel Feeling beinhalten. Der Film strahlt eine sehr schöne mysteriöse und unheimliche Aura aus. Natürlich ist auch Horrorikone Vincent Price voll im Element - er spielt mit Bravour den Professor, der dem Wahnsinn verfallen ist und obwohl vieles nicht gezeigt wird, ist schon die Vorstellung, was dieser geisteskranke Künstler mit seinen Opfern in seinem Atelier anstellt, ein echter Gruselgarant.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Automata

























Regie: Gabe Ibanez

Wir sind die Roboter...

In einer Schlüsselszene in Gabe Ibanez Science Fiction Film "Automata" ist das alte Chanson "La Mer" von Charles Trenet zu hören, man sieht einen Jungen, der voller Freunde am Strand ins Wasser steigt. Eine Illusion ist das, im Jahr 2044. Denn es leben nur noch 21 Millionen Menschen auf der inzwischen radioaktiv verseuchten und verwüsteten Erde. Die erste Regiearbeit des Spaniers war der Horrorbeitrag "Hierro", nun wandelt er auf den Spuren des großen Ridley Scott Klassikers "Blade Runner" - die Location, die wir in den ersten Szenen zu sehen bekommen, erinnert sehr stark an das dauerverregnete Los Angeles des Jahres 2019, mit dem uns Scott 1982 konfrontierte. Auch sonst ist viel in "Automata" auch schon im großen Vorbild behandelt worden, dessen Story durch den Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen ?" von Philip K. Dick inspiriert wurde. Auch in "Automata" sind die Menschen auf die Hilfe von Robotern aungewiesen. Ibanez Film ist einer von mehreren aktuellen Beiträgen zum Thema "Künstliche Intelligenz" bzw. stellt der Film die philosophische Frage, inwieweit Roboter oder Androiden in der Lage sind, so etwas wie ein Bewusstsein oder gar menschliche Gefühle zu entwickeln. Denn in dieser Zukunft des Jahres 2044 scheinen diese Diener der Menschen immer mehr ein Eigenleben zu entwickeln, was sich natürlich für die Menschen dann zu einer echten Gefahr entwickeln könnte. Denn wie schnell sind aus den Dienern plötzlich die Könige der Schöpfung. In dieser Zeit ist unsere Erde eine radioaktive Wüste geworden, den Menschen fehlt die Hoffnung. Der letzte Rest lebt deprimiert in den letzten von den Sonnenstrahlen noch geschützten Städten. Die alltäglichen Arbeiten übernehmen die Roboter. Diese "Automatas" werden von der ROC Corporation gefertigt. Damit diese im Dienermodus bleiben, wurden die hilfreichen Maschinenmenschen mit zwei unveränderlichen Sicherheitsprotokollen ausgestattet: 1. Sie dürfen keinem Lebewesen Schaden zufügen und müssen Schäden an Lebewesen aktiv verändern und 2. Sie dürfen keine Veränderungen an sich selbst vornehmen (auch nicht in Form von Reparaturen). Jacq Vaucan (Antonio Banderas) ist einer der Versicherungsagenten der Stadt und wird bald mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Während seine Frau  Rachel (Birgitte Hjort Sorensen) ein Kind erwartet, wird Jacq in ein gefährliches Abenteuer hineingezogen. Er muss den Aussagen des Polizisten Wallace (Dylan McDermott) nachgehen, der behauptet er hätte einen Roboter erschossen, der sich selbst reparieren wollte. Seinen Chef Robert Bold (Robert Forster) äussert er die Vermutung, dass jeamnd illegal die Astroiden modifiziert und das 2. Protokoll ausser Kraft gesetzt hat.
Gemeinsam mit Wallace wird Jacq in einem Bordell fündig, dort arbeitet die Roboterfrau Cleo. Wallace schießt ihr ins Bein und ist sich sicher, dass Cleos Eigentümerin sich nun sofort zu dem ominösen und unbekannten "Uhrmacher" aufmacht, der ihre Funktionen wieder herstellt. Statdessen beginnt Cleo aber mit der Selbstreparatur. Bald befindet sich Jacq in der bestrahlten Wüste. Cleo und drei weitere Roboter haben ein Ziel, aber das 1. Protokoll verlangt von ihnen zuerst den Menschen, der sich in Not befindet, zu retten. Aber inzwischen werden die Roboter und auch Jacq bereits gejagt..


