Montag, 7. Dezember 2015

Terror Eyes

























Regie: Ken Hughes

American Giallo....

Die bekanntesten Filme des britischen Regisseurs Ken Hughes sind sicherlich die in England entstandenen 60er Jahre Klassiker "Tschitti Tschitti Bäng Bäng" und "Cromwell". Bei der Kritik kam vor allem sein 1961 realisierter und mit einem Golden Globe preisgekrönten "Der Mann mit der grünen Nelke" sehr gut an. In der Spätphase seiner Laufbahn erlaubte sich der Filmemacher auch eine Stippvisite ins Horrorfach. Mit "Night School" gelang ihm ein kleines fieses Gorefest nach der Art von Lucio Fulcis "New York Ripper". Überhaupt darf der Film auch als eine Art Verbeugung vor dem italienischen Giallo angesehen werden. In Deutschland wurde der Film unter dem Titel "Terror Eyes - Der Frauenköpfer" nicht nur im Kino, sondern auch durch den Siegeszug der Videotheken ein bekannter und beliebter Horrorfilm seiner Zeit. Wie der Titel schon sagt: Es rollen dabei Köpfe, weil ein unheimlicher Serienkiller in Boston sein Unwesen treibt. Die Opfer sind alle Frauen. Als erste trifft es die junge Kindergärtnerin Anne Barron (Meb Boden), die am frühen Abend noch als Letzte vor der Tagesstätte wartet, bis sie abgeholt wird. Sie sitzt auf dem Karussell, das auf dem Spielplatz vor steht und sieht wie ein Motorrad in ihre Richtung fährt. Der Mann mit dem schwarzen Motorradhelm steigt ab, sie informiert den Unbekannten, dass schon alle Kinder abgeholt wurden, als der Fremde das Karussell in Bewegung setzt und es immer mehr dreht. Mit einem riesigen Messer wartet der Killer nur darauf, dass die Kopf der Frau in seine Reichweite kommt. Er hat ds Mädchen enthauptet und den Kopf in einem Eimer mit Wasser in der Nähe geworfen. Judd Austin (Leonard Mann) ist der zuständige Ermittler der Polizei. Da die ersten Opfer allesamt Schülerinnen des Anthropologie Professors Vincent Millett (Drew Snyeder) sind, werden Austin und sein Kollege Mahal (Joseph R. Sicari) recht schnell auf ihn aufmerksam. Der Akademiker ist auch noch dafür bekannt, immer wieder mit Schülerinnen, heiße Affären einzugehen. Dabei hat er eine wunderschöne Frau zuhause, die auf ihn wartet: Er ist seit längerem mit seiner Assistentin Eleanor (Rachel Ward) liiert. Was ihn noch zustätzlich verdächtig macht ist die Tatsache, dass er zur Zeit auch einen Lehrgang über neuguineische Ritualmorde gibt. Und schon geschieht der nächste Mord...auch die schöne Assistentin scheint in Gefahr. In einer der besten Filmszenen sieht man Rachel Ward unter der Dusche. Die junge Frau wurde soeben noch von einem sonderbaren Typen auf der Straße verfolgt, dann verschwand er. Doch scheinbar macht er sich an ihrer Tür zu schaffen. Während die Frau nichtsahnend duscht, scheint sie in großer Gefahr. Es klingelt plötzlich, möglicherweise ist der Killer schon im Haus. Auch die Szene mit dem Kopf der Imbisskellnerin, der sich Suppentopf befindet und von deren Chef nichtsahend an die hungrige Kundschaft ausgegeben wird ist ein echter Brüller mit makabrem Hitchock-Flair. Das lange blonde Haar, dass der Gast i, Eintofp findet, deutet auf nichts gutes hin. Hinzu kommt ein Kopf in der Toilette und ein Schädel wandert ins Schildkröten-Aquarium.



