Freitag, 21. August 2015
Chucky - die Mörderpuppe
Regie: Tom Holland
Mein Lieblingsspielzeug...
1988 stellte Regisseur Tom Holland dem Horrorpublikum die fiese Puppe Chucky in seinem Film "Child´s Play" vor. Diese bei den Kids sehr beliebte Puppe wurde durch den von einem Polizisten angeschossenen und sterbenden Serienkiller Charles Lee Ray (Brad Dourif) aufgrund eines magischen Rituals zum Leben erweckt. Damit lebt in der an sich harmlosen, aber recht hässliche Puppe nun der Geist des Killers weiter. Dem Publikum gefiel die Geschichte über den Transfer von Mörder in Spielzeug so gut, dass der Film 44 Millionen Dollar einspielen konnte. Natürlich war mit einem solch guten Erfolg der Grundstein gelegt mit "Chucky" in Serie zu gehen. Mit dem 2013 auf DVD veröffentlichten "Curse of Chucky" präsentierte sich bereits der 6. Teil. Eine Fortsetzung soll folgen...somit reiht sich "Chucky" nach "Freitag der 13te (11 Teile und 1 Spinoff), Halloween (8 Teile und 2 Rob Zombie Varianten), Nightmare on Elm Street (8 Teile und 1 Remake) und Saw (7 Teile) in die Liste der langlebigsten Horrorserien ein. Der 1998 entstandene "Chucky und seine Braut" war dabei der erfolgreichste Teil, der weltweit auf 50 Millionen Dollar Kasseneinspiel kam.
Insgesamt ist dem Regisseur Tom Holland (Die rabenschwarze Nacht, Thinners, Langoliers) ein sehr kurzweiliger Horrorbeitrag gelungen, der vor allem deshalb so gut wirkt, weil die Puppe in allen Facetten so glaubwürdig rüberkommt. Sie wirkt bedrohlich, wenn sie einfach nur so leblos dasitzt und sie wirkt realistisch, wenn sie sich bewegt.
Am Anfang erschießt Detective Mike Norris (Chris Sarrandon) den lange gesuchten Serienkiller Charles Lee Ray in einem Spielzeuggeschäft, der noch seinen letzten Minutenn üble Rache schwört. Schwerverletzt spricht er eine Zauberformel, die er von einem Zellengenossen im Knast bekommen hat. Diese Formel soll angeblich das Weiterleben in einem anderen Organismus sichern. Da aber kein Lebewesen grad zur Hand ist, aber dafür eine ganze Palette der beliebten "Good Guy" Puppen, bleibt dem Killer nichts anderes übrig als in dieses Spielzeug zu schlüpfen. Dieses magische Ritual vollzieht sich tosend mit Gewitter, Blitz und Doner und hat am Ende den Spielzeugladen in Schutt und Asche gelegt. Zur gleichen Zeit feiert der kleine Andy Barclay (Alex Vincent) seinen Geburtstag und ist sehr enttäuscht, dass sein Mom Karen (Catherine Hicks) ihm keinen Good Guy als Kamerad geschenkt hat. Statdessen gabs was zum Anziehen. Immerhin meint es das Schicksal zumindest vordergründig gut mit der Mom, die wenig Kohle hat. Ihre Freundin Maggei (Dinah Manoff) macht Karen aufmerksam, dass auf der Straße eine dieser Puppen "schwarz" verkauft wird. Sie kostet da nicht 100 Dollar wie im Laden, sondern mit etwas Handeln bekommt Karen dieses Exemplar für 30 Dollar. Fast geschenkt also und der Sprössling wird begeistert sein. Dieser schließt seinen "Good Guy" sehr schnell ins Herz und schläft sogar mit der Puppe in einem Bett. Das Kind ist so gefesselt von der potthässlichen Puppe und behauptet, dass "Chucky" (so nennt sich dieses Exemplar) reden und laufen kann. Was dem Knirps natürlich keiner glaubt....
Die Geschichte wird im Laufe der Handlung sehr mörderisch, denn der Killer in der Puppe will fleissig weiter morden und hat auch schon das erste Opfer auserkoren. Die muss dran glauben, weil sie nervt und zwei anderen (der Cop und sein Komplize) hat er Rache geschworen. Hollands Film lässt den Zuschauer an diesem perfiden Plan teilhaben und Chucky agiert so verkommen, dass er seinen kleinen Freund zuerst als Komplize missbraucht. Auf dem Höhepunkt des Films hat es die Mörderpuppe natürlich auf den kleinen Andy abgesehen, der irrtümlich schon für ein psychisch kranken Mörder gehalten und in der Psychiatrie untersucht wird.
