Freitag, 1. März 2019

The Nun

























Regie: Corin Hardy

Es war einmal ein Kloster in Rumänien...

Durch den Erfolg von "Conjuring" von James Wan aus dem Jahr 2013 ergab sich drei Jahre später eine Fortsetzung "Conjuring 2" und zwei Spin offs, die sich mit der Puppe "geheimnisvollen Geisterpuppe "Anabelle" beschäftigen. Der fünfte Film aus dem Conjuring Kosmos heißt "The Nun" und führt den Zuschauer ins Jahr 1952 zurück.
Mit 365 Millionen Dollar Einspielergebnis wurde "The Nun" natürlich ein großer Erfolg, auch wenn der Film eher gemischte Kritiken bekam. James Wan wirkte diesmal nur am Drehbuch mit, die Regie selbst übernahm mit Corin Hardy ein recht neuer Name.
Sehr gut gelungen ist auf jeden Fall diie Kameraarbeit von Maxime Alexandre, der in der Vergangenheit schon oft mit Alexandre Aja zusammenarbeitete. Auch die Szenenbilder des Film sind atmosphärisch und tragen viel zum Gelingen der Geschichte bei. Das Drehbuch selbst ist leider etwas dürftig.
In der ersten Szene werden zwei Nonnen des rumänischen Klosters St. Carta im Keller von einem fiesen Dämen bedroht und angegriffen. Dies geschieht im Jahr 1952 und Schwester Victoria (Charlotte Hope) bekommt von der Mitschwester einen sehr wichtigen Schlüssel in die Hand gedrückt, das Schicksal des gesamten Klosters liege jetzt bei ihr. Die Nonne wird von der bösen Macht in das Dunkel des kellers gerissen, dort wo Gott nicht mehr lebt. Schwester Victoria flieht mit dem Schlüssel - doch der Dämon lässt nicht locker. In ihrer Verzweiflung erhängt sich die Ordensfrau und wird einige Tage später von dem jungen Dorfbewohner Frenchie (Jonas Bloquet) gefunden, der den Schwestern im Kloster Nahrungsmittel vorbei bringen wollte.
Danach beschäftigt sich der Vatikan mit dem Fall und mit diesen bösen Ereignissen des Klosters, wo die Nonnen ohne Pause beten müssen, dass der Teufel fern bleibt. Sie entsendet den auf diese Themen spezialisierten Pater Burke (Demian Bichir) dorthin, um diese Vorfälle zu untersuchen. Die Novizin Irene (Taissa Farmiga), die als Kind bereits Visionen hatte, soll ihn als Unterstützung begleiten. Sie reisen nach Rumänien und Frenchie führt sie zur Abtei. Die anderen Dorfbewohner meiden inzwischen das Kloster wie der Teufel das Weihwasser. Als sie die tote Schwester untersuchen, finden sie auch diesen seltsamen Schlüssel. Die Äbtissin verhält sich sonderbar und auch die anderen Schwestern scheinen nicht gerade erfreut über den Besuch. So bleibt dem Besuch nichts anderes übrig als im Kloster zu übernachten. Seltsame Dinge passieren, sie treffen am anderen Tag auf Schwester Oana (Ingrid Bisu), die berichtet, dass der Konvent die ewige Anbetung pflegt. Nur so lässt sich das Böse noch zurückhalten....




Das Gespann eines erfahrenen Priesters und einer sensiblen Novizin erweist sich als gute Idee, die beiden Darsteller Demian Bichir und Taissa Farmiga spielen überzeugend. Darüberhinaus kann der Film mit einigen sehr effektiven Szenen punkten, die dennoch nicht grobschlächtig und plump daherkommen. Den Machern lag auch viel an einer gewissen Atmosphäre. So sind die Szenen im Kloster durchaus unheimlich und bedrückend. Und immer wieder taucht eine Nonne auf, die "Valak" sein könnte. Gruslig ist auch die Präsenz der Äbtissin, die die besucher in Kryptartigen Vestibül des Klosters in Empfang nimmt.





Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Halloween (2018)

























