Donnerstag, 26. März 2026

Zardoz















Regie: John Boorman

Die Ewigen und die Brutalen...

John Boorman ist der Regisseur bedeutender Klassiker wie "Beim Sterben ist jeder der Erste", "Point Blank", "Excalbibur" oder "Hope and Glory".  Sein einziger Beitrag für das Science Fiction Genre war der 1974 realisierte "Zardoz", den Boorman produzierte, selbst schrieb und inszenierte.  Er verzichtete dafür auf die ihm angebotene Regie für die Verfilmung von William Peter Blattys Erfolgsroman "Der Exorzist", die dann William Friedkin übernahm.  "Zardoz" wurde mit einem relativ geringen Budget von ca. 1 Millionen Dollar in Irland gedreht. Die bizarre Dystopie über eine sterile zukünftige Gesellschaftsform scheiterte jedoch an der Kinokasse und auch die Kritik urteilte unterschiedlich. Boorman präsentiert dem Zuschauer eine bildstarke postapokalyptische Welt, in der Barbaren (die s.g. Brutalen) das Steinidol Zardoz verehren und gleichzeitig Nahrung für eine verborgene Elite (die s.g. Ewigen) anbauen. Während die Brutalen in einer steppenhaften, öden und verwüsteten Landschaft leben, sind die Verborgenen vor ihnen durch eine Glashaube geschützt - eine undurchdringbare Barriere zwischen diesen beiden Welten. Diese beiden Welten prallen aufeinander, als es einem der Brutalen gelingt in Vortex, der Welt dieser unsterblichen Elite, einzudringen.  Burt Reynolds, mit dem Boorman bereits in "Beim Sterben ist jeder der Erste" gemeinsam drehte, war ursprünglich für diese Hauptrolle des Zed vorgesehen, lehnte sie jedoch krankheitsbedingt ab. Sein Platz wurde von Sean Connery eingenommen, der sich nach seiner Rolle als James Bond mit eher ungewöhnlichen Rollen (Ein Haufen toller hunde, Der Anderson Clan, Verflucht bis zum jüngsten Tag, Sein leben in meiner Gewalt)  neu erfinden wollte. "Zardoz" gehört sicher zu seinen ungewöhnlichsten Arbeiten.  Im Jahr 2293 ist die Menschheit in die unsterblichen „Ewigen“ und die sterblichen „Brutalen“ gespalten. Die Brutalen leben in einer verstrahlten Ödnis und bauen Nahrung für die Ewigen an, die getrennt im „Vortex“ auf einem Landgut ein luxuriöses, aber zielloses Dasein führen. Die Brutalen Exterminatoren töten und terrorisieren andere „Brutalen“ im Auftrag von Zardoz, einem fliegenden Steinkopf, der sie im Tausch gegen die gesammelten Nahrungsmittel mit Waffen versorgt. Zed (Sean Connery), ein Brutaler Exterminator, versteckt sich während eines Fluges an Bord von Zardoz und „tötet“ dabei vorübergehend dessen Schöpfer, den Ewigen Arthur Frayn (Niall Buggy). Im Vortex angekommen, trifft Zed auf zwei Ewige – Consuella (Charlotte Rampling) und ihre Assistentin May (Sara Kestelman). Sie überwältigen Zed mit ihren psychischen Kräften und machen ihn zu ihrem Gefangenen und Hilfsarbeiter in ihrer Gemeinschaft. Consuella will Zed vernichten, damit der Widerstand ihn nicht für eine Revolution missbrauchen kann. Andere, angeführt von May und dem subversiven Ewigen Freund (John Alderton), bestehen darauf, ihn für weitere Studien am Leben zu erhalten, während sie insgeheim planen, die Regierung zu stürzen und dem Leiden der Menschheit ein Ende zu setzen. Mit der Zeit erfährt Zed die Natur des Vortex. Die Ewigen werden vom Tabernakel, einer künstlichen Intelligenz, überwacht und vor dem Tod beschützt. Aufgrund ihrer unbegrenzten Lebensspanne sind die Ewigen gelangweilt und verdorben und verfallen dem Wahnsinn. Die Überflüssigkeit