Hughes setzt auf die düstere und trockene Stimmung, auf Boston im Herbst und lässt mit Ruhe seine Geschichte wirken, die immer mal wieder absurde Ecken aufweist, was man aber als Kompliment empfinden darf.
Mit der schönen Rachel Ward (Sharky und seine Profis) gibt es ein Wiedersehen und ihre Figur bekommt im Laufe der Story noch eine interessante Facette. Auch das grimmige Ende ist effektiv gestaltet bei diesem US-Verwandten von "Der Tod trägt schwarzes Leder" oder "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe".



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Die Todeskarten des Dr. Schreck

























Regie: Freddie Francis

Die letzte Karte zeigt den Tod...

Amicus war eine britische Filmproduktionsfirma, die in den 60er und 70er Jahren als größte Konkurrenz zu den wesentlich bekannteren Hammer Studios galt. Die Machart war ähnlich, noch heute werden einige dieser Amicus Produktionen fälschlicherweise als "Hammer Filme" angesehen. Allerdings gibt es trotz des ähnlichen visuellen Stils einige Unterschiede, denn typisch für Amicus war vor allem die Schwerpunktlegung auf den Episodenfilm. 
Gegründet wurde Amicus von zwei Amerikanern. Die Produzenten und Drehbuchautoren Milton subotsky und Max J. Rosenberg waren die Väter des Studios.
Die bekanntesten Amicus Filme sind "Asylum", "Totentanz der Vampire", "Stadt der Toten", "Der Foltergarten des Dr. Diabolo" und natürlich der von Freddy Francis 1964 gedrehte Kultklassiker "Die Todeskarten des Dr. Schreck".
In den 70er Jahren kam es noch einmal zu einem Kinorevival für Amicus, da sie mit Trashkranaten wie "Caprona" oder "Der sechste Kontinent" auf die Saurier- und Monsterwelle aufsprangen.
In "Die Todeskarten des Dr. Schreck" geht es eher ruhig zu. Die Geschichte spielt in einem Zugabteil. Dort in eime Wagen haben fünf Männer Platz genommen, sie alle wollen nach London Bradley fahren. Den letzten Platz nimmt dann kurz bevor der Zug abfährt der geheimnisvolle Doktor Schreck (Peter Cushing) ein, der eine Packung von Tarot Karten bei sich hat. Er gibt an, dass er die Fähigkeit besitzt das Schicksal jedes dieser reisenden Männer aus den Karten herauslesen zu können. Nacheinander zieht jeder der Reisenden vier Karten und für jeden Mann gibts eine zugehörige Geschichte.
Die erste Geschichte handelt von dem Architekten Jim Dawson (Neil McCallum), der auf eine schottische Insel reist im Auftrag von Mrs. Bidduoph (Ursula Howells). Die Witwe will das Haus, dass früher mal der Familie Dawson gehörte, verkaufen. Im Keller findet er den Sarg eines Grafen, der das Haus vor Jahrhunderten besaß und wohl ein Werwolf war.
Die zweite Geschichte führt uns ins Haus von Bill Rogers (Alan Freeman), der gemeinsam mit seiner Frau (Anne Bell) und seinem Töchterchen (Sarah Nicholls) nicht schlecht staunt, als er eine schnell wachsende Rebe im Garten entdeckt, die sich - sobald sie Gefahr erkennt - zu wehren beginnt.
Geschichte Drei ist dem mitreisenden Jazz Musiker Bill Bailey (Roy Castle) gewidmet, der auf den Antillen heimlich eine Voodoo Zeremonie beobachtet. Er wird entdeckt als er die Melodie der Eingeborenen klauen will, die sie bei dem Ritual spielen. Er wird vom Voodoo-Priester eindringlich gewarnt. Doch in London zählt der Erfolg. Bill hat den Sound des Voodoo-Rituals bereits als Hit im Gepäck und beim Auftritt passieren seltsame Dinge.
Geschichte Vier erzählt die Geschichte des etwas arroganten und von sich sehr überzeugten Kunstkritiker Franklyn Marsh (Christopher Lee), der die Werke des Malers Eric (Michael Gough) genüsslich als untalentierter Schund bezeichnet. Als Retourkutsche wird er von diesem öffentlich gedemütigt. Die Rache lässt nicht lange auf sich warten. Mit seinem Wagen überfährt Marsh den Maler, der als Unfallfolge seine Hand verliert.
Die letzte Geschichte ist dem jungen Dr. Bob Carroll (Donald Sutherland) gewidmet. Seine französische Frau Nicole (Jennifer Jayne) scheint ein Vampir zu sein. Auch Carrolls Kollege Dr. Blake (Max Adrian) kommt zum selben Schluß. Mittels eines Holzpflockes scheint es nun die traurige Aufgabe von Bob zu sein, seine Frau von den Untoten zu erlösen.
Alle Männer durften eine fünfte Karte ziehen, jedesmal zogen sie die Karte "Der Tod". Und schließlich lüftet sich in der sechsten und übergeordneten Geschichte die Identität des seltsamen Dr. Schreck...