Inszenatorisch ist "Chucky - die Mörderpuppe" sehr locker und spannend inszeniert, der Film hat keinerlei Längen und durch das gute Timing, gekoppelt mit einer sehr kompetenten Inszenierung wird das Ganze nie langweilig und es gelingt sogar das Kunststück sämtliche absurden Ideen, die der Stoff natürlich bietet, in dern Hintergrund zu drängen. Die böse Puppe steht immer ganz im Mittelpunkt des Geschehens.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Samstag, 15. August 2015
The Faculty
Regie: Robert Rodriquez
Infizierte Lehrer...
"The Faculty" entstand 1998 und war bereits der zweite Ausflug ins
Horrorfach von Kultregisseur Robert Rodriguez, der vor allem für
seine filmischen Ausflüge nach Mexiko, wie etwa "El Mariachi" oder
"Machete" von den Fans geschätzt wird. Mit 40 Millionen Dollar
Einspielergebnis in Amerika landete der Regisseur auch an der Kasse
einen respektablen Hit. Ziel war es eine sehr moderne und vor allem sehr
jugendliche Variante von Don Siegels unsterblichen Klassiker "Invasion
of the Body Snatchers" (Die Dämonischen) zu kreieren. Ein überaus
beliebtes Thema, an dem sich auch Philip Kaufman mit "Die Körperfresser
kommen", Abel Ferraro mit "Body Snatchers" und in jüngster Zeit auch
Oliver Hirschbiegel in seinem Hollywood-Debüt "Invasion" versuchten.
Dabei
kam Kaufman mit seinem Remake aus den 70ern qualitativ sehr nahe an das
Original heran, die nachfolgenden Versuche waren nicht mehr so rund.
Dies gilt auch für die Rodriquez Variante, die zwar ganz nette
Teenie-Highschool-Sensationen bietet, aber wenig Substanz aufweist.
In
"The Faculty" machen sich diese Species, die sich in die Körper ihrer
Opfer einnisten, zuerst mal an der Herrington High School in Ohio breit.
Aber noch ahnt keiner was. Aber die Lehrer benehmen sich neuerdings
sehr seltsam. Der Football Coach Willis (Robert Patrick) wird zunehmend
aggressiver und rastet beinahe aus als der Star Quarterbeck Stan Rosado
(Shawn Hatosy) einfach keinen Bock mehr auf Football hat und eher seine
intellektuellen Fähigkeiten schulen möchte. Dies wiederum schmeckt
seiner Freundin Deliah Profitt (Jordana Brewster), denn als oberste
Cheerleaderin ist es sozusagen Pflicht mit der besten Sportskanone
liiiert zu sein, was soviel heißt wie baldige Trennung, wenn der Lover
sein Image in Richtung Intelligenzbestie verändern will. Es ist
eigentlich ein Tag wie jeder andere auf der Highschool. Der unangepasste
Rebell Zeke Tyler (Josh Hartnett) vertickert seine Drogen und kränkt
die unsichere Lehrerin Miss Burke (Famke Janssen). Schwester Rosa Harper
(Salma Hayek) klagt wie jeden Tag über ihren allergischen Schnupfen und
der intelligente Loser Casey Connor (Elijah Wood) wird wie jeden Tagen
von seinen Mitschülern gemobbt. Die introvertierte Stokley Mitchell
(Clea DuVall) macht seit längerem auf "lesbisch" und mit Marybeth Louise
Hitchinson (Laura Harris)., eine hübsche blonde Austauschstudentin aus
Atlanta, ihren ersten Schultag. Doch wie gesagt...an diesem Tag laufen
die Uhren anders. Immer mehr Lehrer verhalten sie sich sonderbar, auch
Mrs. Olson (Piper Lauri) ist plötzlich unterschwellig aggressiv. Auch
fällt einer kleinen Gruppe von Schülern der massive Trinkwasserverbrauch
der Lehrer auf und Casey Connor entdeckt auf dem Rasen des
Footballpaltzes eines fremdartige Species. Ab da geht es rasent schnell
in Sachen Transformierungsprozess, Deliah und Casey werden sogar
unfreiwillig Zeuge eines Meuchelmordes der befallenen Lehrer an
Schwester Harper. Doch keiner glaubt den Kids....
am Ende
setzt Rodriquez auf ein bissel Rätselraten, denn um die Welt zu retten,
muss die Königin der Aliens gefunden und zur Strecke gebracht werden.