Regie: David Gordon Green

40 Jahre, eine verdammt lange Zeit...

John Carpenters Horrorfilm "Halloween" entstand 1978 und brachte es im Laufe der Zeit auf 9 Fortsetzungen. Damit zählt sie zu den ganz wenigen Filmreihen, die generationsübergreifend bis heute funktionieren. Regisseur David Gordon Green hat beim 11. Teil aber beschlossen alle bisherigen Fortsetzungen außer Acht zu lassen. Somit war Laurie Strode, die Heldin aus dem Originalfilm, nie die Schwester von Serienkiller Michael Myers. Er lebte auch bis zuletzt ununterbrochen in der Psychiatrie, wurde von Dr. Loomis betreut und nach dessen Tod hat sich mit Dr. Ranbin Sartain (Haluk Bilginer) ein adäquater Nachfolger gefunden, der den Mörder, der seither nie mehr gesprochen hat, betreut und studiert.
Was ist aber aus Laurie geworden ? Vierzig Jahre nach dem katastrophalen Ereignissen an Halloween ist sie natürlich schon Großmutter. Und sie hat das Trauma von damals nie richtig überwunden. Daher hat das Verhältnis zu ihrer Tochter Karen (Judy Greer) schon immer etwas gelitten. Die hat selbst bereits eine beinahe erwachsene Tochter (Andi Matichak), die Ally heißt und sich auf die Halloween Party freut. Denn mit ihrem neuen Freund Cameron Elam (Dylan Arnold) hat sie sich die Verkleidung als Bonnie and Clyde ausgedacht.
Mythos Michael Myers hat aber auch die beiden Podcasters Aaron Corey (Jefferson Hall) und Dana Haines (Rhian Rees) auf den Plan gerufen den Serienkiller in der Anstalt aufzusuchen und ihm ein Interview zu entlocken. Doch der bleibt stur und still, auch in dem Moment als Corey Michaels Maske aus der Tasche holt und mit ihr vor seinen Augen herumschwenkt.
Es dauert noch ne Weile bis Michael zuschlägt, denn zuerst muss eine Busfahrt organisiert werden, der die Insassen in eine andere Einrichtung verlegen soll. Natürlich lässt es sich Dr. Sartain nicht nehmen, seinen berühmten Patienten selbst zu begleiten - sicher ist sicher. Doch wie es zu erwarten war, gelingt es Michael den Bus in einen Unfall zu verwickeln und dann macht er sich auf den Weg nach Haddonfield. Dort wo Laurie Strode schon wehrhaft für den Tag gerüstet hat, an dem Michael zurückkehrt. Sie schießt ausgezeichnet und hat in ihrem Haus einige Vorkehrungen in Sachen Sicherheit gemacht. So wurde der Keller beinahe schon in einen Art Panicroom umfunktioniert. Michael macht noch eine kleine Stippvisite an einer Tankstelle. Dort halten sich auch Aaron und Dana auf. Bedauerlich, aber es ist so. Dann Kameraschwenk auf das nächtliche Halloween Treiben in der beliebten Kleinstadt Haddonfield. Eine Gestalt, die Michaels Maske trägt, läuft zielsicher durch die Straßen...



Natürlich gabs in den vielen Fortsetzungen um Michael Myers reichlich absurde Drehbucheinfälle, also Grund genug, die einfach mal zu entfernen und dort weitermachen, wo es vor 40 Jahren aufhörte. Dennoch haben die Drehbuchautoren von "Halloween 2018" eine ganze Menge sonderbarer Nebenschaupätze eingebaut. So scheint der neue Psychiater von Michael alles andere als ein Dr. Loomis zu sein, der in Michael stets das unwiderruflich Böse sah, dass man vernichten müsse. Auch Laurie ist mit einer Überdosis Paranoia ausgestattet, aber immerhin ist es Jamie Lee Curtiz, die das spielen darf - die zweite Ikone der beliebten Slasher Reihe. Und sie ist es auch, die aus ihrem angeblichen Gefängnis daheim, die eigentliche Struktur offenlegt: Eine Falle für Peiniger.
Regie führte David Gordon Green, der bereits für seinen Film "Prince Avalanche" den silberen Bären für die beste Regie gewann.





Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

Sonntag, 30. Dezember 2018

Cold Skin

























Regie: Xavier Gens

Die Insel der Kreaturen...