 Dies alles ist sehr charmant in Szene gesetzt, es gibt sechs kleine aber feine Gruselgeschichten zu bewundern, die  am Ende eine böse Überraschung offenbaren.
Der Film wurde zu einem anerkannten Klassiker des britischen Gruselfilms, das Set Design ist klasse, auch wenn der Film fast ausschließlich im Studio gedreht wurde. Die Geschichten selbst spielen in der Gegenwart, lediglich die erste Erzählung hat ein bissel was von der Atmosphäre eines Edgar Allen Poes. Die Schlingpflanzengeschichte ist irgendwie auch etwas albern, aber im guten Sinne. Die Vooodoo-Sequenz zeigt auch die gänigen Mechanismen im Musikbusiness "Besser gut geklaut, als schlecht komponiert" und die beiden letzten Geschichten mit Christopher Lee und Donald Sutherland haben eine gute Schlußpointe. Wenn dann am Ende Peter Cushing den Schlußakkord anstimmt, den man sich fast schon ein bissel erahnen konnte, ist der rundum gelungene Episodenfilm perfekt zu Ende gegangen.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Nachts, wenn das Skelett erwacht

























Regie: Freddie Francis

Ein Skelett spielt verrückt...

Freddie Francis war ein britischer Kameramann und Regisseur. Er gilt heute aufgrund seiner Arbeiten für "Schloß des Schreckens", "Der Elefantenmensch", "Der Weg nach oben", "Söhne und Liebhaber" oder "Glory" als einer der bedeutendsten Kameramänner der Filmgeschichte. Als Regisseur drehte er vor allem Horrorfilme für die Hammer-Studios und für Amicus Producition. "Haus des Grauens", "Der Satan mit den langen Wimpern" oder "Die Todeskarten des Dr. Schreck" gehen auf sein Konto. Im Jahre 1973 inszenierte er mit "Nachts, wenn das Skelett erwacht" (Original: Creeping Flesh) mit den beiden Hammer-Superstars Christopher Lee und Peter Cushing einen sehr stimmungsvollen Grusler der alten Schule und einer der besten Hammerfilme, die nicht von den Hammer Studios produziert wurden. Dabei wird auch in "Nachts, wenn das Skelett erwacht" sehr schnell klar, dass der Macher Freddie Francis vor allem auch hier ein gutes Auge für die visuelle Ausgestaltung des Old School Horrorfilms hatte. Der Film spielt im Jahr 1893, also im Viktorianischen Zeitalter in England. Dort forscht der Wissenschaftler Emmanuel Hildern (Peter Cushing) und unternimmt zu diesem Zweck immer wieder ausgedehnte Forschungsreisen. Gerade eben hat er einen bizarren Fund in Neuguinea entdeckt und kommt mit einem gut erhaltenen riesigen Skelett nach Hause. Dieses Skelett muss aller Wahrscheinlichkeit nach von einem menschenähnlichen Urzeitwesen stammen. Gemeinsam mit seinem treuen Assienten Waterlow (George Benson) soll die Species untersucht werden. Der Wissenschaftler lebt gemeinsam mit seiner bracen Tochter Penelope (Lorne Helbron), die er sehr behütet. Kein Wunder: Er hat Angst, dass die junge Frau das gleiche Schicksal erleiden muss wie seine Frau, die sich seit Jahren in der Psychiatrie seines Bruders James (Christopher Lee) aufhält. Der Tochter hat er gesagt, dass die Mutter verstorben ist und hielt den Aufenthalt in der Klinik für Geisteskranke geheim. Dort stirbt die Mutter auch, James informiert seinen Bruder von dem Ableben der Frau. Auch das obskure Skelett gibt Rätsel auf. Als ein Finger mit Wasser in Berührung kommt, bildet sich umgehend lebendes Gewebe. Kann es etwa sein, dass Wasser den Knochenmann zum Leben erwecken. Unter dem Mikrroskop macht Emmanuel die nächste senationelle Entdeckung: Das Blut des rätselhaften Gewebes offenbart unglaubliche Fahigkeiten. Aber auch das Zusammentreffen der beiden ungleichen Brüder sorgt für Ärger. Auch James hat wissenschaftliche Ambitionen und würde gerne seinen Bruder übertrumpfen...