Das ist aber leichter gesagt als getan, denn die tarnt sich natürlich in
einem menschlichen Körper. Und es könnte sogar einer der sechs
Jugendlichen sein, die als Gruppe gegen die Aliens auf der Flucht sind.
Insgesamt
bietet "The Faculty" einige gute Szenen, die in Erinnerung bleiben und
ist von seiner Machart her ein typsicher 90er Jahre Horrorbeitrag. Also
hohes Teenieaufkommen mit den üblichen Figuren: Die Sportskanone, die
verwöhnte Zicke, die Unschuld vom Lande, der Rebell, die Alternative und
der unscheinbare Verlierertyp. Im Grunde eine ähnliche Zusammensetzung
wie in dem Teenieklassiker "Breakfast Club" - nur dass die Kids nicht
nachsitzen müssen, sondern von Körperfressern umgewandelt werden
solllen.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.
Donnerstag, 13. August 2015
Jeepers Creepers
Regie: Victor Salva
Don´t play that song again...
Regisseur Victor Salva ist nicht nur als Regisseur bekannt, sondern
trat auch als Angeklagter im Prozess eines sexuellen Mißbrauchs in
Erscheinung. Während der Produktion seines Debütfilms "Clownhouse" kam
es mehrfach mit seinem damals zwölfjährigen Darsteller Nathan Forrest
Winters zu sexuellen Handlungen. Dafür wurde er zu drei Jahren Haft
verurteilt, nach 15 Monaten wurden er 1992 aber wegen guter Führung
entlassen.
Doch die Vergangenheit als Täter wurde er noch
nicht los. Während des Kinostrarts seines Films "Powder" im Jahr 1994
startete das Winters, das inzwischen 20jährige Mißbrauchsopfer, eine
Kampagne gegen den ehemaligen Peiniger und zum Boykott von Salvas Werk
auf. Ein Statement, dass seine Wirkung nicht verfehlte: Es gab ein
riesiges Medienecho und erst vier Jahre später ermöglichte man Salva
wieder einen Job als Director. Es entstand "Rites of Passage". Seinen
bislang größten Erfolg erzielte der Filmemacher aber mit dem 2001
entstandenen "Jeepers Creepers".
Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Der Film erinnert am Anfang sehr stark an Spielbergs "Duell", also ein Roadmovie der besonders fiesen Art. Auf diesen wenig befahrenen Landstraßen befinden sich derzeit die Geschwister Trish (Gina Phillips) und Darry Jenner (Justin Long). Die beiden sind auf dem Weg nach Hause, denn im College haben die Ferien begonnen. Die beiden Teenies unterhalten sich wie sich eben Geschwister unterhalten. Im Radio läuft der alte Song "Jeepers Creepers" als sie plötzlich von einem von hinten kommenden alten Laster arg terrorisiert werden. Beinahe wäre es zum Unfall gekommen, wenn nicht Darry den Wagen vorbeigelassen hätte. Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Sie fahren weiter, der Schrecken legt sich wieder als sie an einer alten Kapelle vorbeikommen. Tatsächlich parkt dort dieser Lastwagen und die beiden sehen wie dieser Fahrer aussteigt und etwas das einem menschlichen Körper gleicht in ein Loch wirft. Nun ist die Neugier geweckt. Trotz Angst und Gefahr befindet sich Darry pötzlich in seinem abenteuerlichen Element. Denn es könnte ja ein Mensch in höchster Gefahr sein und leider funktioniert das Handy mal wieder nicht, um die Polizei zu rufen. Daher heißt es umkehren und sehen was da gerade passiert ist. Sie sehen nur noch wie der Lastwagen wieder in eine andere Richtung fährt und schon stehen die beiden Geschwister vor dieser Kapelle und schauen sich diesen Eingang zu einem Gewölbe an, dorthin wo der Körper abgeworfen wurde. Darry steigt in dieses Loch, fällt unsanft auf den Boden und entdeckt in diesem Kellerareal überall verstümmelte und konvervierte Leichen, die wie Kunstwerke an Wänden und den Decken befestigt sind. Ab nun heißt es lauf so schnell du kannst...
Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Der Film erinnert am Anfang sehr stark an Spielbergs "Duell", also ein Roadmovie der besonders fiesen Art. Auf diesen wenig befahrenen Landstraßen befinden sich derzeit die Geschwister Trish (Gina Phillips) und Darry Jenner (Justin Long). Die beiden sind auf dem Weg nach Hause, denn im College haben die Ferien begonnen. Die beiden Teenies unterhalten sich wie sich eben Geschwister unterhalten. Im Radio läuft der alte Song "Jeepers Creepers" als sie plötzlich von einem von hinten kommenden alten Laster arg terrorisiert werden. Beinahe wäre es zum Unfall gekommen, wenn nicht Darry den Wagen vorbeigelassen hätte. Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Sie fahren weiter, der Schrecken legt sich wieder als sie an einer alten Kapelle vorbeikommen. Tatsächlich parkt dort dieser Lastwagen und die beiden sehen wie dieser Fahrer aussteigt und etwas das einem menschlichen Körper gleicht in ein Loch wirft. Nun ist die Neugier geweckt. Trotz Angst und Gefahr befindet sich Darry pötzlich in seinem abenteuerlichen Element. Denn es könnte ja ein Mensch in höchster Gefahr sein und leider funktioniert das Handy mal wieder nicht, um die Polizei zu rufen. Daher heißt es umkehren und sehen was da gerade passiert ist. Sie sehen nur noch wie der Lastwagen wieder in eine andere Richtung fährt und schon stehen die beiden Geschwister vor dieser Kapelle und schauen sich diesen Eingang zu einem Gewölbe an, dorthin wo der Körper abgeworfen wurde. Darry steigt in dieses Loch, fällt unsanft auf den Boden und entdeckt in diesem Kellerareal überall verstümmelte und konvervierte Leichen, die wie Kunstwerke an Wänden und den Decken befestigt sind. Ab nun heißt es lauf so schnell du kannst...
Die erste Hälfte von "Jeepers
Creepers" ist besser gelungen als die wesentlich absurdere und skurrile
zweite Hälfte, die sich dann immer mehr zum lupenreinen Monsterfilm
entwickelt. Diese Entwicklung geht damit weg vom sehr beklemmenden
Einstieg, der spätestens beim Betreten dieses Tunnels, in dem offenbar
kurz vorher eine Leiche hineingeworfen wurde, perfekt die klassische
"Texas Chainsaw Massacre" Idylle perfekt wiedergibt. Es gibt aber dort
keine Serienkiller, denn Salva wählt den mystischen Einschlag mit einem
Wesen , dem Crreper (Jonathan Breck), das sich von den Lungen (um zu
atmen) und den Augen (um zu sehen) seiner Opfer ernährt. Eine
Wahrsagerin (Patricia Belcher) träumt von dessen Greueltaten und sie
sieht in ihrem Traum dann auch noch eine ganze Armee von Katzen, die
irgendwann im Lauf des Films bei der Besitzerin dieser Tiere (Eileen
Brennan) auftauchen. Ansonsten schnüffelt das Monster gerne an der
Unterwäsche seiner Opfer. Vor allem die gebrauchten Slips von Darry
scheinen es ihm angetan zu haben, er hat damit die Witterung
aufgenommen.
Inzwischen hat sich "Jeepers Creepers" zu einem
kleinen Kultklassiker des Teeniehorrors gemausert, Auch wenn sich die
beiden Geschwister sehr bescheuert benehmen und alles dafür tun, dass
das Monster auf sie aufmerksam wird, machen die beiden jungen Darsteller
Gina Philipps und Justin Long ihre Sache sehr gut. Vor allem Justin
Long bleibt als verwegener kleiner Bruder in guter Erinnerung.
2003
schob Salva sogar eine Fortsetzung nach. In Planung befindet sich seit
mehreren Jahren ein dritter Teil, der allerdings nicht realisiert wurde.
Mit "Rosewood Lane" und "Dark House" blieb der Regisseur aber seinem
favorisiierten Genre treu.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
Anaconda
Regie: Luis Llosa
Im Würgegriff von Jon Voight...
