Freitag, 21. August 2015

Chucky - die Mörderpuppe

























Regie: Tom Holland

Mein Lieblingsspielzeug...

1988 stellte Regisseur Tom Holland dem Horrorpublikum die fiese Puppe Chucky in seinem Film "Child´s Play" vor. Diese bei den Kids sehr beliebte Puppe wurde durch den von einem Polizisten angeschossenen und sterbenden Serienkiller Charles Lee Ray (Brad Dourif) aufgrund eines magischen Rituals zum Leben erweckt. Damit lebt in der an sich harmlosen, aber recht hässliche Puppe nun der Geist des Killers weiter. Dem Publikum gefiel die Geschichte über den Transfer von Mörder in Spielzeug so gut, dass der Film 44 Millionen Dollar einspielen konnte. Natürlich war mit einem solch guten Erfolg der Grundstein gelegt mit "Chucky" in Serie zu gehen. Mit dem 2013 auf DVD veröffentlichten "Curse of Chucky" präsentierte sich bereits der 6. Teil. Eine Fortsetzung soll folgen...somit reiht sich "Chucky" nach "Freitag der 13te (11 Teile und 1 Spinoff), Halloween (8 Teile und 2 Rob Zombie Varianten), Nightmare on Elm Street (8 Teile und 1 Remake) und Saw (7 Teile) in die Liste der langlebigsten Horrorserien ein. Der 1998 entstandene "Chucky und seine Braut" war dabei der erfolgreichste Teil, der weltweit auf 50 Millionen Dollar Kasseneinspiel kam.
Insgesamt ist dem Regisseur Tom Holland (Die rabenschwarze Nacht, Thinners, Langoliers) ein sehr kurzweiliger Horrorbeitrag gelungen, der vor allem deshalb so gut wirkt, weil die Puppe in allen Facetten so glaubwürdig rüberkommt. Sie wirkt bedrohlich, wenn sie einfach nur so leblos dasitzt und sie wirkt realistisch, wenn sie sich bewegt.
Am Anfang erschießt Detective Mike Norris (Chris Sarrandon) den lange gesuchten Serienkiller Charles Lee Ray in einem Spielzeuggeschäft, der noch seinen letzten Minutenn üble Rache schwört. Schwerverletzt spricht er eine Zauberformel, die er von einem Zellengenossen im Knast bekommen hat. Diese Formel soll angeblich das Weiterleben in einem anderen Organismus sichern. Da aber kein Lebewesen grad zur Hand ist, aber dafür eine ganze Palette der beliebten "Good Guy" Puppen, bleibt dem Killer nichts anderes übrig als in dieses Spielzeug zu schlüpfen. Dieses magische Ritual vollzieht sich tosend mit Gewitter, Blitz und Doner und hat am Ende den Spielzeugladen in Schutt und Asche gelegt. Zur gleichen Zeit feiert der kleine Andy Barclay (Alex Vincent) seinen Geburtstag und ist sehr enttäuscht, dass sein Mom Karen (Catherine Hicks) ihm keinen Good Guy als Kamerad geschenkt hat. Statdessen gabs was zum Anziehen. Immerhin meint es das Schicksal zumindest vordergründig gut mit der Mom, die wenig Kohle hat. Ihre Freundin Maggei (Dinah Manoff) macht Karen aufmerksam, dass auf der Straße eine dieser Puppen "schwarz" verkauft wird. Sie kostet da nicht 100 Dollar wie im Laden, sondern mit etwas Handeln bekommt Karen dieses Exemplar für 30 Dollar. Fast geschenkt also und der Sprössling wird begeistert sein. Dieser schließt seinen "Good Guy" sehr schnell ins Herz und schläft sogar mit der Puppe in einem Bett. Das Kind ist so gefesselt von der potthässlichen Puppe und behauptet, dass "Chucky" (so nennt sich dieses Exemplar) reden und laufen kann. Was dem Knirps natürlich keiner glaubt....


