Samstag, 22. Juli 2023

Terrifier 2


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damien Leone

Art ist wieder da...

Art, der Clown ist zurück: Bereits "Terrifier 1" wurde sehr schnell zum Kultfilm. Es war vorauszusehen, dass der Macher Damien Leone eine Fortsetzung nachschiebt. "Terrifier 2" kam mit einem Budget von 250.000 Dollar aus, das meiste davon wurde Leone gespendet und mit dieser Summe konnte er auch ein bisschen anspruchsvoller beim Drehbuchschreiben vorgehen. Einige Kritiker haben ihm ja vorgeworfen, dass der erste Film über den bösen Art am schwachen Drehbuch litt. So ist in "Terrifier" der Einfallsreichtum auch größer und dank der Ausstrahlung auf Netflix wurden Leones Filme recht schnell zu Lieblingen der Slasher Fans. Die wurden schon sehr verwöhnt beim Erstling und mit der Fortsetzung legt Damien Leone noch eine Schippe Gewalt, Massaker, Schlachtszenen und Sadismus drauf. Nachdem er nach dem Massaker von Miles County von einem unbekannten Wesen wiederbelebt wurde, ermordet Art der Clown (David Howard Thornton) brutal den Gerichtsmediziner, der seinen Körper mit einem Hammer untersucht. Er geht zum Waschsalon, um seine blutgetränkten Kleidungsstücke zu reinigen, wo er auf das kleine blasse Mädchen (Amelie McLaine) trifft – ein mysteriöses, finsteres Wesen in ähnlicher Clownskleidung. Ein einzelner Gönner sieht, wie Art mit dem für ihn unsichtbaren Mädchen interagiert, bevor er von Art getötet wird. Ein Jahr später gibt die Teenagerin Sienna Shaw (Lauren La Vera) ihrem Halloween-Kostüm den letzten Schliff: einen Engel-Krieger, den ihr Vater, der kürzlich nach einem Gehirntumor verstorben ist, für sie entworfen hat. Siennas Bruder Jonathan (Elliot Fulamm) möchte sich zu Halloween als Art verkleiden und ist auf den Killer seiner Stadt fixiert, seit er im Skizzenbuch des Vaters Skizzen von ihm und seinen Opfern aus dem Massaker von Miles County entdeckt hat. In dieser Nacht hat Sienna einen Albtraum, in dem sie auf Art trifft. Sie erwacht zu einem Feuer auf ihrer Kommode, das die Flügel zerstört, die sie für ihr Kostüm brauchte, während ein Schwert, das ihr von ihrem Vater geschenkt wurde, unversehrt bleibt. An Halloween sieht Jonathan, wie Art und das kleine blasse Mädchen in der Schule mit einem toten Opossum spielen, während Sienna eine Panikattacke bekommt, als ihre Freundinnen Allie (Casey Hartnett) und Brooke (Kaylee Hyman) über den Zusammenbruch und die Verstümmelung der umstrittenen Talkshow-Moderatorin Monica Brown (Katie Maguire) durch Victoria Heyes (Samantha Scaffidi) sprechen. Sienna und Allie gehen zum Kostümladen, um ein Ersatzpaar Flügel zu kaufen, wo sie auf Art stoßen. Art tötet den Ladenverkäufer und bricht später in Allies Haus ein, wo er sie brutal verstümmelt. Allies Mutter wird getötet, als sie den noch lebenden Körper ihrer Tochter entdeckt. Jonathan zeigt Sienna und ihrer Mutter Barbara das Kunstskizzenbuch seines Vaters, gefüllt mit Zeitungsausschnitten von Morden, die mit ihm in Verbindung stehen, und enthüllt, dass das kleine blasse Mädchen sein erstes Opfer namens Emily Crane war, die Tochter von Zirkusartisten....





Mit diesem sehr niedrigen Budget konnte "Terrifier 2" sehr gute 16 Millionen Dollar Umsatz an der Kinkasse machen. Natürlich hat die konsequente Haltung richtig eklige Szenen zu präsentieren, dem Film eine große Popularität beschert. Wer etwas zimperlich auf fiese Gewalt und eiskalten Sadismus reagiert, die von dem stummen Serienkiller ausgeht, der sollte Damien Leones Filme eher meiden. Mir persönlich sind die Ekelszenen auch total überdosiert und eigentlich unnötig. Slasher und Gore Fans werden aber das ultimative Ekelpaket von Film gebührend feiern. Was dem Regisseur trotz diesem Kritikpunkt der übertriebenen Gewalt zugute gehalten werden muss, ist das Gespür für gelungene Retro Vibes, die der Film auslöst und an die alten Klassiker aus vergangenen Tagen erinnern, als man 3 oder 4 Billighorrormovies für einen gemeinsamen Filmabend in der Videothek ausleihen konnte. 