Der größte internationale Erfolg des peruanischen
Filmproduzenten und Regisseur Luis Llosa ist zweifelsohne der Stallone
Actionreißer "The Specialist" aus dem Jahr 1994. Aber auch der
Nachfolger "Anaconda" machte mit 136 Millionen Dollar Einspielergebnis
gute Kasse. Nach diesem Tierhorrorkracher wurde es wieder still um
Llosa. Obwohl "Anaconda" reihenweise ganz schlechte Kritiken erhielt und
sogar für eine Goldene Himbeere nominiert wurde, konnte die absurde
Schlangenjagd auf dem Amazonas immer wieder Liebhaber gewinnen und
selbst Kritikerpapst Roger Ebert outete sich als Fan des inzwischen zum
Kultfilm avancierte Trashkranate.
Im Aufbau ist der Film
ein echter Klassiker: Eine Gruppe von Menschen findet sich zusammen und
eh sie sich versehen, sind sie inmitten des gefährlichen
Überlebenskampfes mit einem sehr starken Gegner. In diesem Falle ist es
eine 15 Meter lange Anaconda, die diesmal den Part des Bösewichts aus
dem Reich der Tiere übernehmen muss. Sie tritt damit die Nachfolge des
fiesesten Killertiers "Jaws" von Spielberg an. Und ja...auch hier ist
überall das Wasser unter dem die Bestie lauern könnte und sicheren Halt
gibt zuerst mal nur das Boot. "Wir brauchen ein größeres Boot" ist aber
auch eine Devise des Films, wie man schon in der Eingangssequenz sehen
kann, wenn es dem armen Danny Trejo als Wilderer in seinem sicheren Boot
an den Kragen geht.
Aber keine Sorge: Von der exzellenten
Machart des Spielberg Haischockers ist "Anaconda" mehr als 15 Meter weit
entfernt. Owohl die Story durchweg spannend bleibt, regiert in dem 1997
gedrehten Film der völlig überzogene Wahnsinn. Nicht nur die Schlange
gibt ihr Bestes, sie wird von Llosa nicht mal so selten als Königin der
Lüfte inszeniert. Sie muss sich aber in Punkto "Overacting" dann doch
von Hauptdarsteller Jon Voight geschlagen geben, der im Film den
Bösewicht Paul Sarone, ein fanatischer Anacondajäger, mimt. Allerdings
wird er auf dem ultimativen Höhepunkt des Films auch von der Bestie
verschlungen und als Zugabe für den Zuschauer dann noch einmal von dem
putzigen Riesenreptil ausgespuckt. Und diese böse Schlange hatte Stunden
vorher mit der Verdauung von Owen Wilson ihre Schwierigkeiten.
Um
was geht es: Ein Filmteam des National Geographic will im
Amazonasdschungel eine Dokumentation über einen Indianerstamm drehen, an
dem Legenden haften. Mit an Bord ist Terri Flores (Jennifer Lopez), ihr
Freund Dr. Steven Cale (Eric Stoltz), Danny Rich (Ice Cube), Warren
Westwridge (Jonathan Hyde), Gary Dixon (Owen Wilson), seine Freundin
Denise Kalber (Kari Wührer) und Schiffskapitän Mateo (Vincent
Castallanos). Auf ihrer Expedition begegnen sie bald dem zwielichtigen
Paul Sarrone (Jon Voight), ein alter Amazonashaudegen, der mit seinem
Schiff liegengeblieben ist. Gutmütig wie sie sind, nimmt die Gruppe den
im Dschungel Festsitzenden mit. Eine Entscheidung, die man bald zu
bereuen hat. Denn Sarrone hat nur ein Ziel vor Augen: Die Riesenschlange
gefangen zu nehmen. Was natürlich nur eine von Tausend absurden Ideen
und Einfällen des Films ist...
am besten hat es wohl Eric
Stoltz, der schon sehr schnell ausser Gefecht gesetzt wird und schwer
verletzt gar nicht mehr mitbekommt, dass seine Crew zur Hauptmahlzeit
der Bestie wird. Der Film bietet sehr viele denkwüridige Szenen,
unfreiwillige komik ist angesagt. Dennoch funktioniert Llosas
Dschungeltrip auch für mich sehr gut. Natürlich wird JeLo überleben,
denn auch der Filmemacher weiß "Ohne JeLo wär das Leben um eine JeLo
ärmer" und sie darf auch die stärkste Persönlichkeit (ausser der
Schlange natürlich) spielen. Wer den Film noch nicht kennt, den erwarten
kurzweilige 89 Minuten im Reich des Tierhorrors. Vieles ist so
schlecht, dass es schon wieder in Richtung Genialtität geht.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Don´t be afraid of the Dark
Regie: John Newland
Drei Kobolde im Haus...