Der Showdown findet am Roboter Außenposten in der Wüste statt, dort dürfen auch noch einmal große Fragen wie "Was ist das Leben ?" oder "Ist der Tod tatsächlich so schlimm ?" oder "Was ist Bewusstsein ? " gestellt werden. Belohnt wird der Zuschauer mit einer sehr starken Filmoptik. Auch die Roboter sind gut gemacht. Am Ende erwartet den Zuschauer noch eine weitere Roboterkreation, die wie ein fieser Skorpion aussieht. Leider schleppt sich die Handlung etwas zäh durch die Gegend und ist genauso karg wie die Wüstenlandschaft im Film. Hier hätte man sich etwas mehr Spannungselemente gewünscht. So pendelt Ibanez´Film leider etwas unentschlossen zwischen Arthaus Zukunftsdystopie und trashigen Genrekino hin- und her - ohne sich für eine Variante wirklich zu entscheiden. Schade, da wäre noch mehr drin gewesen.




Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Warte, bis es dunkel wird




















Regie:Alfonso Gomez-Rejon

Die Stadt, der es vor dem Sonnenaufgang graute...

Alfonso Gomez-Rejon ist der Regisseur des 2014 inszenierten Oldschcool Horrorfilms "Warte, bis es dunkel wird" (Originaltitel: The Town that Dreaded Sundown".  Dieser Genrebeitrag ist durchweg gut gelungen, leider verheddert sich die Story aber am Ende ein bisschen. Die Macher nehmen Bezug auf den gleichnamigen Slasher aus dem Jahr 1976 von Charles B. Pierce, der in Deutschland unter dem Titel "Der Umleger" bekannt ist. Die Story beginnt sehr amerikanisch und sehr atmosphärisch in einem Autokino. Ort des Geschehens ist die Kleinstadt Texarkana. Ein Kaff mit 2 Bürgermeistern, weil es genau auf der Grenze zwischen Texas und Arizona liegt. Im Autokino läuft wie jedes Jahr zu Halloween der Charles B. Pierce Film "The Town that dreaded Sundown" und die Jugendlichen strömen zu diesem Event. In dem Film werden die Morde des Jahres 1946 in der Kleinstadt aufgegriffen, die tatsächlich so stattgefunden haben. Damals ging der Phantom Killer um, der Liebespaare umbrachte, aber nie gefasst wurde. Seither bereitet die örtliche Lovers Lane im Wald gleich hinter dem Kino immer ein etwas mulmiges Gefühl, denn damals schlug ja der Killer, der sein Gesicht immer hinter einer weißen Stoffmaske verbarg, blutig zu.  Doch nun scheinen die Geister der Vergangenheit in die Gegenwart einzudringen: Der junge Football-Spieler Corey (Spencer Treat Clark) wird von einem maskierten Unbekannten brutal ermordet, während seine Freundin Jami (Addison Timlin) zuschauen muss, in den Wald fliehen kann und  traumatisiert überlebt. Während in den folgenden Tagen immer weitere Morde passieren, versucht Jami, die beruflich journalistische Ambitionen hegt, auf eigene Faust zu ermitteln. In den Akten der früheren Mordfälle findet sie unterschiedliche Spuren, die jedoch meist ins Leere laufen. Und auch die Polizei, angeführt vom Texas Ranger Morales (Anthony Anderson), genannt Lone Wolf tappen im Dunkeln. Der Mörder geht dabei so vor und kopiert die Morde von 1946. Bei ihren Recherchen lernt Jamie den schüchternen Nick (Travis Tope) kennen, der sich schnell in das Mädchen verliebt.  Die beiden stoßen schließlich auf Charles B. Pierce jr. (Denis O’Hare), den Sohn des Regisseurs, der ihnen einen entscheidenden Hinweis für die Tätersuche liefert. Doch bevor Entscheidendes passieren kann, stellt sich Jami auf den Druck ihrer Großmutter hin der Realität: Sie ist in Kalifornien am College angenommen worden und will die Reise dorthin umgehend antreten. Der Phantom-Killer jedoch lässt sie nicht so einfach fort….


