Montag, 13. Oktober 2014

She - Herrscherin der Wüste





















Regie: Robert Day

Königin Ursula, 2000 Jahre alt...

"Sie" ist ein Roman des Briten Sir Henry Rider Haggard und wurde 1887 erstmalig unter dem Titel "She - A History of Adventure" veröffentlicht. Das Buch verkaufte sich 83 Millionen mal, wurde in 44 Sprachen übersetzt und zählt somit zu den meistverkauften Romanen aller Zeiten. Immer wieder wurde der Abenteuerstoff verfilmt - die bekanntesten dürften wohl die 1935er Verfilmung "Herrscherin einer versunkenen Welt" mit Helen Gahagan und die von Robert Day inszenierte britische Hammerproduktion "She - Herrscherin der Wüste" aus dem Jahr 1965 mit Ursula Andress in der Titelrolle sein. Wie gewohnt geht Hammer entwaffend naiv mit dem Stoff um und es wurde vieles von der Vorlage erst gar nicht verwendet. Aber dafür gibts eben Bond Girl Ursula Andress und die überstrahlt alles mit ihrer blendenden Schönheit.
Drei Männer des britischen Empire sind im Jahr 1918 in Palästina hängengeblieben. Das Geld von Major Ludwig Horace Holly (Peter Cushing) ist aufgebraucht, so muss schon dessen Butler Job (Bernard Cribbins) die anfallenden Spesen bezahlen. Holly hat auch noch den jungen Leo Vincey (John Richardson) dabei, um den er sich kümmert, weil dessen Vater und Hollys bester Freund gestorben ist. Dort in einer Spelunke wirft Leo ein Auge auf das Mädchen Ustane (Rosenda Monteros), die an einem der Nebentische ihn auch eingehend beobachtet. Die beiden jungen Leute lernen sich kennen, beschliessen das Lokal zu verlassen, um etwas alleine zu sein. Doch das scheinbar so reizvolle Rendezvous entpuppt sich als Hinterhalt. Während eines Kusses bekommt Leo von hinten einen Schlag auf den Kopf und erwacht kurze Zeit später in einem edlen Haus, wo er auf die schöne Ayesha (Ursula Andress) trifft. Diese verspricht ihm ewige Liebe und ewiges Leben, wenn sich der junge Mann eine strapaziöse Reise in eine noch nicht erforschte Region von Nord-Ost-Afrika begibt, um die verlorene Stadt Kuma zu finden. Als Pfand bekommt er einen Ring und eine Landkarte, dann verschwindet die geheimnisvolle Schöne.
Natürlich kann jetzt keine Macht der Welt den verliebten Leo mehr aufhalten, die Reise zu machen. Seine beiden Begleiter schließen sich ihm natürlich an. Was sie natürlich nicht wissen, ist der wahre Grund der Expedition. Die unsterbliche Ayesha glaubt in Leo die Reinkarnation ihres früheren Geliebten Kallikrates, ein hoher ägyptischer Priester, erkannt zu haben. Um immer mit ihm vereint zu sein braucht es natürlich ein Ritual, aber zuerst mal muss der beschwerliche Weg gemeistert werden...


 Das ist natürlich kein Horrofilm, aber er findet hier auch ein Plätzchen, weil Hammer draufsteht.
"She" fällt genauso wie der ein Jahr später entstandene "1 Million Jahre vor unserer Zeit" etwas aus dem üblichen Hammerschema. Aber in beiden Fällen ging die Rechnung an der Kinokasse auf - möglich machten es die beiden Hauptdarstellerinnen Ursula Andress und Raquel Welch - beide waren zu ihrer Zeit echte Filmschönheiten. Darüberhinaus gehts wie in jedem Hammer auch in "She" sehr farbenprächtig zu. Tolle Szenen in der brennenden Wüste gibts natürlich auch. Rein oberflächlich mag man den Film vielleicht als Abenteuerfilm betrachten, aber ich zähle ihn eher zu den Mysteryfilmen und das Hauptthema "Unsterblichkeit" einer 2000 Jahre alten Herrscherin mutet dann doch schon beinahe wieder Horrormässig an. Ganz nebenbei muss sich der junge Leo auch noch zwischen der wahren Liebe (Ustane) und dem leidenschaftlichen Begehren (Ayesha) entscheiden. Keine leichte Aufgabe für den jungen Mann, der von beiden Frauen heiß begehrt wird. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Peter Cushing - neben Christopher Lee der populärste Hammerdarsteller, wie immer mit einer sicheren Präsenz und gutem Spiel. 