Don´t be afraid of the Dark" ist ein 1973 von John Newland inszenierter Horrorfilm über drei fiese kleine Kobolde, die es sich zur Aufgabe gemacht haben eine junge Frau im eigenen Haus zu terrorisieren. Im Laufe der Zeit hat es dieser Horrorbeitrag zu einem gewissen Kultstatus gebracht, der auch von Guillermo del Toro erkannt wurde und ein von Troy Nixey gedrehtes Remake im Jahr 2011 nachschob. Das Original liefert ein bisschen spröde Bilder, man hat als Zuschauer nicht unbedingt das Gefühl einen sorgfältig inszenierten Kinoklassiker zu sehen. Der Eindruck von einem "Fernsehfilm" Niveau täuscht nicht. Seinerzeit wurde "Don´t be afraid of the Dark" fürs TV gedreht. Der Film wurde 1973 von ABC erstmalig dem amerikanischen Fernsehpublikum gezeigt, im Zeitalter der DVD wurde er dann auf vielfachem Wunsch der Fans fürs Heimkino auf einen Silberling gepresst.
Gezeigt
wird das junge Ehepaar Alex (John Hutton) und Sally (Kim Darby), die
glücklich verheiratet sind. Er ist fixiert auf die berufliche Karriere
und Sally begnügt sich ihm als gut aussehende bessere Hälfte an seiner
Seite zu stehen und ihn bei allen Ambitionen zu unterstützen. Als Sallys
Großmutter stirbt, erben sie ein großes altes Haus im Viktorianischen
Stil. Obwohl Alex lieber in der Stadt gewohnt hätte, geht er auf den
Wunsch Sallys ein im alten Anwesen ihrer Granny das Dominzil
aufzuschlagen. Auch Sallys Freundin joan Kahn (Barbara Anderson) freut
sich mit Sally. Doch das Haus hat seine Tücken....und heimliche
Bewohner. In einem zugeschlossenen dunklen Kellerraum findet Sally
einen zugemauerten Kamin. Neugierig fragt sie sich warum dieser schöne
Kamin zugemauert ist doch selbst der alten Hausmeister Mr. Harris
(William Demarest) gibt darauf keine Antwort. Er meint aber man solle
niemals was öffnen, was aus gutem Grund verschlossen wurde. Natürlich
hält sich Sally nicht an die versteckte Warnung und öffnet den Kamin.
Damit setzt sie aber böse Mächte frei. Seltsame kleine Kobolde (Felix
Silla, Tamara de Treaux, Patty Maloney) kommen damit frei und können
endlich wieder die Menschen in ihrer Umgebung peinigen. Sie haben vor
sich Sallys Seele zu bemächtigen. Ausgerechnet jetzt, wo der beruflich
engagierte Gatte grad ganz andere Sorgen hat...
es gibt in
"Don´t be afraid of the Dark" ein Deja vu Erlebnis, denn das Gesicht des
Alex Darstellers kennt man doch bestens. Ist das nicht Timothy Hutton,
der 7 Jahre später und 20 Jahre jünger den Oscar als bester
Nebendarsteller in Robert Redfords "Ordinary People" gewinenn konnte ?
Klar, das ist unmöglich. Aber auch schnell aufgelöst. Alex wird von John
Hutton, dem Vater von Timothy gespielt. Die beiden sahen sich fast zum
Verwechseln ähnlich. Er konnte allerdings den Triumph des Sohnes nicht
mehr miterleben - Jim Hutton starb 1979 im Alter von 45 Jahren an
Leberkrebs.
"Don´t be afraid of the Dark" spielt gekonnt mit
den typischen Kindheitsängsten. Dunkle Räume, kleine Kreaturen im
Dunkel, Getuschel und Gemurmel in der Finsteren Ecke. Es herrscht das
klassische Element vor, die Story ist simpel und einfach gestrickt.
Typisch
für Grusler aus den 70ern ist das Tempo ziemlich gemächlich und der
Film recht stark auf Suspense ausgelegt, was positiv zu vermerken ist.
Der Horror streckt seine Finger nur langsam nach den Zuschauern aus,
setzt sie dann aber relativ gekonnt ein. Einiges wirkt aus heutiger
Sichtweise etwas unfreiwillig komisch, trotzdem ist die Atmosphäre gut
gelungen und bereitet einige Nervenkitzel Momente.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.
Die phantastsiche Reise
Regie: Richard Fleischer
Die Reise ins Innere...