 Die Geschichte wird im Laufe der Handlung sehr mörderisch, denn der Killer in der Puppe will fleissig weiter morden und hat auch schon das erste Opfer auserkoren. Die muss dran glauben, weil sie nervt und zwei anderen (der Cop und sein Komplize) hat er Rache geschworen. Hollands Film lässt den Zuschauer an diesem perfiden Plan teilhaben und Chucky agiert so verkommen, dass er seinen kleinen Freund zuerst als Komplize missbraucht. Auf dem Höhepunkt des Films hat es die Mörderpuppe natürlich auf den kleinen Andy abgesehen, der irrtümlich schon für ein psychisch kranken Mörder gehalten und in der Psychiatrie untersucht wird.
Inszenatorisch ist "Chucky - die Mörderpuppe" sehr locker und spannend  inszeniert, der Film hat keinerlei Längen und durch das gute Timing, gekoppelt mit einer sehr kompetenten Inszenierung wird das Ganze nie langweilig und es gelingt sogar das Kunststück sämtliche absurden Ideen, die der Stoff natürlich bietet, in dern Hintergrund zu drängen. Die böse Puppe steht immer ganz im Mittelpunkt des Geschehens.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Samstag, 15. August 2015

The Faculty

























Regie: Robert Rodriquez

Infizierte Lehrer...

"The Faculty" entstand 1998 und war bereits der zweite Ausflug ins Horrorfach von Kultregisseur Robert Rodriguez, der vor allem für seine filmischen Ausflüge nach Mexiko, wie etwa "El Mariachi" oder "Machete" von den Fans geschätzt wird. Mit 40 Millionen Dollar Einspielergebnis in Amerika landete der Regisseur auch an der Kasse einen respektablen Hit. Ziel war es eine sehr moderne und vor allem sehr jugendliche Variante von Don Siegels unsterblichen Klassiker "Invasion of the Body Snatchers" (Die Dämonischen) zu kreieren. Ein überaus beliebtes Thema, an dem sich auch Philip Kaufman mit "Die Körperfresser kommen", Abel Ferraro mit "Body Snatchers" und in jüngster Zeit auch Oliver Hirschbiegel in seinem Hollywood-Debüt "Invasion" versuchten.
Dabei kam Kaufman mit seinem Remake aus den 70ern qualitativ sehr nahe an das Original heran, die nachfolgenden Versuche waren nicht mehr so rund. Dies gilt auch für die Rodriquez Variante, die zwar ganz nette Teenie-Highschool-Sensationen bietet, aber wenig Substanz aufweist.
In "The Faculty" machen sich diese Species, die sich in die Körper ihrer Opfer einnisten, zuerst mal an der Herrington High School in Ohio breit. Aber noch ahnt keiner was. Aber die Lehrer benehmen sich neuerdings sehr seltsam. Der Football Coach Willis (Robert Patrick) wird zunehmend aggressiver und rastet beinahe aus als der Star Quarterbeck Stan Rosado (Shawn Hatosy) einfach keinen Bock mehr auf Football hat und eher seine intellektuellen Fähigkeiten schulen möchte. Dies wiederum schmeckt seiner Freundin Deliah Profitt (Jordana Brewster), denn als oberste Cheerleaderin ist es sozusagen Pflicht mit der besten Sportskanone liiiert zu sein, was soviel heißt wie baldige Trennung, wenn der Lover sein Image in Richtung Intelligenzbestie verändern will. Es ist eigentlich ein Tag wie jeder andere auf der Highschool. Der unangepasste Rebell Zeke Tyler (Josh Hartnett) vertickert seine Drogen und kränkt die unsichere Lehrerin Miss Burke (Famke Janssen). Schwester Rosa Harper (Salma Hayek) klagt wie jeden Tag über ihren allergischen Schnupfen und der intelligente Loser Casey Connor (Elijah Wood) wird wie jeden Tagen von seinen Mitschülern gemobbt. Die introvertierte Stokley Mitchell (Clea DuVall) macht seit längerem auf "lesbisch" und mit Marybeth Louise Hitchinson (Laura Harris)., eine hübsche blonde Austauschstudentin aus Atlanta, ihren ersten Schultag. Doch wie gesagt...an diesem Tag laufen die Uhren anders. Immer mehr Lehrer verhalten sie sich sonderbar, auch Mrs. Olson (Piper Lauri) ist plötzlich unterschwellig aggressiv. Auch fällt einer kleinen Gruppe von Schülern der massive Trinkwasserverbrauch der Lehrer auf und Casey Connor entdeckt auf dem Rasen des Footballpaltzes eines fremdartige Species. Ab da geht es rasent schnell in Sachen Transformierungsprozess, Deliah und Casey werden sogar unfreiwillig Zeuge eines Meuchelmordes der befallenen Lehrer an Schwester Harper. Doch keiner glaubt den Kids....