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Snowpiercer

























Regie: Bong Joon Ho

Perpetuum mobile...

"Snowpiercer" heißt das US-Debüt des südkoreanischen Meisterregisseurs Bong Joon Ho, der mit Topfilmen wie "Memories of a Murder", "The Host" und "Mother" gemeinsam mit Park Chan Wook (Oldboy, I´m a Cyborg, Lady Vengeance, Stoker), Kim Je-Woon (Tales of two Sisters, I saw the Devil, The Last Stand) und Na Hong- jin (Yellow Sea, The Chaser) zu den ganz großen Filmemacher seiner Heimat zählt. Und auch sein internationales Debüt ist - abgesehen von ein paar kleinen Schwächen - ein echter Hammerfilm und zählt für mich auf alle Fälle zu den besten Filmen des Jahres. Der Film spielt in einer postapokalyptischen Zukunft, in der völlige Eiszeit herrscht und in der ein überlanger Zug seit nunmehr 17 Jahren rund um den Planeten reist und durch ein Perpetuum mobile angetrieben wird. Im Zug selbst herrscht ein Zweiklassensystem - wie damals in der guten alten Zeit als die Erde noch bewohnbar war - und die Unterschicht lebt im Zugende zusammengepfercht und unter erbärmlichen Bedinungen. Zu essen gibts von der herrschenden Klasse, die die vorderen Abteile bewohnt und ein Leben in Luxus führt. Immerhin bekommen die Armen, um sich nicht selbst aufzufressen, überriechende, dunkle Proteinscheiben, wo kein Mensch weiß, woraus die Nahrung hergestellt wird. Nachdem zum wiederholten Male Kinder von der herrschenden Klasse entführt worden sind und erneut einer der Unterdrückten durch eine drakonische Bestrafung einen Arm verliert, organisiert der rebellische Curtis (Chris Evans) und sein jüngerer Freund Edgar (Jamie Bell) mit der Unterstützung des alten Gilliam (John Hurt) einen Aufstand. Den Unterdrückten gelingt es sich durch die einzelnen Zugabteilungen immer mehr nach vorne zu arbeiten, trotz vielen bewaffneter Wachen, die die Reichen schützen. Es gelingt ihnen sogar den drogensüchtigen Namoong (Song Kang-Ho) und dessen Tochter Yona (Ko Ah-seong) aus dem Tiefschlaf im Gefängnis zu befreien. Der Mann hatte - bevor er beim Erbauer und Chef des Zuges,  Wilford (Ed Harris) in Ungnagde fiel - die Aufgabe die Schließmechanismen der Zugtüren zu konstruieren. Darüberhinaus können die Rebellen auch noch Mason (Tilda Swinton), eine enge Vertraute von Wilson als Geisel nehmen. Gute Voraussetzungen also bis ganz nach vorne durchkämpfen zu können. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg und das Gleichgewicht im Zug ist ein ganz wichtiger Faktor in diesem Konflikt...



der Eisbär am Ende mag zwar als Hoffnungsschimmer für ein Überleben im Schnee dienen, doch angesichts der drastischen Darstellung menschlicher Konflikte über Starke und Schwache, die auf der Zugfahrt eindrücklich gespiegelt wurden, muss man schon eher Mitleid mit dem imposanten weißen Tier haben, denn möglicherweise wird der Jäger, der in dieser Umgebung überleben konnte nun durch die Bestie Mensch wieder selbst zu Gejagten. Bong Jon-Ho hat aber gut daran getan keinen einzigen seiner Filmfiguren besonders sympathisch rüberkommen zu lassen. Selbst Anführer Curtis offenbart am Ende seine sehr dunkle Seite, die das Böse in jedem Menschen repräsentiert. Grandios sind die Szenenbilder im Zug selbst, auch die Kamera von Hong Kyung-pyo ist im Weltklasse-Niveau angesiedelt. Auf dem Höhepunkt der Reise wird der Kampf von einer etwas surreal anmutenden Szene in einer Schule unterbrochen, dazu werden auch noch Eier verteilt. Solche Sequenzen zeigen den großen Ideenreichtum des Südkoreaners. Im übrigen liebe ich ja Zugfilme über alles...angefangen von dem genialen Frühhitchcock "The Lady Vanishes" bis hin zu fast vergessenen Werken wie "Liebe nach Fahrplan", zu 70er Klassikern wie "Nevada Pass" oder "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" bis hin zu neueren Filmen wie "Transiberian", "Verschwörung im Berlin-Express", "Midnight Meat Train" oder "Wer mich liebt, nimmt den Zug".