In seinem Enstehungsjahr war Richard Fleischers Science Fiction
Film "Die phantastische Reise" ein Meilenstein in Sachen Szenenbild und
Special Effekten. Kein Wunder, dass der Film bei der Oscar-Verleihung
1967 für beide Kategorien eine Auszeichnung erhielt. Auch Schnitt und
Kameraführung wurden nominiert. Aus heutiger Sicht muss man zwar
erkennen, dass der Zahn der Zeit doch deutlich seine Spuren bei diesem
Film hinterlassen hat, aber dennoch gefällt die damals aufwändig
arrangierte Utopie durch einen sehr individuellen und originellen
Charme. Die erste Szene zeigt wie der tschechische Wissenschaftler Dr.
Benes (Jean del Val) aus einem Flugzeug steigt und sich bei Agent Grant
(Stephen Boyd) bedankt, einer seiner Helfer, dass er in den Westen
überlaufen konnte. Er wird von Sicherheitsleuten in ein Auto gesetzt,
doch die Straßen sind unsicher und unterwegs wird ein Anschlag auf den
Wagen verübt. Durch den Schußwechsel wird Dr. Benes schwer verletzt. Nun
liegt er auf der Intensivstation eines unterirdisch gelegenen Areals
des Geheimdienstes. Dem verletzten Wisssenschaftler, der als Einziger
lebenswichtige Information hat, muss das tödliche Blutgerinnsel, dass
ich in seiner Gehirnregion gebildet hat, entfernt werden. Doch auf
konventionellem Weg ist dies unmöglich. Ein Glück, dass es in diesen
Zeiten des kalten Krieges bereits eine neuartige Methode gibt, die es
ermöglicht, Maschinen und sogar Menschen bis auf Mikrobengröße zu
verkleinern. Das weiß natürlich keiner ausser dem Geheimdienst. Nun muss
aber schnell gehandelt werden. Um das Blutgerinnsel zu entfernen, wird
Agent Grant zu dieser geheimen Örtlichkeit gebracht. Dort woll er Teil
einer U-Boot Besatzung sein, die so verkleinert wird, dass sie mit Hilfe
einer Injektionsnadel in die Blutbahn des schwer verletzten Patienten
gelangt. Mit dabei an Bord sind die beiden Mediziner Dr. Michaels
(Donald Pleasence) und Dr. Duvall (Arthur Kennedy). In dem
undurchsichtigen Duvall vermuten die beiden Leiter des Unternehmens
Colonel Donald Reid (Arthur O´Connell) und General Carter (Edmund
O´Brian) möglicherweise einen Mann der Gegenseite, der die Operation
heimlich sabotieren könnte. Man kann aber nur schwer auf diesen genialen
Mediziner verzichten, der mit seinem Können und einem Lasergewehr den
Thrombus entfernen kann. Seine hübsche Assistentin Cora Peterson (Raquel
Welch) ist auch dabei, ebenso Captain Bill Owens (William Redfield),
der Pilot des kleinen, kuscheligen U-Boots. Die Sache hat natürlich
mehrere Haken. Eine davon ist die Tatsache, dass die OP innert von 60
Minuten vollzogen sein muss, denn nach Ablauf dieser kurzen Frist wird
alles wieder so groß wie vorher. Und da wäre es vorteilhaft, wenn U-Boot
samt Besatzung bereits wieder aus dem Körper draussen wäre. Sollte dies
nicht der Fall sein, dann kämen die Antikörper Benecs zum Einsatz, die
die größer werdenden Eindringlinge während des Wachstums vernichten
würden. Auch für Benec selbst wäre diese Dynamik vor allem auch in
seinem jetzigen Zustand nicht besonders vorteilhaft...
zudem ließen sich
zwar lebendige Zwerge im Körper von der eigenen Körperabwehr vernichten,
bei einem U-Boot, das langsam wieder die ursprüngliche Größe annimmt,
dürfte dies auch ein aussichtsloser Kampf seitens der Antikörper werden.
Dennoch bleibt das Boot im Körper und sorgt vielleicht für die
unlogischste Szene des Films. Dies fiel nicht nur dem legendären Science
Fiction Autor Isaak Asimov auf. Dennoch hat sich "Die phantastische
Reise" mit seiner einzigartigen Ausstattung und den Bildern von der
Fahrt durch die menschliche Blutbahn sehr schnell zu einem Klassiker des
Genres entwickelt.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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