Ein sehr stimmungsvoller Grusler, der mehrere Handlungsstränge miteinander verbindet und auch noch einen Geisteskranken (Kenneth J. Warren) präsentiert, der von der Irrenanstalt flüchtet und mit der gar nicht mehr so braven Penelope zusammentrifft, die von ihrem Vater mit dem Blut des Monsters behandelt wurde. Ein fataler Fehler, denn aus der gütigen wohlbehüteten Tochter wird eine mordende Bestie. Dies alles ist eher wenig gradlinig, dafür aber schön verschnörkelt und mysteriös. Peter Cushing spielt natürlich großartig und als Gegenpol tritt der großartige Christopher Lee als fieser und hinterlistiger Bruder auf, der sein Irrenhaus mit kühler und harter Hand im Griff hat.
Die schönen Kulissen - ganz im Hammer Stil - runden das britische Grusel Filmvergnüngen bestens ab.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Insel des Schreckens (Island of Terror)

























Regie: Terence Fisher

Todesmonster greifen an...

Terence Fisher ist der Regisseur von einigen der besten Hammerfilme wie "Frankensteins Fluch", "Dracula", "Blut für Dracula", "Hund von Baskerville", "Die Rache der Pharaonen", "Der Fluch von Siniestro" oder "Dracula und seine Bräute". "Insel des Schreckens", der im Original "Island of Terror" und in Deutschland auch unter dem Alternativ-Titel "Todesmonster greifen an" bekannt ist, gehört nicht zu den Produktionen der Hammerstudios. Der Film wurde 1966 in den Pinewood Studios gedreht, hat aber durchaus ein gewisses Hammer-Gruselflair, auch wenn die Monster aus heutiger Sicht doch auch schon für etwas unfreiwillige Komik sorgen. Die glitschigen Würmer mit ihren Rüsseln und ihrem Schildkrötenähnlichen Aussehen. Ausserdem sind sie sehr behäbig und langsam. Aber was zählt ist der naive Charme und für alle Freunde des schaurig schönen Monsterfilms vergangener Tage ist reichlich Spannung und Unterhaltung vorhanden. Die 87 Minuten vergehen wie im Flug.
Die Handlung spielt sich auf der abgelegenen Insel Petrie´s Island ab. Dort leben nur wenige Menschen, aber die sind stolz "Einheimische" zu sein. Selbst der bestens integrierte Dr. Landers (Eddie Byrne), der bereits 10 Jahre auf der Insel lebt, gilt bei den Bewohnern wie Ian Bellows (Liam Gaffney) oder Wachtmeister Harris (Sam Kydd) noch als neuer Zugezogener. Auch dem Forschungszentrum von Dr. Phlilips (Peter Forbes-Robertson) wird misstraut. Dabei hat der angesehene Wissenschaftler die Ambition ein wirksames Mittel gegen Krebs zu finden. Eines Tages vermisst Mrs. Bellows (Joyce Hemson) ihren Gatten. Harris macht sich auf die Suche und findet Bellows völlig entstellten Leichnam in einer Höhle. Der Körper des Toten ist knochenlos. Dr. Landers findet keine Erklärung für dieses Phänomen und zieht den angesehenen Pathologen Dr. Stanley (Peter Cushing) und den Knochenspezialisten Dr. West (Edward Judd) aus London hinzu. Mit einem Helikopter, der dem Vater von Wests Freundin Tony Merrill (Carole Grey) gehört, fliegen sie zur Insel. Dort hat sich schon einiges getan. Ein Pferd wurde tot aufgefunden mit den gleichen Merkmalen, die man bei Ian Bellows fand. Ausserdem findet das Quartett im Forschungslabor von Philipps diverse Leichen und auch diese komischen Silikat Monster mit ihrem Saugrüssel Tentakeln, die auf ihre Beute lauern und ein knochenauflösendes Enzym injizieren, mit denen sie ihre Opfer töten. Die Biester sind natürlich auch schwer zu killen...