 am Ende setzt Rodriquez auf ein bissel Rätselraten, denn um die Welt zu retten, muss die Königin der Aliens gefunden und zur Strecke gebracht werden. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn die tarnt sich natürlich in einem menschlichen Körper. Und es könnte sogar einer der sechs Jugendlichen sein, die als Gruppe gegen die Aliens auf der Flucht sind.
Insgesamt bietet "The Faculty" einige gute Szenen, die in Erinnerung bleiben und ist von seiner Machart her ein typsicher 90er Jahre Horrorbeitrag. Also hohes Teenieaufkommen mit den üblichen Figuren: Die Sportskanone, die verwöhnte Zicke, die Unschuld vom Lande, der Rebell, die Alternative und der unscheinbare Verlierertyp. Im Grunde eine ähnliche Zusammensetzung wie in dem Teenieklassiker "Breakfast Club" - nur dass die Kids nicht nachsitzen müssen, sondern von Körperfressern umgewandelt werden solllen.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

Donnerstag, 13. August 2015

Jeepers Creepers


























Regie: Victor Salva

Don´t play that song again...

Regisseur Victor Salva ist nicht nur als Regisseur bekannt, sondern trat auch als Angeklagter im Prozess eines sexuellen Mißbrauchs in Erscheinung. Während der Produktion seines Debütfilms "Clownhouse" kam es mehrfach mit seinem damals zwölfjährigen Darsteller Nathan Forrest Winters zu sexuellen Handlungen. Dafür wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt, nach 15 Monaten wurden er 1992 aber wegen guter Führung entlassen.
Doch die Vergangenheit als Täter wurde er noch nicht los. Während des Kinostrarts seines Films "Powder" im Jahr 1994 startete das Winters, das inzwischen 20jährige Mißbrauchsopfer, eine Kampagne gegen den ehemaligen Peiniger und zum Boykott von Salvas Werk auf. Ein Statement, dass seine Wirkung nicht verfehlte: Es gab ein riesiges Medienecho und erst vier Jahre später ermöglichte man Salva wieder einen Job als Director. Es entstand "Rites of Passage". Seinen bislang größten Erfolg erzielte der Filmemacher aber mit dem 2001 entstandenen "Jeepers Creepers".
Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Der Film erinnert am Anfang sehr stark an Spielbergs "Duell", also ein Roadmovie der besonders fiesen Art. Auf diesen wenig befahrenen Landstraßen befinden sich derzeit die Geschwister Trish (Gina Phillips) und Darry Jenner (Justin Long). Die beiden sind auf dem Weg nach Hause, denn im College haben die Ferien begonnen. Die beiden Teenies unterhalten sich wie sich eben Geschwister unterhalten. Im Radio läuft der alte Song "Jeepers Creepers" als sie plötzlich von einem von hinten kommenden alten Laster arg terrorisiert werden. Beinahe wäre es zum Unfall gekommen, wenn nicht Darry den Wagen vorbeigelassen hätte. Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Sie fahren weiter, der Schrecken legt sich wieder als sie an einer alten Kapelle vorbeikommen. Tatsächlich parkt dort dieser Lastwagen und die beiden sehen wie dieser Fahrer aussteigt und etwas das einem menschlichen Körper gleicht in ein Loch wirft. Nun ist die Neugier geweckt. Trotz Angst und Gefahr befindet sich Darry pötzlich in seinem abenteuerlichen Element. Denn es könnte ja ein Mensch in höchster Gefahr sein und leider funktioniert das Handy mal wieder nicht, um die Polizei zu rufen. Daher heißt es umkehren und sehen was da gerade passiert ist. Sie sehen nur noch wie der Lastwagen wieder in eine andere Richtung fährt und schon stehen die beiden Geschwister vor dieser Kapelle und schauen sich diesen Eingang zu einem Gewölbe an, dorthin wo der Körper abgeworfen wurde. Darry steigt in dieses Loch, fällt unsanft auf den Boden und entdeckt in diesem Kellerareal überall verstümmelte und konvervierte Leichen, die wie Kunstwerke an Wänden und den Decken befestigt sind. Ab nun heißt es lauf so schnell du kannst...