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Kristy



Regie: Olly Blackburn

Fiese Killer auf dem Campus...

Der englische Regisseur Olly Blackburn ist den Freunden des Horrorgenres bekannt durch seinen 2008 entstandenen "Donkey Punch", ausserdem schrieb er das Drehbuch zu "Vinyan", dem unterschätzten Film des Belgiers Fabrice du Wels. Blackburns neuer Horrorfilm kann sich auch bestens sehen lassen - wer "The Purge", "You´re next", "The Strangers", "Funny Games" oder "F-London Highschool Massaker" gut fand, der findet sicherlich Gefallen an diesem Highschool Schocker. Mir hat die Machart des Films auch sehr imponiert, irgendwie fühlte ich mich an den Inszenierungsstil von Altmeister John Carpenter erinnert.Es ist der Vortag von Thanksgiving und die Highschool schließt für einige Tage ihre Pforten. Beinahe alle Schüler werden den Feiertag im Kreise ihrer Familie verbringen. Lediglich Justine (Haley Bennett) und ihre Freundin Nicole (Erika Ash) werden den Campus nicht verlassen, was aber auch nicht so schlecht ist, denn immerhin wird man in einer leeren Uni nicht gestört und kann die Zeit zum intensiven Lernen nutzen. Eigentlich hätte Justine gerne ihren neuen Freund Aaron (Lukas Till) überredet, dass er ebenfalls da bleibt, doch dessen Familie besteht auf den Besuch. Dummerweise torpediert Nicole kurzfristig die zweisamen Plänen und lässt Justine alleine mit dem Wachpersonal und dem Hausmeister Scott (James Ransone) zurück. Sie leiht Justine aber immerhin ihr schickes Auto für die Feiertage aus. Allein vertreibt sich die junge Frau nun die Zeit im Schwimmbad, in der Bibliothek - aber auch alle anderen Einrichtungen hat sie nun für sich allein.Bei einer nächtlichen Ausfahrt in den Drugstore beginnt dann allerdings das Unheil. Denn im Laden trifft sie auf ein Mädchen (Ashley Green), das sich seltsam verhält und das tief in seinen Kapuzenpulli getaucht, scheinbar nur darauf gewartet hat, dass jemand wie Justine ihr über den Weg läuft um irgendwie Streit anzuzetteln. Zumindest wirkt die Fremde sehr aggressiv. Von der verbalen Einschüchterung geht es nahtlos über in eine Verfolgung mit dem Auto inklusiver Nötigung. Die fremde Frau hat noch drei Begleiter mit Maske als Verstärkung. Justine kann der ersten Attacke zwar entkommen, aber die Verfolger sind auch schon auf dem Weg zum leergefegten Campus...



Olly Blackburn macht aus dieser Ausgangslage einen spannenden Thriller über Jäger und Gejagte. Erst am Schluß lässt er den Zuschauer am "Warum" und "Wieso" teilhaben. Vorher kann man nur ein äusserst beängstigendes Szenario verfolgen, dass sehr gut und sogar etwas unterhkühlt in Szene gesetzt wurde. "Kristy" ist ein gut gelungener Home Invasion Horror Thriller, der das genreübliche Setting eines terrorisierten Hauses weiterfasst, indem er den Schauplatz auf einen kompletten Campus verlagert. Das ist zwar alles nichts Neues, aber vermag doch sehr zu fesseln. Ebenfalls gut gelungen der Kontrast zwischen den Gegenspielerinnen. die von Haley Bennett und Ashley Greene verkörpert werden. Einen Slasher darf man aber nicht erwarten, da das Szenario in "Kristy" irgendwie möglich wäre (auch die Auflösung) und im Laufe des Films sich die Rollen zwischen Jäger und Gejagten auch mal verschieben könnten.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Bubba Ho-Tep

























Regie: Don Coscarelli

JFK und Elvis im Altersheim...