der Fortpflanzung hat die Männer impotent gemacht, und Meditation hat den Schlaf ersetzt. Andere verfallen in Katatonie und bilden die soziale Schicht, die die Ewigen die „Apathiker“ nennen. Die Ewigen verbringen ihre Tage damit, das immense Wissen der Menschheit zu bewahren, aus den Getreidelieferungen besonderes Brot zu backen und an gemeinsamen Meditationsritualen teilzunehmen. Um dem Leben mehr Sinn zu geben und in einem vergeblichen Versuch, die Menschheit vor der dauerhaften Katatonie zu bewahren, entwickelte der Vortex komplexe soziale Regeln, deren Übertretung mit künstlicher Alterung bestraft wird. Die extremsten Übeltäter sind zu ewigem Alter verdammt. Ewige, die – meist durch einen Unfall – sterben, werden in einem gesunden, synthetisch erzeugten Körper wiedergeboren, der dem verlorenen identisch ist. Zed ist weniger brutal und weitaus intelligenter, als die Ewigen annehmen. Genetische Analysen enthüllen, dass er das Ergebnis langjähriger Eugenik-Experimente von Arthur Frayn ist, der zusammen mit den Exterminatoren das Ödland kontrollierte. Zardoz' Ziel war es, einen Übermenschen zu erschaffen, der in den Vortex eindringen und die Menschheit aus ihrer hoffnungslosen Stagnation befreien sollte. In den Ruinen der alten Welt ermutigte Arthur Frayn Zed zum Lesen und führte ihn zu dem Buch „Der Zauberer von Oz“. Das Verständnis des Ursprungs des Namens Zardoz – abgeleitet von den Wörtern „Zauberer“ und „Oz“ – ließ Zed Frayn als Manipulator erkennen. Wütend über diese Erkenntnis beschloss Zed, das Geheimnis um Zardoz weiter zu erforschen. Als Zed die Natur des Vortex und seine Probleme ergründet, nutzen die Eternals ihn, um ihre internen Streitigkeiten auszutragen. Angeführt von Consuella beschließen die Eternals, Zed zu töten und Friend altern zu lassen. Zed entkommt und absorbiert, unterstützt von May und Friend, das gesamte Wissen der Eternals, einschließlich des Wissens um den Ursprung des Vortex, um das Tabernakel zu zerstören. Während er ihr Wissen absorbiert, schwängert Zed May und einige ihrer Anhängerinnen, während er sich von einem rachsüchtigen Exterminator verwandelt. Zed schaltet das Tabernakel ab und deaktiviert so die Kraftfelder und Wahrnehmungsfilter, die den Vortex umgeben. Dies ermöglicht es den Exterminatoren, in den Vortex einzudringen und die meisten Eternals zu töten, die den Tod als Erlösung von ihrer eintönigen Existenz begrüßen. May und einige ihrer Anhängerinnen entkommen dem Massaker und begeben sich unter die Brutals, um dort als erleuchtete, aber sterbliche Wesen ihre Nachkommen zur Welt zu bringen.Consuella, die sich in Zed verliebt hat, gebiert in den Überresten des Steinkopfes ein Kind. Der kleine Junge reift mit seinen Eltern heran. Als er sie verlässt, altern auch sie weiter und sterben schließlich. Zurück bleiben nur gemalte Handabdrücke an der Wand und Zeds Revolver....











Soweit so gut. Natürlich ist "Zardoz" ambitioniert und teilweise von epischem Ausmaß, aber seine philosophischen Betrachtungen werden durch seine extreme Skurrilität und die holprige Umsetzung wirkungslos gemacht. Was bleibt ist ein surrealer Bilderfilm mit abwechselnd verwirrenden, abgehobenen aber auch intelligenten Momenten. Die Reise in diese Zukunft bleibt für den Zuschauer aber durchgehend ein Rätsel















Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

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