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Crimes of the Future


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: David Cronenberg

Beschleunigte Evolution....

Mit seinem 2022 entstandenen Science-Fiction Horrorfilm "Crimes of the Future" ist der kanadische Filmregisseur David Cronenberg wieder zu seinen filmischen Wurzeln zurückgekehrt. Seit dem 1999 entstandenen "Existenz" hat er vornehmlich Thriller, Literaturverfilmungen und Dramen gedreht. Seine frühen Filme brachten ihm den Ruf als Meister des "Body Horror" ein - eine Zuordnung, der er selbst nicht ganz zustimmt.
In "Crimes of the Future" geht es um eine nahe Zukunft unserer Welt, in der die Menschheit unter einer Art beschleunigtem Evolutionssydrom leidet.
Zu diesem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft führten bedeutende Forschritte in der Biotechnologie zur Erfindungen von Maschinen und analogen Computern, die direkt mit den Körperfunktionen interagieren und dies auch steuern können. Dieses "Phänomen" ist zur Norm geworden. Gleichzeitig hat die Menschheit aus noch ungeklärten Gründen Infektionskrankheiten und körperliche Schmerzen überwunden. Daraus resultiert, dass Operationen ohne Betäubung, im wachen Zustand, vorgenommen werden können. In der ersten Szene lernt der Zuschauer einen achtjährigen Jungen names Brecken (Sozos Sotris) kennen. Das Kind wird von seiner Mutter als Mutant und Monster angesehen, weil er Kunststoff als Nahrung zu sich nimmt und diese auch verdauen kann. Als er einen Plastikeimer isst und sich ins Bett zum Schlafen legt, erstickt ihn die Mutter mit einem Kissen. Sie überlässt den Leichnam ihrem Mann Lang Dotrice (Scott Speedman).
Saul Tenzer (Viggo Mortensen) und seine Partnerin Caprice (Lea Seydoux) sind ein weltbekanntes Performancekünstlerpaar. Sie machen sich Tensers absonderliche Fähigkeit bzw. Störung seines Körpers zunutze, die ihn ständig zwingt neue Organe zu entwickeln. Caprice hat die Aufgabe diese Organe öffentlich zu entfernen. Dieses Syndrom verursacht jedoch Schmerzen und schwere Atem- und Verdauungsbeschwerden. Er ist daher auf diverse spezielle biomechanische Geräte angewiesen: Ein Bett, eine Operationsmaschine und ein Stuhl, der das Essen erleichtert. Tenser und Caprice treffen sich mit den Bürokraten Timlin (Kristen Stewart) und Wippet (Don McKellar), die für das National Organ Registry verantwortlich sind, eine Regierungsbehörde, deren Aufgabe es ist, die staatlichen Beschränkungen der menschlichen Evolution durch die Katalogisierung und Lagerung neu entwickelter Organe aufrechtzuerhalten. Timlin ist von Tensers künstlerischen Zielen fasziniert. Bei einer erfolgreichen Show von Tenser erzählt sie ihm, dass "Chirurgie das neue Geschlecht ist“, ein Gefühl, das Tenser und viele andere Charaktere offenbar annehmen, da wiederholtes Beschneiden traditionellen Sex und Masturbation als bevorzugtes Mittel der sexuellen Befriedigung zu ersetzen scheint. Eine staatliche Polizeieinheit, darunter Detective Cope (Welket Bungue) versucht, Tenser zu nutzen, um eine Gruppe radikaler Evolutionisten zu infiltrieren....




Klingt alles kompliziert und ist es natürlich auch. Aber die Geschichte eines Mannes, in dem ständig neue Organe wachsen, ist natürlich sehr interessant und Cronenberg ist ganz im Element, wenn es darum geht, dass der Mensch sich mit Maschinen vermischt. Ein Film für die Masse ist "Crimes of the future" natürlich nicht, denn er besitzt eine inhaltliche Schwere mit der sicherlich nicht jeder Filmfan klar kommt. Was bleibt ist jedoch eine interessante Idee wie sich menschliche Evolution weiter entwickeln könnte.