Der in Libyen geborene amerikanische Regisseur Don Coscarelli ist vor allem bekannt durch seinen legendären Horrorfilm "Phantasm" aus dem Jahr 1979, der ihn selbst zu einigen Fortsetzungen inspirierte. 1982 drehte er ausserdem den Barbarenfilm "Beastmaster" mit Erfolg, wie auch hier die Fortsetzungen beweisen.
Inzwischen lässt er sich immer ein paar Jahre Zeit für einen neuen Film. Sein neuestes Werk "John dies at the end" ist trotz der eher verhaltenen Kritiken für mich ein kleiner Volltreffer und auch die 2002 entstandene Low Budged Horrorkomödie "Bubba Ho-Tep" mit dem "Tanz der Teufel" Kultstar Bruce Campbell kann sich sehen lassen. Natürlcih strotzt ein guter Coscarelli Film immer ein bisschen vor Verrücktheiten. Hier lässt er seine betagten Helden im Altersheim gegen eine sehr mächtige Mumie kämpfen. Denn derjenige, der hier sein Unwesen treibt, ist eine Art Verwandter des allseits bekannten Imhotep, bestens bekannt aus einigen Mumienfilmen. Aber der Reihe nach: Im Shady Rest Altersheim, irgendwo im Osten von Texas, lebt der inzwischen alte Sebastian Haff (Bruce Campbell), der in seiner Glanzzeit ein sehr populärer Elvis Imitator war. Doch ein schwerer Unfall (er flog die Bühne runter) machte seiner Tingel-Tangel Karriere ein Ende. Ab diesem Zeitpunkt ging es nur noch trostlos. Haff behauptet aber steif und fest, dass er der "echte" King sein muss und erwähnt in diesem Zusammenhang und zur Beweisuntermauerung ein vor vielen, vielen Jahren stattgefundenes Treffen mit dem King, der ihn in seinem Proberaum aufsuchte. Elvis wollte ein ruhiges Leben führen und eine andere Identität annehmen, aus diesem Grund tauschte man einfach und statt dem echten King starb Haff im Jahr 1977. Beweisen lässt sich natürlich nix, denn eine Propan Gas Explosion zerstörte die einzigen Unterlagen, die den Wahrheitsgehalt dieser unglaublichen Geschichte beweisen konnten. Durch die Hüftverletzung ist er in der Verrichtung der alltäglichen Tätigkeiten stark eingeschränkt und ist auf die Hilfe einer Pflegerin (Ella Joyce) angewiesen. Mit den gleichen Themen wie Alter, Gebrechlichkeit, Verlust der Würde oder Impotenz haben aber auch andere Heiminsassen zu kämpfen. Sogar Präsident John F. Kennedy (Ossie Davis), der hier auf Befehl von Lyndon Johnson hier verweilt und ein dunkle Hautfarbe hat. Es geht also prominent zu. Und was kann dann wirklich schon passieren, wenn sich der King und Mr. President zusammentun um diesen altägyptischen Killer namens Bubba Ho Tep (Bob Ivy) zu besiegen, der inzwischen reihenweise alte Leute meuchelt...



das klingt alles ziemlich abgefahren und schräg und das ist es auch. Aber Coscarelli beweist ein gutes Händchen für solchen schrägen Humor. Die Geschichte selbst basiert auf der gleichnamigen Geschichte von Joe R. Lansdale. Das nur geringe Budget von 1 Million merkt man dem Film nicht an, da er durchweg auf Originaliät und guten Trash setzt. Zum Lohn gabs sowohl für den Film selbst als auch für Darsteller Bruce Campbell und für Regisseur Coscarelli die Bram Stoker Award. Insgesamt ein kurzweiliger Film für das Mitternachtskino mit hohem Spassfaktor.