der Film zitiert seine Vorlage, aber es mangelt nicht an neuen Ideen und so kann dieser Genrebeitrag in weiten Teilen sehr gut überzeugen. Die Mordsequenzen sind alle sehr spannend, optisch überzeugend und heben den wahnsinnigen Killer bestens hervor. Da gibts mal eine fiese Jagd im Maisfeld oder sogar ein Gay Pärchen, denen der Killer auflauert...aber auch die klassischen Suspence Szenen des Gernes, etwa das nicht anspringende Auto in größter Not oder das geschickte Verdachtsmomente streuen des Regisseurs. Am Ende ist man dann schon etwas verblüfft bei der Auflösung. Die Inszenierung hat großen Spass gemacht, auch die Darsteller wirken auf mich frosch und unverbraucht. Stimmungsvolles Lokalkolorit mit der tiefsten Provinz zweier eher konservativer, bibelfester Bundesstaaten rundet den guten Eindruck ab. Wie gesagt: Der Schlußakkord schwächelt ein bisschen, dafür ist die letzte Szene wieder effektiv ganz nah am Fan.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Freitag, 25. September 2015

Haunt - Das Böse erwacht

























Regie: MacCarter

Das Geistwesen im Morello Haus....

EVPmaker ist eine expermimentelle Software zum Erzeugen von aktustischen "Rohmaterial" für Einspielungen von paranormalen Tonbandstimmen, im neuen Geisterhausfilm "Haunt" des Regiedebütanten MacCarter spielt diese Box eine große Rolle und kommt bereits in der ersten Sequenz zum Einsatz. Ein Mann versucht verzweifelt mit seinen toten kindern im Jenseits zu sprechen, doch er wird in diesem Moment von einem Geist getötet. Tatort des Geschehens wird seither das "Morello Haus" genannt, da die gesamte Familie durch Geisterhand den Tod fand, lediglich die Mutter Janet Morello (Jacki Weaver) hat überlebt und hat für das böse Haus schon neue Käufer gefunden. Alan Asher (Brian Wimmer), seine Frau Sara (Danielle Chuchran), und die Kinder Evan (Harrison Gilbertson) und Anita (Ella Harris) sind am Anfang begeistert. Doch schon sehr bald nach dem Einzug beginnt Evan paranormale Aktivitäten zu registrieren. Ausserdem macht er die Bekanntschaft mit der etwa gleichaltrigen Nachbarin Samantha Richards (Liane Liberato), die unter der Herrschaft eines gewalttätigen Vaters leidet. Die Teenager verbringen immer mehr Zeit miteinander und verlieben sich natürlich. Ausserdem beginnen sie mit der Erkundung des Hauses, sie findet auch die in der ersten Szene vorgestellte EVP-Box. Dadürch locken sie einen Geist (Kasia Kowalczyk) hervor und der ist nicht leicht abzuschütteln...


Spuk - und Geisterhausfilme haben eine lange Tradition (Amityville Horror, Shining), brachten schon extrem gute Klassiker hervor (Schloß des Schreckens, Bis das Blut gefriert) und bevölkern die heutige Kinolandschaft wie Sand am Meer. Dabei gibt es immer wieder sehr gelungene Beiträge wie beispielsweise "Sinister" von Scott Derrickson, "Oculus" von Mike Flanagan oder "Dark Skies" von Scott Stewart. Die Mehrzahl dieses Genres ist aber entweder mittelmässig oder eher schwach. Ein Grund ist sicherlich der überstrapazierte Einsatz von Schockeffekten. Da sind diese dunklen Korridore und Treppenhäuser oder die Türen, hinten denen ein Geist lauern könnte. Und sehr oft kann der Regisseur der Versuchung nicht widerstehen irgendein Geisterwesen mit funkelnden Augen erscheinen zu lassen, das ein bissel Budenzauber veranstaltet. Zum Glück macht "Haunt" diesen Fehler nicht. Dennoch gehört der Film nicht zu den Meisterwerken seines Fachs. Der Grund ist wahrscheinlich die etwas schleppende Erzählweise, die ein bisschen gelangweilt dahinplätschert. Dennoch hat der Film auch Stärken. Jacki Weaver, die australische Schauspielerin, die in "Animal Kingdom" brillierte ist sicherlich ein guter Pluspunkt. Auch die beiden Jungdarsteller Harrisson Gilberton und Liane Liberato machen ihre Sache gut. Auch die Optik kann sich in "Haunt - Das Böse erwacht" sehen lassen, die Kamera hebt den Grusel, der das Landhaus am Rande des Waldes umgibt, deutlich hervor.



Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Nightmare 3 - Freddy Krueger lebt (Dream Warriors)

























Regie: Chuck Russell

Der Killer, der die Kids im Traum besucht....

Chuck Russell ist der Regisseur des dritten "Nightmare on Elm Street", der ja bekanntlich die populäre Horrorikone und Serienkiller Freddy Krueger (Robert Englund) hervorgebracht hat. Da der 1985 entstandene 2. Teil von Jack Sholder nicht ganz den gewünschten Erfolg hatte, überahm Wes Craven die Überwachung des Nachfolgers und schrieb sogar das Drehbuch. Und diese Story knüpft an Teil 1 an und lässt den Zuschauer wieder am Schicksal der jungen Nancy Thompson (Heather Langenkamp) teilhaben, die dem Monster, das im Traum erscheint, entkommen konnte. 6 Jahre sind seither vergangen. In Springwood ist wieder Ruhe eingekehrt. Als erwachsene Frau hat sie nun den Job einer Gruppe von jungen Patienten zu helfen, die in einer Anstalt für schwererziehbare und selbstmordgefährdete Jugendlichen behandelt werden. Dr. Elizabeth Simms (Priscilla Pointer) und Dr. Neil Gordon (Craig Wasson) können natürlich sehr gut eine fachliche Verstärkung brauchen. Was allerdings nur Nancy ahnt, ist fiese Wirklichkeit: Die Jugendlichen sind alle potenitielle Opfer von Freddy, denn sie alle haben die gleichen Freddy Träume und alle Kids kommen aus der Elm Street. Darunter die sensible und hellsichtige Kristen Parker (Patricia Arquette), der stumme Philipp (Bradley Gregg) , die mutige Taryn (Jennifer Rubin) - ausserdem Kincaid (Ken Sagnes), Joey (Rodney Eastman), Will (Ira Haiden) und Jennifer (Penelope Sudrow).
Leider schlägt Freddy erbarmungslos zu und kann zwei der Teenager bereits im Traum ermorden. Und Nancy hat das Problem, dass die beiden Psychiater ihr kaum die Geschichte vom bösen Mann im Traum abnehmen. Als Dr. Gordon aber eine Erscheinung von einer geheimnisvolle Nonne (Nan Martin) kommt er immer mehr zum Schluß, dass Nancys Schauermärchen wahr sein könnten...



 Eins, zwei - Freddy kommt vorbei. Drei, vier - schließ ab deine Tür, Fünf, sechs - jetzt holt dich gleich die Hex, Sieben, acht - schlaf nicht ein bei Nacht, Neun und Zehn - du sollst nicht schlafen gehn. Dieser Reim bedeutet natürlich nie was Gutes, denn dann ist bereits Freddy unterwegs.
Mit 44 Millionen Dollar Einspielergebnis in den USA erwies sich Teil 3 als einer der erfolgreichsten der Serie. Lediglich "Freddy vs. Jason" mit 82, das 2010er Remake mit 63 Millionen Dollar sowie Teil 4 mit 49 Millionen Dollar waren erfolgeicher. Auch inhaltlich kann sich "Nightmare 3 - Freddy Krueger lebt (Original: Dream Warrior) bestens sehen lassen. Der Film war bis 2008 in Deutschland indiziert. Die gute Kameraführung von Roy H. Wagner zaubert optisch beindruckende Bilder des Grauens, Freddys diverse Auftritte sind originell gemacht und machen optisch was her. In einer Nebenrolle als Krankenpfleger ist sogar Laurence Fishburne zu sehen, der einige Jahre später mit "Tina" und "Boyz in the Hood" seinen großen Durchbruch schaffen sollte.
Die Story bietet etwas schwarzen Humor und zum Lohn wurde dieser 3. Teil in drei Kategorien für den Saturn Award 1988 nominiert.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Halloween 6 - Der Fluch des Michael Myers

























Regie: Joe Chappelle

Michael und die Sekte....