 Die erste Hälfte von "Jeepers Creepers" ist besser gelungen als die wesentlich absurdere und skurrile zweite Hälfte, die sich dann immer mehr zum lupenreinen Monsterfilm entwickelt. Diese Entwicklung geht damit weg vom sehr beklemmenden Einstieg, der spätestens beim Betreten dieses Tunnels, in dem offenbar kurz vorher eine Leiche hineingeworfen wurde, perfekt die klassische "Texas Chainsaw Massacre" Idylle perfekt wiedergibt. Es gibt aber dort keine Serienkiller, denn Salva wählt den mystischen Einschlag mit einem Wesen , dem Crreper (Jonathan Breck), das sich von den Lungen (um zu atmen) und den Augen (um zu sehen) seiner Opfer ernährt.  Eine Wahrsagerin (Patricia Belcher) träumt von dessen Greueltaten und sie sieht in ihrem Traum dann auch noch eine ganze Armee von Katzen, die irgendwann im Lauf des Films bei der Besitzerin dieser Tiere (Eileen Brennan) auftauchen. Ansonsten schnüffelt das Monster gerne an der Unterwäsche seiner Opfer. Vor allem die gebrauchten Slips von Darry scheinen es ihm angetan zu haben, er hat damit die Witterung aufgenommen.
Inzwischen hat sich "Jeepers Creepers" zu einem kleinen Kultklassiker des Teeniehorrors gemausert, Auch wenn sich die beiden Geschwister sehr bescheuert benehmen und alles dafür tun, dass das Monster auf sie aufmerksam wird, machen die beiden jungen Darsteller Gina Philipps und Justin Long ihre Sache sehr gut. Vor allem Justin Long bleibt als verwegener kleiner Bruder in guter Erinnerung.
2003 schob Salva sogar eine Fortsetzung nach. In Planung befindet sich seit mehreren Jahren ein dritter Teil, der allerdings nicht realisiert wurde. Mit "Rosewood Lane" und "Dark House" blieb der Regisseur aber seinem favorisiierten Genre treu.



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Anaconda

























Regie: Luis Llosa

Im Würgegriff von Jon Voight...