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Resident Evil - Retribution

























Regie: Paul W. S. Anderson

Der Weg ist das Ziel...

Der erste Resident Evil Film aus dem Jahr 2002 war für eine Videospiel-Verfilmung überaschend gut gelungen und einige Kritiker sahen in der Kinoversion des Zombieshooters nicht nur einen spannenden Horrorschocker, sondern auch ein Film, der dem Genre auch neue Impulse hinzufügen konnte. Der von Paul W. S. Anderson inszenierte Film wurde in Deutschland produziert und zog aufgrund seines Erfolgs bis heute vier Fortsetzungen nach sich: "Resident Evil- Apocalpyse" im Jahr 2004, "Resident Evil Extinction" drei Jahre später, die Anderson mit produzierte, aber nicht selbst inszenierte. Er saßa aber beim bislang erfolgreichsten Teil "Resident Evil-Afterlife" und nun auch bei "Resident Evil: Retribution" auf dem Regiestuhl. Für 2016 ist sogar ein weiterer, letzter Teil geplant. Im Grunde ist "Retribution" ein merkwürdiger Film, der gar keine so richtige Handlung aufweisen kann. Bestens gelungen ist aber die Optik des Film, der sich meines Erachtens sehr stark am asiatischen Kino orientiert und die Heldin Milla Jovovich einerseits erotisch in Szene setzt und andererseits für alle Akteure, die im Film mitspielen, einige Themenparks des Grauens präsentiert, die von A nach B nach C nach D bis § durchschritten werden müssen . Der Film beginnt aber fulminant mit einem Angriff auf das Frachtschiff, das Alice (Milla Jovovich) in Afterlife gerettet hat. Nach einem schweren Treffer landet Alice im Wasser und wacht anscheinend wohl behütet, in einem Haus auf, in dem sie ihren Mann und ihre gehörlose Tochter umsorgt. Die Ruhe wird allerdings bald durch Zombies gestört, die in das Haus eindringen und ihren Mann infizieren. Alice kann mit ihrer Tochter Becky gerade so nach draußen fliehen, aber ganz Raccoon City ist bereits in Zombiehand.  Sie kann zwar ihre Tochter retten, wird aber von ihrem Mann getötet. Wacht aber wieder auf in einem super Setting - halb nack - doch die Optik täuscht. Die weiß-rote Umgebung ist ein Hochsicherheitstrakt von Umbella. Dort wird sie von Jill (Sienna Guillory) befragt. Als Strafe fürs nicht Antworten gibts Folter durch schrille Töne. Einige Zeit später fällt für kurze Zeit das Sicherheitssystem aus und alle Gefängnistüren öffnen sich. Diese Gelegenheit lässt sich Alice natürlich nicht entgehen und flieht ins Freie - in den Großstadtdschungel von Tokio. Dort bricht wieder der Zombievirus aus und wieder steht als Rettung nur die Umbrellaanlage zur Verfügung. Von Ada Wong (Li Bingbing) erfährt sie, dass sie sich momentan auf einem ehemaligen sowjetischen U-Boot Bunker befindet, der als Testzentrum umgebaut wurde. Und Tokio war nur eine Nachbildung. Macht aber nichts, denn ab jetzt wird gegen die Feinde, die in großer Überzahl auftreten, hart gekämpft...


Milla Jovovich erhielt eine Nominierung für die Goldene Himbeere 2013 für die Leistung in diesem Film. Dabei fing 2003 alles so hoffnungsvoll und positiv an: Der erste Teil erhielt eine wohlverdiente Saturn-Award Nominierung für den besten Horrorfilm und Hauptdarstellerin Milla wurde als beste Darstellerin vorgeschlagen. Man könnte jetzt meinen, dass da Welten dazwischen liegen. Dem ist aber nicht so. Milla spielt nur weiter konsequent ihre Rolle als Kampfamazone Alice und die Fans der Reihe sind weiterhin zufrieden. Und der Erfolg ist noch nicht zu Ende. Auch "Retribution" durfte sich über 222 Millionen Dollar Einspielergebnis freuen. Sehr offensichtlich ist die Diskrepanz zwischen schwachem Inhalt (Story) und starker Form (vor allem Optik und Ausstattung).


Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Paranormal Actifity - Die Gezeichneten

Regie: Christopher B. Landon

The Story continues...

Im Grunde ist es ja immer dasselbe was da seit mehreren Folgen in der Reihe "Paranormal Actifiy" passiert.  Begonnen hatte ja alles mit Oren Pelis Low Budget Erstling, bei der er nicht nur die Regie übernahm, sondern das Drehbuch schrieb und einen Teil der Produktion übernahm. Er wurde wie alle anderen Teile im Found Footage Format gedreht. Der Horrorfilm, der von dem jungen Paar Katie und Micah handelte, die von einer dämonischen und bösen Präsenz heimgesucht werden, feierte großen Erfolg an der Kinokasse und ist mit 193 Millionen Dollar weltweitem Einspielergebnis einer der erfolgreichsten Horrorfilme der Filmgeschichte, auch die Nachfolger spielten gute Kohle ein. Auch diieser Ableger namens "Paranormal Actifity - Die Gezeichneten" (Original: The Marked Ones), der zwar nicht der offizielle Teil 5 ist - aber wie der Spin Off "Tokyo Nights" große Bezüge zur Serie hat,  immerhin gute 90 Millionen. Ich muss gestehen, dass ich eine kleine Schwäche für die Serie habe und schon neugierig bin wie es weitergeht. Auch gut, dass immer wieder Bezüge zum ersten Teil und den ersten Protagonisten hergestelt werden. In diesem Ableger geht es um den jungen Jesse (Andrew Jacobs) der erfährt, dass eine ältere Dame, die unter ihm wohnte, ermordet wrude. Nachdem die Polizei und die Sanitäter den Tatort verlassen haben, betritt die neugierige Nase gemeinsam mit seinen Freunden die Wohnung der Verstorbenen. Die Jugendlichen bemerken sehr schnell, dass das leben der Dame offenbar sehr interessant und aussergewöhnlich war: In der Wohnung selbst befinden sich nämlich okkulte Gegenstände in sehr hoher Anzahl und dann finden sie auch noch ominöse Videocassetten. Jesse traut seinen Augen kaum, als er sogar ein Foto von sich in dieser Wohnung entdeckt. In der anschliessenden Nacht hat er Albträume und wacht am anderen Morgen mit einer bisswunde auf. Er kann sich aber keine Erklärung aus diesen Geschehnissen machen. Seine Verwandten und Freunden dürfen sich jedenfalls in der Folgezeit ziemlich Sorgen um den Teenager machen, denn er verändert sich und alles scheint auf einen tödlichen Abgrund zuzusteuern. Vielleicht kann ja Ai Rey (Molly Ephraim) helfen, de bereits eigenen Erfahrung im Umgang mit bösen Dämonen gemacht hat...


ansonsten gibts nicht viel Neues unter der Sonne. Alles läuft generalstabsmässig nach dem üblichen, erfolgserprobten Schema F ab und vielleicht gibt es am Ende ja doch ein Wiedersehen mit Bekannten. Jedenfalls ist man als Fan der Serie recht zufrieden und darf sich weiter gruseln. Dem kleinen süßen Hund passiert auch nichts, er wird überleben - was man aber nicht von allen anderen behaupten kann - dies ein Hinweis für alle Tierfreunde, die Sorgen haben, da er mal kurzzeitig - per CGI Trick an der Decke des Zimmers strampelt. Also liebe Paranormal Fans, auf ein Neues...


Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Samstag, 27. September 2014

Godzilla

























Regie: Gareth Edwards

Godzilla gegen Muto...