"Halloween 5" endet am 31. Oktober 1989. Sechs Jahre später ist aus Michael Myers (George P. Wilbur) Nichte Jamie Lloyd (J. C. Brandy) eine junge Frau geworden. Man sah noch, dass ein geheimnisvoller Mann in Schwarz in der Polizeiwache von Haddonfield auftauchte und das kleine Mädchen entführte. Am 30. Oktober 1995 bringt die junge Jamie in einem geheimnisvollen "Sanatorium" ein Kind zur Welt, eine Krankenschwester (Susan Swift) verhilft der jungen Frau zur Flucht, die sich höchstwahrscheinlich in der Gewalt einer sonderbaren Sekte befindet. Auch Michael Myers strolcht dort im Gelände herum. Was natürlich nichts gutes bedeutet, denn Michael will seine Nichte und das Baby töten. Jamie kann noch bei der Haddonfield Radiostation anrufen und die Leute warnen, dass Michael mal wieder im Begriff ist an Halloween sein Unwesen in der Stadt zu treiben. Doch kurze Zeit später wird die junge Frau das Opfer des Serienkillers. Immerhin kann sie aber noch ihr Baby verstecken.
In Haddonfield ist noch alles ruhig. Aber Tommy Doyle (Paul Rudd) denkt immer noch an die Ereignisse aus seiner Kindheit. Damals hat Babysitter Laurie Strode auf ihn aufgepasst, als Michael auch hinter ihm her war. Und nun lebt er etwas traumatsiert in der Pension von Frau Blankenship (Janice Knickrehm). Das Haus befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Myers Haus. Dort leben Kara Strode (Marianne Hagan), ihr sechsjähriger Sohn Danny (Devin Gardner), Teenie-Brüderchen Tim (Keith Bogart) und die Eltern Debra (Kim Darby) und John (Bradford English). Natürlich ist auch dort wo Michael Myers vermutet wird immer auch Dr. Loomis (Donald Pleasence) zur Stelle. Tommy Doyle versucht seine Vergangenheit zu vergessen, wird aber jedes Jahr erneut daran erinnert. In seiner Zurückgezogenheit beobachtet das alte Myers-Haus mit seinem Fernglas. Als er im Radio hört, dass Michael Myers wieder da ist, macht er sich auf die Suche. Er findet Jamies Baby in einer Gaststätte und nimmt es auf. Auch die seltsame Druiden Sekte ist nicht untätig. Ein Blutopfer in der Nacht des Samhain muss her. Sohn Danny bekommt nachts seit einiger Zeit seltsame Albträume. Doch keiner will ihm das so recht glauben. Die Stimmen die er hört, befehlen ihm zu töten. Zusammen versuchen Tommy, Dr. Loomis und die Familie den Halloween-Killer aufzuhalten. Die Lage spitzt sich jedoch schneller zu, als angenommen. Der Showdown beginnt…



 Teil 6 wurde 1995 von Joe Chappelle inszeniert und bekam in Deutschland den Zusatztitel "Der Fluch des Michael Myers". Der Film wurde nicht besonders geschätzt, er spielt in den USA lediglich 15 Millionen Dollar ein, was im Vergleich zu anderen Teilen der Reihe ein eher bescheidenes Ergebnis war. Dennoch hat dieser 6. Teil einige Qualitäten, mir gefällt sogar dieser Film um einiges besser als die Teile 4 und 5. Das liegt zwar nicht an der Story, die ist durchschnittlich und auch nicht mal besonders aufregegend. Aber der Regisseur hat ein gutes Auge für effektive Szenen und für gute Kameraeinstellungen und in diesen Punkten kann der Film immer wieder gut überzeugen. Die Killerszenen sind gut gemacht und spannend inszeniert. "Halloween 6" bietet zwar nichts Neues unter der Sonne von Haddonfield, hat aber alle Zutaten für einen gut gemachten Mitternachtsgrusler.