 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 10. Juli 2023

Scream 6


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Matt Bettini-Olpin und Tyler Gillett

Die schädliche Wirkung von Slasherfilmen auf US-Filmstudenten...

Insgesamt 168 Millionen Dollar spielte der 6. Teil der "Scream" Filmreihe bisher ein. Damit liegt er nur knapp hinter dem Einspielergebnis von "Scream 1" aus dem Jahr 1996, dessen Umsatz sich bisher auf ca. 173 Millionen Dollar beziffert. Dem Regisseur Wes Craven gelang damit einer der einflussreichsten Horrorfilme der 90er Jahre. Es folgren Scream 2 und 3, die beide ebenfalls zwischen 160 und 172 Millionen Dollar Einspielergebnis vorweisen konnten. Nach dieser Trilogie gab es eine mehrjährige Pause. Im Jahr 2011 entschied sich Craven zum 4 Mal bei einem "Scream" Film Regie zu führen. "Scream 4" schaffte auch die 100 Millionen Dollar Umsatz Marke, ist aber bis dato der am wenigsten erfolreichste Teil des inzwischen zum Sextett gewordenen Filmreihen-Hit.
Und wieder sollten 11 Jahre vergehen, bis man sich entschied den Filmhit erneut aufleben zu lassen. Im Jahr 2022 kam "Scream" in die Kinos, den viele Fans überraschend gut geglückt empfanden. Durch das gute Einspielergebnis (140 Millionen) war an Ende noch nicht zu denken. Ein weiteres Mal trat das Director Duo Matt Bettini-Olpin und Tyler Gillett in die Fußstapfen ihres Vorgängers Wes Craven und inszenierten nach dem Drehbuch von James Vanderbilt und Guy Busick den nächsten Streich: "Scream 6".
Ein Jahr nach den von Richie Kirsch und Amber Freeman inszenierten Woodsboro-Morden wird Laura Crane (Samara Weaving), Professorin an der Blackmore University, von ihrem Studenten Jason Carvey (Tony Revolori) ermordet, der ein Ghostface-Kostüm trägt. Jason plant mit seinem Mitbewohner Greg, die Schwestern Sam (Melissa Barera) und Tara Carpenter (Jenna Ortega) zu töten, um den "Film" zu beenden, den Richie und Amber drehen wollten. Jason erhält jedoch einen Anruf von einem anderen Ghostface, der Greg getötet hat und Jason anschließend ersticht. Wenn das keine Pandemie ist...
Sam und Tara leben nun in New York City. Tara besucht die Blackmore University zusammen mit den anderen Überlebenden Chad (Mason Gooding) und Mindy Meeks-Martin (Jasmin Savoy Brown) sowie deren Mitbewohnerin Quinn Bailey (Liana Liberato), Mindys Freundin Anika Kayoko (Devyn Nekoda) und Chads Zimmergenosse Ethan Landry (Jack Champion). Sam wird in der Öffentlichkeit aufgrund einer Online-Verschwörungstheorie geächtet, die besagt, dass sie der wahre Drahtzieher der letzten Morde war. Ghostface greift die Schwestern an und hinterlässt eine Ghostface-Maske, die bei den Woodsboro-Morden 2011 getragen wurde.
Auf dem NYPD-Polizeirevier treffen die Schwestern auf Quinns Vater, Wayne Bailey (Dermot Mulroney), auf die FBI-Spezialagenten Kirby Reed (Hayden Panitiere) , einen Überlebenden der Morde von 2011, und die Reporterin Gale Weathers (Courtney Cox). Damit sind sowohl Opfer als auch der oder die in Frage kommenden neuen "Ghostface"Serienkiller bereits erwähnt, ausser Sams heimlicher Freund Danny Brackett, gespielt von Josh Segarra....





Wer natürlich fehlt ist Neve Campbell, aber ihr war die Gage, die man ihr anbot, einfach zu niedrig. "Scream 6" fängt furios mit zwei Morden an, wobei der erste Mord extrem effektiv in Szene gesetzt wurde und der zweite ist zumindest sehr überraschend, denn schon nach 10 Minuten wurde einer der neuen "Ghostface" Killer ins Jenseits befördert. Natürlich von einem anderen "Ghostface" Mörder. Eine weitere sehr interessante Sequenz bietet sich während einer U-Bahn Fahrt, bei der sich die Gruppe verliert und zwei des unschlagbaren Teams ihre Fahrt mit der nachfolgenden Bahn fortsetzen müssen. Da Halloween ist, hat es unter den anderen Gästen viele Monster mit Masken. Neben einem "Michael Myers", dem "Ringu" Geist und dem bösen Clown "Pennywise" steht natürlich auch jemand im Abteil mit einer Ghostface Verkleidung, der die Helden der Geschichte sehr fixiert. Gute Einzelszenen, aber dennoch hat man das Gefühl, dass nach den fünf irren Twists und Plots der Vorgänger die Luft dann doch irgendwie draußen ist. Irgendwie scheint das Konzept des ewigen Aufwärmens, angereichert mit den Verweisen auf die Vorgänger, diesmal nicht so gut zu funktionieren als beim Vorgänger.