"Wer mit Ungeheuern kämpft, der mag zusehen, daß er daei nicht zum Ungeheuer wird. Und wenn Du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in Dich hinein" - ein Satz, der von Friedrich Nietzsche stammt und mit dem auch Xavier Gens Film "Cold Skin" beginnt . Die Stimme im Off ergänzt, während der Zuschauer ein Schiff auf dem Meer wahrnimmt "Wir sind denen, die wir hassen nie sehr entfernt. Aus genau diesem Grund werden wir denen, die wir lieben, nie wirklich nah sein". Die französisch-spanische Coproduktion kündigt damit auch schon ihren Anspruch an, denn die Entwicklung der Filmstory erweist sich als unberechenbar und der Zuschauer stellt sich irgendwann die Frage "Sind die beiden Männer, die gegen das Böse ankämpfen, tatsächlich die Guten ?".
Xavier Gens wurde bekannt durch seinen Horrorfilm "Frontiers" aus dem Jahr 2006, der neben "Martyrs" von Pascal Laugier (2008), "High Tension" von Alexandre Aja (2003), "Inside" von Julien Maury und Alexandre Baustillo für die neue harte Gangart im französischen Horrorfilm stand. Es folgte "Hitman" und der Endzeitschocker "The Divide". Gemessen an seinen bisherigen Filmen bedeutet "Cold Skin" aber in jedem Fall ein Aufbruch zu mehr Anspruch.
Kameramann Daniel Aranyos Bilder von der rauen See und der einsamen Insel sind sehr gut geglückt. Sie unterstützen damit auch die Themen wie Einsamkeit, die menschliche Psyche im Allgemeinen und das Verhältnis zwischen Mensch und einer anderen Species. Dabei sind diese Wesen, die von dem Wetteroffizier Friend (David Oakes) auf seiner einsamen Insel entdeckt werden, wohl nahe Verwandte zur amphibischen Kreatur aus Guillermo del Toros Oscarsieger "Shape of Water" und damit kommen natürlich unwillkürlich Erinnerungen mit dem Kiemenmenschen aus dem "Schrecken vom Amazonas" auf.
Bevor er Bekanntschaft mit diesen Meeresbewohnern macht, wird er von Captain Axel (John Benfield) mit einem Boot auf die Insel gebracht. Er soll dort 1 Jahr bleiben und seinen Vorgänger ablösen, der sich sicher schon auf seine irische Heimat freut und nach Hause will. Doch das Haus ist verlassen und sieht aus als würde schon länger keiner mehr darin wohnen. Nur der Leuchturmwärter Gruner (Ray Stevenson) lebt noch auf diesem Eiland und der gibt an, dass der Wetteroffizier an Typhus verstorben sei. Schon in den ersten Nächten beschleicht Friend das Gefühl, dass er und Gruner nicht die Einzigen sind, die auf der Insel leben. Doch mit Gruner kommt er nicht klar, er merkt dessen Ablehnung und für ihn ist Gruner ein Menschenfeind, ein notorischer Eigenbrötler. Doch als er mal mit dem Fernglas zum Leuchtturm schaut, meint er ein Mensch gesehen zu haben, der den Leuchtturmwärter begleitet. Bald entdeckt er dieses Wesen, dass kein Mensch ist. Ein krötenähnliches, weibliches Geschöpf (Aura Garrido), von Gruner gehalten wie ein Hund. Und es gibt noch mehrere dieser Species, aber die sind weniger freundlich wie dieses devote Weibchen. Nachts kommen die Monster aus dem Meer und im Kampf verliert Friend sein Haus, er wird notgedrungen in den Leuchtturm umziehen. Dort muss er sich gemeinsam mit Gruner dem Kampf gegen die Monster stellen und merkt, dass Gruner mit der Krötenfrau eine Art Beziehung hat. Nacht für Nacht stehen die Beiden am Fenster und warten bis die Schlacht mit den Eindringlingen beginnt...





 Natürlich ist dem Zuschauer bald klar, dass der Mensch der eigentliche Aggressor ist. Somit liefert Xavier Gens mit seinem Horrorfilm keine neuen Erkenntnisse, aber das hat auch Guillermo del Toro in "Shape of Water" auch nicht getan. Dennoch bietet sein Film anspruchsvolle Genreunterhaltung, die dem Mensch ein bisschen den Spiegel vors Gesicht hält und auch wenn das Ende ein bisschen wie ein aufgesetzter Plot daherkommt, Die interessantere Filmfigur als die beiden Männer, die sich irgendwann ähnlich sind, ist zweifelsohne die Kreatur Aneris.





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Die besten Horror und Science Fiction Filme 2018

Die besten Horrorfilme:

1. The Wailing (Na Hong-jin)
2. Raw (Julia Ducornau)
3. The killing of a sacred Deer (Giorgos Lanthimos)
4. Shape of Water (Guillermo del Toro)
5. The Girl with all the Gifts (Colm McCarthy)
6. Hereditary (Ari Aster)
7. Es (Andres Muschietti)
8. Cold Skin (Xavier Gens)
9. Mother (Darren Aronofsky)
10. Summer of 84 (François Simard, Anouk Whissell and Yoann-Karl Whissell)
11. A Ghost Story (David Lowery)
12. A Quiet Place (John Grasinski)
13. I remember you (Óskar Thór Axelsson)

14. Mandy (Panos Cosmatos)
15. Ghostland (Pascal Laugier)

Die besten Science Fiction Filme:
1. Blade Runner 2049 (Denis Villeneuve)
2. Ready Player One (Steven Spielberg)
3. The Last Jedi (Rian Johnson)
4. Jurassic World 2 (Juan Antonio Bayona)
5. Der dunkle Turm (Nicolaj Arzel)

Die besten Horror-Ikonen:
1. Penny Wise aus "Es" (Bill Skarsgard)
2. Die namenlose Frau aus "The Wailing" (Chun Won-Hee)
3. Kannibalin Justine aus "Raw" (Garance Marillier)
4. Die Krötenfrau aus "Cold Skin" (Aura Garrido)
5. Blue aus "Jurassic World - Fallen Kingdom (Blue)