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Halloween Resurrection

























Regie: Rick Rosenthal

Big Brother TV in Michaels Elternhaus...

Willkommen im Halloween Kosmos, willkommen bei dem unbesiegbaren Serienkiller Michael Myers: Diese Horrorikone haben wir dem grandiosen John Carpenter zu verdanken, der 1978 mit "Halloween - Die Nacht des Grauens" aus einem Low Budget Movie einen unsterblichen Klassiker des Horrorfilms schuf. Das Original gilt als Mutter aller Slasherfilme, in denen Teenies um ihr Leben laufen. Aus der Idee des Originalfilms enstanden diverse Fortsetzungen, Teil 2 wurde von Rick Rosenthal (Bad Boys) inszeniert und der Filmemacher führte auch im 2002 entstandenen "Halloween: Resurrection" Regie.
Leider kann die gute Qualität der ersten Sequenz nicht gehalten werden. Dort befindet sich der Zuschauer wieder im Krankenhaus, in einer psychiatrischen Klinik, wo Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) Patientin ist. Drei Jahre sind seit den Ereignissen von dem geglückten "Halloween H20" vergangen. Leider lebt Michael (Brad Loree) immer noch, denn Laurie hat nicht ihren Bruder geköpft, sondern einen Rettungssanitäter, was aber keiner weiß - allerdings ahnt Laurie etwas, die nur so tut als würde sie ihre Medikamente nehmen. Denn an diesem 31. Oktober 2001 kommt er zurück und es kommt zur ultimativen Konfrontation zwischen Bruder und Schwester. Am Ende des Kampfes sind "Wir sehen uns in der Hölle wieder" die letzten Worte der sterbenden Laurie.
Und wieder ist Halloween in Haddonfield. Die Studenten Bill Woodlake (Thomas Ian Nichols) Donna Chang (Dais McCrackin), Jen Danzig (Katee Sackhoff), Jim Morgan (Luke Kirby), Rudy Grimes (Sean Patrick Thomas) und Sara Moyer (Bianca Kajlich) gewinnen einen Wettbewerb und dürfen deshalb eine Nacht im Elternhaus des Serienkillers Michael Myers übernachten. Freddie Harris (Busta Rhymens) und Nora Winston (Tyra Banks) sind die Organisatoren dieser Aktion, das Ganze wird als Internet Reality Show in der Glotze übertagen. Sara Moyers Internetbekanntschaft Deckard (Ryan Merriman), der auf einer anderen Party weilt, will sich das Spektakel natürlich nicht entgehen lassen. Noch ahnt keiner, dass in diesem undurchsichtigen Haus bereits der Killer auf die Studenten wartet...

 Nun ja, wenn Rob Zombies "Halloween 2" aus dem Jahr 2009 nicht wäre, dann hätte sicherlich "Halloween: Resurrection" die Worst of Krone der Halloween Reihe verdient. Hier passt leider nichts viel zusammen. Die Idee ist mau umgesetzt - im Haus geschehen Morde, aber keiner der anderen Insassen scheint dies so richtig zu registieren und auch der Zuschauer hat das Gefühl das Myers Haus hätte "gefühlte" 50 Zimmer. Keine Schreie sind zu hören, auch die Live-Übertragung im TV ist unlogisch, denn das mörderische Geschehen hätte doch schon längst die Polizei auf den Plan gerufen. Auch der junge Deckard erweist sich als schwacher Held, denn  er hilft seiner Sara lediglich vom PC aus, da hätte man sich doch wenigstens etwas mehr Eigeninitative gewünscht und den Freund angefeuert er solle doch ins Haus gehen und seine Freundin retten. Aber nein...er weilt am Schreibtisch einer anderen Halloween-Party in Haddonfield. So träge wie diese Ideen ist denn auch die Umsetzung des Films, der phasenweise mit dem Found Footage Style liebäugelt. Leider ein ganz schwacher Horrorfilm, den Rick Rosenthal hier abgeliefert hat.


Bewertung: 3 von 10 Punkten.