Der größte internationale Erfolg des peruanischen Filmproduzenten und Regisseur Luis Llosa ist zweifelsohne der Stallone Actionreißer "The Specialist" aus dem Jahr 1994. Aber auch der Nachfolger "Anaconda" machte mit 136 Millionen Dollar Einspielergebnis gute Kasse. Nach diesem Tierhorrorkracher wurde es wieder still um Llosa. Obwohl "Anaconda" reihenweise ganz schlechte Kritiken erhielt und sogar für eine Goldene Himbeere nominiert wurde, konnte die absurde Schlangenjagd auf dem Amazonas immer wieder Liebhaber gewinnen und selbst Kritikerpapst Roger Ebert outete sich als Fan des inzwischen zum Kultfilm avancierte Trashkranate. 
Im Aufbau ist der Film ein echter Klassiker: Eine Gruppe von Menschen findet sich zusammen und eh sie sich versehen, sind sie inmitten des gefährlichen Überlebenskampfes mit einem sehr starken Gegner. In diesem Falle ist es eine 15 Meter lange Anaconda, die diesmal den Part des Bösewichts aus dem Reich der Tiere übernehmen muss. Sie tritt damit die Nachfolge des fiesesten Killertiers "Jaws" von Spielberg an. Und ja...auch hier ist überall das Wasser unter dem die Bestie lauern könnte und sicheren Halt gibt zuerst mal nur das Boot. "Wir brauchen ein größeres Boot" ist aber auch eine Devise des Films, wie man schon in der Eingangssequenz sehen kann, wenn es dem armen Danny Trejo als Wilderer in seinem sicheren Boot an den Kragen geht.
Aber keine Sorge: Von der exzellenten Machart des Spielberg Haischockers ist "Anaconda" mehr als 15 Meter weit entfernt. Owohl die Story durchweg spannend bleibt, regiert in dem 1997 gedrehten Film der völlig überzogene Wahnsinn. Nicht nur die Schlange gibt ihr Bestes, sie wird von Llosa nicht mal so selten als Königin der Lüfte inszeniert. Sie muss sich aber in Punkto "Overacting" dann doch von Hauptdarsteller Jon Voight geschlagen geben, der im Film den Bösewicht Paul Sarone, ein fanatischer Anacondajäger, mimt. Allerdings wird er auf dem ultimativen Höhepunkt des Films auch von der Bestie verschlungen und als Zugabe für den Zuschauer dann noch einmal von dem putzigen Riesenreptil ausgespuckt. Und diese böse Schlange hatte Stunden vorher mit der Verdauung von Owen Wilson ihre Schwierigkeiten.
Um was geht es: Ein Filmteam des National Geographic will im Amazonasdschungel eine Dokumentation über einen Indianerstamm drehen, an dem Legenden haften. Mit an Bord ist Terri Flores (Jennifer Lopez), ihr Freund Dr. Steven Cale (Eric Stoltz), Danny Rich (Ice Cube), Warren Westwridge (Jonathan Hyde), Gary Dixon (Owen Wilson), seine Freundin Denise Kalber (Kari Wührer) und Schiffskapitän Mateo (Vincent Castallanos). Auf ihrer Expedition begegnen sie bald dem zwielichtigen Paul Sarrone (Jon Voight), ein alter Amazonashaudegen, der mit seinem Schiff liegengeblieben ist. Gutmütig wie sie sind, nimmt die Gruppe den im Dschungel Festsitzenden mit. Eine Entscheidung, die man bald zu bereuen hat. Denn Sarrone hat nur ein Ziel vor Augen: Die Riesenschlange gefangen zu nehmen. Was natürlich nur eine von Tausend absurden Ideen und Einfällen des Films ist...



 am besten hat es wohl Eric Stoltz, der schon sehr schnell ausser Gefecht gesetzt wird und schwer verletzt gar nicht mehr mitbekommt, dass seine Crew zur Hauptmahlzeit der Bestie wird. Der Film bietet sehr viele denkwüridige Szenen, unfreiwillige komik ist angesagt. Dennoch funktioniert Llosas Dschungeltrip auch für mich sehr gut. Natürlich wird JeLo überleben, denn auch der Filmemacher weiß "Ohne JeLo wär das Leben um eine JeLo ärmer" und sie darf auch die stärkste Persönlichkeit (ausser der Schlange natürlich) spielen. Wer den Film noch nicht kennt, den erwarten kurzweilige 89 Minuten im Reich des Tierhorrors. Vieles ist so schlecht, dass es schon wieder in Richtung Genialtität geht.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Don´t be afraid of the Dark


Regie: John Newland

Drei Kobolde im Haus...