 Am Ende helfen weder Schusswaffen, Dynamit oder Brandbomben. Lediglich Strontium 90 scheint erfolgreich zu sein. Der Film punktet natürlich vor allem durch seinen trashigen Charme. Peter Cushing ist auch ein immer wieder gerne eingesetztes Zugpferd. Die Atmosphäre ist gut gelungen, sehr britisch und auch die herbstliche Stimmung auf der Insel wurde von den Machern gut eingefangen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

It follows

























Regie: David Robert Mitchell

Es verfolgt Dich....

"It follows" ist ein Horrorbeitrag aus dem Independentbereich. Der Film von David Robert Mitchell, der sowohl Regie als auch das Drehbuch schrieb, bekam beim Start sehr gute Kritiken und wird neben "The Babadook" als neue Hoffnung im Genre gesehen. Stilistisch erinnert "It follows" sehr stark an die Klassiker der 70er und 80er Jahre. Mitchell setzt durchweg auf langsame und sehr sehenswerte Kamerafahrten und nicht nur durch den stilvollen Synthy-Soundtrack fühlt man sich als Zuschauer einmal mehr an die Topfilme von John Carpenter erinnert. Durchgehend besticht der Film durch eine undurchdringliche Atmosphäre, es ist schwer auszumachen das Böse zu fassen, denn es besteht aus vielen Geheimnissen und Rätseln. Der nervenzerfetzende Soundtrack tut sein übriges. Auch wenn viele Motive an die Klassiker erinnern, so ist Mitchells Films dennoch sehr eigenständig. Ausserdem wechseln die Thmen, einmal meint man ein Coming of Age Drama zu sehen, dann wird diese Stimmung sofort wieder aufgelöst durch Bodyhorror in Bestform.  
In der ersten Szene des Films sieht man die Straße einer Vorstadt. Ein Mädchen flieht vor Angst aus ihrem Haus und fährt an den Strand, wo sie ihren Eltern unter Tränen am Telefon erzählt, dass sie sie liebt. Am Morgen sieht der Zuschauer das Mädchen am Strand liegen, sie ist brutal ermordet worden. Szenenwechsel zu der Collegestudentin Jay Height (Maika Monroe), die in einem Vorort von Detroit lebt und eigentlich ein ganz normales Teenagerleben führt. Sie verbringt viel Zeit mit ihrer Schwester Kelly (Lil Sepe) und ihren Freunden Paul (Keir Gilchrist) und Yara (Olivia Luccard). Derzeit schwärmt sie für den erst kürzlich zugezogenen, attraktiven Hugh (Jake Weary). Wobei aber auch ihr Nachbar Greg (Daniel Zovatto) Interesse an ihr zeigt. Eines Abends hat sie endlich das erhoffte Date mit ihrem Traumtyp. Aber bereits im Kino benimmt der junge Mann sich reichlich seltsam. Als sie dann anschließens endlich Sex mit ihm in seinem Wagen hat, scheint doch alles gut zu laufen. Doch ihr Lover betäubt Jay mit Chlorform. Als sie kurze Zeit später - gefesselt an einem Stuhl - in einer Fabrikruine aufwacht, erzählt ihr der nervöse Jay, dass ihm alles leid täte, aber er musste irgendetwas was ihn verfolgte auf sie übertragen. Deshalb der Sex. Nun wäre er den Dämon los, weil er Besitz von Jay ergreifen will. Dieses Etwas würde die junge Frau verfolgen und will sie töten. Für andere Menschen bleibt dieser Dämon, der sich in der Gestalt jeder möglichen Person Jay nähern kann, unsichtbar. Sobald das unsichtbare Monster Jay töten könnte, würde auch wieder Hugh der erste der Übertragungskette sein, was nur damit verhindert werden kann, dass auch Jay den Fluch durch Sex mit irgendjemand anderen weitergeben muss...