Mit einem Box-Office Ergebnis von ca. 525 Millionen Dollar erwies sich die Neuverfilmung von "Godzilla" als erfolgreich. Allerdings ist das gute Ergebnis nicht alleine dem amerikanischen Markt zu verdanken, vor allem die Einspielergebnisse in Japan und China sorgten für den weltweiten Erfolg.
Dabei orientiert sich Gareth Edwards Action- und Kaiju Eiga Film vornehmlich am japanischen Original von Ishiro Honda aus dem Jahre 1954, das durch die Spezialeffekte von Eiji Tsuburaya so bekannt wurde. Der Erfolg des Monsterfilms löste eine gewaltige Serie von Nachfolgern aus, die noch bis weit in die 70er Jahre hinein, erfolgreich in den Kinos liefen. Dabei musste Godzilla, der erste Prädator aus einer Welt vor unserer Zeit, mit vielen Bestien und fremdartigen kreaturen große Kämpfe bestehen - Zuschauer waren immer die kleinen Menschen des Industriezeitalters. Gegner hatten illustre Namen wie Gamera, Mothra oder Guila, das übergroße Huhn.
Roland Emmerich versuchte sich 1998 an dem Stoff und er amerikanisierte das japanische Urzeitmonster, obwohl er dramaturgisch wie inhaltlich den Vorgänger zitierte. Gareth Edwards, der mit "Monsters" schon einen ähnlichen Film ablieferte, gab nun der Riesenechse ihren japanischen Flair zurück und das ist gut so.
Wer allerdings einen Film erwartet, bei dem die menschlichen Figuren besonders gut und tief gezeichnet sind, der wird eine Enttäuschung erfahren, denn Hauptdarsteller dieser Neuverfilmung von "Godzilla" ist Godzilla selbst und natürlich die beiden Mutos, seine gefährlichen Gegner - gegen die er dann kämpfen muss, weil die Balance der Welt in Gefahr geraten ist.
Die Anfangssequenz beginnt 15 Jahre vor der Haupthandlung, als auf den Philippinen bei Minenarbeiten ein prähistorisches Monster, Muto genannt, erwacht, das durch seine ungeheuerlichen Kräfte kurzerhand ein Atomkraftwerk in Japan zerstört. Bei diesem Unglück kommt unter anderem Sandra Brody (Juliette Binoche) , die Frau des für Erdbebensicherheit des Kraftwerks zuständigen Joe Brody (Bryan Cranston) und Mutter des kleinen Ford (CJ Adams) ums Leben.
Im Jahr 2014 ist der erwachsene Ford Brody (Aaron Taylor Johnson) versierter Bombenentschärfer bei der US-Armee, ist selbst glücklich mit Elle (Elisabeth Olson) verheiratet und einen Sohn. Mit seinem Vater hat er ein eher gespanntes Verhältnis, da dieser die Vergangenheit nicht ruhen lassen kann. Als dieser in Asien verhaftet wird, weil er in die immer noch als Sperrgebiet deklarierte Zone eindrang, nimmt Ford das nächste Flugzeug, um seinem Vater zu helfen. Dann wird er selbst von den Aussagen seines Vaters beeinflusst und findet sich bald selbst heimlich im Sperrgebiet wieder. Vor Ort finden die beiden heraus, dass die Katastrophe vertuscht wurde und nicht ein Erdbeben der Auslöser für die damalige Katastrophe war, sondern der männliche Muto, der jetzt erneut erwacht. Er hatte sich in der Ruine des Kernkraftwerkes eingenistet und sich 15 Jahre lang vom radioaktiven Material ernährt. Dann bricht er aber aus der Sperrzone heraus und tritt seine Flucht ins Meer an. Auf seinem Weg ist Zerstörung das Motto und sehr schnell befindet sich die Menschheit in einer apokalyptischen Gefahr....



 Im Film selbst tauchen auch noch die bekannten Darsteller Ken Watanabe und David Strathairn in tragenden Nebenrollen auf. Ansonsten regiert bei Gareth Edwards Schocker vor allem das Bild einer Endzeitszenerie. Der Film ist in allen technischen Belangen sehr stark gemacht und zeigt in kühlen Bildern ein futuristisches Endzeitszenario. Der Mensch selbst spielt beim Kampf der Giganten eine untergeordnete Rolle und das ist auch gut so. Wer ein Faible für solche eigenartigen Monsterfilme hat, der wird von dieser Neuverfilmung auch recht angetan sein. Meiner Meinung nach hat Gareth Edwards mit diesem kühl inszenierten, aber dennoch schönen Monsterfilm der Superlative alles richtig gemacht. Wenn der sanfte Riese Godzilla im Hafen von San Francisco auftaucht, um die Menschheit von der Muto-Plage zu erlösen, gleicht das beinahe schon einem spirituellen Ereignis.



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.