Don´t be afraid of the Dark" ist ein 1973 von John Newland inszenierter Horrorfilm über drei fiese kleine Kobolde, die es sich zur Aufgabe gemacht haben eine junge Frau im eigenen Haus zu terrorisieren. Im Laufe der Zeit hat es dieser Horrorbeitrag zu einem gewissen Kultstatus gebracht, der auch von Guillermo del Toro erkannt wurde und ein von Troy Nixey gedrehtes Remake im Jahr 2011 nachschob. Das Original liefert ein bisschen spröde Bilder, man hat als Zuschauer nicht unbedingt das Gefühl einen sorgfältig inszenierten Kinoklassiker zu sehen. Der Eindruck von einem "Fernsehfilm" Niveau täuscht nicht. Seinerzeit wurde "Don´t be afraid of the Dark" fürs TV gedreht. Der Film wurde 1973 von ABC erstmalig dem amerikanischen Fernsehpublikum gezeigt, im Zeitalter der DVD wurde er dann auf vielfachem Wunsch der Fans fürs Heimkino auf einen Silberling gepresst.
Gezeigt wird das junge Ehepaar Alex (John Hutton) und Sally (Kim Darby), die glücklich verheiratet sind. Er ist fixiert auf die berufliche Karriere und Sally begnügt sich ihm als gut aussehende bessere Hälfte an seiner Seite zu stehen und ihn bei allen Ambitionen zu unterstützen. Als Sallys Großmutter stirbt, erben sie ein großes altes Haus im Viktorianischen Stil. Obwohl Alex lieber in der Stadt gewohnt hätte, geht er auf den Wunsch Sallys ein im alten Anwesen ihrer Granny das Dominzil aufzuschlagen. Auch Sallys Freundin joan Kahn (Barbara Anderson) freut sich mit Sally. Doch das Haus hat seine Tücken....und heimliche Bewohner.  In einem zugeschlossenen dunklen Kellerraum findet Sally einen zugemauerten Kamin. Neugierig fragt sie sich warum dieser schöne Kamin zugemauert ist doch selbst der alten Hausmeister Mr. Harris (William Demarest) gibt darauf keine Antwort. Er meint aber man solle niemals was öffnen, was aus gutem Grund verschlossen wurde. Natürlich hält sich Sally nicht an die versteckte Warnung und öffnet den Kamin. Damit setzt sie aber böse Mächte frei. Seltsame kleine Kobolde (Felix Silla, Tamara de Treaux, Patty Maloney) kommen damit frei und können endlich wieder die Menschen in ihrer Umgebung peinigen. Sie haben vor sich Sallys Seele zu bemächtigen. Ausgerechnet jetzt, wo der beruflich engagierte Gatte grad ganz andere Sorgen hat...


 es gibt in "Don´t be afraid of the Dark" ein Deja vu Erlebnis, denn das Gesicht des Alex Darstellers kennt man doch bestens. Ist das nicht Timothy Hutton, der 7 Jahre später und 20 Jahre jünger den Oscar als bester Nebendarsteller in Robert Redfords "Ordinary People" gewinenn konnte ? Klar, das ist unmöglich. Aber auch schnell aufgelöst. Alex wird von John Hutton, dem Vater von Timothy gespielt. Die beiden sahen sich fast zum Verwechseln ähnlich. Er konnte allerdings den Triumph des Sohnes nicht mehr miterleben - Jim Hutton starb 1979 im Alter von 45 Jahren an Leberkrebs.
"Don´t be afraid of the Dark" spielt gekonnt mit den typischen Kindheitsängsten. Dunkle Räume, kleine Kreaturen im Dunkel, Getuschel und Gemurmel in der Finsteren Ecke. Es herrscht das klassische Element vor, die Story ist simpel und einfach gestrickt.
Typisch für Grusler aus den 70ern ist das Tempo ziemlich gemächlich und der Film recht stark auf Suspense ausgelegt, was positiv zu vermerken ist. Der Horror streckt seine Finger nur langsam nach den Zuschauern aus, setzt sie dann aber relativ gekonnt ein. Einiges wirkt aus heutiger Sichtweise etwas unfreiwillig komisch, trotzdem ist die Atmosphäre gut gelungen und bereitet einige Nervenkitzel Momente.



Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

Die phantastsiche Reise




Regie: Richard Fleischer

Die Reise ins Innere...