 Diese Ausgangslage gibt genügend Dynamik für die Weiterfahrt der Geschichte her. So glaubt Jay zuerst nicht an diesen Spuk, aber als sie in der Schule von weitem eine kranke alte Frau im Nachthemd auf sich zu kommen sieht, die scheinbar von keinem der anderen Schüler bemerkt wird, beginnt sie zu ahnen, was für einen bösen totbringenden Virus sie sich da eingefangen hat. Der Film von Mitchell spielt genüsslich mit der Teen Angst, ein bisschen schwingt das Thema Aids im Hintergrund mit. Vor allem die gut aufgelegten Darsteller überzeugen. So macht die hübsche Maika Monroe ein genauso gute Figur wie vor einigen Jahren Amber Heard als Mandy Lane. Ihr zur Seite als Partner, der Kanadier Keir Gilchrist als unscheinbarer Paul, der am Ende vielleicht als Retter fungieren könnte. "It follows" spielt gekonnt mit den Urängsten des Menschen verfolgt zu werden. Dabei verfolgt dich der Fluch oder die Krankheit immer in der Gestalt eines Menschen, der zwar langsam auf dich zukommt, aber auch sehr tödlich, wenn du ihn zu nahe ran lässt.
Gefilmt wurde "It Follows" über weite Strecken in einem etwas verkommenen, etwas ruinösen Vorort von Detroit. Sehr selbstverständlich bewegt sich die jugendliche Schicksalsgemeinschaft um Jay durch diese in Auflösung begriffene Welt. Auch die unbeschwerte Jugend ist zu Ende.



Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Samstag, 14. November 2015

Sindbads 7. Reise




















Regie: Nathan Juran

Die Insel der Zyklopen...