Bewertung. 5,5 von 10 Punkten. 
 

Candyman (2022)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nia de Costa

Sag fünfmal den Namen...

Der 1992 entstandene Horrorfilm "Candymans Fluch" von Bernard Rose aus dem Jahr 1992 gilt als einer der einflussreichsten Genrearbeiten der 90er Jahre.
Das Budget des Films betrug damals 8 Millionen Dollar, er spielte mehr als das Dreifache dieser Summe an der Kinokasse ein und zog zwei Fortsetzungen nach sich.
Der Film, der auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker basiert spielt in einer nördlichen Vorstadt von Chicago, dem Wohnprojekt Cabrine Green, das mit Armut und sehr starker Gewalt in Verbindung gebracht wurde und fast ausschließlich von sozial benachteiligten dunkelhäutigen Familien bewohnt wurde.
Jordan Peele, der bekannte Regisseur, Comedian und Drehbuchautor hatte die Idee eine Neuauflage dieses Klassikers zu produzieren und schrieb das Drehbuch für den neuen "Candyman" Film, bei dem Nia de Costa die Regie übernahm.
1977 wird ein kleiner Junge (Rodney L. Jones III) in der Chicagoer Wohnsiedlung Cabrini-Green Zeuge der Ermordung von Sherman Fields (Michael Hargrore), einem obdachlosen Afroamerikaner mit einem Haken als Hand. Sherman im Viertel als kinderlieber Mann, der Süßigkeiten an die Kinder verteilt,  wird verdächtigt, einem weißen Kind eine Rasierklinge in ein Bonbon gesteckt zu haben, und von der Polizei zu Tode geprügelt, aber später für unschuldig befunden.
Im Jahr 2019 lebt der Künstler Anthony McCoy (Yahya Abdul-Mateen II) mit seiner Freundin, der Galeristin Brianna Cartwright (Teyonah Parris), in Chicago. Auf der Suche nach Inspiration erkundet Anthony die Projekte, nachdem Briannas Bruder Troy (Nathan Stewart Jarret) ihnen die Geschichte von Helen Lyle erzählt hat, die für eine Mordserie und die kurzzeitige Entführung eines Babys in Cabrini-Green verantwortlich gemacht wird. Anthony wird von einer Biene in die Hand gestochen und trifft den Waschsalonbesitzer William Burke (Colman Domingo), den Jungen, der Zeuge von Shermans Tod war. William weiht ihn in die urbane Legende des Candyman ein, die Anthony seiner Freundin Brianna erzählt und scherzhaft den Fluch ausspricht: Wenn man fünfmal "Candyman" zu einem Spiegel sagt, erscheint der Geist von Sherman und tötet den Beschwörer.
Inspiriert von Shermans Tod und der Candyman-Legende fertigt Anthony für eine von Brianna und ihrem Kollegen Clive (Brian King) kuratierte Ausstellung ein aufwändiges Kunstwerk mit dem Titel "Say My Name" an, doch seine Arbeit wird von der Kritikerin Finley Stephens (Rebecca Spence) und den anderen Anwesenden verunglimpft. Doch die kommende Nacht verändert alles, als zwei Menschen aus Spass fünfmal einen Namen in Richtung eines Spiegels rufen...






Es bleibt natürlich nicht bei diesem einen Massaker. Auch auf einer Schultoilette geht es fünf jungen Schülerinnen an den Kragen, die genau dasselbe tun. Sehr schön und edel eingepflegt sind die Schattentheatersequenzen, die in Rückblenden die Herkunft der Legende erzählen. Dort werden auch die Greueltaten der Weißen an den dunkelhäutigen Einwohnern des Viertels thematisiert. Wie bereits in den drei vorherigen Fillm spielt Tony Todd auch hier den Candyman. Der Film spielte ca. 77 Millionen Dollar ein.







Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.