In seinem Enstehungsjahr war Richard Fleischers Science Fiction Film "Die phantastische Reise" ein Meilenstein in Sachen Szenenbild und Special Effekten. Kein Wunder, dass der Film bei der Oscar-Verleihung 1967 für beide Kategorien eine Auszeichnung erhielt. Auch Schnitt und Kameraführung wurden nominiert. Aus heutiger Sicht muss man zwar erkennen, dass der Zahn der Zeit doch deutlich seine Spuren bei diesem Film hinterlassen hat, aber dennoch gefällt die damals aufwändig arrangierte Utopie durch einen sehr individuellen und originellen Charme. Die erste Szene zeigt wie der tschechische Wissenschaftler Dr. Benes (Jean del Val) aus einem Flugzeug steigt und sich bei Agent Grant (Stephen Boyd) bedankt, einer seiner Helfer, dass er in den Westen überlaufen konnte. Er wird von Sicherheitsleuten in ein Auto gesetzt, doch die Straßen sind unsicher und unterwegs wird ein Anschlag auf den Wagen verübt. Durch den Schußwechsel wird Dr. Benes schwer verletzt. Nun liegt er auf der Intensivstation eines unterirdisch gelegenen Areals des Geheimdienstes. Dem verletzten Wisssenschaftler, der als Einziger lebenswichtige Information hat, muss das tödliche Blutgerinnsel, dass ich in seiner Gehirnregion gebildet hat, entfernt werden. Doch auf konventionellem Weg ist dies unmöglich. Ein Glück, dass es in diesen Zeiten des kalten Krieges bereits eine neuartige Methode gibt, die es ermöglicht, Maschinen und sogar Menschen bis auf Mikrobengröße zu verkleinern. Das weiß natürlich keiner ausser dem Geheimdienst. Nun muss aber schnell gehandelt werden. Um das Blutgerinnsel zu entfernen, wird Agent Grant zu dieser geheimen Örtlichkeit gebracht. Dort woll er Teil einer U-Boot Besatzung sein, die so verkleinert wird, dass sie mit Hilfe einer Injektionsnadel in die Blutbahn des schwer verletzten Patienten gelangt. Mit dabei an Bord sind die beiden Mediziner Dr. Michaels (Donald Pleasence) und Dr. Duvall (Arthur Kennedy). In dem undurchsichtigen Duvall vermuten die beiden Leiter des Unternehmens Colonel Donald Reid (Arthur O´Connell) und General Carter (Edmund O´Brian) möglicherweise einen Mann der Gegenseite, der die Operation heimlich sabotieren könnte. Man kann aber nur schwer auf diesen genialen Mediziner verzichten, der mit seinem Können und einem Lasergewehr den Thrombus entfernen kann. Seine hübsche Assistentin Cora Peterson (Raquel Welch) ist auch dabei, ebenso Captain Bill Owens (William Redfield), der Pilot des kleinen, kuscheligen U-Boots. Die Sache hat natürlich mehrere Haken. Eine davon ist die Tatsache, dass die OP innert von 60 Minuten vollzogen sein muss, denn nach Ablauf dieser kurzen Frist wird alles wieder so groß wie vorher. Und da wäre es vorteilhaft, wenn U-Boot samt Besatzung bereits wieder aus dem Körper draussen wäre. Sollte dies nicht der Fall sein, dann kämen die Antikörper Benecs zum Einsatz, die die größer werdenden Eindringlinge während des Wachstums vernichten würden. Auch für Benec selbst wäre diese Dynamik vor allem auch in seinem jetzigen Zustand nicht besonders vorteilhaft...




zudem ließen sich zwar lebendige Zwerge im Körper von der eigenen Körperabwehr vernichten, bei einem U-Boot, das langsam wieder die ursprüngliche Größe annimmt, dürfte dies auch ein aussichtsloser Kampf seitens der Antikörper werden. Dennoch bleibt das Boot im Körper und sorgt vielleicht für die unlogischste Szene des Films. Dies fiel nicht nur dem legendären Science Fiction Autor Isaak Asimov auf. Dennoch hat sich "Die phantastische Reise" mit seiner einzigartigen Ausstattung und den Bildern von der Fahrt durch die menschliche Blutbahn sehr schnell zu einem Klassiker des Genres entwickelt.




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.