Das farbenfrohe Orient-Spektakel "Sindbads 7. Reise" wurde 1958 von einem Oscarpreisträger inszeniert: Wobei Regisseur Nathan Juran 1942 den Preis nicht in dieser Sparte gewann, sondern für seine klasse Arbeit als Szenenbildner - gemeinsam mit Thomas Little-  in John Fords "So grün war mein Tal" (deutscher Kinotitel: Schlagende Wetter). Als Regisseur hatte er aber ein Faible für den Trash, für B-Movies und schuf in den 50er Jahren Sachen wie "Die Bestie aus dem Weltenraum" oder "Angriff der 20 Meter Frau". Seine bekannteste Arbeit ist aber diese Sindbad Version mit Zyklopen, Drachen, riesigen Vögeln und Skelettkriegern, allesamt auf der Leinwand zum Leben erweckt durch die Stop-Motion Technik und durch den berühmten Ray Harryhausen. Natürlich wirkt diese Technik aus heutiger Sicht naiv, denn mit der Entwicklung neuer Tricktechniken seit Ende der 70er Jahre wurden die alten Tricks von der Go-Motion Technik verdrängt und der Kinozuschauer heute hat durch die Möglichkeiten der Computeranimation im Kinosessel immer mehr das Gefühl, dass alles "echt" ist. Den Tricks von Harryhausen sah man natürlich damals schon an, dass es Tricks waren - aber interessanterweise hab ich mich damals, als ich als Kind zum ersten Mal dieses Abenteuer des Seefahrers aus Bagdad sah, extrem gefürchtet als gleich in den ersten Minuten dieser riesige Zyklop brüllend aus der Höhle heraus kam und die Mannschaft verfolgte.
Nathan Jurans Film fängt mit der Heimreise von Sindbad (Kervin Mathews) an. Auf seinem Schiff fährt auch seine Geliebte, die hübsche Prinzessin Parisa (Kathryn Grant) aus Chandra mit. Die beiden wollen in Sindbads Heimatstadt Bagdad heiraten. Doch zuvor müssen sie  einen Zwischenstopp auf der Insel Kolossa einlegen. Dort treffen sie auf den undurchsichtigen Magier Sokurah (Torin Thatcher), der eine Wunderlampe aus dem Besitz der fiesen Zyklopen gestohlen hat und nun von den Monstern verfolgt wird. Mit Hilfe des Dschinns in der Lampe (Richard Eyer) kann die Besatzung allerdings entkommen. Leider bleibt die Wunderlampe auf der Insel. Doch Sokurah ist besessen davon und mit bösem Zauber verwandelt der Scharlatan die Prinzessin heimlich in eine daumengroße Zwergin. Für Parisas Vater (Harold Kasket), dem Sultan von Chandra, bedeutet dies Krieg mit den neuen Freunden aus Bagdad, wenn die Tochter weiter so entstellt bleibt. Sokurah bietet an den Zauber rückgängig machen zu können. Zu diesem Zwecke würde er ausgerechnet die Schale eines Eis des riesigen Vogels Roch brauchen. Klar, dass dieser auf Kolossa lebt. Und dies führt dann unweigerlich zu einem weiteren Zusammentreffen mit den Zyklopen...


 Unterstützt wird dieses farbenprächtige Märchen aus 1001 Nacht von einer tollen Musik von Bernard Herrmann, die gleich am Anfang für eine powervolle Einstimmung sorgt. Dann geht es Schlag auf Schlag. Das 90 minütige Abenteuer leistet sich keine Durchhänger, ein Höhepunkt jagt den nächsten. Sindbad Darsteller Kerwin Matthews schaffte seinen Durchbruch, er wurde 2 Jahre später in "Herr der drei Welten" ein weiteres Mal für die Hauptrolle in einem Film mit Harryhausen-Tricks eingesetzt. In seinen Filmen lagen ihm die Frauen zu Füßen - tatsächlich war der 2005 verstorbene Schauspieler homosexuell und lebte 46 Jahre lang mit seinem Partner zusammen.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Dienstag, 3. November 2015

Die Rückkehr der Fliege


























Regie: Edwards Bernds

Schicksalhafte Teleportation....


Unter der Regie von Edward Bernds entstand 1959 eine in schwarz-weiß gedrehte Fortsetzung des Kulthorrorfilms "Die Fliege".  Dieser zweite Teil heißt "Die Rückkehr der Fliege" und verfügt nicht über den großartigen Charme des Originals. Von den Darstellern blieb lediglich Vincent Price übrig, der wie im ersten Teil Francois Delambre, den Bruder des Wissenschaftlers Andre Delambre spielt. Die Ereignisse, die sich im ersten Teil abspielten, liegen nun 11 Jahre zurück. Die erste Szene zeigt die Beerdigung von Helene Delambre in der Nähe von Montreal. Sohn Philippe (Brett Halsey), damals noch ein kleiner Junge, ist inzwischen erwachsen und hat die gleichen wissenschaftlichen Ambitionen wie sein Vater. Doch bislang hat Onkel Francois noch die wichtigsten Experimente des Vaters geheimhalten können. Nun ist aber die Zeit, wo Philippe zu drängen beginnt. Er möchte gemeinsam mit seinem Freund Alan Hinds (David Frakham) dort weitermachem, wo die Versuche dem Vater das Leben kostete. Er ist auch nicht abgeschreckt als Francois mit der Wahrheit herausrückt. Nie wird er wie Papa enden, der mit seinem Teleportationsgerät von A nach B gelangen wollte, dabei aber eine Fliege im Gerät übersah. So setzten sich die Atome gekreuzt zusammen und aus Delambre wurde ein Wesen mit einem gigantischen Fliegenkopf und einem Fliegenarm, während die kleine Stubenfliege mit Andres Kopf davonflog und am Schluß in einem Spinnennetz endete. Francois weigert sich zuerst das Vorhaben zu finanzieren, aber eine kleine Erpressung von Philippe macht ihn dann doch zum Geldgeber. Seit dem Schicksal seines Vaters hat Philippe auch eine mächtige Aversion gegen kleine fliegende Insekten. Nun kann die Arbeit beginnen. Unheilvoll bemerkt der Zuschauer auch schon, dass das alte Labor, dass die beiden Youngster unten im Keller eingerichtet haben, auch nicht von lästigen Fliegen verschont wird. Kein Wunder, wenn man den Kaffee dort unten trinkt und viel Zucker rumsteht. Auch Philippes Freund ist heimlich ein Böser, er heißt Ronald Holmes und wird in Großbritannien als Mörder gesucht. Er hat auch keine Skrupel die Delambre Erfindung zu stehlen...


wird aber vom Kommissar entdeckt. Dieser verliert den Kampf mit dem Bösewicht und endet auch im Teleportationsgerät, wo er gemeinsam mit dem Versuchstier, einem Meerschweinchen, verwandelt wird. Es ist aber natürlich nicht die einzige Verwandlung, wie man sich denken kann. Denn Philippe, der Fliegenhasser, entgeht natürlich nicht dem Schicksal. Höhepunkt des bizarren Treibens ist die Flucht mit riesigem Fliegenkopf. Aber immerhin ist er so stark, dass er Rache nehmen könnte. Für ein bisschen Liebe ist auch gesorgt, denn Cecile Bonnard (Daniele De Metz) darf den attraktiven Philippe anhimmeln. Natürlich wird sich der großartige Vincent Price wieder irre ins Zeug legen müssen, damit sich diesmal alles zu Guten kehrt. Kann er das Fliegenmonster auf dem Rachekurs stoppen und auch noch die kleine Fliege mit Philippes Kopf finden, die im Labor um Hilfe schreit.  Für Inspektor Charras, den Herbert Marshall im ersten Fliegenfilm spielte, muss diesmal Inspekot Beecham (John Sutton) ran, der weiß als Einziger von den Kreuzungen zwischen Insekt und Mensch. Andere würden es ja doch nicht glauben. Ausser natürlich uns, den verblüfften Zuschauern, die sich auch beim 2. Teil ganz gut unterhalten haben. Aber trotz atmosphärischem Schwarz-Weiß Bildern, typisch für die 50er Jahre Horrorstreifen aus Hollywood, hat dieser Nachzügler nicht den genialen wie naiven Charme des Originals. Es sollte lange Jahre dauern, bis David Cronenberg ein ebenbürtiges Remake schuf.

Bewertung: 6 von 10 Punkten